GNU LilyPond — Notation Reference

Das Notensatzprogramm

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Diese Datei dokumentiert GNU LilyPond.

Copyright 1999–2009 bei den Autoren.

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Die Übersetzung der folgenden Lizenzanmerkung ist zur Orientierung für Leser, die nicht Englisch sprechen. Im rechtlichen Sinne ist aber nur die englische Version gültig.

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Das ist das Benutzerhandbuch für GNU LilyPond Version 2.12.2. Für einen Überblick über die gesamte Dokumentation von LilyPond und die Intention dieses Handbuchs siehe Über die Dokumentation.

Mehr Information unter http://www.lilypond.org/. Auf der Internetseite finden sich Kopien dieser und anderer Dokumentationsdateien.

Wir wollen dieses Programm allen Freunden widmen, die wir durch die Musik kennengelernt haben.

Han-Wen und Jan


1. Musikalische Notation

Dieses Kapitel erklärt, wie die Notation von Musik erstellt wird.


1.1 Tonhöhen

[image of music]

Dieser Abschnitt zeigt, wie man die Tonhöhe notieren kann. Es gibt drei Stufen in diesem Prozess: Eingabe, Veränderung und Ausgabe.


1.1.1 Tonhöhen setzen

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tonhöhen notiert. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Noten in bestimmten Oktaven zu notieren: den absoluten und den relativen Modus. In den meisten Fällen eignet sich der relative Modus besser.


Absolute Oktavenbezeichnung

Tonhöhenbezeichnungen werden durch Kleinbuchstaben von a bis g angegeben. Dabei wird ein aus dem Englischen entlehntes Modell benutzt, das sich vom Deutschen dadurch unterscheidet, dass b für die Note „H“ steht. Die Benutzung deutscher Notenbezeichnungen mit der Unterscheidung von b und h ist auch möglich, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen. Die Notenbezeichnungen c bis b werden in der Oktave unter dem zweigestrichenen C gesetzt.

\clef bass
c d e f
g a b c
d e f g

[image of music]

Andere Oktaven können erreicht werden, indem man ein Apostroph (') oder ein Komma (,) benutzt. Jedes ' erhöht die Tonhöhe um eine Oktave, jedes , erniedrigt sie um eine Oktave.

\clef treble
c' c'' e' g
d'' d' d c
\clef bass
c, c,, e, g
d,, d, d c

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Tonhöhenbezeichnungen.

Schnipsel: Tonhöhen.


Relative Oktavenbezeichnung

Wenn Oktaven im absoluten Modus notiert, passiert es schnell, eine Note auf der falschen Oktave zu notieren. Mit dem relativen Modus kommen solche Fehler seltener vor, weil man die Oktave nur noch sehr selten spezifizieren muss. Hinzu kommt, dass im absoluten Modus ein einzelner Fehler schwer zu finden ist, während er im relativen Modus den ganzen Rest des Stückes um eine Oktave verschiebt.

\relative Anfangstonhöhe musikalischer Ausdruck

Im relativen Modus wird angenommen, dass sich jede folgende Note so dicht wie möglich bei der nächsten befindet. Das bedeutet, dass die Oktave jeder Tonhöhe innerhalb eines musikalischen Ausdrucks wie folgt errechnet wird:

So funktioniert der relative Modus:

\relative c {
  \clef bass
  c d e f
  g a b c
  d e f g
}

[image of music]

Oktavversetzungen müssen für alle Intervalle angezeigt werden, die größer als eine Quarte sind.

\relative c'' {
  c g c f,
  c' a, e'' c
}

[image of music]

Eine Sequenz ohne ein einziges Oktavänderungszeichen kann aber trotzdem weite Intervalle umfassen:

\relative c {
  c f b e
  a d g c
}

[image of music]

Wenn der vorherige Ausdruck ein Akkord ist, wird die erste Note des Akkordes benutzt, um die erste Note des nächsten Akkordes zu bestimmen. Innerhalb von Akkorden ist die nächste Note immer relativ zur vorherigen. Betrachten Sie das folgende Beispiel aufmerksam, insbesondere die c-Noten.

\relative c' {
  c
  <c e g>
  <c' e g'>
  <c, e, g''>
}

[image of music]

Wie oben erklärt wurde, wird die Oktave einer Tonhöhe nur nach ihrer Notenbezeichnung errechnet, unabhängig von allen Versetzungszeichen. Darum wird ein Eisis auf ein H (notiert als b) folgend höher gesetzt, während ein Feses tiefer gesetzt wird. Anders gesagt wird eine doppelterhöhte Quarte wird als kleineres Intervall angesehen als eine doppelterniedrigte Quinte, unabhängig von der Anzahl an Halbtönen, die jedes Intervall enthält.

\relative c'' {
  c2 fis
  c2 ges
  b2 eisis
  b2 feses
}

[image of music]

Siehe auch

Musickgossar: Quinte, Intervalle, Tonhöhenbezeichnungen.

Notationsreferenz: Oktavenüberprüfung.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: RelativeOctaveMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Die relative Veränderung wirkt sich nicht auf Transposition (\transpose), Akkordnotation (\chordmode) oder \relative-Abschnitte aus. Um den relativen Modus innerhalb von transponierter Musik zu verwenden, muss ein zusätzliches \relative innerhalb der Klammern des \transpose-Befehls gesetzt werden.

Wenn keine Anfangstonhöhe für \relative angegeben wird, wird c' angenommen. Das ist aber eine veraltete Option, die in späteren Programmversionen verschwinden kann. Darum wird von der Benutzung abgeraten.


Versetzungszeichen

Achtung: Neue Benutzer sind manchmal verwirrt, wie Versetzungszeichen und Vorzeichen/Tonarten funktionieren. In LilyPond sind Notenbezeichnungen die wirkliche Tonhöhe, erst durch Vorzeichen wird bestimmt, wie diese Tonhöhe dann im Notenbild dargestellt wird. Eine einfache Tonhöhe wie etwa c bedeutet also immer das eingestrichene C ohne Versetzungszeichen, egal was für Vorzeichen/Tonart oder Schlüssel gesetzt sind. Mehr Information dazu in signatures Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).

Ein Kreuz wird eingegeben, indem man -is an die Notenbezeichnung hängt, ein b durch -es. Doppelkreuze und Doppel-Bs werden durch Hinzufügen von -isis und -eses hinter die Notenbezeichnung erzeugt. Diese Syntax leitet sich von den holländischen Notenbezeichnungen ab. Um andere Bezeichnungen für Versetzungszeichen zu benutzung, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.

ais1 aes aisis aeses

[image of music]

Auch die deutschen Varianten as für aes und es für ees sind erlaubt. Im Unterschied zum Deutschen ist aber bes die einzige Version für den Ton B, während his als bis geschrieben werden muss. Das kann aber auch verändert werden, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.

a4 aes a2

[image of music]

Ein Auflösungszeichen macht die Wirkung eines Kreuzes oder Bs rückgängig. Diese Auflösungszeichen werden jedoch nicht als Suffix einer Tonhöhenbezeichnung eingegeben, sondern sie ergeben sich (automatisch) aus dem Kontext, wenn die nicht alterierte Notenbezeichnung eingegeben wird.

a4 aes a2

[image of music]

Versetzungszeichen für Vierteltöne werden durch Anhängen der Endungen -eh (Erniedrigung) und -ih (Erhöhung) an den Tonhöhenbuchstaben erstellt. Das Beispiel zeigt eine in Vierteltönen aufsteigende Serie vom eingestrichenen C.

ceseh1 ces ceh c cih cis cisih

[image of music]

Normalerweise werden Versetzungszeichen automatisch gesetzt, aber sie können auch manuell hinzugefügt werden. Ein erinnerndes Versetzungszeichen kann erzwungen werden, indem man ein Ausrufungszeichen (!) hinter die Notenbezeichnung schreibt. Ein warnendes Versetzungszeichen (also ein Vorzeichen in Klammern) wird durch Anfügen eines Fragezeichens (?) erstellt. Mit diesen zusätzlichen Zeichen kann man sich auch Auflösungszeichen ausgeben lassen.

cis cis cis! cis? c c? c! c

[image of music]

Versetzungzeichen von übergebundenen Noten werden nur dann gesetzt, wenn ein neues System begonnen wird:

cis1 ~ cis ~
\break
cis

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Verhindern, dass zusätzliche Auflösungszeichen automatisch hinzugefügt werden Den tranditionellen Notensatzregeln zufolge wird ein Auflösungszeichen immer dann vor einem Kreuz oder B gesetzt, wenn ein vorheriges Versetzungszeichen der gleichen Note aufgehoben werden soll. Um dieses Verhalten zu ändern, muss die Eigenschaft extraNatural im Staff-Kontext auf "false" gesetzt werden.

\relative c'' {
  aeses4 aes ais a
  \set Staff.extraNatural = ##f
  aeses4 aes ais a
}

[image of music]

Makam example Makam is a type of melody from Turkey using 1/9th-tone microtonal alterations. Consult the initialization file makam.ly (see the ‘Learning Manual 2.12.2, 4.6.3 Other sources of information’ for the location of this file) for details of pitch names and alterations.

% Makam-Einstellungen initialisieren
\include "makam.ly"

\relative c' {
  \set Staff.keySignature = #`((3 . ,BAKIYE) (6 . ,(- KOMA)))
  c4 cc db fk
  gbm4 gfc gfb efk
  fk4 db cc c
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Kreuz, B, Doppelkreuz, Doppel-B, Tonhöhenbezeichnungen, Viertelton.

Handbuch zum Lernen: Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).

Notationsreferenz: Automatische Versetzungszeichen, Vorgeschlagene Versetzungszeichen, Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Accidental_engraver, Accidental, AccidentalCautionary, accidental-interface.

Bekannte Probleme und Warnungen

Es gibt keine allgemeinen Regeln für die Notation von Vierteltönen, die Symbole von LilyPond folgen also keinem Standard.


Notenbezeichnungen in anderen Sprachen

Es gibt vordefinierte Bezeichnungen für die Notenbezeichnungen in anderen Sprachen als Englisch. Um sie zu benutzen, muss nur die entsprechende Datei für die jeweilige Sprache eingefügt werden. Zum Beispiel fügt man mit \include "deutsch.ly" die Notendefinitionen für die deutsche Sprache am Anfang der Datei hinzu. In der Tabelle sind die existierenden Sprachdefinitionen mit den dazugehörigen Notenbezeichnungen dargestellt

Sprachdatei

Notenbezeichnung

nederlands.ly

c d e f g a bes b

arabic.ly

do re mi fa sol la sib si

catalan.ly

do re mi fa sol la sib si

deutsch.ly

c d e f g a b h

english.ly

c d e f g a bf b

espanol.ly

do re mi fa sol la sib si

italiano.ly

do re mi fa sol la sib si

norsk.ly

c d e f g a b h

portugues.ly

do re mi fa sol la sib si

suomi.ly

c d e f g a b h

svenska.ly

c d e f g a b h

vlaams.ly

do re mi fa sol la sib si

und die dazugehörigen Versetzungszeichen-Endungen:

Sprachdatei

Kreuz

B

Doppelkreuz

Doppel-B

nederlands.ly

-is

-es

-isis

-eses

arabic.ly

-d

-b

-dd

-bb

catalan.ly

-d/-s

-b

-dd/-ss

-bb

deutsch.ly

-is

-es

-isis

-eses

english.ly

-s/-sharp

-f/-flat

-ss/-x/-sharpsharp

-ff/-flatflat

espanol.ly

-s

-b

-ss

-bb

italiano.ly

-d

-b

-dd

-bb

norsk.ly

-iss/-is

-ess/-es

-ississ/-isis

-essess/-eses

portugues.ly

-s

-b

-ss

-bb

suomi.ly

-is

-es

-isis

-eses

svenska.ly

-iss

-ess

-ississ

-essess

vlaams.ly

-k

-b

-kk

-bb

Auf Holländisch, Deutsch, Norwegisch und Schwedisch (u. a.) werden die Erniedrigungen von ‚a‘ wie aes und aeses zu as und ases (oder auch asas) zusammengezogen. In manchen Sprachen sind nur diese Kurzformen definiert.

a2 as e es a ases e eses

[image of music]

Bestimmte Musik verwendet Alterationen, die Bruchteile von den „normalen“ Kreuzen oder Bs sind. Die Notenbezeichnungen für Vierteltöne für die verschiedenen Sprachen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Präfixe „Semi-“ und „Sesqui-“ bedeuten „halb“ bzw. „eineinhalb“. Für alle anderen Sprachen sind noch keine eigenen Namen definiert.

Sprachdatei

Vierteltonkreuz

Viertelton-B

3/4-tonkreuz

3/4-ton-B

nederlands.ly

-ih

-eh

-isih

-eseh

arabic.ly

-sd

-sb

-dsd

-bsb

deutsch.ly

-ih

-eh

-isih

-eseh

english.ly

-qs

-qf

-tqs

-tqf

italiano.ly

-sd

-sb

-dsd

-bsb

portugues.ly

-sqt

-bqt

-stqt

-btqt

Siehe auch

Glossar: Tonhöhenbezeichnungen.

Schnipsel: Tonhöhen.


1.1.2 Viele Tonhöhen gleichzeitig verändern

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tonhöhen beeinflusst.


Oktavenüberprüfung

Im relativen Modus geschieht es recht häufig, dass ein Oktavänderungszeichen vergessen wird. Oktavenüberprüfungen machen es einfacher, solche Fehler zu entdecken und zu korrigieren. Sie geben eine Warnung aus und korrigieren die Oktave, wenn eine Note in einer unerwarteten Oktave gefunden wird.

Um die Oktave einer Note zu überprfüfen, muss die absolute Oktave nach dem =-Symbol angegeben werden. Im folgenden Beispiel wird eine Warnung (und eine Tonhöhenänderung) generiert, weil die zweite Note als absolute Oktave ein d'' anstelle von d' notiert ist, wie es die Oktavierungskorrektur markiert.

\relative c'' {
  c2 d='4 d
  e2 f
}

[image of music]

Die Oktave von einer Note kann auch mit dem \octaveCheck Kontrolltonhöhe-Befehl überprüft werden. Kontrollhöhe wird im absoluten Modus eingegeben. Dabei wird überprüft, ob das Intervall zwischen der vorherigen Note und der Kontrolltonhöhe nicht größer als eine Quarte ist (die normale Berechnung im relativen Modus). Wenn diese Überprüfung einen Fehler ausgibt, wird eine Warnung gemeldet, aber die vorigen Note wird nicht verändert. Folgende Noten sind dann relativ zur Kontrolltonhöhe.

\relative c'' {
  c2 d
  \octaveCheck c'
  e2 f
}

[image of music]

Vergleichen Sie die zwei Takte im nächsten Beispiel. Die erste und dritte \octaveCheck-Überprüfung gibt einen Fehler aus, die zweite dagegen ist erfolgreich:

\relative c'' {
  c4 f g f

  c4
  \octaveCheck c'
  f
  \octaveCheck c'
  g
  \octaveCheck c'
  f
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: RelativeOctaveCheck.


Transposition

Ein musikalischer Ausdruck kann mit dem Befehl \transpose transponiert werden. Die Syntax lautet:

\transpose vonTonhöhe nachTonhöhe mus. Ausdruck

Das bedeutet, dass der mus. Ausdruck um das Intervall zwischen den Tonhöhen vonTonhöhe und nachTonhöhe transponiert wird: Jede Note, die die Tonhöhe vonTonhöhe hat, wird in die Tonhöhe nachTonhöhe umgewandelt, und alle anderen Noten um das gleiche Intervall. Beide Tonhöhen werden im absoluten Modus eingegeben.

So kann z. B. ein Stück in D-Dur, wenn es für den Sänger etwas zu tief ist, nach E-Dur transponiert werden. Dabei werden auch die Vorzeichen entsprechend angepasst:

\transpose d e {
  \relative c' {
    \key d \major
    d4 fis a d
  }
}

[image of music]

Wenn eine Stimme, die in C notiert ist, von einer A-Klarinette gespielt werden soll (für die A als C notiert wird, aber eine kleine Terz tiefer erklingt als es notiert ist), kann die entpsrechende Stimme wie folgt erstellt werden:

\transpose a c' {
  \relative c' {
    \key c \major
    c4 d e g
  }
}

[image of music]

Beachten Sie, dass \key c \major explizit angegeben werden muss. Wenn hier keine Tonart angemerkt würde, würde die Noten zwar transponiert, aber keine Vorzeichen angezeigt werden.

\transpose unterscheidet enharmonische Verwechslungen: sowohl \transpose c cis als auch \transpose c des transponieren die Musik einen Halbton nach oben. Aber die erste Version gibt als Versetzungszeichen Kreuze aus, die zweite dagegen B-Versetzungszeichen.

Noten = \relative c' { c d e f }
\new Staff {
  \transpose c cis { \Noten }
  \transpose c des { \Noten }
}

[image of music]

\transpose kann auch benutzt werden, um die geschriebenen Noten eines transponierenden Instruments zu notieren. Im vorigen Beispiel wurde die Tonhöhen so eingegeben, wie sie erklingen (also in C), aber man kann genauso gut auch andersherum aus einer Stimme, die für ein transponierendes Instrument in einem anderen Ton als C geschrieben wurde, eine Partitur in C erstellen. Die Noten einer B-Trompete, die mit einem notierten E (also einem klingenden D) anfangen, könnte man also auch so eingeben:

musicInBflat = { e4 … }
\transpose c bes, \musicInBflat

Um die Noten dann in F zu setzen (um sie etwa für ein Horn zu arrangieren), könnte man die schon geschriebenen Noten wieder mit einem weiteren \transpose umgeben:

musicInBflat = { e4 … }
\transpose f c' { \transpose c bes, \musicInBflat }

Für mehr Information zu transponierenden Instrumenten siehe auch Transposition von Instrumenten.

Ausgewählte Schnipsel

Noten mit minimaler Anzahl an Versetzungszeichen transponieren. Dieses Beispiel benutzt Scheme-Code, um enharmonische Verwechslungen für Noten zu erzwingen, damit nur eine minimale Anzahl an Versetzungszeichen ausgegeben wird. In diesem Fall gelten die folgenden Regeln:

Auf diese Art werden am meisten natürliche Tonhöhen als enharmonische Variante gewählt.

#(define  (naturalize-pitch p)
  (let* ((o (ly:pitch-octave p))
         (a (* 4 (ly:pitch-alteration p)))
         ; alteration, a, in quarter tone steps,
         ; for historical reasons
         (n (ly:pitch-notename p)))
    (cond
     ((and (> a 1) (or (eq? n 6) (eq? n 2)))
      (set! a (- a 2))
      (set! n (+ n 1)))
     ((and (< a -1) (or (eq? n 0) (eq? n 3)))
      (set! a (+ a 2))
      (set! n (- n 1))))
    (cond
     ((> a 2) (set! a (- a 4)) (set! n (+ n 1)))
     ((< a -2) (set! a (+ a 4)) (set! n (- n 1))))
    (if (< n 0) (begin (set! o (- o 1)) (set! n (+ n 7))))
    (if (> n 6) (begin (set! o (+ o 1)) (set! n (- n 7))))
    (ly:make-pitch o n (/ a 4))))

#(define (naturalize Noten)
  (let* ((es (ly:music-property Noten 'elements))
         (e (ly:music-property Noten 'element))
         (p (ly:music-property Noten 'pitch)))
    (if (pair? es)
       (ly:music-set-property!
         Noten 'elements
         (map (lambda (x) (naturalize x)) es)))
    (if (ly:music? e)
       (ly:music-set-property!
         Noten 'element
         (naturalize e)))
    (if (ly:pitch? p)
       (begin
         (set! p (naturalize-pitch p))
         (ly:music-set-property! Noten 'pitch p)))
    Noten))

AuflösungszeichenNoten =
#(define-music-function (parser location m)
  (ly:music?)
  (naturalize m))

Noten = \relative c' { c4 d e g }

\score {
  \new Staff {
    \transpose c ais { \Noten }
    \AuflösungszeichenNoten \transpose c ais { \Noten }
    \transpose c deses { \Noten }
    \AuflösungszeichenNoten \transpose c deses { \Noten }
  }
  \layout { }
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Transposition von Instrumenten.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: TransposedMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Der relative Modus wirkt nicht in \transpose, \chordmode oder \relative. Um auch im relativen Modus transponieren zu können, muss ein \relative innerhalb des \tranpose zusätzlich gesetzt werden.


1.1.3 Tonhöhen anzeigen lassen

Dieser Abschnitt zeigt, wie die Ausgabe von Tonhöhen verändern werden kann.


Notenschlüssel

Der Schlüssel kann verändert werden. Das eingestrichene C wird in jedem Beispiel gezeigt:

\clef treble
c2 c
\clef alto
c2 c
\clef tenor
c2 c
\clef bass
c2 c

[image of music]

Andere Schlüssel sind u. A.:

\clef french
c2 c
\clef soprano
c2 c
\clef mezzosoprano
c2 c
\clef baritone
c2 c

\break

\clef varbaritone
c2 c
\clef subbass
c2 c
\clef percussion
c2 c
\clef tab
c2 c

[image of music]

Weitere unterstützte Schlüssel sind beschrieben in Schlüssel Alter Musik.

Indem _8 oder ^8 an die jeweilige Schlüsselbezeichnung angehängt wird, wird der Schlüssel um eine Oktave nach oben oder unten transponiert, mit _15 oder ^15 um zwei Oktaven. Die Schlüsselbezeichnung muss in Anführungszeichen gesetzt werden, wenn sie Unterstriche oder Zahlen enthält, siehe Beispiel:

\clef treble
c2 c
\clef "treble_8"
c2 c
\clef "bass^15"
c2 c

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Eigenschaften des Schlüssels optimieren

Der Befehl \clef "treble_8" ist gleichbedeutend mit einem expliziten Setzen der Eigenschaften von clefGlyph, clefPosition (welche die vertikale Position des Schlüssels bestimmt), middleCPosition und clefOctavation. Ein Schlüssel wird ausgegeben, wenn eine der Eigenschaften außer middleCPosition sich ändert.

Eine Änderung des Schriftzeichens (Glyph), der Schlüsselposition oder der Oktavierung selber ändert noch nicht die Position der darauf folgenden Noten auf dem System: das geschieht nur, wenn auch die Position des eingestrichenen C (middleCPosition) angegeben wird. Die Positionsparameter sind relativ zur Mittellinie des Systems, dabei versetzen positive Zahlen die Position nach oben, jeweils eine Zahl für jede Linie plus Zwischenraum. Der clefOctavation-Wert ist normalerweise auf 7, -7, 15 oder -15 gesetzt, aber auch andere Werte sind gültig.

Wenn ein Schlüsselwechsel an einem Zeilenwechsel geschieht, wird das neue Symbol sowohl am Ende der alten Zeilen als auch am Anfang der neuen Zeile ausgegeben. Wenn der Warnungs-Schlüssel am Ende der alten Zeile nicht erforderlich ist, kann er unterdrückt werden, indem die explicitClefVisibility-Eigenschaft des Staff-Kontextes auf den Wert end-of-line-invisible gesetzt wird. Das Standardverhalten kann mit \unset Staff.explicitClefVisibility wieder hergestellt werden.

Die folgenden Beispiele zeigen die Möglichkeiten, wenn man diese Eigenschaften manuell setzt. Auf der ersten Zeile erhalten die manuellen Änderungen die ursprüngliche relative Positionierung von Schlüssel und Noten, auf der zweiten Zeile nicht.

\layout { ragged-right = ##t }

{
  % Standard-Sopranschlüssel
  c'1
  % Standard-Bassschlüssel
  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.F"
  \set Staff.clefPosition = #2
  \set Staff.middleCPosition = #6
  c'1
  % Baritonschlüssel
  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.C"
  \set Staff.clefPosition = #4
  \set Staff.middleCPosition = #4
  c'1
  % Standard-Chortenorschlüssel
  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.G"
  \set Staff.clefPosition = #-2
  \set Staff.clefOctavation = #-7
  \set Staff.middleCPosition = #1
  c'1
  % Nicht-Standard-Schlüssel
  \set Staff.clefPosition = #0
  \set Staff.clefOctavation = #0
  \set Staff.middleCPosition = #-4
  c'1 \break

  % Folgende Schlüsselwechsel erhalten nicht
  % das normale Verhältnis zwischen Noten und Schlüsseln

  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.F"
  \set Staff.clefPosition = #2
  c'1
  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.G"
  c'1
  \set Staff.clefGlyph = #"clefs.C"
  c'1
  \set Staff.clefOctavation = #7
  c'1
  \set Staff.clefOctavation = #0
  \set Staff.clefPosition = #0
  c'1
  
  % Return to the normal clef:

  \set Staff.middleCPosition = #0
  c'1
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Schlüssel Alter Musik.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Clef_engraver, Notenschlüssel, OctavateEight, clef-interface.


Tonartbezeichnung

Achtung: Neue Benutzer sind manchmal verwirrt, wie Versetzungszeichen und Vorzeichen/Tonarten funktionieren. In LilyPond sind Notenbezeichnungen die wirkliche Tonhöhe, erst durch Vorzeichen wird bestimmt, wie diese Tonhöhe dann im Notenbild dargestellt wird. Eine einfache Tonhöhe wie etwa c bedeutet also immer das eingestrichene C ohne Versetzungszeichen, egal was für Vorzeichen/Tonart oder Schlüssel gesetzt sind. Mehr Information dazu in signatures Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).

Die Vorzeichen zeigen die Tonart an, in welcher ein Stück notiert ist. Es handelt sich um eine Anzahl von Alterationszeichen (Kreuzen oder Bs) am Beginn jedes Notensystems.

Die Tonart kann geändert werden:

\key Tonhöhe Modus

Der Wert Modus sollte entweder \major oder \minor sein, um Moll oder Dur der Tonhöhe zu erhalten. Es können auch Modusbezeichnungen für Kirchentonarten verwendet werden: \ionian (Ionisch), \locrian (Locrisch), \aeolian (Aeolisch), \mixolydian (Mixolydisch), \lydian (Lydisch), \phrygian (Phrygisch) und \dorian (Dorisch).

\key g \major
fis1
f
fis

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Auflösungzeichen nicht setzen, wenn die Tonart wechselt

Wenn die Tonart wechselt, werden automatisch Auflösungszeichen ausgegeben, um Versetzungszeichen der vorherigen Tonart aufzulösen. Das kann verhindert werden, indem die printKeyCancellation-Eigenschaft im Staff-Kontext auf "false" gesetzt wird.

\relative c' {
  \key d \major
  a4 b cis d
  \key g \minor
  a4 bes c d
  \set Staff.printKeyCancellation = ##f
  \key d \major
  a4 b cis d
  \key g \minor
  a4 bes c d
}

[image of music]

Untypische Tonarten

Der üblicherweise benutzte \key-Befehl setzt die keySignature-Eigenschaft im Staff-Kontext.

Um untypische Tonartenvorzeichen zu erstellen, muss man diese Eigenschaft direkt setzen. Das Format für den Befehl ist eine Liste: \set Staff.keySignature = #`(((Oktave . Schritt) . Alteration) ((Oktave . Schritt) . Alteration) ...) wobei für jedes Element in der Liste Oktave die Oktave angibt (0 ist die Oktave vom eingestrichenen C bis zum eingestrichenen H), Schritt gibt die Note innerhalb der Oktave an (0 heißt C und 6 heißt H), und Alteration ist ,SHARP ,FLAT ,DOUBLE-SHARP usw. (Beachte das beginnende Komma.)

Alternativ kann auch jedes Element der Liste mit dem allgemeineren Format (Schritt . Alteration) gesetzt werden, wobei dann die Einstellungen für alle Oktaven gelten.

Hier ein Beispiel einer möglichen Tonart für eine Ganztonleiter:

\relative c' {
  \set Staff.keySignature = #`(((0 . 3) . ,SHARP)
                               ((0 . 5) . ,FLAT)
                               ((0 . 6) . ,FLAT))
  c4 d e fis
  aes4 bes c2
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Kirchentonart, Skordatur.

Handbuch zum Lernen: Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen).

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: KeyChangeEvent, Key_engraver, Key_performer, KeyCancellation, KeySignature, key-cancellation-interface, key-signature-interface.


Oktavierungsklammern

Oktavierungsklammern zeigen eine zusätzliche Transposition von einer Oktave an:

a'2 b
\ottava #1
a b
\ottava #0
a b

[image of music]

Die ottava-(Oktavierungs)-Funktion kann auch die Werte -1 (für 8va bassa), 2 (für 15ma), und -2 (für 15ma bassa) als Argumente haben.

Ausgewählte Schnipsel

Ottava-Text

Intern setzt die set-octavation-Funktion die Eigenschaften ottavation (etwa auf den Wert "8va" oder "8vb") und middleCPosition. Um den Text der Oktavierungsklammer zu ändern, kann ottavation manuell gesetzt werden, nachdem set-octavation benützt wurde.

{
  \ottava #1
  \set Staff.ottavation = #"8"
  c''1
  \ottava #0
  c'1
  \ottava #1
  \set Staff.ottavation = #"Text"
  c''1
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Oktavierung.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Ottava_spanner_engraver, OttavaBracket, ottava-bracket-interface.


Transposition von Instrumenten

Wenn man Noten setzt, die von transponierenden Instrumenten gespielt werden, sind oft einige Stimmen auf einer anderen Tonhöhe notiert als dem Kammerton. In diesem Fall muss die Tonart des transponierenden Instruments gekennzeichnet werden, weil sonst die MIDI-Ausgabe und Stichnoten in anderen Stimmen falsche Tonhöhen produzieren. Mehr Information zu Stichnoten in Stichnoten.

\transposition Tonhöhe

Die Tonhöhe, die für \transposition benutzt wird, muss mit dem wirklichen Ton übereinstimmen, der erklingt, wenn das Instrument ein c' in seiner Stimme spielt. Die Tonhöhe wird im absoluten Modus angegeben, ein Instrument also, dass einen Ton höher erklingt als es notiert wird, muss folgenden Befehl benutzen: \transposition d'. \transposition sollte nur dann benutzt werden, wenn sie nicht nicht in C notiert werden.

Hier einige Noten für Geige und B-Klarinette: die Stimmen (Noten und Vorzeichen) sind so notiert, wie sie in der Partitur erscheinen. Die zwei Instrumente spielen unisono.

\new GrandStaff <<
  \new Staff = "Geige" {
    \relative c'' {
      \set Staff.instrumentName = #"Vln"
      \set Staff.midiInstrument = #"Geige"
      % nicht unbdingt nötig, aber gut zu erinnern
      \transposition c'

      \key c \major
      g4( c8) r c r c4
    }
  }
  \new Staff = "Klarinette" {
    \relative c'' {
      \set Staff.instrumentName = \markup { Cl (B\flat) }
      \set Staff.midiInstrument = #"Klarinette"
      \transposition bes

      \key d \major
      a4( d8) r d r d4
    }
  }
>>

[image of music]

Die \transposition kann während eines Stückes geändert werden. Ein Klarinetist zum Beispiel kann zwischen B- und A-Klarinette wechseln.

\set Staff.instrumentName = #"Cl (A)"
\key a \major
\transposition a
c d e f
\textLengthOn
s1*0^\markup { Switch to B\flat clarinet }
R1

\key bes \major
\transposition bes
c2 g

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Kammerton, Transponierende Instrumente.

Notationsreferenz: Stichnoten, Transposition.

Schnipsel: Tonhöhen.


Automatische Versetzungszeichen

Es gibt viele unterschiedliche Regeln, wie Versetzungszeichen notiert werden. LilyPond hat eine Funktion, mit der spezifiziert werden kann, welcher Stil benutzt werden soll. Diese Funktion kann man wie folgt benutzen:

\new Staff <<
  #(set-accidental-style 'voice)
  { … }
>>

Der Versetzungszeichenstil bezieht sich auf das aktuelle Notensystem in der Standardeinstellung (eine Ausnahme bilden die Stile piano und piano-cautionary, die weiter unten erklärt werden). Die Funktion kann aber auch ein zweites Argument erhalten, mit der spezifiziert wird, auf welchen Bereich sich der neue Stil erstreckt. Um etwa den neuen Stil in allen Systemen einer Stimmbruppe (StaffGroup) zu benutzen, müsste der Befehl so aussehen:

#(set-accidental-style 'voice 'StaffGroup)

Folgende Versetzungszeichenstile sind unterstützt. Um jeden Stil zu erklären, wird folgendes Beispiel benützt:

NotenA = {
  <<
    \relative c' {
      cis'8 fis, d'4 <a cis>8 f bis4 |
      cis2. <c, g'>4 |
    }
    \\
    \relative c' {
      ais'2 cis, |
      fis8 b a4 cis2 |
    }
  >>
}

NotenB = {
  \clef bass
  \new Voice {
    \voiceTwo \relative c' {
      <fis, a cis>4
      \change Staff = oben
      cis'
      \change Staff = unten
      <fis, a>
      \change Staff = oben
      dis' |
      \change Staff = unten
      <fis, a cis>4 gis <f a d>2 |
    }
  }
}

\new PianoStaff {
  <<
    \context Staff = "oben" {
      #(set-accidental-style 'default)
      \NotenA
    }
    \context Staff = "unten" {
      #(set-accidental-style 'default)
      \NotenB
    }
  >>
}

[image of music]

Die letzten Zeilen des Beispiels könnten auch mit folgendem Code ersetzt werden, solange der gleiche Versetzungszeichenstil in beiden Systemen benutzt werden soll:

\new PianoStaff {
  <<
    \context Staff = "up" {
      %%% change the next line as desired:
      #(set-accidental-style 'default 'Score)
      \musicA
    }
    \context Staff = "down" {
      \musicB
    }
  >>
}
default (Standard)

Das ist das Standardverhalten. Es entspricht der Konvention für Notation von Musik des 18. Jahrhunderts: Versetzungszeichen werden bis zum Taktende erinnert, in dem sie gesetzt wurden, und nur in ihrer eigenen Oktave. Im nächsten Beispiel wird also kein Auslösungszeichen vor dem b (H) im zweiten Takt oder dem letzen c gesetzt:

[image of music]

voice (Stimme)

Das normale Verhalten ist es, die Versetzungszeichen auf der Notensystemebene zu erinnern. In diesem Stil aber werden Versetzungszeichen individuell für jede Stimme errechnet. Abgesehen davon gelten die Regeln des Standardstiles (default).

Das hat zur Folge, dass Versetzungszeichen von einer Stimme in der anderen nicht aufgelöst werden, was oft ein unerwünschtes Ergebnis ist: im folgenden Beispiel kann man schwer sagen, ob das zweite a unalteriert oder erhöht gespielt werden soll. Die voice-Option sollte also nur benutzt werden, wenn die Stimmen separat von unterschiedlichen Musikern gelesen werden. Wenn das System nur von einem Musiker benutzt wird (etwa der Dirigent oder ein Klavierspieler), dann sind die Stile modern oder modern-cautionary besser.

[image of music]

modern (Modern)

Dieser Stil orientiert sich an den üblichen Regeln für das 20. Jahrhundert. Die gleichen Versetzungszeichen wie im Standardstil werden gesetzt, allerdings mit zwei Ausnahmen, die Uneindeutigkeiten verhindern sollen: nach vorübergehenden Versetzungszeichen werden Auflösungszeichen auch im folgenden Takt gesetzt (für Noten innerhalb der selben Oktave) und im gleichen Takt für Noten in unterschiedlichen Oktaven. Daher kommen also die Auflösungszeichen vor dem H und dem C im zweiten Takt des oberen Systems:

[image of music]

modern-cautionary (Modern mit Warnungen)

Dieser Stil ähnelt modern, aber die „zusätzlichen“ Versetzungszeichen (die normalerweise nicht gesetzt werden) werden als Warnungen gesetzt. In der Standardeinstellung werden sie in Klammern gesetzt, aber sie können auch in kleinerer Größe gesetzt werden, wenn man die cautionary-style-Eigenschaft von AccidentalSuggestion definiert.

[image of music]

modern-voice (Modern für Stimmeen)

Diese Regel wird für vielstimmige Noten benutzt, die sowohl von unterschiedlichen Spielern für jede Stimme als auch von einem Spieler für alle Stimmen benutzt. Versetzungszeichen werden für jede Stimme gesetzt, aber sie werden über die Stimme hinweg aufgelöst innerhalb des selben Notensystems. Das a im letzten Takt ist also aufgelöst, weil die vorigen Auflösung in einer anderen Stimme stattgefunden hatte, und das d im unteren System ist aufgelöst wegen eines Versetzunszeichens in einer anderen Stimme im vorigen Takt:

[image of music]

modern-voice-cautionary (modern mit Warnungen für einzelne Stimmen)

Dieser Stil ist der gleiche wie modern-voice, nur dass hier die zusätzlichen Versetzungszeichen (die nicht vom voice-Stil gesetzt werden) als Warnungsversetzungszeichen gesetzt werden. Obwohl alle Versetzungszeichen, die mit default gesetzt werden, auch mit diesem Stil gesetzt werden, sind manche Warnungsversetzungszeichen.

[image of music]

piano (Klavier)

Dieser Stil orientiert sich an den Regeln im 20. Jahrhundert für die Notation von Klaviermusik. Er ist sehr ähnlich mit dem modernen Stil, aber Versetzungszeichen werden auch über Notensysteme hinweg für die selbe Akkolade (GrandStaff oder PianoStaff) aufgelöst.

Dieser Versetzungszeichenstil wirkt sich standardmäßig auf die gesamte Akkolade (GrandStaff oder PianoStaff) aus.

[image of music]

piano-cautionary (Klavier mit Warnungen)

Dieser Stil verhält sich wie piano, aber die zusätzlichen Versetzungszeichen werden als Warnungen ausgegeben:

[image of music]

neo-modern

Dieser Stil richtet sich nach den Regeln für moderne Musik: Versetzungszeichen werden mit im modern-Stil gesetzt, aber sie werden nochmal gesetzt, wenn die gleiche Note später im selben Takt auftritt – außer die Note wird unmittelbar wiederholt.

[image of music]

neo-modern-cautionary (neo-modern mit Warnungen)

Dieser Stil ähnelt neo-modern, aber die zusätzlichen Versetzungszeichen werden als Warnungen gesetzt.

[image of music]

dodecaphonic (Zwölftonmusik)

Dieser Stil orientiert sich an der Notation von sog. Zwölftonmusik, der Stil wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Gebrauch genommen. In diesem Stil erhält jede Note ein Versetzungszeichen, wozu auch Auflösungszeichen zählen.

[image of music]

teaching (didaktisch)

Dieser Stil ist für Lernende bestimmt: der Stil orientiert sich am modern-Stil, aber die Alterationen, die sich durch die Tonart ergeben, werden zusätzlich als Warnungsversetzungszeichen gesetzt. Eine Ausnahme sind direkt wiederholte Noten.

[image of music]

no-reset (nicht zurücksetzen)

Das ist der gleiche Stil wie default, aber die Versetzungszeichen dauern für „immer“ an, nicht nur im aktuellen Takt:

[image of music]

forget (vergessen)

Das ist das Gegenteil von no-reset: Versetzungszeichen werden überhaupt nicht erinnert und folgerichtig werden alle Versetzungszeichen entsprechend der Tonart gesetzt, unabhängig vom Kontext der Noten. Anders als dodecaphonic werden nie Auflösungszeichen gesetzt:

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Versetzungszeichen für jede Note im Stil der Zwölftonmusik

In Werken des fürhen 20. Jahrhundert, angefangen mit Schönberg, Berg und Webern (die zweite Wiener Schule), wird jeder Ton der Zwölftonleiter als gleichwertig erachtet, ohne hierarchische Ordnung. Deshalb wird in dieser Musik für jede Note ein Versetzungszeichen ausgegeben, auch für unalterierte Tonhöhen, um das neue Verständnis der Musiktheorie und Musiksprache zu verdeutlichen.

Dieser Schnipsel zeigt, wie derartige Notationsregeln zu erstellen sind.

\score {
  \new Staff {
    #(set-accidental-style 'dodecaphonic)
    c'4 dis' cis' cis'
    c'4 dis' cis' cis'
    c'4 c' dis' des'
  }
  \layout {
    \context {
      \Staff
      \remove "Key_engraver"
    }
  }
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Accidental, Accidental_engraver, GrandStaff and PianoStaff, Staff, AccidentalSuggestion, AccidentalPlacement, accidental-suggestion-interface.

Bekannte Probleme und Warnungen

Gleichzeitig erklingende Noten müssen im sequenziellen Modus eingegeben werden. Das bedeutet, dass die Versetzungszeichen von Noten in Akkorden so gesetzt werden, als ob die Noten nacheinander auftreten, in der Reihenfolge, in der sie im Quelltext erscheinen. Das ist ein Problem, wenn Versetzungzeichen in einem AKkord voneinander abhängen, was im Standard-Stil nicht vorkommt. Das Problem kann gelöst werden, indem man manuell ! oder ? für die problematischen Noten schreibt.


Tonumfang

Der Begriff ambitus (Pl. ambitus) beschreibt den Stimmumfang einer Stimme. Er kann auch die Töne bedeuten, die ein Musikinstrument zu spielen in der Lage ist. Ambitus werden in Chorpartituren gesetzt, damit die Sänger schnell wissen, ob sie die Stimme meistern können.

Ambitus werden zu Beginn des Stückes nahe des ersten Schlüssels notiert. Der Stimmumfang wird durch zwei Notenköpfe dargestellt, die die tiefste und höchste Note der Stimme repräsentieren. Versetzungszeichen werden nur gesetzt, wenn sie nicht durch die Tonart definiert werden.

\layout {
  \context {
    \Voice
    \consists "Ambitus_engraver"
  }
}

\relative c'' {
  aes c e2
  cis,1
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Ambitus pro Stimme hinzufügen

Ambitus können pro Stimme gesetzt werden. In diesem Fall müssen sie manual verschoben werden, um Zusammenstöße zu verhindern.

\new Staff <<
  \new Voice \with {
    \consists "Ambitus_engraver"
  } \relative c'' {
    \override Ambitus #'X-offset = #2.0
    \voiceOne
    c4 a d e
    f1
  }
  \new Voice \with {
    \consists "Ambitus_engraver"
  } \relative c' {
    \voiceTwo
    es4 f g as
    b1
  }
>>

[image of music]

Ambitus mit vielen Stimmen

Indem man den Ambitus_engraver im Staff-Kontext hinzufügt, erhält man einen einzigen Ambitus pro System, auch in dem Fall, dass mehrere Stimmen sich im gleichen System befinden.

\new Staff \with {
  \consists "Ambitus_engraver"
  }
<<
  \new Voice \relative c'' {
    \voiceOne
    c4 a d e
    f1
  }
  \new Voice \relative c' {
    \voiceTwo
    es4 f g as
    b1
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Tonumfang.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Ambitus_engraver, Voice, Staff, Tonumfang, AmbitusAccidental, AmbitusLine, AmbitusNoteHead, ambitus-interface.

Bekannte Probleme und Warnungen

Es gibt keine Kollisionskontrolle bei mehreren Ambitus in einem System.


1.1.4 Notenköpfe

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Notenköpfe ändern kann.


Besondere Notenköpfe

Notenköpfe können verändert werden:

c4 b a b
\override NoteHead #'style = #'cross
c4 b a b
\revert NoteHead #'style
c4 d e f

[image of music]

Es gibt einen definierten Befehl für die Raute, der nur innerhalb von Akkorden benutzt werden kann:

<c f\harmonic>2 <d a'\harmonic>4 <c g'\harmonic>

[image of music]

Alle möglichen Notenkopf-Stile finden sich in Notenkopfstile.

Siehe auch

Schnipsel: Tonhöhen.

Notationsreferenz: Notenkopfstile, Noten mit Akkorden.

Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, Ledger_line_engraver, NoteHead, LedgerLineSpanner, note-head-interface, ledger-line-spanner-interface.


Easy-Notation-Notenköpfe

Die „einfachen Notenköpfe“ haben die Bezeichnung der Note im Kopf gedruckt. Das wird eingesetzt, um die Notation beizubringen. Damit die Buchstaben noch lesbar sind, müssen sie sehr groß gesetzt werden. Wie man eine größere Schriftart einstellt, findet sich in Die Notensystemgröße einstellen.

#(set-global-staff-size 26)
\relative c' {
  \easyHeadsOn
  c2 e4 f
  g1
  \easyHeadsOff
  c,1
}

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\easyHeadsOn, \easyHeadsOff.

Siehe auch

Notationsreferenz: Die Notensystemgröße einstellen.

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, NoteHead, note-head-interface.


Notenköpfe mit besonderen Formen

In dieser Notation haben die Notenköpfe eine Form, die ihrer harmonischen Funktion innherhalb der Tonleiter entspricht. Die Notation war sehr beliebt in amerikanischen Liederbüchern des 19. Jahrhunderts. Auf diese Weise können die Formen benutzt werden:

\aikenHeads
c, d e f g a b c
\sacredHarpHeads
c, d e f g a b c

[image of music]

Die unterschiedlichen Formen richten sich nach der Stufe in der Skala, wobei der Grundton der Skala aus dem \key-Befehl entnommen wird.

Vordefinierte Befehle

\aikenHeads, \sacredHarpHeads.

Ausgewählte Schnipsel

Notenkopfstile besierend auf der Tonleiterstufe erstellen

Die shapeNoteStyles-(NotenFormenStile)-Eigenschaft kann benutzt werden, um verschiedene Notenstile für jeden Schritt der Tonleiter zudefinieren (vorgegeben von der Tonart oder der ‚tonic‘ (Tonika)-Eigneschaft. Diese Eigenschaft braucht eine Anzahl von Symbolen, welche beliebig sein können (geometrische Ausdrücke wie triangle (Dreieck), cross (Kreuz) und xcircle (X-Kreis) sind erlaubt) oder basierend auf einer alten amerikanischen Notensatztradition (einige lateinische Notenbezeichnungen sind auch erlaubt).

Um alte amerikanische Liederbücher zu imitieren, gibt es einige vordefinierte Notenstile wie etwa \aikenHeads (im Stil von Aiken) oder \sacredHarpHeads (im Stil der Sacred Harp-Tradition).

Dieses Beispiel zeigt, wie man unterschiedlich geformte Noten erhält und eine Melodie transponieren kann, ohne dass das Verhältnis zwischen den harmonischen Funktionen und dem Notenstil verloren geht.

Frament = {
  \key c \major
  c2 d
  e2 f
  g2 a
  b2 c
}

\score {
  \new Staff {
    \transpose c d 
    \relative c' {
      \set shapeNoteStyles = #'#(do re mi fa
                                 #f la ti)
      \Frament
    }

    \break

    \relative c' {
      \set shapeNoteStyles  = #'#(cross triangle fa #f
                                  mensural xcircle diamond)
      \Frament
    }
  }
  \layout { ragged-right = ##t }
}

[image of music]

Alle Notenkopfstile finden sich in Notenkopfstile.

Siehe auch

Schnipsel: Tonhöhen.

Notationsreferenz: Notenkopfstile.

Referenz der Interna: note-event, Note_heads_engraver, NoteHead, note-head-interface.


Improvisation

Improvisation wird manchmal angezeigt, indem schräge Notenköpfe gesetzt werden, wenn der Spieler eine beliebige Tonhöhe wählen kann aber den vorgegebenen Rhythmus spielen soll. Sie können wie folgt benutzt werden:

\new Voice \with {
  \consists "Pitch_squash_engraver"
} {
  e8 e g a a16( bes) a8 g
  \improvisationOn
  e8 ~
  e2 ~ e8 f4 f8 ~
  f2
  \improvisationOff
  a16( bes) a8 g e
}

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\improvisationOn, \improvisationOff.

Siehe auch

Schnipsel: Tonhöhen.

Referenz der Interna: Pitch_squash_engraver, Voice, RhythmicStaff.


1.2 Rhythmus

[image of music]

Dieser Abschnitt erklärt die Eingabe von Rhythmen, Pausen, Dauern, Bebalkung und Takten.


1.2.1 Rhythmen eingeben


Tondauern

Notenlängen (Dauern) werden durch Zahlen und Punkte notiert: Dauern werden als reziproke Werte geschrieben. Zum Beispiel wird eine Viertelnote mit 4 notiert (weil sie eine 1/4-Note ist), eine halbe Note mit 2 (weil sie eine 1/2-Note ist). Noten, die länger als eine Ganze sind, müssen mit \longa (für die Longa, also vier Ganze) und \breve (für die Brevis, auch Doppelganze genannt) notiert werden. Notendauern bis hin zu 128steln sind unterstützt. Kürzere Notenwerte können auch notiert werden, können allerdings nur als Noten mit Balken auftreten.

\time 8/1
c\longa c\breve c1 c2
c4 c8 c16 c32 c64 c64

[image of music]

Hier die selben Notendauern ohne die Balken.

\time 8/1
\autoBeamOff
c\longa c\breve c1 c2
c4 c8 c16 c32 c64 c64

[image of music]

Eine Note mit der vierfacheen Dauer einer Brevis kann mit dem Befehl \maxima eingegeben werden, aber ihre Darstellung ist nur für die Alte Musiknotation unterstützt. Zu Einzelheiten siehe Notation von alter Musik.

Wenn die Dauer hinter einer Notenbezeichnung nicht angegeben ist, wird die Dauer der vorhergehenden Note eingesetzt. Der Standardwert für die erste Note ist eine Viertel.

a a a2 a a4 a a1 a

[image of music]

Um punktierte Notendauern zu erhalten, muss einfach nur ein Punkt (.) hinter die Zahl der Dauer gesetzt werden. Zwei Punkte ergeben eine doppelte Punktierung, usw.

a4 b c4. b8 a4. b4.. c8.

[image of music]

Manche Notenlängen können nicht mit binären Dauern und Punkten dargestellt werden, sie können nur erreicht werden, indem man Noten überbindet. Für Einzelheiten siehe Bindebögen.

Wie den Silben von Gesangtext eigene Dauern zu gewiesen werden können und wie man sie an den Noten ausrichtet ist erklärt in Notation von Gesang.

Optional können Noten streng proportional nach ihrer exakten Dauer gesetzt werden. Zu Einzelheiten hierzu und weiteren Einstellungen für proportionale Notation siehe Proportionale Notation.

Punkte werden normalerweise nach oben verschoben, damit sie die Notenlinien nicht berühren. Fertige Befehle können eingesetzt werden, um eine bestimmte Richtung manuell zu erzwingen, zu Einzelheiten siehe Richtung und Platzierung.

Vordefinierte Befehle

\autoBeamOff, \dotsUp, \dotsDown, \dotsNeutral.

Siehe auch

Glossar: Brevis, Longa, maxima, Notenwert, Dauerbezeichnungen für Noten und Pausen.

Notationsreferenz: Automatische Balken, Bindebögen, Rhythmen eingeben, Pausen eingeben, Notation von Gesang, Notation von alter Musik, Proportionale Notation.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Dots, DotColumn.

Bekannte Probleme und Warnungen

Es gibt keine grundlegende Grenze für die Dauer von Pausen (sowohl kürzer als auch länger), aber die Anzahl an Symbolen ist begrenzt: Einzelne Pausen können von 128stel bis zur Maxima (8 Ganze) gesetzt werden.


Andere rhythmische Aufteilungen

Triolen und andere rhythmische Aufteilungen werden aus einem musikalischen Ausdruck erstellt, indem dessen Tondauern mit einem Bruch multipliziert werden.

\times Bruch musikalischer Ausdruck

Die Dauer eines musikalischen Ausdrucks wird mit dem Bruch multipliziert. Der Nenner des Bruchs wird über (oder unter) den Noten ausgegeben, optional mit einer eckigen Klammer, die die Noten einfasst. Die üblichste Aufteilung ist die Triole, in welcher drei Noten die Länge von zwei haben, der Wert jeder einzelnen Note ist also 2/3 der notierten Länge.

a2 \times 2/3 { b4 b b }
c4 c \times 2/3 { b4 a g }

[image of music]

Die automatische Platzierung der Triolenklammer über oder unter den Noten kann manuell geändert werden mit definierten Befehlen, siehe Richtung und Platzierung.

N-tolen können ineinander geschachtelt werden:

\autoBeamOff
c4 \times 4/5 { f8 e f \times 2/3 { e[ f g] } } f4 |

[image of music]

Wenn man die Eigenschaften von N-tolen verändern will, die zum selben musikalischen Zeitpunkt beginnen, muss \tweak eingesetzt werden.

Um die Dauern von Noten zu ändern, ohne die N-tolen-Klammern zu setzen, siehe Tondauern skalieren.

Vordefinierte Befehle

\tupletUp, \tupletDown, \tupletNeutral.

Ausgewählte Schnipsel

Mehrere Triolen notieren, aber nur einmal \times benutzen

Die Eigenschaft tupletSpannerDuration bestimmt, wie lange jede der N-tolen innerhalb der Klammern nach dem \times-Befehl dauert. Auf diese Art können etwa viele Triolen nacheinander mit nur einem \times-Befehl geschrieben werden.

Im Beispiel sind zwei Triolen zu sehen, obwohl \times nur einmal geschrieben wurde.

Mehr Information über make-moment gibt es in "Verwaltung der Zeiteinheiten".

\relative c' {
  \time 2/4
  \set tupletSpannerDuration = #(ly:make-moment 1 4)
  \times 2/3 { c8 c c c c c }
}

[image of music]

Die Zahl der N-tole verändern

Standardmäßig wird nur der Zähler des N-tolen-Bruchs über der Klammer dargestellt, wie er dem \times-Befehl übergeben wird. Man kann aber auch Zähler/Nenner ausgeben lassen, oder die Zahl vollständig unterdrücken.

\relative c'' {
  \times 2/3 { c8 c c }
  \times 2/3 { c8 c c }
  \override TupletNumber #'text = #tuplet-number::calc-fraction-text
  \times 2/3 { c8 c c }
  \override TupletNumber #'stencil = ##f
  \times 2/3 { c8 c c }
}

[image of music]

Zeilenumbrüche bei N-tolen mit Balken erlauben

Dieses künstliche Beispiel zeigt, wie sowohl automatische als auch manuelle Zeilenumbrüche innerhalb einer N-tole mit Balken erlaubt werden können. Diese unregelmäßige Bebalkung muss allerdings manuell gesetzt werden.

\layout {
  \context {
    \Voice
    % Zeilenumbrüche innerhalb von N-tolen zulassen
    \remove "Forbid_line_break_engraver"
    % Balken können an Umbrüchen gebrochen werden
    \override Beam #'breakable = ##t
  }
}
\relative c'' {
  a8
  \repeat unfold 5 { \times 2/3 { c[ b a] } }
  % Manuellen Zeilenumbruch in N-tole
  \times 2/3 { c[ b \bar "" \break a] }
  \repeat unfold 5 { \times 2/3 { c[ b a] } }
  c8
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Triole, N-tole, Polymetrie.

Handbuch zum Lernen: Optimierungsmethoden.

Notationrreferenz: Verwaltung der Zeiteinheiten, Tondauern skalieren, Der \tweak-Befehl, Polymetrische Notation.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: TupletBracket, TupletNumber, TimeScaledMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn die erste Noten eines Systems ein Vorschlag (eine Verzierung) ist, die von einer N-tole gefolgt ist, muss der Vorschlag vor den \times-Befehl gesetzt werden um Fehler zu vermeiden. Überall sonst können Vorschläge innerhalb von N-tolen gesetzt werden.


Tondauern skalieren

Die Dauer von einzelnen Noten, Pausen oder Akkorden kann mit einem Bruch multipliziert werden, indem hinter die Notendauer „*N/M“ (oder „*N“ wenn M 1 ist) geschrieben wird. Die Erscheinung der Noten oder Pausen wird dadurch nicht beeinflusst, die neue Dauer wird aber dazu benutzt, ihre Position im Takt zu errechnen und die neue Dauer in der MIDI-Ausgabe einzusetzen. Die Faktoren, mit denen multipliziert wird, können auch kombiniert werden, etwa „*L*M*/N“.

Im nächsten Beispiel nehmen die drei ersten Noten genau zwei Schläge ein, aber es wird keine Triolenklammer über ihnen ausgegeben.

\time 2/4
% Dauern zu Triolen verändern
a4*2/3 gis4*2/3 a4*2/3
% Normale Tondauern
a4 a4
% Dauer der Akkorde verdoppeln
<a d>4*2
% Dauer einer Vietel, erscheint vie eine Sechszehntel
b16*4 c4

[image of music]

Die Dauer von unsichtbaren Noten kann auch mit einem Faktor beeinflusst werden. Das ist sinnvoll, wenn man viele Takte überspringen muss, etwa s1*23.

Längere Notenabschnitte können auf die gleiche Art durch Multiplikation mit einem Bruch komprimiert werden, als ob jede Note, jeder Akkord oder jede Pause mit dem Bruch multipliziert würde. Damit bleibt das Aussehen der Musik unverändert, aber die interne Dauer der Noten wird mit dem Bruch multipliziert. Die Leerzeichen um den Punkt im Beispiel sind notwendig. Hier ein Beispiel, das zeigt, wie Noten komprimiert und ausgedehnt werden kann:

\time 2/4
% Normale Tondauern
<c a>4 c8 a
% Noten mit 2/3 skalieren
\scaleDurations #'(2 . 3) {
  <c a f>4. c8 a f
}
% Noten *2 skalieren
\scaleDurations #'(2 . 1) {
  <c' a>4 c8 b
}

[image of music]

Eine Anwendung für diesen Befehl ist polymetrische Notation, siehe Polymetrische Notation.

Siehe auch

Notationsreferenz: Andere rhythmische Aufteilungen, Unsichtbare Pausen, Polymetrische Notation.

Schnipsel: Rhythmus.


Bindebögen

Ein Bindebogen verbindet zwei benachbarte Noten der selben Tonhöhe. Als Resultat wird die Dauer der Notenlänge verlängert.

Achtung: Bindebögen dürfen nicht mit Legatobögen verwechselt werden, durch die die Vortragsart bezeichnet wird, noch mit Phrasierungsbögen, die musikalische Phrasen anzeigen. Ein Bindebogen ist nur eine Art, die Tondauer zu verlängern, ähnlich etwa wie die Punktierung.

Ein Bindebogen wird mit der Tilde ~ (AltGr++) notiert.

a2 ~ a

[image of music]

Bindebögen werden eingesetzt, wenn die Note entweder über eine Taktlinie hinüberreicht, oder wenn die entsprechende Dauer der Note nicht mit Punktierung erreicht werden kann. Bindebögen sollten auch benutzt werden, wenn Notenwerte über die inneren Unterteilungen von Takten hinüberreichen:

[image of music]

Wenn viele Noten über Taktlinien gebunden werden müssen, kann es einfacher sein, automatische Notenaufteilung einzustellen, wie beschrieben in Automatische Aufteilung von Noten. Mit diesem Mechanismus werden lange Noten automatisch aufgeteilt, wenn sie über Taktgrenzen reichen.

Wenn ein Bindebogen an einen Akkord gehängt wird, werden alle Noten dieses Akkordes übergebunden. Wenn kein Notenkopf passt, wird auch kein Bogen erzeugt. Noten in Akkorden können auch einzeln übergebunden werden, indem sie innerhalb des Akkordes hinter die entsprechende Note geschrieben werden.

<c e g> ~ <c e g>
<c~ e g~ b> <c e g b>

[image of music]

Wenn die zweite Variante einer Wiederholung mit einer übergebundenen Note anfängt, muss der Bindebogen wie folgt notiert werden:

\repeat volta 2 { c g <c e>2 ~ }
\alternative {
  % Erste Weiche: nächste Note ist normal gebunden
  { <c e>2. r4 }
  % Zweite Weiche: folgende Note hat einen Wiederholten Bindebogen
  { <c e>2\repeatTie d4 c } }

[image of music]

So genannte laissez vibrer-Bögen werden verwendet um anzuzeigen, dass man die Musik ausklingen lassen soll. Sie werden in der Klavier-, Harfen-, anderer Saiteninstrument- und Schlagzeugnotation verwendet. Sie können folgendermaßen notiert werden:

<c f g>1\laissezVibrer

[image of music]

Die vertikale Position von Bindebögen kann kontrolliert werden, siehe die vordefinierten Befehle unten oder für Einzelheiten Richtung und Platzierung.

Durchgehende, gepunktete oder gestrichelte Bindebögen können spezifiziert werden, siehe die vordefinieren Befehle.

Vordefinierte Befehle

\tieUp, \tieDown, \tieNeutral, \tieDotted, \tieDashed, \tieSolid.

Ausgewählte Schnipsel

Überbingungen für Arpeggio genutzen

Überbindungen werden teilweise benutzt, um Arpeggios zu notieren. In diesem Fall stehen die übergebundenen Noten nicht unbedingt hintereinander. Das Verhalten kann erreicht werden, indem die tieWaitForNote-Eigenschaft auf #t gesetzt wird. Diese Funktion ist auch sinnvoll, um etwa ein Tremolo mit einem Akkord zu überbinden, kann aber prinzipiell auch für normale Überbindungen eingesetzt werden

\relative c' {
  \set tieWaitForNote = ##t
  \grace { c16[ ~ e ~ g] ~ } <c, e g>2
  \repeat tremolo 8 { c32 ~ c' ~ } <c c,>1
  e8 ~ c ~ a ~ f ~ <e' c a f>2
  \tieUp
  c8 ~ a
  \tieDown
  \tieDotted
  g8 ~ c g2
}

[image of music]

Bindebögen manuell setzen

Überbindungen können manuell gesetzt werden, indem man die tie-configuration-Eigenschaft des TieColumn-Objekts beeinflusst. Die erste Zahl zeigt den Abstand von der Mitte in Notensystemabständen an, die zweite Zahl zeigt die Richtung an (1 = nach oben, -1 = nach unten).

\relative c' {
  <c e g>2 ~ <c e g>
  \override TieColumn #'tie-configuration =
    #'((0.0 . 1) (-2.0 . 1) (-4.0 . 1))
  <c e g> ~ <c e g>
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Bindebogen, Laissez-vibrer-Bögen.

Notationsreferenz: Automatische Aufteilung von Noten.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: LaissezVibrerTie, LaissezVibrerTieColumn, TieColumn, Tie.

Bekannte Probleme und Warnungen

Der Wechsel zwischen Systemen bei aktiver Überbindung produziert keinen gekrümmten Bogen.

Änderung von Schlüssel oder Oktavierung zwischen übergebundenen Noten ist nicht richtig definiert. In diesen Fällen kann es besser sein, einen Legatobogen zu verwenden.


1.2.2 Pausen eingeben

Pausen werden als Teil der musikalischen Ausdrücke zusammen mit den Noten notiert.


Pausen

Pausen werden wie Noten eingegeben, ihre Bezeichnung ist r. Dauern, die länger als eine Ganze sind, haben die gezeigten vordefinierten Befehle:

\new Staff {
  % Die zwei Linien sind nur zur Verschönerung
  \time 16/1
  \override Staff.TimeSignature #'stencil = ##f
  % Setze Maxima-Pause, gleich vier Breven
  r\maxima
  % Setze Longa-Pause, gleich zwei Breven
  r\longa
  % Setze Breve-Pause
  r\breve
  r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128
}

[image of music]

Pausen, die ganze Takte ausfüllen und in der Taktmitte zentriert werden sollen, müssen als mehrtaktige Pausen eingegeben werden. Sie können sowohl für einen einzigen Takt als auch für mehrere Takte verwendet werden, Näheres im Abschnitt Ganztaktige Pausen.

Um die vertikale Position einer Pause explizit festzulegen, kann eine Note eingegeben werden, gefolgt vom Befehl \rest. Die Pause wird dann an die Stelle gesetzt, wo sich sonst die Note befinden würde. Damit wird die manuelle Formatierung von mehrstimmiger Musik sehr viel einfacher, da die Formatierungsfunktion zur automatischen Auflösung von Zusammenstößen diese Pausen nicht mit einbezieht.

a4\rest d4\rest

[image of music]

Pausenstile

Pausen können in verschiedenen Stilen dargestellt werden.

\layout {
  indent = 0.0
  \context {
    \Staff
    \remove "Time_signature_engraver"
  }
}

\new Staff \relative c {
  \cadenzaOn
  \override Staff.Rest #'style = #'mensural
  r\maxima^\markup \typewriter { mensural }
  r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s32 s64 s128 s128
  \bar ""
  
  \override Staff.Rest #'style = #'neomensural
  r\maxima^\markup \typewriter { neomensural }
  r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 s32 s64 s128 s128
  \bar ""
  
  \override Staff.Rest #'style = #'classical
  r\maxima^\markup \typewriter { classical }
  r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128 s128
  \bar ""
  
  \override Staff.Rest  #'style = #'default
  r\maxima^\markup \typewriter { default }
  r\longa r\breve r1 r2 r4 r8 r16 r32 r64 r128 s128
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Brevis, Longa, maxima.

Notationsreferenz: Ganztaktige Pausen.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Rest.

Bekannte Probleme und Warnungen

Es gibt keine gundlegende Grenze für die Dauer von Pausen (sowohl kürzer als auch länger), aber die Anzahl von Symbolen ist begrenzt: Es gibt Zeichen für Pausen von einer 128 bis zu einer Maxima (8 Ganze).


Unsichtbare Pausen

Eine unsichtbare Pause (auch als „skip“ oder Überspringung bezeichnet) kann wie eine Note eingegeben werden, die Notationsbezeichnung ist s.

a4 a4 s4 a4 \skip 1 a4

[image of music]

Die s-Syntax steht nur im Noten- oder Akkordmodus zur Verfügung. In anderen Situationen, z. B. innerhalb eines Liedtextes, muss \skip benutzt werden. \skip benötigt eine explizite Dauerangabe.

<<
  {
    a2 \skip2 a2 a2
  }
  \new Lyrics {
    \lyricmode {
      foo2 \skip 1 bla2
    }
  }
>>

[image of music]

Die Überspringung mit s erstellt Staff und Voice-Kontext, wenn es erforderlich ist, genauso wie Noten und Pausen.

s1 s s

[image of music]

Der Überspringungsbefehl (\skip) ist einfach ein leerer Platzhalter. Durch ihn wird überhaupt nichts gesetzt, auch keine transparenten Objekte.

% Gültiger Eingabecode, aber tut nichts
\skip 1 \skip1 \skip 1

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: SkipMusic


Ganztaktige Pausen

Pausen für einen oder mehrere ganze Takte werden wie Noten eingegeben, wobei die Bezeichnung ein Großbuchstabe R ist:

% Pausentakte zu einem einzelnen Takt zusammegezogen
\compressFullBarRests
R1*4
R1*24
R1*4
b2^"Tutti" b4 a4

[image of music]

Die Dauer von Ganztaktpausen wird genauso angegeben wie die Dauer von Noten. Die Dauer einer Ganztaktpause muss immer eine ganze Anzahl an Taktlängen sein, weshalb Punktierungen und Brüche recht häufig eingesetzt werden müssen.

\compressFullBarRests
\time 2/4
R1 | R2 |
\time 3/4
R2. | R2.*2 |
\time 13/8
R1*13/8 | R1*13/8*12 |
\time 10/8
R4*5*4 |

[image of music]

Eine Ganztaktpause wird abhängig von der Taktart entweder als Ganze oder Brevis-Pause gesetzt, zentriert im Takt.

\time 4/4
R1 |
\time 6/4
R1*3/2 |
\time 8/4
R1*2 |

[image of music]

In den Standardeinstellungen werden mehrtaktige Pausen ausgeschrieben gesetzt, sodass sie die entsprechende Anzahl von Takten einnehmen. Alternativ kann die mehrtaktige Pause aber auch nur in einem Takt angezeigt werden, der ein Mehrtaktpausensymbol geinhaltet, wobei die Anzahl der Takte der Pausendauer über dem Pausenzeichen ausgegeben wird:

% Standart
\time 3/4 r2. | R2.*2 |
\time 2/4 R2 |
\time 4/4
% Pausentakte zu einem einzelnen Takt zusammegezogen
\compressFullBarRests
r1 | R1*17 | R1*4 |
% Pausentakte 	ausklappen
\expandFullBarRests
\time 3/4
R2.*2 |

[image of music]

Textbeschriftung kann Mehrtaktpausen mit \markup hinzugefügt werden. Ein vordefinierte Befehl \fermataMarkup fügt eine Fermate ein.

\compressFullBarRests
\time 3/4
R2.*10^\markup { \italic "ad lib." }
R2.^\fermataMarkup

[image of music]

Achtung: Beschriftungen, die an Mehrtaktpausen gehängt werden, sind Objekte vom Typ MultiMeasureRestText, nicht vom Typ TextScript. Änderungen etwa mit override müssen auf das richtige Objekt gerichtet werden, damit sie nicht ignoriert werden. Siehe auch das folgende Beispiel.

% Das funktioniert nicht, weil die falsche Objektbezeichnung angegeben ist
\override TextScript #'padding = #5
R1^"wrong"
% Das stimmt und funktioniert
\override MultiMeasureRestText #'padding = #5
R1^"right"

[image of music]

Wenn eine Mehrtaktpause direkt auf einen Auftakt mit \partial folgt, werden möglicherweise daraus resultierende Taktprüfungswarnungen nicht angezeigt.

Vordefinierte Befehle

\textLengthOn, \textLengthOff, \fermataMarkup, \compressFullBarRests, \expandFullBarRests.

Ausgewählte Schnipsel

Die Erscheinung von Pausentakten ändern

Wenn zehn oder weniger Pausentakte vorkommen, wird eine Reihe von Longa- und Brevispausen (auch Kirchenpausen genannt) gesetzt, bei mehr Takten wird eine Line mit der Taktanzahl ausgegeben. Der vorgegebene Wert von zehn kann geändert werden, indem man die expand-limit-Eigenschaft setzt:

\relative c'' {
  \compressFullBarRests
  R1*2 | R1*5 | R1*9
  \override MultiMeasureRest #'expand-limit = #3
  R1*2 | R1*5 | R1*9
}

[image of music]

Positionierung von Ganztaktpausen

Anders als bei normalen Pausen gibt es keinen direkten Befehl, um die vertikale Position von Ganztaktpausen zu beeinflussen, indem man sie an eine Tonhöhe anhängt. In polyphoner Notation wird aber dennoch die Position der Pausen von geraden und ungeraden Stimmen voneinander unterschieden. Die Position von Ganztaktpausen kann wie folgt verändert werden:

\relative c'' {
  % Ganztaktpausen werden unter die zweite Linie gesetzt
  R1
  % Sie können mit override verschoben werden
  \override MultiMeasureRest #'staff-position = #-2
  R1
  % Ein Wert von O ist die Standardposition
  % hiermit wird die Pause zur Mittellinie verschoben
  \override MultiMeasureRest #'staff-position = #-0.01
  R1
  % Ganztaktpausen in Stimmen mit ungerader Zahl sind unter der obersten Linie
  << { R1 } \\ { a1 } >>
  % Ganztaktpausen in geraden Stimmen sind unter der untersten Linie
  << { c1 } \\ { R1 } >>
  % auch in leeren Takten bleichen sie getrennt
  << { R1 } \\ { R1 } >>
  % Hiermit werden sie zusammegefügt, auch wenn sie zwei Stimmen sind
  \compressFullBarRests
  <<
    \revert MultiMeasureRest #'staff-position
    { R1*3 }
    \\
    \revert MultiMeasureRest #'staff-position
    { R1*3 }
  >>
}

[image of music]

Markups attached to a multi-measure rest will be centered above or below it. Long markups attached to multi-measure rests do not cause the measure to expand. To expand a multi-measure rest to fit the markup, use a spacer rest with an attached markup before the multi-measure rest:

\compressFullBarRests
\textLengthOn
s1*0^\markup { [MAJOR GENERAL] }
R1*19
s1*0_\markup { \italic { Cue: ... it is yours } }
s1*0^\markup { A }
R1*30^\markup { [MABEL] }
\textLengthOff
c4^\markup { CHORUS } d f c

[image of music]

Note that the spacer rest causes a bar to be inserted. Text attached to a spacer rest in this way is left-aligned to the position where the note would be placed in the measure, but if the measure length is determined by the length of the text, the text will appear to be centered.

Siehe auch

Glossar: Pausen über mehrere Takte.

Notationsreferenz: Tondauern, Text, Text formatieren, Textarten.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: MultiMeasureRest, MultiMeasureRestNumber, MultiMeasureRestText.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn man versucht, mit Fingersatz (etwa R1*10-4 Zahlen über Ganztaktpausen zu setzen, kann die Zahl des Fingersatzes (4) mit der Taktanzahl (10) zusammenstoßen.

Es gibt keine Möglichkeit, normale Pausen automatisch zu Ganztaktpausen zu reduzieren.

Ganztaktpausen werden bei der Vermeidung von Zusammenstößen nicht berücksichtigt.


1.2.3 Rhythmen anzeigen lassen


Taktangabe

Taktangaben könne wie folgt erstellt werden.

\time 2/4 c'2
\time 3/4 c'2.

[image of music]

Taktangaben werden zu Beginn eines Stückes gesetzt und immer dann, wenn sich die Taktart ändert. Wenn eine Änderung am Ende einer Zeile geschieht, wird eine warnende Taktangabe am Ende der Zeile ausgegeben. Dieses Verhalten kann verändert werden, siehe Sichtbarkeit von Objekten.

\time 2/4
c2 c
\break
c c
\break
\time 4/4
c c c c

[image of music]

Das Symbol für die Taktarten 2/2 und 4/4 kann in ein Zahlensymbol umgewandelt werden:

% Standardstil
\time 4/4 c1
\time 2/2 c1
% Wechsel zum nummerierten Stil
\numericTimeSignature
\time 4/4 c1
\time 2/2 c1
% Zurück zum Standard
\defaultTimeSignature
\time 4/4 c1
\time 2/2 c1

[image of music]

Symbole für Modus und Proprietas der mensuralen Notation werden behandelt unter Taktangaben Alter Musik.

Vordefinierte Befehle

\numericTimeSignature, \defaultTimeSignature.

Ausgewählte Schnipsel

Changing the time signature without affecting the beaming

The \time command sets the properties timeSignatureFraction, beatLength, beatGrouping and measureLength in the Timing context, which is normally aliased to Score. Changing the value of timeSignatureFraction causes the new time signature symbol to be printed without changing any of the other properties:

\relative c'' {
  \time 3/4
  a16 a a a a a a a a a a a

  % Taktartsymbol ändern, aber 3/4-Balken
  % wegen unveränderter Taktartaufteilung behalten
  \set Score.timeSignatureFraction = #'(12 . 16)
  a16 a a a a a a a a a a a

  \time 12/16
  % 3/4-Balken lösen, da \time geändert wurde
  a16 a a a a a a a a a a a
}

[image of music]

Zusammengesetzte Taktarten

Ungerade Taktarten werden (wie etwa "5/8") werden oft als zusammengesetzte Taktarten interpretiert (bspw. "3/8 + 2/8"), in welchen zwei oder mehr Teiltakte unterschieden werden. LilyPond kann derartige Noten produzieren, indem entsprechende Taktarten gesetzt werden und die automatische Bebalkung angepasst wird.

#(define ((compound-time one two num) grob)
  (grob-interpret-markup grob
    (markup #:override '(baseline-skip . 0) #:number
      (#:line (
          (#:column (one num))
          #:vcenter "+"
          (#:column (two num))))
      )))

\relative c' {
  \override Staff.TimeSignature #'stencil = #(compound-time "2" "3" "8")
  \time 5/8
  #(override-auto-beam-setting '(end 1 8 5 8) 1 4)
  c8 d e fis gis
  c8 fis, gis e d
  c8 d e4 gis8
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Taktangabe

Notationsreferenz: Taktangaben Alter Musik, Verwaltung der Zeiteinheiten.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: TimeSignature, Timing_translator.


Auftakte

Verkleinerte Takte, wie etwa ein Auftakt, werden mit dem Befehl \partial notiert, dessen Syntax lautet:

\partial Dauer

wobei Dauer die rhythmische Länger der Noten darstellt, die vor dem ersten vollständigen Takt gesetzt werden sollen:

\partial 4 e4 |
a2. c,4 |

[image of music]

Das wird intern übersetzt nach:

\set Timing.measurePosition = -Länge der Dauer

Die Eigenschaft measurePosition (Takt-Position) enthält eine rationale Zahl, die anezigt, wie groß der Abstand zum Taktanfang ist. Deshalb ist sie eine negative Zahl; \partial 4 wird also intern übersetzt zu: „Eine Viertel bleibt übrig vom ganzen Takt.“

Siehe auch

Glossar: Auftakt.

Notationsreferenz: Verzierungen.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Timing_translator.

Bekannte Probleme und Warnungen

\partial ist nur für den Anfang eines Stückes vorgesehen. Wenn der Befehl innerhalb eines Stückes verwendet wird, können seltsame Warnungen auftreten.


Musik ohne Metrum

Taktlinien und Taktzahlen werden automatisch erzeugt. Für Musik ohne Metrum hingegen (etwa Kadenzen) ist das jedoch nicht erwünscht. Mit den Befehlen \cadenzaOn und \cadenzaOff kann dieses Verhalten ausgeschaltet und wieder angeschaltet werden.

c4 d e d
\cadenzaOn
c4 c d8 d d f4 g4.
\cadenzaOff
\bar "|"
d4 e d c

[image of music]

Taktnummerierung wird am Ende der Kadenz wieder aufgenommen, als ob es die Kadenz nicht gegeben hätte:

% Alle Taknummern anzeigen
\override Score.BarNumber #'break-visibility = #all-visible
c4 d e d
\cadenzaOn
c4 c d8 d d f4 g4.
\cadenzaOff
\bar "|"
d4 e d c

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\cadenzaOn, \cadenzaOff.

Siehe auch

Glossar: Kadenz.

Schnipsel: Rhythmus.

Bekannte Probleme und Warnungen

LilyPond fügt Zeilen- und Seitenumbrüche nur an einer Taktlinie ein. Wenn die Kadenz nicht vor einem Umbruch endet, müssen Sie selber unsichtbare Taktlinien mit

\bar ""

einfügen, um anzuzeigen, wo umgebrochen werden darf.


Polymetrische Notation

Polymetrische Notation ist unterstützt, entweder direkt, oder indem man das sichtbare Taktart-Symbol verändert und zusätzlich die Notendauern skaliert.

Systeme mit unterschiedlichen Taktarten, gleiche Taktlänge

Diese Art der Notation kann erstellt werden, indem für jedes System eine identische Taktart eingestellt wird, aber manuell für jeden Takt durch Einstellung von timeSignatureFraction auf den gewünschten Bruch geändert und dann die Länge der Noten entsprechenden skaliert wird, siehe auch Taktangabe. Die Skalierung geschieht mit dem Befehl \scaleDurations, der auf ähnliche Weise wie \times benutzt wird, aber keine Klammer über den Noten ausgibt. Siehe auch Tondauern skalieren.

In diesem Beispiel werden Noten mit den Taktarten 3/4, 9/8 und 10/8 parallel benutzt. Im zweiten System werden die gezeigten Dauern mit 2/3 multipliziert, da 2/3x9/8=3/4, und im dritten System werden die gezeigten Dauern mit 3/5 multipliziert, da 3/5x10/8=3/4. Oft wird es nötig sein, Balken manuell zu setzen, weil die Skalierung sich auch auf die automatische Bebalkung auswirkt.

\relative c' <<
  \new Staff {
    \time 3/4
    c4 c c |
    c c c |
  }
  \new Staff {
    \time 3/4
    \set Staff.timeSignatureFraction = #'(9 . 8)
    \scaleDurations #'(2 . 3)
    \repeat unfold 6 { c8[ c c] }
  }
  \new Staff {
    \time 3/4
    \set Staff.timeSignatureFraction = #'(10 . 8)
    \scaleDurations #'(3 . 5) {
      \repeat unfold 2 { c8[ c c] }
      \repeat unfold 2 { c8[ c] } |
      c4. c4. \times 2/3 { c8[ c c] } c4
    }
  }
>>

[image of music]

Systeme mit unterschiedlichen Taktarten, unterschiedliche Taktlänge

Jedes System kann auch eine eigene unabhängige Taktart erhalten. Dazu muss der Timing_translator und der Default_bar_line_engraver in den Staff-Kontext verschoben werden.

\layout {
  \context {
    \Score
    \remove "Timing_translator"
    \remove "Default_bar_line_engraver"
  }
  \context {
    \Staff
    \consists "Timing_translator"
    \consists "Default_bar_line_engraver"
  }
}

% Jetzt hat jedes System eine eigene Taktart

\relative c' <<
  \new Staff {
    \time 3/4
    c4 c c |
    c c c |
  }
  \new Staff {
    \time 2/4
    c4 c |
    c c |
    c c |
  }
  \new Staff {
    \time 3/8
    c4. |
    c8 c c |
    c4. |
    c8 c c |
  }
>>

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Zusammengesetzte Taktarten

Ungerade Taktarten werden (wie etwa "5/8") werden oft als zusammengesetzte Taktarten interpretiert (bspw. "3/8 + 2/8"), in welchen zwei oder mehr Teiltakte unterschieden werden. LilyPond kann derartige Noten produzieren, indem entsprechende Taktarten gesetzt werden und die automatische Bebalkung angepasst wird.

#(define ((compound-time one two num) grob)
  (grob-interpret-markup grob
    (markup #:override '(baseline-skip . 0) #:number
      (#:line (
          (#:column (one num))
          #:vcenter "+"
          (#:column (two num))))
      )))

\relative c' {
  \override Staff.TimeSignature #'stencil = #(compound-time "2" "3" "8")
  \time 5/8
  #(override-auto-beam-setting '(end 1 8 5 8) 1 4)
  c8 d e fis gis
  c8 fis, gis e d
  c8 d e4 gis8
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Polymetrie, Polymetrische Taktangabe, Metrum.

Notationreferenz: Taktangabe, Tondauern skalieren.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Intera: TimeSignature, Timing_translator, Default_bar_line_engraver, Staff.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn unterschiedliche Taktarten paralell benutzt werden, werden Noten auf demselben musikalischen Moment horizontal auf die gleiche Position gesetzt. Die unterschiedlichen Taktlinien führen allerdings dazu, dass die Noten nicht ganz so regelmäßig gesetzt werden, wie es ohne unterschiedliche Taktarten der Fall wäre.


Automatische Aufteilung von Noten

Lange Noten, die über Taktlinien hinüberreichen, können automatisch in übergebundene Noten aufgeteilt werden. Dieses Verhalten erreicht man, indem der Note_heads_engraver mit dem Completion_heads_engraver ausgetauscht wird. Im nächsten Beispiel werden Noten, die über die Taktlinie dauern, aufgeteilt und übergebunden.

\new Voice \with {
  \remove "Note_heads_engraver"
  \consists "Completion_heads_engraver"
}

{ c2. c8 d4 e f g a b c8 c2 b4 a g16 f4 e d c8. c2 }

[image of music]

Dieser Engraver teilt alle Noten auf, die über eine Taktlinie dauern und fügt Bindebögen hinzu. Er kann unter Anderem dann nützlich sein, wenn man komplexe Partituren auf Fehler überprüfen möchte: Wenn die Takte nicht vollständig gefüllt sind, zeigt die Überbindung genau an, wie viele Notenwerte noch in dem jeweiligen Takt fehlen.

Siehe auch

Glossar: Bindebogen

Handbuch zum Lernen: Was sind Engraver?, Engraver hinzufügen und entfernen.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Note_heads_engraver, Completion_heads_engraver, Forbid_line_break_engraver.

Bekannte Probleme und Warnungen

Nicht alle Notenwerte (besonders wenn sie andere rhythmische Aufteilungen beinhalten) können exakt durch normale Noten und Punktierungen wiedergegeben werden. Der Engraver setzt aber trotzdem keine Triolen etc.

Completion_heads_engraver wirkt sich nur auf Noten aus; Pausen werden nicht aufgeteilt.


Melodierhythmus anzeigen

Manchmal soll nur der Rhythmus einer Melodie dargestellt werden. Das erreicht man mit einem Rhythmus-Notensystem. Alle Tonhöhen werden auf eine Linie reduziert und das System hat auch nur eine einzige Linie.

<<
  \new RhythmicStaff {
    \new Voice = "meinRhythmus" {
      \time 4/4
      c4 e8 f g2
      r4 g g f
      g1
    }
  }
  \new Lyrics {
    \lyricsto "meinRhythmus" {
      This is my song
      I like to sing
    }
  }
>>

[image of music]

Akkordnotation für Gitarren bezeichnet auch oft zusätzlich den geschlagenen Rhythmus. Das kann notiert werden unter Verwendung des Pitch_squash_engraver und indem Tonhöhenimprovisation eingeschaltet wird mit \improvisationOn.

<<
  \new ChordNames {
    \chordmode {
      c1 f g c
    }
  }

  \new Voice \with {
    \consists Pitch_squash_engraver
  } \relative c'' {
    \improvisationOn
    c4 c8 c c4 c8 c
    f4 f8 f f4 f8 f
    g4 g8 g g4 g8 g
    c4 c8 c c4 c8 c
  }
>>

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\improvisationOn, \improvisationOff.

Ausgewählte Schnipsel

Guitar strum rhythms

In Guitarrennotation kann neben Melodie, Akkordbezeichnungen und Bunddiagrammen auch der Schlagrhythmus angegeben werden.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
<<
  \new ChordNames {
    \chordmode {
      c1 f g c
    }
  }
  \new FretBoards {
    \chordmode {
      c1 f g c
    }
  }
  \new Voice \with {
    \consists "Pitch_squash_engraver"
  } {
    \relative c'' {
      \improvisationOn
      c4 c8 c c4 c8 c
      f4 f8 f f4 f8 f
      g4 g8 g g4 g8 g
      c4 c8 c c4 c8 c
    }
  }
  \new Voice = "Melodie" {
    \relative c'' {
      c2 e4 e4
      f2. r4
      g2. a4
      e4 c2.
    }
  }
  \new Lyrics {
    \lyricsto "Melodie" {
      This is my song.
      I like to sing.
    }
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: RhythmicStaff, Pitch_squash_engraver.


1.2.4 Balken


Automatische Balken

LilyPond setzt Balken (engl. beam) automatisch.

\time 2/4 c8 c c c
\time 6/8 c c c c8. c16 c8

[image of music]

Wenn diese automatischen Entscheidungen nicht gut genug sind, können die Balken auch explizit eingegeben werden, siehe Manuelle Balken. Es können auch bestimmte Balkenmuster, die sich vom Standard unterscheiden, definiert werden. Die Standard-Regeln für die gebräuchlichsten Taktarten sind in der Datei ‘scm/auto-beam.scm’ definiert. Wenn dort keine Balkenregeln für die bestimmte Balkendauer in der aktuellen Taktart vorhanden sind, wird die Bebalkung geregelt von drei Kontexteigenschaften: measureLength, beatLength und beatGrouping. Sowohl die Balkenregeln als auch diese Kontexteigenschaften können geändert werden, siehe Einstellung von automatischen Balken.

Achtung: Wenn Balken eingesetzt werden, um Melismen in Gesang anzuzeigen, müssen die automatische Bebalkung ausgeschaltet werden mit dem Befehl autoBeamOff und die Balken mit der Hand eingegeben werden.

Automatische Bebalkung kann mit dem Befehl \autoBeamOff aufgehoben werden und mit dem Befehl \autoBeamOn wieder eingeschaltet werden.

c4 c8 c8. c16 c8. c16 c8
\autoBeamOff
c4 c8 c8. c16 c8.
\autoBeamOn
c16 c8

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\autoBeamOff, \autoBeamOn.

Ausgewählte Schnipsel

Balken über Zeilenumbrüche

Zeilenumbrüche sind normalerweise während Balken verboten. Das kann geändert werden.

\relative c'' {
  \override Beam #'breakable = ##t
  c8 c[ c] c[ c] c[ c] c[ \break  
  c8] c[ c] c[ c] c[ c] c
}

[image of music]

Balken für weit außeinander liegende Noten ändern

Balken mit Hälsen in unterschiedliche Richtungen werden automatisch erstellt, wenn ein großer Sprung zwischen Tonhöhen gefunden wird. Dieses Verhalten kann durch die auto-knee-gap-Eigenschaft beeinflusst werden. Ein derartiger Knie-Balken wird erstellt, wenn der Abstand größer ist als der Wert von auto-knee-gap plus der Dicke des Balkens (was von der Notendauer und der Neigung des Balkens abhängt). Der Standardwert von auto-knee-gap ist 5.5 Notensystemabstände.

{
  f8 f''8 f8 f''8
  \override Beam #'auto-knee-gap = #6
  f8 f''8 f8 f''8
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Manuelle Balken, Einstellung von automatischen Balken.

Installierte Dateien: ‘scm/auto-beam.scm’.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Beam.

Bekannte Probleme und Warnungen

Automatische Bebalkung von weit außeinander liegenden Noten (wobei der Balken als Knie erscheint) kann nicht mit versteckten Systemen benutzt werden. Siehe Systeme verstecken.

Balken können mit Notenköpfen und Versetzungszeichen in anderen Stimmen zusammenstoßen.


Einstellung von automatischen Balken

Die Position und Länge der automatischen Balken wird bestimmt von bestimmten Regeln, wie beschrieben in Automatische Balken. Es gibt zwei einander ausschließende Arten, diese Regeln zu verändern. Mit der ersten Art verändert man Gruppen von Noten, die einer bestimmten Taktart entsprechend mit Balken versehen werden. Das muss manuell getan werden für die Taktarten, für welche keine fertigen Regeln definiert worden sind. Die zweite Methode verändert die Definitionen für die Endpunkte der Balken und kann für jede Taktart eingesetzt werden. Diese zweite Methode muss eingesetzt werden für die Taktarten, für welche schon Regeln definiert worden sind, es sei denn, alle Regeln wurden mit revert rückgängig gemacht. Regeln sind definiert für die Taktarten 3/2, 3/4, 4/4, 2/4, 4/8, 4/16, 6/8, 9/8 und 12/8.

Die Gruppierung von Noten verändern

Wenn keine Regeln für die Beendung von Balken für die aktuelle Balkendauer in der benutzen Taktart vorhanden sind, wird die Bebalkung von drei Kontext-Eigenschaften kontrolliert: measureLength, beatLength und beatGrouping. Diese Eigenschaften können in den Score, Staff oder Voice-Kontexten gesetzt werden, um ihre Wirkungsweise zu begrenzen. Die Standardwerte werden gesetzt, wenn der \time-Befehl gelesen wird, sodass alle \set-Befehle nach den \time-Befehlen geschrieben werden müssen.

Durch sie werden die Balken wie folgt bestimmt:

Balken können überall beginnen (außer ein Balken ist schon aktiv). Balken enden zu den Werten, die beatGrouping und beatLength bestimmten, nach folgenden Regeln:

Achtung: Diese drei Eigenschaften werden für einen bestimmten Balken nur dann aktiv, wenn für diese Balkendauer keine Beendungsregeln für die benutzte Taktart definiert sind, oder wenn alle diese Regeln mit revert rückgängig gemacht wurden.

Standardmäßig werden measureLength (Taktlänge) und beatLength von der Taktart entnommen, die mit \time gesetzt wurde. measureLength hat standardmäßig genau die gleiche Länge wie die Taktlänge und der Standardwert für beatLength (Taktzeit-Länge) wird durch den Nenner des Taktart-Bruches bestimmt.

Der Standardwert von beatGrouping wird aus einer Tabelle in der Datei ‘scm/music-functions.scm’ entnommen. Um sie zu finden, siehe Mehr Information. Hier werden Taktzeiten-Gruppen für die Taktarten 5/8, 6/8, 8/8, 9/8 und 12/8 definiert.

Sowohl measureLength als auch beatLength sind Momente, Einheiten musikalischer Dauer. Eine Größe der Art Moment wird durch die Scheme-Funktion ly:make-moment erstellt. Für mehr Information zu dieser Funktion siehe Verwaltung der Zeiteinheiten.

beatGrouping ist eine Liste an Integren, die die Anzahl von Zählzeiten für jede Gruppe darstellen.

Ausgewählte Schnipsel

Notengruppen

Balkengruppen können mit der beatGrouping-Eigenschaft geändert werden:

\relative c'' {
  \time 5/16
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 5 16) 5 16)
  \set beatGrouping = #'(2 3)
  c8^"(2+3)" c16 c8
  \set beatGrouping = #'(3 2)
  c8^"(3+2)" c16 c8
}

[image of music]

Specifying context with beatGrouping

By specifying the context, the effect of beatGrouping can be limited to the context specified, and the values which may have been set in higher-level contexts can be overridden. The \set commands must be placed after all \time commands:

\score {
  \new Staff <<
    \time 7/8
    \new Voice {
      \relative c'' {
        \set Staff.beatGrouping = #'(2 3 2)
        a8 a a a a a a
      }
    }
    \new Voice {
      \relative c' {
        \voiceTwo
        \set beatGrouping = #'(1 3 3)
        f8 f f f f f f
      }
    }
  >>
}

[image of music]

Using beatLength and beatGrouping

The property measureLength determines where bar lines should be inserted and, with beatLength and beatGrouping, how automatic beams should be generated for beam durations and time signatures for which no beam-ending rules are defined. This example shows several ways of controlling beaming by setting these properties. The explanations are shown as comments in the code.

\relative c'' {
  \time 3/4
  % Standard in 3/4-Takt sind drei bebalkte Gruppen
  % jede mit der Dauer einer Viertel
  a16 a a a a a a a a a a a

  \time 12/16
  % Keine autom. Bebalkung definiert für 12/16
  a16 a a a a a a a a a a a

  \time 3/4
  % Taktart-Symbol ändern, aber 3/4-Bebalkung beibehalten
  \set Score.timeSignatureFraction = #'(12 . 16)
  a16 a a a a a a a a a a a

  % 3/4-Taktart Standardgruppen (1 1 1) und beatLenght von 1/8
  % stimme nicht überein mit measureLenght von 3/4, sodass die Balken
  % anhand von beatLength-Intervallen gruppiert werden
  \set Score.beatLength = #(ly:make-moment 1 8)
  a16 a a a a a a a a a a a

  % Definition von Balken in Gruppen von (3 3 2 3) 1/16-Noten
  % 3+3+2+3=11, und 11*16<>3/4, also trifft beatGrouping nicht zu,
  % und Balken werden gruppiert anhand von beatLength (1/16)-Intervallen
  \set Score.beatLength = #(ly:make-moment 1 16)
  \set Score.beatGrouping = #'(3 3 2 3)
  a16 a a a a a a a a a a a

  % Definition von Balkengruppen für (3 4 2 3) 1/16-Noten
  % 3+4+2+3=12, und 12*1/16=3/4, also beatGrouping wird verwendet
  \set Score.beatLength = #(ly:make-moment 1 16)
  \set Score.beatGrouping = #'(3 4 2 3)
  a16 a a a a a a a a a a a
}

[image of music]

Sub-dividing beams

The beams of consecutive 16th (or shorter) notes are, by default, not sub-divided. That is, the three (or more) beams stretch unbroken over entire groups of notes. This behavior can be modified to sub-divide the beams into sub-groups by setting the property subdivideBeams. When set, multiple beams will be sub-divided at intervals defined by the current value of beatLength by reducing the multiple beams to just one beam between the sub-groups. Note that beatLength defaults to one over the denominator of the current time signature if not set explicitly. It must be set to a fraction giving the duration of the beam sub-group using the make-moment function, as shown here:

\relative c'' {
  c32[ c c c c c c c]
  \set subdivideBeams = ##t
  c32[ c c c c c c c]

  % Balkenuntergruppenlänge als Achtel definieren
  \set beatLength = #(ly:make-moment 1 8)
  c32[ c c c c c c c]

  % Balkenuntergruppenlänge als Sechszehntel definieren
  \set beatLength = #(ly:make-moment 1 16)
  c32[ c c c c c c c]
}

[image of music]

Conducting signs, measure grouping signs

Options to group beats within a bar are available through the Scheme function set-time-signature, which takes three arguments: the number of beats, the beat length, and the internal grouping of beats in the measure. If the Measure_grouping_engraver is included, the function will also create MeasureGrouping signs. Such signs ease reading rhythmically complex modern music. In the example, the 9/8 measure is subdivided in 2, 2, 2 and 3. This is passed to set-time-signature as the third argument: '(2 2 2 3):

\score {
  \relative c'' {
    #(set-time-signature 9 8 '(2 2 2 3))
    #(revert-auto-beam-setting '(end * * 9 8) 3 8)
    #(override-auto-beam-setting '(end 1 8 9 8) 1 4)
    #(override-auto-beam-setting '(end 1 8 9 8) 2 4)
    #(override-auto-beam-setting '(end 1 8 9 8) 3 4)
    g8 g d d g g a( bes g) |
    #(set-time-signature 5 8 '(3 2))
    a4. g4
  }
  \layout {
    \context {
      \Staff
      \consists "Measure_grouping_engraver"
    }
  }
}

[image of music]

Die Endpunkte von Balken bestimmen

In üblichen Taktarten können automatisch gesetzte Balken an jeder Note beginnen, aber nur an einigen bestimmten Positionen innerhalb des Taktes beendet werden. Diese Positionen werden durch die Eigenschaften in autoBeamSettings bestimmt. Sie bestehen aus einer Liste an Regeln, die bestimmen, wo Balken enden können. Die Standardeinstellungen dieser automatischen Einstellungen befinden sich in der Datei ‘scm/auto-beam.scm’. Um diese Datei zu finden, siehe Mehr Information.

Diese Methode muss benutzt werden, wenn die Einstellungen für die Balken in Taktarten verändert werden sollen, für welche schon Regeln existieren, es sei denn, alle diese Regeln wurden rückgängig gemacht. Die Methode ist auch in vielen anderen Taktarten gut anzuwenden, wenn die Taktart sich oft ändert, oder wenn die Balken unterschiedlich für unterschiedliche Balkendauern gesetzt werden sollen.

Um eine neue Regel zu der Liste hinzuzufügen, muss folgende Syntax verwendet werden:

#(override-auto-beam-setting
  '(Balken-Limit
    Balken-Zähler Balken-Nenner
    Taktart-Zähler Taktart-Nenner)
  Moment-Zähler Moment-Nenner [Kontext])

wobei

Wenn beispielsweise die automatischen Balken immer auf der ersten Viertel enden sollen, unabhängig von der Taktart oder Dauer des Balkens, kann

a8 a a a a a a a
#(override-auto-beam-setting '(end * * * *) 1 4)
a8 a a a a a a a

[image of music]

benutzt werden.

Balkenregeln können aber auch auf Notengruppen beschränkt werden, deren kürzeste Note einen bestimmten Wert hat:

\time 2/4
% 1/16-Balken für alle Taktarten beim 1/16-Moment beenden
#(override-auto-beam-setting '(end 1 16 * *) 1 16)
a16 a a a a a a a |
a32 a a a a16 a a a a a |
% 1/23-Balken für alle Taktarten beim 1/16-Moment beenden
#(override-auto-beam-setting '(end 1 32 * *) 1 16)
a32 a a a a16 a a a a a |

[image of music]

Balkenregeln können so definiert werden, dass sie nur in bestimmten Taktarten angewendet werden:

\time 5/8
% Balken aller Längen im 5/8-Takt am 2/8-Moment beenden
#(override-auto-beam-setting '(end * * 5 8) 2 8)
c8 c d d d
\time 4/4
e8 e f f e e d d
\time 5/8
c8 c d d d

[image of music]

Wenn mehrfache Stimmen benutzt werden, muss der Staff-Kontext angegeben werden, wenn die Balkenregeln auf alle Stimmen im System angewendet werden sollen:

\time 7/8
% Rhythmus 3-1-1-2
% Kontext nicht angegeben - funktioniert nicht richtig
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 3 8)
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 4 8)
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 5 8)
<< {a8 a a a16 a a a a8 a} \\ {f4. f8 f f f} >>

% Funktioniert richtig mit angegebenem Kontext
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 3 8 'Staff)
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 4 8 'Staff)
#(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 5 8 'Staff)
<< {a8 a a a16 a a a a8 a} \\ {f4. f8 f f f} >>

[image of music]

Achtung: Wenn eine unerwartete Bebalkung auftritt, schauen Sie zuerste die Balkeneinstellungen in ‘scm/auto-beam.scm’ nach, ob sich hier Überschneidungen ergeben, weil die Balkenenden, die dort definiert sind, auch noch weiterhin wirksam sind zusätzlich zu den von Ihnen definierten.

Jede ungewollte oder störende Balkenbeendigung aus den Standard-Eingesllungen muss für Ihre Taktart rückgängig gemacht werden. Existierende automatische Bebalkungsregeln werden entfernt mit folgender Syntax:

#(revert-auto-beam-setting
  '(Balken-Limit
    Balken-Zähler Balken-Nenner
    Taktart-Zähler Taktart-Nenner)
  Moment-Zähler Moment-Nenner [Kontext])

wobei Balken-Limit, Balken-Zähler, Balken-Nenner, Taktart-Zähler, Taktart-Nenner, Moment-Zähler, Moment-Nenner sowie Kontext die gleichen sind wie oben erklärt.

\time 4/4
a16 a a a a a a a a a a a a a a a
% Regel annullieren, dass 1/16-Balken im 4/4-Takt am 1/4-Moment enden
#(revert-auto-beam-setting '(end 1 16 4 4) 1 4)
a16 a a a a a a a a a a a a a a a

[image of music]

Die Regel in einer revert-auto-beam-setting-Definition muss exakt der ursprünglichen Regel entsprechen. Dabei werden keine Platzhalter akzeptiert.

\time 1/4
#(override-auto-beam-setting '(end 1 16 1 4) 1 8)
a16 a a a
#(revert-auto-beam-setting '(end 1 16 * *) 1 8) % Das macht es nicth rückgängig
a a a a
#(revert-auto-beam-setting '(end 1 16 1 4) 1 8) % Das schon
a a a a

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Balkengruppen für 7/8-Takte

Es gibt keine automatischen Balkengruppen für 7/8-Takte. Wenn diese Taktart benötigt wird, müssen die Gruppierungen definiert werden. Um beispielsweise alle Noten in 2/8-3/8-2/8 aufzuteilen, müssen Balkenenden für 2/8 und 5/8 definiert werden:

\relative c'' {
  \time 7/8
  % Rhythmus 2-3-2
  a8 a a a a a a
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 2 8)
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 7 8) 5 8)
  a8 a a a a a a
}

[image of music]

Reverting default beam endings

To typeset beams grouped 3-4-3-2 in 12/8 it is necessary first to override the default beam endings in 12/8, and then to set up the new beaming endings:

\relative c'' {
  \time 12/8

  % Standartbebalkung
  a8 a a a a a a a a a a a

  % Standardwerte von scm/auto-beam.scm für 12/8-Takt herstellen
  #(revert-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 3 8)
  #(revert-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 3 4)
  #(revert-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 9 8)
  a8 a a a a a a a a a a a

  % Neue Werte für Balkenenden
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 3 8)
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 7 8)
  #(override-auto-beam-setting '(end * * 12 8) 10 8)
  a8 a a a a a a a a a a a
}

[image of music]

Beam endings in Score context

Beam-ending rules specified in the Score context apply to all staves, but can be modified at both Staff and Voice levels:

\relative c'' {
  \time 5/4
  % Automatische Bebalkung für alle Systeme
  #(score-override-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 3 8)
  #(score-override-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 7 8)
  <<
    \new Staff {
      c8 c c c c c c c c c
    }
    \new Staff {
      % Balken nur für dieses System verändern
      #(override-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 6 8 'Staff)
      #(revert-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 7 8 'Staff)
      c8 c c c c c c c c c
    }
    \new Staff {
      % Bebalkung vom Score-Kontext geerbt
      <<
        {
          \voiceOne
          c8 c c c c c c c c c
        }
        % Balken nur für diese Stimme ändern
        \new Voice {
          \voiceTwo
          #(override-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 6 8)
          #(revert-auto-beam-setting '(end * * 5 4) 7 8)
          a8 a a a a a a a a a
        }
      >>
    }
  >>
}

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\autoBeamOff, \autoBeamOn.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn eine Partitur aufhört, während ein automatischer Balken noch nicht geschlossen ist und noch Noten erwartet, wird dieser letzte Balken überhaupt nicht ausgegeben. Das gilt auch für polyphone Stimmen, die mit << … \\ … >> gesetzt wurden. Wenn eine polyphone Stimme endet, während ein Balken noch Noten erwartet, wird dieser Balken nicht gesetzt.

Siehe auch

Schnipsel: Rhythmus.


Manuelle Balken

In einigen Fällen kann es nötig sein, den automatischen Algorithmus für die Balken zu überschreiben. Die automatischen Balken werden beispielsweise nicht über Pausen oder Taktlinien hinweg gesetzt, und in Gesang werden die Balken oft nach dem Rhythmus des Textes und nicht dem der Musik gesetzt. Manuell definierte Balken werden mit den Zeichen [ und ] (AltGr+8 bzw. 9) markiert.

{
  r4 r8[ g' a r8] r8 g[ | a] r8
}

[image of music]

Einzelne Noten können mit dem Befehl \noBeam markiert werden, damit sie nicht mit einem Balken versehen werden.

\time 2/4 c8 c\noBeam c c

[image of music]

Noch bessere manuelle Kontrolle über die Balken kann durch Setzen der Eigenschaften stemLeftBeamCount und stemRightBeamCount erreicht werden. Sie bestimmen die Anzahl von Balken, die rechts und links vom Hals der nächsten Note gesetzt werden sollen. Wenn eine Eigenschaften gesetzt ist, wird ihr Wert nur einmal eingesetzt und dann wieder auf Null gesetzt. Im folgenden Beispiel hat das letzte f nur einen Balken an seiner linken Seite (der als Achtelbalken der gesamten Gruppe gewertet wird).

a8[ r16 f g a]
a8[ r16
\set stemLeftBeamCount = #2
\set stemRightBeamCount = #1
f
\set stemLeftBeamCount = #1
g a]

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Flat flags and beam nibs

Flat flags on lone notes and beam nibs at the ends of beamed figures are both possible with a combination of stemLeftBeamCount, stemRightBeamCount and paired [] beam indicators.

For right-pointing flat flags on lone notes, use paired [] beam indicators and set stemLeftBeamCount to zero (see Example 1).

For left-pointing flat flags, set stemRightBeamCount instead (Example 2).

For right-pointing nibs at the end of a run of beamed notes, set stemRightBeamCount to a positive value. And for left-pointing nibs at the start of a run of beamed notes, set stemLeftBeamCount instead (Example 3).

Sometimes it may make sense for a lone note surrounded by rests to carry both a left- and right-pointing flat flag. Do this with paired [] beam indicators alone (Example 4).

(Note that \set stemLeftBeamCount is always equivalent to \once \set. In other words, the beam count settings are not "sticky", so the pair of flat flags attached to the lone c'16[] in the last example have nothing to do with the \set two notes prior.)

\score {
  <<
    % Beispiel 1
    \new RhythmicStaff {
      \set stemLeftBeamCount = #0
      c16[]
      r8.
    }
    
    % Beispiel 2
    \new RhythmicStaff {
      r8.
      \set stemRightBeamCount = #0
      c16[]
    }
    
    % Beispiel 3
    \new RhythmicStaff {
      c16 c
      \set stemRightBeamCount = #2
      c16 r r
      \set stemLeftBeamCount = #2
      c16 c c
    }
    
    % Beispiel 4
    \new RhythmicStaff {
      c16 c
      \set stemRightBeamCount = #2
      c16 r
      c16[]
      r16
      \set stemLeftBeamCount = #2
      c16 c
    }
  >>
}

[image of music]


Gespreizte Balken

Gespreizte Balken werden teilweise eingesetzt um anzuzeigen, dass kleine Notengruppen in beschleunigendem oder verlangsamendem Tempo gespielt werden sollen, ohne dass sich das Tempo des Stückes verändert. Die Reichweite der gespreizten Balken muss manuell mit [ und ] angegeben werden und die Spreizung wird kontrolliert, indem der Balken-Eigenschaft grow-direction eine Richtung zugewiesen wird.

Wenn die Anordnung der Noten und die MIDI-Ausgabe das Ritardando oder Accelerando, wie es die Spreizung angibt, reflektieren soll, müssen die Noten als ein musikalischer Ausdruck notiert werden, der von geschweiften Klammern umgeben ist und dem ein featheredDurations-(gespreizteDauern)-Befehl vorangestellt ist, der das Verhaltnis der ersten und letzten Dauer definiert.

Die eckigen Klammern geben die Reichweite des Balkens an und die geschweiften Klammern zeigen, auf welche Noten sich die Veränderung der Dauern auswirkt. Normalerweise bezieht sich das auf die selbe Notengruppe, aber das ist nicht unbedingt erforderlich: beide Befehle sind unabhängig voneinander.

Im folgenden Beispiel nehmen die acht 16-Noten exakt die gleiche Zeit ein wie eine halbe Note, aber die erste Note ist halb so lang wie die letzte der Gruppe, und die Noten dazwischen werden stufenweise verlängert. Die ersten vier 32-Noten beschleunigen stufenweise das Tempo, während die darauffolgenden vier 32-Noten ein gleichmäßiges Tempo haben.

\override Beam #'grow-direction = #LEFT
\featherDurations #(ly:make-moment 2 1)
{ c16[ c c c c c c c] }
\override Beam #'grow-direction = #RIGHT
\featherDurations #(ly:make-moment 2 3)
{ c32[ d e f] }
% in nichtgespreizte Balken zurückverwandeln
\override Beam #'grow-direction = #'()
{ g32[ a b c] }

[image of music]

Die Platzierung der Noten im Druckbild entspricht den Notendauern nur annähernd, aber die MIDI-Ausgabe ist exakt.

Bekannte Probleme und Warnungen

Der \featherDurations-Befehl funktioniert nur mit kurzen Notenabschnitten, und wenn die Zahlen in den Brüchen klein sind.

Siehe auch

Snippets: Rhythmus.


1.2.5 Takte


Taktlinien

Taktstriche trennen Takte voneinander, werden aber auch verwendet, um Wiederholungen anzuzeigen. Normalerweise werden sie automatisch nach Vorgabe der aktuellen Taktart eingefügt.

Die einfachen, automatisch eingefügten Taktstriche können mit dem \bar-Befehl geändert werden. Eine doppelter Tatkstrich etwa wird normalerweise am Ende eines Stückes gesetzt:

e4 d c2 \bar "|."

[image of music]

Es ist kein Fehler, wenn die letzte Note in einem Takt nicht zum automatisch eingefügten Taktstrich aufhört: es wird angenommen, dass die Note im nächsten Takt weitergeht. Wenn aber eine ganze Reihe solcher überlappenden Takte auftritt, können die Noten gedrungen aussehen oder sogar über den Seitenrand hinausragen. Das kommt daher, dass Zeilenumbrüche nur dann vorgenommen werden, wenn ein vollständiger Takt auftritt, also ein Takt, an dem alle Noten vor dem Taktstrich zu Ende sind.

Achtung: Eine falsche Dauer kann bewirken, dass Zeilenumbrüche verhindert werden, woraus resultiert, dass die Noten entweder sehr stark gedrängt auf der Zeile notiert werden, oder die Zeile über den Seitenrand hinausragt.

Zeilenumbrüche werden erlaubt, wenn ein Taktstrich manuell eingefügt wird, auch, wenn es sich um keinen vollständigen Takt handelt. Um einen Zeilenumbruch zu erlauben, ohne den Taktstrich auszugeben, kann

\bar ""

benutzt werden. Damit wird ein unsichtbarer Taktstrich an dieser Stelle eingefügt und damit ein Zeilenumbruch erlaubt (aber nicht erzwungen), ohne dass sich die Anzahl der Takte erhöhen würde. Um einen Zeilenumbruch zu erzwingen, siehe Zeilenumbrüche.

Diese Art von Taktstrichen und auch andere besondere Taktstriche können manuell an jeder Stelle in der Partitur eingefügt werden. Wenn sie mit dem Ende eines Taktes übereinstimmen, wird der automatische Taktstrich durch den manuellen ersetzt. Diese manuellen Einfügungen haben keine Auswirkung auf die Zählung und Position der folgenden automatischen Taktstriche.

Manuell können der einfache Taktstrich und zusätzlich fünf Arten eines doppelten Taktstriches gesetzt werden:

f1 \bar "|" g \bar "||" a \bar ".|" b \bar ".|." c \bar "|.|" d \bar "|." e

[image of music]

Zusätzlich gibt es noch punktierte und gestrichelte Taktstriche:

f1 \bar ":" g \bar "dashed" a

[image of music]

und fünf unterschiedliche Wiederholungstaktstriche:

f1 \bar "|:" g \bar ":|:" a \bar ":|.|:" b \bar ":|.:" c \bar ":|" d

[image of music]

Auch wenn die Taktlinien, die Wiederholungen angeben, manuell eingefügt werden können, wird die Wiederholung dadurch nicht von LilyPond erkannt. Wiederholte Stellen werden besser notiert, indem man die Wiederholguns-Befehle einsetzt, die automatische die richtigen Taktlinien setzen. Das ist beschrieben inWiederholungszeichen.

Zusätzlich kann noch "||:" verwendet werden, dass sich genauso wie "|:" verhält, außer bei Zeilenumbrüchen, wo ein doppeltre Taktstrich am Ende der Zeile ausgegeben wird und ein öffnender Wiederholungsstrich am Anfang der nächsten Zeile.

\override Score.RehearsalMark #'padding = #3
c c c c
\bar "||:"
c c c c \break
\bar "||:"
c c c c

[image of music]

In Partituren mit vielen Systemen wird ein \bar-Befehl in einem System automatisch auf alle anderen Systeme angewendet. Die resultierenden Taktstriche sind miteinander verbunden innerhalb einer Gruppe (StaffGroup) oder einem Klaviersystem (PianoStaff bzw. (GrandStaff).

<<
  \new StaffGroup <<
    \new Staff {
      e'4 d'
      \bar "||"
      f' e'
    }
    \new Staff { \clef bass c4 g e g }
  >>
  \new Staff { \clef bass c2 c2 }
>>

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Der Befehl \bar Taktart ist eine Kurzform von: \set Timing.whichBar = Taktart. Immer, wenn whichBar auf einen Wert gesetzt wird, wird ein Taktstrich dieses Typs erzeugt.

Der automatisch erzeugte Taktstrich ist "|". Das kann jederzeit durch den Befehl \set Timing.defaultBarType = Takstrichart geändert werden.

Siehe auch

Notationsreferenz: Zeilenumbrüche, Wiederholungszeichen, Systeme gruppieren.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: BarLine (created at Staff level), SpanBar (across staves), Timing_translator (for Timing properties).


Taktzahlen

Taktnummern werden standardmäßig zu Beginn eines jeden Systems ausgegeben, ausgenommen ist die erste Zeile. Die Zahl selber wird in der currentBarNumber-Eigenschaft gespeichert, die normalerweise für jeden Takt aktualisiert wird. Sie kann aber auch manuell gesetzt werden:

c1 c c c
\break
\set Score.currentBarNumber = #50
c1 c c c

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Taktnummern können in regelmäßigem Abstand ausgegeben werden, anstatt dass sie nur am Beginn des Systems erscheinen. Um das zu erreichen, muss die Standardeinstellung verändert werden, um zu erlauben, dass Taktnummern an anderen Stellen als dem Beginn von Systemen ausgegeben werden. Das wird mit der Eigenschaft break-visibility von BarNumber vorgenommen. Sie braucht drei Werte, die auf #t (wahr) oder #f (falsch) gestellt werden können, womit angegeben wird, ob die Taktnummer an der entprechenden Stelle sichtbar ist. Die Reihenfolge der Werte ist: Ende der Zeile, Mitte der Zeile und Beginn der Zeile. Im folgenden Beispiel werden die Taktlinien überall ausgegeben:

\override Score.BarNumber #'break-visibility = #'#(#t #t #t)
\set Score.currentBarNumber = #11
\bar ""  % Erste Taktnummer soll auch gesetzt werden
c1 c c c
\break
c c c c

[image of music]

Im nächsten Beispiel werden die Taktnummern nur für jeden zweiten Takt gesetzt, außer am Ende der Zeile:

\override Score.BarNumber #'break-visibility = #'#(#f #t #t)
\set Score.currentBarNumber = #11
\bar ""  % Erste Taktnummer soll auch gesetzt werden
% Jeden zweiten Takt eine Taktnummer setzen
\set Score.barNumberVisibility = #(every-nth-bar-number-visible 2)
c1 c c c c
\break
c c c c c

[image of music]

Die Größe der Taktnummer kann geändert werden. Das wird im folgenden Beispiel gezeigt, welches auch illustriert, wie man Taktnummern in Kästen oder Kreise einfasst und eine Alternative zeigt, wie man #(#f #t #t) für break-visibility definieren kann.

% Taktnummern am Zeilenende verbieten und woanders erlauben
\override Score.BarNumber #'break-visibility
  = #end-of-line-invisible

% Taktnummer um Faktor zwei vergrößern
\override Score.BarNumber #'font-size = #2
\repeat unfold 3 { c1 } \bar "|"

% Einen Kasten um die folgenden Taktnummern zeichnen
\override Score.BarNumber  #'stencil
  = #(make-stencil-boxer 0.1 0.25 ly:text-interface::print)
\repeat unfold 3 { c1 } \bar "|"

% Einen Kreis um die folgenden Taktnummern zeichnen
\override Score.BarNumber  #'stencil
  = #(make-stencil-circler 0.1 0.25 ly:text-interface::print)
\repeat unfold 4 { c1 } \bar "|."

[image of music]

Taktnummern sind standardmäßig links von ihrem Anker angeordnet. Der Anker ist meistens das linke Ende einer Zeile, oder, wenn die Zahlen innerhalb der Zeile gesetzt werden, die linke Taktlinie eines Taktes. Die Nummern können auch direkt auf der Taktlinie positioniert oder rechts davon gesetzt werden:

\set Score.currentBarNumber = #111
\override Score.BarNumber #'break-visibility = #'#(#t #t #t)
% Taktnummer um Faktor zwei vergrößern
\override Score.BarNumber #'font-size = #2
% Jeden zweiten Takt eine Taktnummer setzen
\set Score.barNumberVisibility = #(every-nth-bar-number-visible 2)
c1 c1
% Taktnummern zentrieren
\override Score.BarNumber #'self-alignment-X = #0
c1 c1
% Taktnummern rechtsbündig
\override Score.BarNumber #'self-alignment-X = #-1
c1 c1

[image of music]

Taktnummern können vollständig entfernt werden, indem man den Bar_number_engraver aus dem Score-Kontext entfernt.

\layout {
  \context {
    \Score
    \remove "Bar_number_engraver"
  }
}
\relative c''{
  c4 c c c \break
  c4 c c c
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: BarNumber.

Bekannte Probleme und Warnungen

Taktnummern können mit der oberen Ecke der Klammer zu Beginn des Systems zusammenstoßen. Um das zu verhindert, kann die padding-Eigenschaft von BarNumer verwendet werden, um die Zahl zu verschieben.


Takt- und Taktzahlüberprüfung

Die Taktüberprüfung hilft, Fehler in den Notendauern zu entdecken. Eine Taktüberprüfung wird mit dem Taktstrichsymbol „|“ (Taste AltGr+<) eingegeben. Immer, wenn LilyPond bei der Ausgabe des Notendrucks auf dieses Zeichen stößt, sollte hier in den Noten auch ein Taktstrich erscheinen. Wenn das nicht der Fall ist, wird eine Warnung ausgegeben. Im nächsten Beispiel resultiert die zweite Taktüberprüfung in einer Fehlermeldung.

\time 3/4 c2 e4 | g2 |

Taktüberprüfungen können auch in Gesangstexten verwendet werden:

\lyricmode {
  \time 2/4
  Twin -- kle | Twin -- kle
}

Besonders in mehrstimmiger komplizierter Musik können falschen Notenwerte die ganze Partitur durcheinander bringen. Es lohnt sich also, die Fehlersuche damit zu beginnen, nicht bestandene Taktüberprüfungen zu kontrollieren.

Wenn aufeinander folgende Taktüberprüfungen mit dem gleichen Abstand Fehler produzieren, wird eventuell nur die erste Warnung ausgegeben. Damit wird die Warnung auf den Ursprung de Fehlers fokussiert.

Es ist auch möglich, die Bedeutung des Symbols | umzudefinieren, so dass hiermit eine andere Aktion als eine Taktüberprüfung erreicht wird. Das geschieht, indem man der Pipe (pipeSymbol einen musikalischen Ausdruck zuweist. Im nächsten Beispiel wird | dazu verwendet, eine doppelte Taktlinie auszugeben, woimmer man das Zeichen auchsetzt. Gleichzeitig hört das Zeichen auf, als Taktüberprüfung zu funktionieren.

pipeSymbol = \bar "||"
{
  c'2 c'2 |
  c'2 c'2
  c'2 | c'2
  c'2 c'2
}

[image of music]

Wenn man größere Musikstücke kopiert, kann es hilfreich sein, wenn LilyPond überprüft, ob die Taktnummer, in der Sie gerade kopieren, mit der des Originales übereinstimmt. Das kann mit dem Befehl \barNumberCheck folgenderweise überprüft werden:

\barNumberCheck #123

Eine Warnung wird ausgegeben, wenn der interne Zähler currentBarNumber von LilyPond nicht mit dem Wert 123 übereinstimmt.


Übungszeichen

Übungszeichen können mit dem \mark-Befehl ausgegeben werden:

c1 \mark \default
c1 \mark \default
c1 \mark #8
c1 \mark \default
c1 \mark \default

[image of music]

Der Buchstabe „I“ wird ausgelassen, was den allgemeinen Notensatzregeln entspricht. Wenn Sie dennoch den Buchstaben „I“ benutzen, wollen, müssen Sie

\set Score.markFormatter = #format-mark-alphabet

benutzen.

Das Zeichen wird automatisch erhöht, wenn Sie \mark \default schreiben, aber Sie können auch eine beliebige Ganzzahl als Argument angeben. Der Wert, der gesetzt werden soll, wird in der Eigenschaft rehearsalMark gespeichert.

Der Stil der Übungszeichen wird von der Eigenschaft markFormatter definiert. Das ist eine Funktion, die das aktuelle Zeichen und den aktuellen Kontext als Argument annimmt. Sie gibt dann ein Textbeschriftungsobjekt aus. Im folgenden Beispiel ist markFormatter so definiert, dass eine Zahl ausgegeben wird. In den folgenden Takten werden dann andere mögliche Einstellungen gezeigt.

\set Score.markFormatter = #format-mark-numbers
c1 \mark \default
c1 \mark \default
\set Score.markFormatter = #format-mark-box-numbers
c1 \mark \default
\set Score.markFormatter = #format-mark-circle-numbers
c1 \mark \default
\set Score.markFormatter = #format-mark-circle-letters
c1

[image of music]

Die Datei ‘scm/translation-functions.scm’ beinhaltet die Definitionen für format-mark-numbers (erstelle-Zeichen-Nummern), format-mark-box-numbers (erstelle-Zeichen-Kasten-Nummern), format-mark-letters (erstelle-Zeichen-Buchstaben) und format-mark-box-letters (erstelle-Zeichen-Kasten-Buchstaben). Sie können als Anleitung für eigene Formatierungsfunktionen dienen.

Die Funktionen format-mark-barnumbers, format-mark-box-barnumbersund format-mark-circle-barnumbers könenn eingesetzt werden, um Taktnummern anstelle der fortlaufenden Zahlen bzw. Buchstaben zu erhalten.

Andere Übungszeichenstile können auch manuell gesetzt werden:

\mark "A1"

Score.markFormatter hat keine Auswirkungen auf solcherart definierte Zeichen. Man kann aber auch mit \markup Textbeschriftungsobjekte zu dem selbstdefinierten Zeichen hinzufügen:

\mark \markup{ \box A1 }

Musikbuchstaben (wie etwa das Segno-Zeichen) können mit dem Befehl \musicglyph als ein \mark-Zeichen definierte werden:

c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.segno" }
c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.coda" }
c1 \mark \markup { \musicglyph #"scripts.ufermata" }
c1

[image of music]

Siehe Die Feta-Schriftart, wo alle Symbole gezeigt sind, die mit dem Befehl \musicglyph ausgegeben werden können.

Übliche Veränderungen der Positionierung von Übungszeichen finden sich in Text formatieren.

Siehe auch

Notationsreferenz: Die Feta-Schriftart, Text formatieren.

Installierte Dateien: ‘scm/translation-functions.scm’ beinhaltet die Definition von format-mark-numbers und format-mark-letters. Sie können als Anleitung für eigene Funktionen benutzt werden.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: RehearsalMark.


1.2.6 Besondere rhythmische Fragen


Verzierungen

Verzierungen sind ausgeschriebene Verzierungen. Sie werden in einer kleineren Schriftgröße gesetzt und nehmen keine logische Zeit im Takt ein.

c4 \grace c16 c4
\grace { c16[ d16] } c2

[image of music]

LilyPond hat auch Unterstützung für zwei besondere Verzierungen, den Vorschlag und den Vorhalt. Der Vorschlag wird durch eine verkleinerte Note mit Schrägstrich und Bogen notiert. Der Vorhalt dagegen ist eine Verzierung, die einen bestimmten Notenwert der Hauptnote für sich beansprucht. Er wird als verkleinerte Note ohne Schrägstrich notiert.

\grace c8 b4
\acciaccatura d8 c4
\appoggiatura e8 d4
\acciaccatura { g16[ f] } e4

[image of music]

Die Position von Verzierungen ist zwischen Notensystemen synchronisiert. Im nächsten Beispiel stehen im einen System zwei 16-Noten für jede 8-Note des zweiten Systems:

<< \new Staff { e2 \grace { c16[ d e f] } e2 }
   \new Staff { c2 \grace { g8[ b] } c2 } >>

[image of music]

Wenn Sie eine Note mit einer Verzierung abschließen wollen, müssen Sie den \afterGrace-Befehl benutzen. Er benötigt zwei Argumente: die Hauptnote und die Verzierung, die nach der Hauptnote folgen soll:

c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1

[image of music]

Damit wird die Verzierung mit einem Abstand von der Hauptnote gesetzt, der 3/4 der Dauer der Hauptnote entspricht. Dieser Standard kann durch Definition von afterGraceFraction verändert werden. Das nächste Beispiel zeigt, wie sich der Abstand verändert, wenn der Wert 3/4, 15/16 und 1/2 der Hauptnote beträgt.

<<
  \new Staff {
    c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
  }
  \new Staff {
    #(define afterGraceFraction (cons 15 16))
    c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
  }
  \new Staff {
    #(define afterGraceFraction (cons 1 2))
    c1 \afterGrace d1 { c16[ d] } c1
  }
>>

[image of music]

Der Abstand zwischen der Hauptnote und der Verzierung kann auch mit unsichtbaren Noten beeinflusst werden. Im nächsten Beispiel wird die Verzierung mit einem Abstand von 7/8 zur Hauptnote gesetzt.

\new Voice {
  << { d1^\trill_( }
     { s2 s4. \grace { c16[ d] } } >>
  c1)
}

[image of music]

Ein \grace-Notenabschnitt wird nach besonderen Satzregeln gesetzt, um z. B. kleinere Noten zu benutzen und die Richtung der Hälse einzustellen. Veränderungen am Layout müssen also innerhalb des Verzierungsausdrucks gesetzt werden, damit sie auch eine Auswirkung haben. Die Veränderungen müssen auch innerhalb des Verzierungsausdrucks rückgängig gemacht werden. In diesem Fall wird die Richtung der Hälse geändert und dann wieder der Standard eingestellt:

\new Voice {
  \acciaccatura {
    \stemDown
    f16->
    \stemNeutral
  }
  g4 e c2
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

The slash through the stem found in acciaccaturas can be applied in other situations:

\relative c'' {
  \override Stem #'stroke-style = #"grace"
  c8( d2) e8( f4)
}

[image of music]

The layout of grace expressions can be changed throughout the music using the function add-grace-property. The following example undefines the Stem direction for this grace, so that stems do not always point up.

\relative c'' {
  \new Staff {
    #(add-grace-property 'Voice 'Stem 'direction ly:stem::calc-direction)
    #(remove-grace-property 'Voice 'Stem 'direction)
    \new Voice {
       \acciaccatura { f16 } g4
       \grace { d16[ e] } f4
       \appoggiatura { a,32[ b c d] } e2
    }
  }
}

[image of music]

Another option is to change the variables startGraceMusic, stopGraceMusic, startAcciaccaturaMusic, stopAcciaccaturaMusic, startAppoggiaturaMusic, stopAppoggiaturaMusic. The default values of these can be seen in the file ly/grace-init.ly. By redefining them other effects may be obtained.

Grace notes may be forced to align with regular notes in other staves:

\relative c'' {
  <<
    \override Score.SpacingSpanner #'strict-grace-spacing = ##t
    \new Staff {
      c4
      \afterGrace c4 { c16[ c8 c16] }
      c4 r
    }
    \new Staff {
      c16 c c c c c c c c4 r
    }
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Verzierungen, Vorschlag, Vorhalt.

Installierte Dateien: ‘ly/grace-init.ly’.

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: GraceMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Eine Partitur, die mit einem \grace-Ausdruck beginnt, benötigt eine explizit gesetzte neue Stimme (\new Voice), sonst werden Hauptnote und Verzierung auf verschiedenen Systemen gesetzt.

Ein Vorschlag (acciaccatura) mit mehreren Noten und Balken wird ohne den Schrägstrich gesetzt und sieht einem Vorhalt (appoggiatura) sehr ähnlich.

Die Synchronisation von Verzierungen kann auch zu Überraschungen führen. Auch andere Symbole der Systeme, wie Vorzeichen, Taktlinien usw., werden synchronisiert. Vorsicht ist geboten, wenn nur in bestimmten Systemen Verzierungen vorkommen:

<< \new Staff { e4 \bar "|:" \grace c16 d4 }
   \new Staff { c4 \bar "|:" d4 } >>

[image of music]

Dem kann abgeholfen werden, indem unsichtbare Verzierungsnoten der selben Länge in die anderen Systeme gesetzt werden. Im obigen Beispiel müsste also

<< \new Staff { e4 \bar "|:" \grace c16 d4 }
   \new Staff { c4 \bar "|:" \grace s16 d4 } >>

[image of music]

gesetzt werden.

Verzierungsabschnitte sollten nur innerhalb von sequentiellen musikalischen Ausdrücken benützt werden. Wenn sie ineinandergeschachtelt werden, kann es zu Fehlermeldungen oder Abstürzen kommen.


An Kadenzen ausrichten

In Orchesterpartituren stellen Kadenzen ein besonderes Problem dar: Wenn in der Partitur ein Instrument eine Kadenz spielt, die notiert wird, müssen die anderen Stimmen genau die entsprechende Anzahl Noten überspringen, damit sie nicht zu früh oder zu spät einsetzen.

Eine Lösung ist es, die Funktionen mmrest-of-length oder skip-of-length zu benutzen. Diese Scheme-Funktionen brauchen einen definierten Notenabschnitt (eine Variable) als Argument und produzieren entweder Ganztaktpausen oder leere Takte, die genauso lang sind wie der Notenabschnitt.

MeineKadenz = \relative c' {
  c4 d8 e f g g4
  f2 g4 g
}

\new GrandStaff <<
  \new Staff {
    \MeineKadenz c'1
    \MeineKadenz c'1
  }
  \new Staff {
    #(ly:export (mmrest-of-length MeineKadenz))
    c'1
    #(ly:export (skip-of-length MeineKadenz))
    c'1
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Kadenz.

Schnipsel: Rhythmus.


Verwaltung der Zeiteinheiten

Die Zeit in einer Partitur wird vom Timing_translator verwaltet, der sich in den Standardeinstellungen im Score-Kontext befindet. Eine Parallelbezeichnung, Timing, wird dem Kontext hinzugefügt, in dem sich Timing_translator befindet.

Die folgenden Eigenschaften von Timing werden eingesetzt, um die Zeit in Partituren zu verwalten.

currentBarNumber (aktuelle Taktnummer)

Die gerade aktuelle Taktzahl. Für ein Beispiel, das die Benutzung dieser Eigenschaft zeigt, siehe Taktzahlen.

measureLength (Taktlänge)

Die Länge der Takte mit der aktuellen Taktart. In einem 4/4-Takt ist sie 1, in einem 6/8-Takt 3/4. Dieser Wert bestimmt, wann eine Taktlinie gezogen wird und wie automatische Balken erstellt werden sollen.

measurePosition (Taktposition)

Der Schlag im Takt zum aktuellen Moment. Dieser Wert wird zurückgesetzt, indem measureLength (die Taktlänge) abgezogen wird, wenn der Wert von measureLength erreicht oder überschritten wird. Wenn das passiert, wird der Zähler currentBarNumber (aktuelle Taktnummer) erhöht.

timing (Zeitberechnung)

Wenn auf wahr gesetzt, werden die oben genannten Variablen zu jedem Zeitpunkt aktualisiert. Wenn auf falsch gesetzt, bleibt der Engraver unendlich lange im aktuellen Takt.

Zeitverwaltung kann geändert werden, indem man diese Variablen direkt beeinflusst. Im nächsten Beispiel wird die normale Taktart mit 4/4 angegeben, aber measureLength wird auf 5/4 gesetzt. An der Stelle 4/8 des dritten Taktes wird die Taktposition (measurePosition) um 1/8 auf 5/8 erhöht, so dass der Takt im Ergebnis 1/8 kürzer ist. Die nächste Taktlinie wird dann auch bei 9/8 gezogen und nicht bei 5/4.

\set Score.measureLength = #(ly:make-moment 5 4)
c1 c4
c1 c4
c4 c4
\set Score.measurePosition = #(ly:make-moment 5 8)
b4 b4 b8
c4 c1

[image of music]

Wie das Beispiel zeigt, erstellt ly:make-moment n m die Dauer Zähler/Nenner einer ganzen Note. Zum Beispiel heißt ly:make-moment 1 8 die Dauer einer Achtelnote, und ly:make-moment 7 16 die Dauer von sieben Sechszehntelnoten.

Siehe auch

Notationsreferenz: Taktzahlen, Musik ohne Metrum

Schnipsel: Rhythmus.

Referenz der Interna: Timing_translator, Score


1.3 Ausdrucksbezeichnungen

[image of music]

Dieser Abschnitt zeigt verschiedene Ausdrucksbezeichnungen, die zur Partitur hinzugefügt werden können.


1.3.1 An Noten angehängt

Dieser Abschnitt erklärt, wie man Ausdrucksbezeichnungen erstellt, die an Noten gebunden sind: Artikulationszeichen, Ornamente und Dynamikzeichen. Es werden auch Methoden gezeigt, eigene Ausdrucksbezeichnungen zu erstellen.


Artikulationszeichen und Verzierungen

Eine Vielfalt an Symbolen kann über und unter den Noten erscheinen, um zu markieren, auf welche Art die Note ausgeführt werden soll. Hierzu wird folgende Syntax benutzt:

Note\Bezeichnung

Die möglichen Werte für Bezeichnung sind aufgelistet in Liste der Arktikulationszeichen. Ein Beispiel:

c4\staccato c\mordent b2\turn
c1\fermata

[image of music]

Einige dieser Artikulationszeichen haben eine Abkürzung, damit es einfacher ist, sie zu schreiben. Die Abkürzung wird an die Notenbezeichnung gehängt, wobei ihre Syntax aus einem Minuszeichen - besteht, gefolgt von dem Symbol, das dem Artikultationszeichen zugeordnet ist. Es gibt diese Abkürzungen für marcato, stopped (gedämpft), tenuto, staccatissimo, accent, staccato, and portato. Die ihnen entsprchenden Symbole werden also folgendermaßen notiert:

c4-^  c-+  c--  c-|
c4->  c-.  c2-_

[image of music]

Die Regeln für die standardmäßige Platzierung von Artikulationszeichen werden in der Datei ‘scm/script.scm’ definiert. Artikulationszeichen und Onrnamente können manuell über oder unter dem System gesetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.

Ausgewählte Schnipsel

Die Standardwerte für Arkkikulationsabkürzungen verändern

Die Abkürzungen sind in der Datei ‘ly/script-init.ly’ definiert, wo den Variablen dashHat, dashPlus, dashDash, dashBar, dashLarger, dashDot und dashUnderscore Standardwerte zugewiesen werden. Diese Standardwerte können verändert werden. Um zum Beispiel die Abkürzung -+ (dashPlus) mit dem Triller anstatt mit dem +-Symbol zu assoziieren, muss der Wert trill der Variable dashPlus zugewiesen werden:

\relative c'' { c1-+ }
dashPlus = "trill"
\relative c'' { c1-+ }

[image of music]

Die vertikale Anordnung von Beschriftungen kontrollieren

Die vertikale Anordnung von Beschriftungen wird mit der 'script-priority-Eigenschaft kontrolliert. Um so kleiner die Zahl, umso näher wird die Beschriftung in Bezug auf die Note gesetzt. In diesem Beispiel hat das TextScript-Objekt (das Kreuz) zuerst die niedrigste Priorität, wird also auch am niedrigsten in dem ersten Beispiel gesetzt. Im zweiten Fall hat der Praller (das Script) die niedrigste Priorität, darum wird er am nächsten zum System gesetzt. Wenn zwei Objekte die gleiche Priorität haben, wird ihre Reihenfolge anhand ihres Auftretens in der Quelldatei entschieden.

\relative c''' {
  \once \override TextScript #'script-priority = #-100
  a2^\prall^\markup { \sharp }
  
  \once \override Script #'script-priority = #-100
  a2^\prall^\markup { \sharp }
}

[image of music]

Creating a delayed turn

Creating a delayed turn, where the lower note of the turn uses the accidental, requires several overrides. The outside-staff-priority property must be set to #f, as otherwise this would take precedence over the avoid-slur property. The value of halign is used to position the turn horizontally.

\relative c'' {
  \once \override TextScript #'avoid-slur = #'inside
  \once \override TextScript #'outside-staff-priority = ##f
  c2(^\markup \tiny \override #'(baseline-skip . 1) {
    \halign #-4
    \center-column {
      \sharp
      \musicglyph #"scripts.turn"
    }
  }
  d4.) c8
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Tenuto, Akzent, Staccato, Portato.

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Liste der Arktikulationszeichen, Triller.

Installierte Dateien: ‘scm/script.scm’.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: Script, TextScript.


Dynamik

Absolute Dynamikbezeichnung wird mit Befehlen nach den Noten angezeigt, etwa c4\ff. Die vordefinierten Befehle lauten: \ppppp, \pppp, \ppp, \pp, \p, \mp, \mf, \f, \ff, \fff, \ffff, \fp, \sf, \sff, \sp, \spp, \sfz, and \rfz. Die Dynamikzeichen können manuell unter- oder oberhalb des Systems platziert werden, siehe Richtung und Platzierung.

c2\ppp c\mp
c2\rfz c^\mf
c2_\spp c^\ff

[image of music]

Eine Crescendo-Klammer wird mit dem Befehl \< begonnen und mit \!, einem absoluten Dynamikbefehl oder einer weiteren Crescento- oder Decrescendo-Klammer beendet. Ein Decrescendo beginnt mit \> und wird auch beendet mit \!, einem absoluten Dynamikbefehl oder einem weiteren Crescendo oder Decrescendo. \cr und \decr können anstelle von \< und \> benutzt werden. Die Befehle ergeben standardmäßig Crescendo-Klammern.

c2\< c\!
d2\< d\f
e2\< e\>
f2\> f\!
e2\> e\mp
d2\> d\>
c1\!

[image of music]

Unsichtbare Pausen werden benötigt, um mehrere Zeichen einer Note zuzuweisen.

c4\< c\! d\> e\!
<< f1 { s4 s4\< s4\> s4\! } >>

[image of music]

In manchen Situationen kann auch der \espressivo-Befehl geeignet sein, ein An- und Abschwellen einer Note anzuzeigen.

c2 b4 a
g1\espressivo

[image of music]

Crescendo und Decrescendo kann auch mit Text anstelle der Klammern angezeigt werden. Gestrichelte Linien werden ausgegeben, um die Dauer des Crescendos oder Decrescendos anzuzeigen. Die vorgegebenen Befehle, mit denen dieses Verhalten erreicht werden kann, sind \crescTextCresc, \dimTextDecresc, \dimTextDecr und \dimTextDim. Die entsprechenden Befehle \crescHairpin und \dimHairpin stellen wieder die spitzen Klammern ein:

\crescTextCresc
c2\< d | e f\!
\dimTextDecresc
e2\> d | c b\!
\crescHairpin
c2\< d | e f\!
\dimHairpin
e2\> d\!

[image of music]

Um neue absolute Dynamikzeichen oder Text, der mit ihnen angeordnet wird, zu erstellen, siehe Neue Lautstärkezeichen.

Vertikale Position der Zeichen wird von der Funktion DynamicLineSpanner verwaltet.

Vordefinierte Befehle

\dynamicUp, \dynamicDown, \dynamicNeutral, \crescTextCresc, \dimTextDim, \dimTextDecr, \dimTextDecresc, \crescHairpin, \dimHairpin.

Ausgewählte Schnipsel

Das Verhalten von Crescendo-Klammern an Taktlinien beeinflussen

Wenn die Note, an welcher eine Crescendo-Klammer endet, die erste Note eines Taktes ist, wird die Klammer an der vorhergehenden Tatklinie beendet. Dieses Verhalten kann auch mit der Eigenschaft 'to-barline geändert werden:

\relative c'' {
  e4\< e2.
  e1\!
  \override Hairpin #'to-barline = ##f
  e4\< e2.
  e1\!
}

[image of music]

Die Mindestlänge von Crescendo-Klammern bestimmen

Wenn Crescendo-Klammern zu kurz sind, können sie verlängert werden, indem die minimum-length-Eigenschaft des Hairpin-Objektes verändert wird.

\relative c'' {
  c4\< c\! d\> e\!
  \override Hairpin #'minimum-length = #5
  << f1 { s4 s\< s\> s\! } >>
}

[image of music]

Crescendo Klammern al niente schreiben

Crescendo-Klammern können mit einem kleinen Kreis vor der Spitze notiert werden (al niente = bis zum Nichts), indem die circled-tip-Eigenschaft des Hairpin-Objekts auf #t gesetzt wird.

\relative c'' {
  \override Hairpin #'circled-tip = ##t
  c2\< c\!
  c4\> c\< c2\!
}

[image of music]

Vertikale Ausrichtung von Dynamik und Textbeschriftung beeinflussen

Indem man die 'Y-extent-Eigenschaft auf einen passenden Wert setzt, können alle DynamicLineSpanner-Objekte (Crescendo-Klammern und Dynamik-Texte) (hairpins and dynamic texts) unabhängig von ihrer wirklichen Ausdehnung an einem gemeinsamen Referenzpunkt ausgerichtet werden. Auf diese Weise ist jedes Element vertikal ausgerichtet und der Notensatz sieht ansprechender aus.

Die gleiche Idee wird benutzt, um Textbeschriftungen an ihrer Grundlinie auszurichten.

Noten = \relative c'' {
  c2\p^\markup { gorgeous } c\f^\markup { fantastic }
  c4\p c\f\> c c\!\p
}

{
  \Noten \break
  \override DynamicLineSpanner #'staff-padding = #2.0
  \override DynamicLineSpanner #'Y-extent = #'(-1.5 . 1.5)
  \override TextScript #'Y-extent = #'(-1.5 . 1.5)
  \Noten
}

[image of music]

Crescendo-Linien von Dynamik-Texten unterdrücken

Dynamik-Texte (wie cresc. und dim.) werden mit einer gestrichelten Linie gesetzt, die ihre Dauer anzeigt. Diese Linie kann auf foldenge Weise unterdrückt werden:

\relative c'' {
  \override DynamicTextSpanner #'dash-period = #-1.0
  \crescTextCresc
  c1\< | d | b | c\!
}

[image of music]

Text und Strecker-Stile für Dynamik-Texte ändern

Der Text, der für Crescendo und Decrescendo gestzt wird, kann geändert werden, indem man die Eigenschaften crescendoText und decrescendoText verändert. Der Stil des Streckers kann auch geändert werden, indem die 'style-Eigenschaft des DynamicTextSpanner beeinflusst wird. Der Standardwert ist 'hairpin, ander Möglichkeiten sind 'line, 'dashed-line und 'dotted-line:

\relative c'' {
  \set crescendoText = \markup { \italic { cresc. poco } }
  \set crescendoSpanner = #'text
  \override DynamicTextSpanner #'style = #'dotted-line
  a2\< a
  a2 a
  a2 a
  a2 a\mf
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: al niente, Crescendo, Decrescendo, Gabel. Handbuch zum Lernen: Artikulationszeichen und Lautstärke.

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Neue Lautstärkezeichen, Was geht in die MIDI-Ausgabe, MIDI-Lautstärke kontrollieren.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: DynamicText, Hairpin, DynamicLineSpanner.


Neue Lautstärkezeichen

Die einfachste ARt, eigene Dynamikbezeichnungen zu erstellen, ist die Benutzung von \markup-(Textbeschriftungs)-Objekten.

moltoF = \markup { molto \dynamic f }

\relative c' {
  <d e>16_\moltoF <d e>
  <d e>2..
}

[image of music]

Mit einer Textbeschriftung können editorische Dynamikzeichen (in runden oder eckigen Klammern) erstellt werden. Die Syntax für den Textbeschriftungsmodus wird erklärt in Text formatieren.

rundF = \markup { \center-align \concat { \bold { \italic ( }
           \dynamic f \bold { \italic ) } } }
KastenF = \markup { \bracket { \dynamic f } }
\relative c' {
  c1_\rundF
  c1_\KastenF
}

[image of music]

Einfache, mittig gesetzte Dynamikzeichen können schnell mit der make-dynamic-script-Funktion erstellt werden. Die Schriftart für Dynamikzeichen enthält nur die Buchstaben f,m,p,r,s sowie z.

sfzp = #(make-dynamic-script "sfzp")
\relative c' {
  c4 c c\sfzp c
}

[image of music]

Allgemein gesagt kann make-dynamic-script jegliches Textbeschriftungsobjekt als Argument haben. Im nächsten Beispiel wird die vertikale Ausrichtung von den Beschriftungen (engl. markup) und den spitzen Klammern an der selben Linie durch make-dynamic-script gewährleistet, wenn beide an die selbe Note angehängt werden.

rundF = \markup { \center-align \concat {
           \normal-text { \bold { \italic ( } }
           \dynamic f
           \normal-text { \bold { \italic ) } } } }
KastenF = \markup { \bracket { \dynamic f } }
rundFDynamik = #(make-dynamic-script rundF)
KastenFDynamik = #(make-dynamic-script KastenF)
\relative c' {
  c4_\rundFDynamik\< d e f
  g,1_\KastenFDynamik
}

[image of music]

Anstelle dessen kann auch die Scheme-Form des Beschriftungs-Modus verwendet werden. Seine Syntax ist erklärt in Beschriftungskonstruktionen in Scheme.

moltoF = #(make-dynamic-script
            (markup #:normal-text "molto"
                    #:dynamic "f"))
\relative c' {
  <d e>16 <d e>
  <d e>2..\moltoF
}

[image of music]

Die Auswahl von Schriftarten in Textbeschriftungen ist erklärt in Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle.

Siehe auch

Notationsreferenz: Text formatieren, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Beschriftungskonstruktionen in Scheme, Was geht in die MIDI-Ausgabe, MIDI-Lautstärke kontrollieren.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.


1.3.2 Bögen

Dieser Abschnitt erklärt, wie man verschiedene gebogene Ausdrucksbezeichnungen erstellt: Legato- und Phrasierungsbögen, Atemzeichen und Glissandos zu unbestimmten Tonhöhen.


Legatobögen

Ein Legatobogen (engl. slur) zeigt an, dass die Noten legato gespielt werden sollen. Er wird mit Klammern hinter den Notenwerten notiert.

f4( g a) a8 b(
a4 g2 f4)
<c e>2( <b d>2)

[image of music]

Legatobögen können manuell ober- oder unterhalb des Notensystems besetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.

c2( d)
\slurDown
c2( d)
\slurNeutral
c2( d)

[image of music]

Gleichzeitige, überlappende Legatobögen sind nicht erlaubt, aber ein Phrasierungsbogen kann einen Legatobogen überlappen. Damit können zwei Bögen gleichzeitig ausgegeben werden. Siehe auch Phrasierungsbögen.

Legatobögen können durchgehend, gepunket oder gestrichelt dargestellt werden. Standard ist der durchgehende Bogen:

c4( e g2)
\slurDashed
g4( e c2)
\slurDotted
c4( e g2)
\slurSolid
g4( e c2)

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\slurUp, \slurDown, \slurNeutral, \slurDashed, \slurDotted, \slurSolid.

Ausgewählte Schnipsel

Doppelte Bögen für Legato-Akkorde benutzen

Einige Komponisten schreiben doppelte Bögen, wenn Legato-Akkorde notiert werden. Das kann mit der Eigenschaft doubleSlurs erreicht werden.

\relative c' {
  \set doubleSlurs = ##t
  <c e>4( <d f> <c e> <d f>)
}

[image of music]

Positioning text markups inside slurs

Text markups need to have the outside-staff-priority property set to false in order to be printed inside slurs.

\relative c'' {
  \override TextScript #'avoid-slur = #'inside
  \override TextScript #'outside-staff-priority = ##f
  c2(^\markup { \halign #-10 \natural } d4.) c8
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Legatobogen.

Handbuch zum Lernen: Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen.

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung, Phrasierungsbögen.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: Slur.


Phrasierungsbögen

Ein Phrasierungsbogen verbindet Noten und wird verwendet, um einen musikalischen Ausdruck anzuzeigen. Er wird mit den Befehlen \( und \) eingegeben.

c4\( d( e) f(
e2) d\)

[image of music]

Im typographischen Sinne verhalten sich Phrasierungsbögen genauso wie Legatobögen. Sie werden aber als eigene Objekte behandelt. Ein \slurUp hat also keine Auswirkung auf die Phrasierungsbögen. Phrasierungsbögen können manuell oberhalb oder unterhalb des Notensystems gesetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.

c4\( g' c,( b) | c1\)
\phrasingSlurUp
c4\( g' c,( b) | c1\)

[image of music]

Simultane oder überlappende Phrasierungsbögen sind nicht erlaubt.

Phrasierungsbögen können durchgehend, gepunket oder gestrichelt dargestellt werden. Standard ist der durchgehende Bogen:

c4\( e g2\)
\phrasingSlurDashed
g4\( e c2\)
\phrasingSlurDotted
c4\( e g2\)
\phrasingSlurSolid
g4\( e c2\)

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\phrasingSlurUp, \phrasingSlurDown, \phrasingSlurNeutral, \phrasingSlurDashed, \phrasingSlurDotted, \phrasingSlurSolid.

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen.

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: PhrasingSlur.


Atemzeichen

Atemzeichen werden mit dem Befehl \breathe eingegeben.

c2. \breathe d4

[image of music]

Musikalische Zeichen für Atemzeichen in Alter Notation, auch Divisiones genannt, sind unterstützt. Für Einzelheiten siehe Divisiones.

Ausgewählte Schnipsel

Das Atemzeichen-Symbol verändern

Das Schriftzeichen für das Atemzeichen kann verändert werden, indem die Text-Eigenschaft des BreathingSign-Layoutobjekts mit einer beliebigen Textbeschriftung definiert wird.

\relative c'' {
  c2
  \override BreathingSign #'text = \markup { \musicglyph #"scripts.rvarcomma" }
  \breathe
  d2
}

[image of music]

Eine Zäsur einfügen

Zäsurzeichen können erstellt werden, indem die 'text-Eigenschaft des BreathingSign-Objektes verändert wird. Ein gekrümmtes Zäsurzeichen ist auch möglich.

\relative c'' {
  \override BreathingSign #'text = \markup {
    \musicglyph #"scripts.caesura.straight"
  }
  c8 e4. \breathe g8. e16 c4

  \override BreathingSign #'text = \markup {
    \musicglyph #"scripts.caesura.curved"
  }
  g8 e'4. \breathe g8. e16 c4
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Zäsur.

Notationsreferenz: Divisiones.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: BreathingSign.


Glissando zu unbestimmter Tonhöhe

Gleiten nach oben und unten kann mit dem Befehl \bendAfter notiert werden. Die Richtung des Glissandos wird mit einem Plus oder Minus (nach oben bzw. nach unten) angezeigt. Die Zahl zeigt die Intervallgröße an, über die sich das Glissando nach der Note erstreckt.

c2-\bendAfter #+4
c2-\bendAfter #-4
c2-\bendAfter #+8
c2-\bendAfter #-8

[image of music]

Das Minuszeichen (-) direkt vor dem \bendAfter-Befehl ist notwendig um unbestimmte Glissandos zu notieren.

Ausgewählte Schnipsel

Das Aussehen von unbestimmten Glissandi anpassen

Die shortest-duration-space-Eigenschaft kann verändert werden, um das Aussehen von unbestimmten Glissandi anzupassen.

\relative c'' {
  \override Score.SpacingSpanner #'shortest-duration-space = #4.0
  c2-\bendAfter #+5
  c2-\bendAfter #-3
  c2-\bendAfter #+8
  c2-\bendAfter #-6
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Glissando nach unten, doit.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.


1.3.3 Linien

Dieser Abschnitt zeigt, wie man verschiedene Ausdrucksbezeichnungen erstellt, die sich linear erstrecken: Glissando, Arppegio und Triller.


Glissando

Ein Glissando wird mit dem Befehl \glissando auf eine Note folgend notiert:

g2\glissando g'
c2\glissando c,

[image of music]

Verschiedene Glissando-Stile sind möglich. Für Einzelheiten siehe Zeilenstile.

Ausgewählte Schnipsel

Moderne Glissandi

Ein modernes Glissando ohne eine Endnote kann gesetzt werden, indem eine Kadenz eingesetzt wird und die Endnote unsichtbar gemacht wird.

\relative c'' {
  \time 3/4
  \override Glissando #'style = #'zigzag
  c4 c
  \cadenzaOn
  c4\glissando
  \hideNotes
  c,,4 
  \unHideNotes
  \cadenzaOff
  \bar "|"
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Glissando.

Notationsreferenz: Zeilenstile.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: Glissando.

Bekannte Probleme und Warnungen

Printing text over the line (such as gliss.) is not supported.


Arpeggio

Ein Arpeggio als Zeichen, dass ein Akkord gebrochen gespielt werden soll, kann mit dem Befehl \arpeggio hinter der Akkord-Konstruktion erzeugt werden.

<c e g c>1\arpeggio

[image of music]

Unterschiedliche Arpeggio-Typen können benutzt werden. \arpeggioNormal stellt wieder das normale Verhalten her:

<c e g c>2\arpeggio
\arpeggioArrowUp
<c e g c>2\arpeggio
\arpeggioArrowDown
<c e g c>2\arpeggio
\arpeggioNormal
<c e g c>2\arpeggio

[image of music]

Besondere Arpeggios mit Klammern können erstellt werden:

<c e g c>2
\arpeggioBracket
<c e g c>2\arpeggio
\arpeggioParenthesis
<c e g c>2\arpeggio
\arpeggioNormal
<c e g c>2\arpeggio

[image of music]

Ein Arpeggio kann auch explizit ausgeschrieben werden, indem Überbindungsbögen benutzt werden. Für mehr Information siehe Bindebögen.

Vordefinierte Befehle

\arpeggio, \arpeggioArrowUp, \arpeggioArrowDown, \arpeggioNormal, \arpeggioBracket, \arpeggioParenthesis.

Ausgewählte Schnipsel

Arpeggio über mehrere Systeme in anderen Kontexten

Arpeggio über mehrere Systeme können in anderen Kontexten als dem PianoStaff erstellt werden, wenn der Span_arpeggio_engraver in den Score-Kontext eingefügt wird.

\new PianoStaff \relative c'' <<
  \set PianoStaff.connectArpeggios = ##t
  \new Staff {
    <c e g c>4\arpeggio
    <g c e g>4\arpeggio
    <e g c e>4\arpeggio
    <c e g c>4\arpeggio
  }
  \new Staff {
    \clef bass
    \repeat unfold 4 {
      <c,, e g c>4\arpeggio
    }
  }
>>

[image of music]

Arpeggio zwischen Systemen in einem Klaviersystem erstellen

In einem Klaviersystem (PianoStaff) ist es möglich, ein Arpeggio zwischen beiden Systemen zu verbinden, indem die PianoStaff.connectArpeggios-Eigenschaft gesetzt wird.

\score {
  \new StaffGroup {
    \set Score.connectArpeggios = ##t
    <<
      \new Voice \relative c' {
        <c e>2\arpeggio
        <d f>2\arpeggio
        <c e>1\arpeggio
      }
      \new Voice  \relative c {
        \clef bass
         <c g'>2\arpeggio
         <b g'>2\arpeggio
         <c g'>1\arpeggio
      }
    >>
  }
  \layout {
    \context {
      \Score
      \consists "Span_arpeggio_engraver"
    }
  }
}

[image of music]

Arpeggios zwischen unterschiedlichen Stimmen erzeugen

Ein Arpeggio kann zwischen Noten aus unterschidlichen Stimmen auf demselben System gezogen werden, wenn der Span_arpeggio_engraver in den Staff-Kontext verschoben wird:

\new Staff \with {
  \consists "Span_arpeggio_engraver"
}
\relative c' {
  \set Staff.connectArpeggios = ##t
  <<
    { <e' g>4\arpeggio <d f> <d f>2 } \\
    { <d, f>2\arpeggio <g b>2 }
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Arpeggio.

Notationsreferenz: Bindebögen.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: Arpeggio, PianoStaff.

Bekannte Probleme und Warnungen

Es ist nicht möglich, Arpeggios zwischen Systemen und solche, die sich nur auf ein System erstrecken, zum gleichen Zeitpunkt in einem Klaviersystem (PianoStaff) zu benutzen.

Die Arpeggios im Klammer-Stil funktionieren nicht über mehrere Notensysteme.


Triller

Kurze Triller ohne eine Dauer werden nmit dem Befehl \trill notiert, siehe auch Artikulationszeichen und Verzierungen.

Längere Triller mit einer Dauer werden mit den Befehlen \startTrillSpan zu Beginn und \stopTrillSpan am Ende erstellt.

d1~\startTrillSpan
d1
c2\stopTrillSpan r2

[image of music]

Das nächste Beispiel zeigt Triller in Kombination mit einem Vorschlag. Die Syntax dieser Konstruktion und die Methode, wie man die Vorschläge genau positioniert, ist beschrieben in Verzierungen.

c1 \afterGrace
d1\startTrillSpan { c32[ d]\stopTrillSpan }
e2 r2

[image of music]

Triller, die auf einer bestimmten Note ausgeführt werden sollen, können mit dem Befehl pitchedTrill notiert werden. Das erste Argument ist die Hauptnote, das zweite die Note, auf der getrillert wird. Sie wird als Note ohne Hals in Klammern ausgegeben.

\pitchedTrill e2\startTrillSpan fis
d\stopTrillSpan

[image of music]

Im nächsten Beispiel ist der zweite Triller nicht eindeutig notiert, denn das Versetzungszeichen der Trillernote ist nicht ausgegeben. Man kann das Versetzungszeichen erzwingen. Der zweite Takt zeigt diese Methode:

\pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis
g\stopTrillSpan
\pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis
g\stopTrillSpan
\pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis
g\stopTrillSpan
\pitchedTrill eis4\startTrillSpan fis!
g\stopTrillSpan

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\startTrillSpan, \stopTrillSpan.

Siehe auch

Glossar: Triller.

Notationsreferenz: Artikulationszeichen und Verzierungen, Verzierungen.

Schnipsel: Ausdrucksbezeichnungen.

Referenz der Interna: TrillSpanner.


1.4 Wiederholungszeichen

[image of music]

Wiederholung ist ein zentrales Konzept in der Musik, und es gibt eine ganze Vielzahl von Notationsmöglichkeiten für Wiederholungen. LilyPond unterstützt folgende Arten von Wiederholungen:

volta (Wiederholungsklammer)

Die wiederholte Musik wird nicht geschreiben, sondern zwischen zwei Wiederholungstaktstrichen eingeschlossen. Wenn die Wiederholung am Anfang eines Stückes beginnt, wird nur am Ende der Wiederholung eine Wiederholungstaktlinie gesetzt. Alternative Schlüsse (Volta) werden von links nach rechts mit Klammern gesetzt. Das ist die Standardnotationspraxis für Wiederholungen mit alternativen Schlüssen.

unfold (aufklappen)

Die wiederholte Musik wird ausgeschrieben, so oft, wie es durch Wiederholungszähler definiert wird. Das erspart Arbeit, wenn repititive Musik notiert wird.

percent (Prozent-Wiederholung)

Das sind Noten- oder Taktwiederholungen, sie sehen aus wie ein Schrägstrich bzw. wie ein Prozentzeichen.

tremolo

Das wird benutzt, um Tremolo-Wiederholungen am Notenhals zu notieren.


1.4.1 Lange Wiederholungen


Normale Wiederholungen

Die Syntax für normale Wiederholungen ist

\repeat Typ Wiederholungszähler musikAusdr

wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist. Alternative Schlüsse können mit \alternative gesetzt werden. Damit die alternativen Schlüsse von den wiederholten Noten abgegrenzt werden, müssen sie in geschweiften Klammern zusammengefasst werden. Wenn es mehr Wiederholungen gibt, als Alternativen angegeben sind, erhalten die ersten Wiederholungen den ersten Schluss.

Normale Wiederholungen ohne alternative Schlüsse:

\repeat volta 2 { c4 d e f }
c2 d
\repeat volta 2 { d4 e f g }

[image of music]

Normale Wiederholungen mit alternativen Schlüssen:

\repeat volta 4 { c4 d e f }
\alternative {
  { d2 e }
  { f2 g }
}
c1

[image of music]

Normale Wiederholungen mit Auftakt können auf zwei Arten notiert werden:

\partial 4
e |
\repeat volta 4 { c2 d | e2 f | }
\alternative {
  { g4 g g e }
  { a4 a a a | b2. }
}

[image of music]

oder

\partial 4
\repeat volta 4 { e4 | c2 d | e2 f | }
\alternative {
  { \partial 4*3 g4 g g }
  { a4 a a a | b2. }
}

[image of music]

Bindebögen können auch an eine zweite Klammer angefügt werden:

c1
\repeat volta 2 { c4 d e f ~ }
\alternative {
  { f2 d }
  { f2\repeatTie f, }
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Shortening volta brackets

By default, the volta brackets will be drawn over all of the alternative music, but it is possible to shorten them by setting voltaSpannerDuration. In the next example, the bracket only lasts one measure, which is a duration of 3/4.

\relative c'' {
  \time 3/4
  c4 c c
  \set Score.voltaSpannerDuration = #(ly:make-moment 3 4)
  \repeat volta 5 { d4 d d }
  \alternative {
    {
      e4 e e
      f4 f f
    }
    { g4 g g }
  }
}

[image of music]

Adding volta brackets to additional staves

The Volta_engraver by default resides in the Score context, and brackets for the repeat are thus normally only printed over the topmost staff. This can be adjusted by adding the Volta_engraver to the Staff context where the brackets should appear; see also the "Volta multi staff" snippet.

<<
  \new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
  \new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
  \new Staff \with { \consists "Volta_engraver" } { c'2 g' e' a' }
  \new Staff { \repeat volta 2 { c'1 } \alternative { c' } }
>>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Wiederholungen, Volta-Klammer.

Notationsreferenz: Taktlinien, Umgebungs-Plugins verändern.

Schnipsel: Wiederholungszeichen.

Referenz der Interna: VoltaBracket, RepeatedMusic, VoltaRepeatedMusic, UnfoldedRepeatedMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Eine ineinandergeschachtelte Wiederholung wie

\repeat …
\repeat …
\alternative

ist mehrdeutig, weil nicht klar ist, zu welchem \repeat-Abschnitt die \alternative-Endung gehört. Diese Mehrdeutigkeit wird von LilyPond aufgelöst, indem die alternative Endung immer zu der innersten Wiederholung gehört. Um Klarheit zu schaffen, bietet es sich an, in solchen Situationen Klammern zu benutzen.

Die Taktposition wird bei einer alternativen Endung nicht mitgeteilt, so dass nach einer Wiederholung diese Information manuell angegeben werden muss, entweder durch setzen von Score.measurePosition oder indem der Befehl \partial benutzt wird. Gleichermaßen werden auch Bindebögen nicht wiederholt.


Manuelle Wiederholungszeichen

Achtung: Diese Methoden werden nur verwendet, um ungewöhnliche Wiederholungskonstruktionen darzustellen und können sich unerwünscht verhalten. In den meisten Fällen sollten Wiederholungen mit dem Befehl \repeat erstellt werden oder indem die entsprechenden Taktstriche eingegeben werden. Mehr Information in Taktlinien.

Die Eigenschaft repeatCommands kann verwendet werden, um das Aussehen der Wiederholungen zu beeinflussen. Ihr Argument ist eine Scheme-Liste an Wiederholungsbefehlen.

start-repeat

Setzt eine |: Taktlinie.

c1
\set Score.repeatCommands = #'(start-repeat)
d4 e f g
c1

[image of music]

Der Notensatzpraxis folgend werden Wiederholungstaktstrichen nicht zu Beginn eines Stückes gesetzt.

end-repeat

Setzt eine :| Taktlinie.

c1
d4 e f g
\set Score.repeatCommands = #'(end-repeat)
c1

[image of music]

(volta Zahl) ... (volta #f)

Setzt eine Volta-Klammer mit der Beschriftung Nummer. Die Volta-Klammer muss explizit beendet werden, sonst wird sie nicht ausgegeben.

f4 g a b
\set Score.repeatCommands = #'((volta "2"))
g4 a g a
\set Score.repeatCommands = #'((volta #f))
c1

[image of music]

Mehrfache Wiederholungszeichen können an der selben Stelle vorkommen:

f4 g a b
\set Score.repeatCommands = #'((volta "2, 5") end-repeat)
g4 a g a
c1
\set Score.repeatCommands = #'((volta #f) (volta "95") end-repeat)
b1
\set Score.repeatCommands = #'((volta #f))

[image of music]

Text kann auch in der Volta-Klammer gesetzt werden. Der Text kann aus Zahlen oder einer Zahl oder einer Textbeschriftung bestehen, siehe Text formatieren. Die einfachste Art Text zu benutzen ist, die Beschriftung zuerst zu definieren und dann die Beschriftung in einer Scheme-Liste einzufügen.

VoltaAdLib = \markup { 1. 2. 3... \text \italic { ad lib. } }
\relative c'' {
  c1
  \set Score.repeatCommands = #(list(list 'volta VoltaAdLib) 'start-repeat)
  c4 b d e
  \set Score.repeatCommands = #'((volta #f) (volta "4.") end-repeat)
  f1
  \set Score.repeatCommands = #'((volta #f))
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Printing a repeat sign at the beginning of a piece

A |: bar line can be printed at the beginning of a piece, by overriding the relevant property:

\relative c'' {
  \once \override Score.BreakAlignment #'break-align-orders =
        #(make-vector 3 '(instrument-name
                          left-edge
                          ambitus
                          span-bar
                          breathing-sign
                          clef
                          key-signature
                          time-signature
                          staff-bar
                          custos
                          span-bar))
  \bar "|:"
  c1
  d1
  d4 e f g
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Taktlinien, Text formatieren.

Schnipsel: Wiederholungszeichen.

Referenz der Interna: VoltaBracket, RepeatedMusic, VoltaRepeatedMusic.


Ausgeschriebene Wiederholungen

Mit dem unfold-Befehl können Wiederholungen eingesetzt werden, um repitetive Musik zu notieren. Die Syntax ist

\repeat unfold Wiederholgunszähler musikAusdr

wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist und Wiederholungszähler die Anzahl bezeichnet, mit der musikAusdr wiederholt wird.

c1
\repeat unfold 2 { c4 d e f }
c1

[image of music]

Ausgeschriebene Wiederholungen können auch alternative Schlüsse haben. Wenn mehr Wiederholungen als alternative Schlüsse notiert werden, wird der erste Schluss für die ersten Wiederholungen benutzt.

c1
\repeat unfold 2 { g4 f e d }
  \alternative {
    { cis2 g' }
    { cis,2 b }
  }
c1

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Wiederholungszeichen.

Referenz der Interna: RepeatedMusic, UnfoldedRepeatedMusic.


1.4.2 Kurze Wiederholungen

Dieser Abschnitt zeigt, wie man kurze Wiederholungen notiert. Kurze Wiederholungen haben zwei grundlegende Formen: Wiederholungen von einer Note bis zu zwei Takten, die mit Schrägstrichen oder Prozentzeichen dargestellt werden, und Tremolos.


Prozent-Wiederholungen

Kurze wiederholte Musikphrasen werden unterstützt. Dabei werden die Noten einmal gedruckt und dann durch ein spezielles Zeichen ersetzt. Phrasen, die kürzer als ein Takt sind, durch einen Schrägstrich dargestellt, Phrasen von ein oder zwei Takten Dauer werden durch ein dem Prozentzeichen ähnlichen Zeichen markiert. Die Syntax lautet

\repeat percent Wiederholungszahl musikAusdr

wobei musikAusdr ein musikalischer Ausdruck ist.

\repeat percent 4 { c4 }
\repeat percent 2 { b4 a g f }
\repeat percent 2 { c2 es | f4 fis g c | }

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Percent repeat counter

Measure repeats of more than two repeats can get a counter when the convenient property is switched, as shown in this example:

\relative c'' {
  \set countPercentRepeats = ##t
  \repeat percent 4 { c1 }
}

[image of music]

Percent repeat count visibility

Percent repeat counters can be shown at regular intervals by setting the context property repeatCountVisibility.

\relative c'' {
  \set countPercentRepeats = ##t
  \set repeatCountVisibility = #(every-nth-repeat-count-visible 5)
  \repeat percent 10 { c1 } \break
  \set repeatCountVisibility = #(every-nth-repeat-count-visible 2)
  \repeat percent 6 { c1 d1 }
}

[image of music]

Isolated percent repeats

Isolated percents can also be printed. This is done by entering a multi-measure rest with a different print function:

\relative c'' {
  \override MultiMeasureRest #'stencil
    = #ly:multi-measure-rest::percent
  \override MultiMeasureRest #'thickness = #0.48
  R1
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Prozent-Wiederholung, gleichartig.

Schnipsel: Wiederholungszeichen.

Referenz der Interna: RepeatSlash, PercentRepeat, DoublePercentRepeat, DoublePercentRepeatCounter, PercentRepeatCounter, PercentRepeatedMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Nur drei Arten von Prozent-Wiederholungen sind unterstützt: ein einfacher Schrägstrich, der einen Taktschlag darstellt (unabhängig von der wirklichen Dauer der wiederholten Noten), ein einfacher Schrägstrich mit Punkten, der einen ganzen wiederholten Takt darstellt und zwei Schrägstriche mit Punkten über eine Taktlinie gedruckt, der zwei ganze Takte darstellt. Weder können mehrere Schrägstriche für Taktwiederholungen von Sechzehntelnoten dargestellt werden, noch zwei Striche mit Punkten für nur einen Takt, der aus unterschiedlichen Notenwerten besteht.


Tremolo-Wiederholung

Tremolos können in zwei Arten notiert werden: als Wechsel zwischen zwei Noten oder Akkorden oder als schnelle Wiederholung einer einzigen Note. Tremolos, die als Wechsel realisiert werden, werden dargestellt, indem Balken zwischen die Noten gesetzt werden, Tremolos, die eine schnelle Wiederholung darstellen, haben Balken oder Schrägstriche am Hals einer einzigen Note.

Um Tremolobalken zwischen Noten zu setzen, kann der \repeat-Befehl mit dem Tremolo-Stil benutzt werden:

\repeat tremolo 8 { c16 d }
\repeat tremolo 6 { c16 d }
\repeat tremolo 2 { c16 d }

[image of music]

Die \repeat tremolo-Syntax braucht genau zwei Noten innerhalb der geschweiften Klammern, und die Anzahl der Wiederholungen muss einem Wert entsprechen, der mit einfachen oder punktierten Noten ausgedrückt werden kann. \repeat tremolo 7 funktioniert und setzt Tremolo für die Dauer einer Doppeltpunktierten, aber \repeat tremolo 9 funktioniert nicht.

Die Dauer des Tremolos entspricht der Dauer der Wertes in Klammern, multipliziert mit der Zahl der Wiederholungen: \repeat tremolo 8 { c16 d16 } ergibt ein Tremolo für eine Ganze, notiert als zwei Ganze, die zwei Tremolobalken zwischen sich haben.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Tremolozeichen zu einer einzelnen Noten hinzuzufügen. Die \repeat tremolo-Syntax kann hier auch benutzt werden; in diesem Fall wird die Note allerdings nicht eingeklammert:

\repeat tremolo 4 c'16

[image of music]

Die gleiche Darstellung wird erreicht, indem nach der Note „:[Zahl]“ geschrieben wird. Die Zahl zeigt die Dauer der Unterteilung an, und sie muss mindestens den Wert 8 haben. Ein Wert von 8 ergibt einen Balken durch den Notenhals. Wenn die Zahl ausgelassen wird, wird der letzte benutzte Wert eingesetzt (gespeichert in tremoloFlags):

c2:8 c:32
c: c:

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Wiederholungszeichen.

Bekannte Probleme und Warnungen

Tremolo über Notensysteme hinweg funktioniert nicht gut.


1.5 Gleichzeitig erscheinende Noten

[image of music]

Polyphonie bedeutet in der musikalischen Terminologie das Vorhandensein von mehr als einer (eigenständigen) Stimme in einem Stück. Für LilyPond bedeutet es aber das Vorhandensein von mehr als einer Stimme pro System.


1.5.1 Eine einzelne Stimme

Dieser Abschnitt behandelt gleichzeitige Noten innerhalb derselben Stimme.


Noten mit Akkorden

Ein Akkord wird notiert, indem die zu ihm gehörenden Tonhöhen zwischen spitze Klammern (< und >) gesetzt werden. Auf einen Akkord kann eine Dauer-Angabe und/oder eine Anzahl an Artikulationsbezeichnungen folgen, genauso wie bei einfachen Noten.

<c e g>2 <c f a>4-> <e g c>-.

[image of music]

Der relative Modus kann auch für Tonhöhen in Akkorden benutzt werden. Die Oktave jeder Tonhöhe wird relativ zur vorhergehenden Tonhöhe bestimmt. Eine Ausnahme bildet die erste Tonhöhe in einem Akkord: ihre Oktave wird bestimmt relativ zur ersten Tonhöhe des vorherigen Akkords.

Mehr Information über Akkorden findet sich in Notation von Akkorden.

Siehe auch

Musikglossar: Akkord.

Handbuch zum Lernen: Noten zu Akkorden verbinden.

Notationsreferenz: Notation von Akkorden.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.


Gleichzeitige Ausdrücke

Eine oder mehrere musikalische Ausdrücke, die in doppelte spitze Klammern eingeschlossen werden, werden gleichzeitig gesetzt. Wenn der erste Ausdruck mit einer einzelnen Note beginnt oder die gesamte Konstruktion explizit in einer einzelnen Stimme erstellt wird, wird auch nur ein Notensystem erstellt. In anderem Falle werden die Elemente der simultanen Konstruktion auf unterschiedlichen Systemen gesetzt.

Das nächste Beispiel zeigt simultane Konstruktionen auf einem System:

\new Voice {  % explizit eine Stimme
  << {a4 b g2} {d4 g c,2} >>
}

[image of music]

% einzelne erste Note
a << {a4 b g}  {d4 g c,} >>

[image of music]

Dass kann benutzt werden, wenn die simultanen Abschnitte einen identischen Rhythmus haben, aber wenn versucht wird, Noten mit unterschiedlicher Dauer an denselben Hals zu setzen, gibt es Fehlermeldungen.

Das nächste Beispiel zeigt, wie ein simultaner Ausdruck implizit mehrere Systeme erstellt:

% keine einzelne erste Note
<< {a4 b g2}  {d4 g2 c,4} >>

[image of music]

In diesem Fall stellt der unterschiedliche Rhythmus kein Problem dar.


Cluster

Ein Cluster zeigt an, dass alle Tonhöhen in einem Bereich gleichzeitig gespielt werden sollen. Cluster können gedeutet werden als eine Zusammenfassung einer ganzen Anzahl von Noten. Sie werden notiert, indem die Funktion \makeClusters auf eine Reihe von Akkorden angewendet wird:

\makeClusters { <g b>2 <c g'> }

[image of music]

Normale Noten und Cluster können zusammen im selben System notiert werden, sogar gleichzeitig. In solchen Fällen wird nicht versucht, automatisch Zusammenstöße zwischen normalen Noten und Clustern aufzulösen.

Siehe auch

Musikglossar: Cluster.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.

Referenz der Interna: ClusterSpanner, ClusterSpannerBeacon, Cluster_spanner_engraver.

Bekannte Probleme und Warnungen

Cluster sehen nur gut aus, wenn sie wenigstens über zwei Akkorde reichen – anderfalls sind sie zu schmal.

Cluster haben keine Hälse und können auch selber keine Dauern darstellen, aber die Länge des gesetzten Clusters wird erschlossen anhand der Dauern der definierten Akkorde. Voneinander getrennte Cluster brauchen eine unsichtbare Pause zwischen sich.

Cluster produzieren kein MIDI.


1.5.2 Mehrere Stimmen

Dieser Abschnitt behandelt gleichzeitige Noten in mehreren Stimmen oder mehreren Systemen.


Mehrstimmigkeit in einem System

Stimmen explicit beginnen

Die grundlegende Struktur, die man benötigt, um mehrere unabhängige Stimmen in einem Notensystem zu setzen, ist im Beispiel unten dargestellt:

\new Staff <<
  \new Voice = "first"
    { \voiceOne r8 r16 g e8. f16 g8[ c,] f e16 d }
  \new Voice= "second"
    { \voiceTwo d16 c d8~ d16 b c8~ c16 b c8~ c16 b8. }
>>

[image of music]

Stimmen werden hier explizit erstellt und erhalten Bezeichnungen zugewiesen. Die \voiceOne ... \voiceFour-Befehle stellen die Stimmen so ein, dass für die erste und dritte Stimme die Hälse nach oben zeigen, für die zweite und vierte Stimme hingegen nach unten. Die Noten der dritten und vierten Stimme werden horizontal verschoben, und Pausen in den entsprechenden Stimmen werden automatisch verschoben, um Zusammenstöße zu vermeiden. Der \oneVoice-Befehl stellt das Standardverhalten mit neutralen Halsrichtungen wieder her.

Vorrübergehende polyphone Passagen

Ein vorrübergehender polyphoner Abschnitt kann mit folgender Konstruktion erstellt werden:

<< { \voiceOne ... }
  \new Voice { \voiceTwo ... }
>> \oneVoice

Der erste Ausdruck innerhalb des polyphonen Abschnitts wird in den Voice-Kontext gestellt, der unmittelbar vor dem polyphonen Abschnitt aktiv war, und der gleiche Voice-Kontext setzt sich nach dem Abschnitt fort. Andere Ausdrücke innerhalb der eckigen Klammern werden anderen Stimmennummern zugewiesen. Damit lassen sich auch Gesangstexte einer durchgehenden Stimme vor, während und nach dem polyphonen Abschnitt zuweisen:

<<
  \new Voice = "Melodie" {
    a4
    <<
      {
        \voiceOne
        g f
      }
      \new Voice {
        \voiceTwo
        d2
      }
    >>
    \oneVoice
    e4
  }
  \new Lyrics \lyricsto "Melodie" {
  This is my song.
  }
>>

[image of music]

Hierbei sind die Befehle \voiceOne und \voiceTwo notwendig, um die Einstellungen für jede Stimme zu initialisieren.

Die Konstruktion mit doppeltem Backslash

Die << {...} \\ {...} >>-Konstruktion, in welcher die beiden (oder mehreren) Ausdrücke durch doppelte Backslash-Zeichen (Taste AltGr+ß) getrennt werden, verhält sich anderes als die ähnliche Konstruktion ohne die doppelten Schrägstriche: alle Ausdrücke innerhalb der eckigen Klammern werden in diesem Fall jeweils neuen Voice-Kontexten zugeordnet. diese neuen Voice-Kontexte werden implizit erstellt und haben die festen Bezeichnungen "1", "2" usw.

Das erste Beispiel könnte also auch wie folgt notiert werden:

<<
  { r8 r16 g e8. f16 g8[ c,] f e16 d }
  \\
  { d16 c d8~ d16 b c8~ c16 b c8~ c16 b8. }
>>

[image of music]

Diese Syntax kann benutzt werden, wenn es keine Rolle spielt, ob vorrübergehend Stimmen erstellt werden und dann wieder verworfen werden. Diese implizit erstellten Stimmen erhalten die Einstellungen, die in den Befehlen \voiceOne ... \voiceFour enthalten sind, in der Reihenfolge, in der sie im Quelltext auftauchen.

Im nächsten Beispiel zeigen die Hälse der zeitweiligen Stimme nach oben, sie wird deshalb erst als dritte in der Konstruktion notiert, damit sie die Eigenschaften von voiceThree zugewiesen bekommt. Unsichtbare Pause werden eingesetzt, damit keine doppelten Pausen ausgegeben werden.

<<
  { r8 g g  g g f16 ees f8 d }
  \\
  { ees,8 r ees r d r d r }
  \\
  { d'8 s c s bes s a s }
>>

[image of music]

Es wird sehr empfohlen, in allen außer den allereinfachsten Stücken explizite Stimmenkontexte zu erstellen, wie erklärt in Kontexte und Engraver und Stimmen explizit beginnen.

Identische Rhythmen

Wenn paralelle Abschnitte gesetzt werden sollen, die identischen Rhythmus haben, kann man die Ausdrücke in einen einzigen Voice-Kontext parallel kombinieren, sodass sich Akkorde ergeben. Um das zu erreichen, müssen sie einfach von spitzen Klammern innerhalb einer expliziten Stimme umgeben werden:

\new Voice <<
  { e4 f8 d e16 f g8 d4 }
  { c4 d8 b c16 d e8 b4 }
>>

[image of music]

Mit dieser Methode können sich seltsame Balken und Warnungen ergeben, wenn die Musikausdrücke nicht den gleichen Rhythmus haben.

Vordefinierte Befehle

\voiceOne, \voiceTwo, \voiceThree, \voiceFour, \oneVoice.

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Voice enthält Noten, Stimmen explizit beginnen.

Notationsreferenz: Schlagzeugsysteme, Unsichtbare Pausen.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.


Stimmenstile

Stimmen können unterschiedliche Farben erhalten, um einfach erkennbar zu sein:

<<
  { \voiceOneStyle d4 c2 b4 }
  \\
  { \voiceTwoStyle e,2 e }
  \\
  { \voiceThreeStyle b2. c4 }
  \\
  { \voiceFourStyle g'2 g }
>>

[image of music]

Der \voiceNeutralstyle-Befehl wird benutzt, um wieder die Standardausgabe einzuschalten.

Vordefinierte Befehle

\voiceOneStyle, \voiceTwoStyle, \voiceThreeStyle, \voiceFourStyle, \voiceNeutralStyle.

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Ich höre Stimmen, Mehr Information.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.


Auflösung von Zusammenstößen

Die Notenköpfe von Noten in unterschiedlichen Stimmen mit derselben Tonhöhe, demselben Notenkopf und den Hälsen in entgegengesetzte Richtungen werden automatisch verschmolzen, aber Noten mit unterschiedlichen Köpfen oder den Hälsen in die selbe Richtung werden nicht verschmolzen. Pausen, die einem Hals in einer anderen Stimme gegenüberstehen, werden vertikal verschoben.

<<
  {
    c8 d e d c d c4
    g'2 fis
  } \\ {
    c2 c8. b16 c4
    e,2 r
  } \\ {
    \oneVoice
    s1
    e8 a b c d2
  }
>>

[image of music]

Noten mit unterschiedlichen Notenköpfen können verschmolzen werden, mit der Ausnahme von Halben- und Viertelnotenköpfen:

<<
  {
    \mergeDifferentlyHeadedOn
    c8 d e d c d c4
    g'2 fis
  } \\ {
    c2 c8. b16 c4
    e,2 r
  } \\ {
    \oneVoice
    s1
    e8 a b c d2
  }
>>

[image of music]

Auch Köpfe mit unterschiedlichen Punktierungen können verschmolzen werden:

<<
  {
    \mergeDifferentlyHeadedOn
    \mergeDifferentlyDottedOn
    c8 d e d c d c4
    g'2 fis
  } \\ {
    c2 c8. b16 c4
    e,2 r
  } \\ {
    \oneVoice
    s1
    e8 a b c d2
  }
>>

[image of music]

Die Halbe und die Achtel am Anfang des zweiten Taktes werden fehlerhaft verschmolzen, weil \mergeDifferentlyHeadedOn (Unterschiedliche Köpfe Verschmelzen An) nicht richtig arbeiten kann, wenn drei oder mehr Noten zur gleichen Zeit auftreten – in diesem Fall wird eine Warnung ausgegeben. Damit die Verschmlezung richtig funktionieren kann, muss ein \shift (Verschiebung) der Note hinzugefügt werden, die nicht mit verschmolzen werden soll. In diesem Fall wurde \shiftOn gesetzt, um das oberste g aus der Kolumne zu entfernen. Jetzt funktioniert \mergeDifferentlyHeadedOn so wie es soll.

<<
  {
    \mergeDifferentlyHeadedOn
    \mergeDifferentlyDottedOn
    c8 d e d c d c4
    \shiftOn
    g'2 fis
  } \\ {
    c2 c8. b16 c4
    e,2 r
  } \\ {
    \oneVoice
    s1
    e8 a b c d2
  }

>>

[image of music]

Die Befehle \shiftOn, \shiftOnn und \shiftOnnn bezeichnen den Grad, mit dem Noten der aktuellen Stimme verschoben werden sollen. Die äußeren Stimmen (normalerweise Stimme eins und zwei) haben diese Funktion standardmäßig ausgeschaltet (\shiftOff), während die inneren Stimmen (drei und vier) ein \shiftOn eingestellt haben (Verschiebung an). Die Befehle \shiftOnn und \shiftOnnn stellen weitere Verschiebungesebenen dar.

Noten werden nur verschmolzen, wenn ihre Hälse in gegengesetzte Richtungen zeigen (also etwa wie Voice 1 und 2).

Vordefinierte Befehle

\mergeDifferentlyDottedOn, \mergeDifferentlyDottedOff, \mergeDifferentlyHeadedOn, \mergeDifferentlyHeadedOff, \shiftOn, \shiftOnn, \shiftOnnn, \shiftOff.

Ausgewählte Schnipsel

Additional voices to avoid collisions

In some instances of complex polyphonic music, additional voices are necessary to prevent collisions between notes. If more than four parallel voices are needed, additional voices can be added by defining a variable using the Scheme function context-spec-music.

StimmeFünf = #(context-spec-music (make-voice-props-set 4) 'Voice)
\relative c'' {
  \time 3/4 \key d \minor \partial 2
  <<
    { \voiceOne
      a4. a8
      e'4 e4. e8
      f4 d4. c8
    } \\ {
      \voiceThree
      f,2
      bes4 a2
      a4 s2
    } \\ {
      \StimmeFünf
      s2
      g4 g2
      f4 f2
    } \\ {
      \voiceTwo
      d2
      d4 cis2
      d4 bes2
    }
  >>
}

[image of music]

Forcing horizontal shift of notes

When the typesetting engine cannot cope, the following syntax can be used to override typesetting decisions. The units of measure used here are staff spaces.

\relative c' <<
  {
    <d g>2 <d g>
  }
  \\
  {
    <b f'>2
    \once \override NoteColumn #'force-hshift = #1.7
    <b f'>2
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Musikglossar: Polyphonie.

Handbuch zum Lernen: Mehrere Noten auf einmal, Voice enthält Noten, Kollision von Objekten.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.

Referenz der Interna: NoteColumn, NoteCollision, RestCollision.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn \mergeDifferentlyHeadedOn mit einer Achtel- oder kürzeren Note benutzt wird, deren Hals nach oben zeigt, und einer Halben Note mit Hals nach unten, erhält der Hals der Achtelnote eine geringe Verschiebung, weil der schwarze und weiße Notenkopf eine unterschiedliche Breite beistzen.

Es gibt keine Unterstützung für Akkorde, in denen die gleiche Note mit unterschiedlichen Versetzungszeichen im selben Akkord auftaucht. In diesem Fall wird empfohlen, enharmonische Töne zu verwenden, oder die besondere Cluster-Notation (siehe Cluster).


Automatische Kombination von Stimmen

Automatische Kombination von Stimmen wird verwendet, um zwei Stimmen auf einem Notensystem zu setzen. Es wird vor allem in Orchesterpartituren eingesetzt. Wenn beide Stimmen für einige Noten identisch sind, wird nur eine dargestellt. An den Stellen, an denen die beiden Stimmen sich unterscheiden, werden sie als unterschiedliche Stimmen gesetzt, und die Richtung der Hälse wird automatisch bestimmt. Zusätzlich werden solo und a due-Stellen erkannt und bezeichnet.

Die Syntax zur Stimmenkombination lautet:

\partcombine musikAusdr1 musikAusdr2

Das nächste Beispiel zeigt, wie die Kombination funktioniert. Hier werden die Stimmen erst auf einem jeweils eigenen System und dann kombiniert gesetzt, beachten Sie, wie sich die Einstellungen für Polyphonie ändern.

InstrumentEins = \relative c' {
  c4 d e f
  R1
  d'4 c b a
  b4 g2 f4
  e1
}

InstrumentZwei = \relative g' {
  R1
  g4 a b c
  d c b a
  g f( e) d
  e1
}

<<
  \new Staff \InstrumentEins
  \new Staff \InstrumentZwei
  \new Staff \partcombine \InstrumentEins \InstrumentZwei
>>

[image of music]

Die Noten des dritten Taktes werden nur einfach ausgegeben, obwohl sie ein beiden Stimmen definiert sind. Die Richtung von Hälsen und Bögen werden automatisch gewählt, abhängig davon ob es eine Solo-Stelle oder Unisono ist. In polyphonen Situationen erhält die erste Stimme immer Hälse nach oben, die zweite Stimme Hälse nach unten. An Solo-Stellen werden die Stimmen mit „Solo“ bzw. „Solo II“ bezeichnet. Die Unisono-Stellen (a due) werden mit dem Text „a2“ gekennzeichnet.

Beide Argumente von \partcombine werden als Voice-Kontexte interpretiert. Wenn relative Oktaven benutzt werden, muss \relative für beide Stimmen benutzt werden, also:

\partcombine
  \relative … musikAusdr1
  \relative … musikAusdr2

Ein \relative-Abschnitt, der sich außerhalb von\partcombine befindet, hat keinen Einfluss auf die Tonhöhen von musikAusdr1 oder musikAusdr2.

Ausgewählte Schnipsel

Combining two parts on the same staff

The part combiner tool ( \partcombine command ) allows the combination of several different parts on the same staff. Text directions such as "solo" or "a2" are added by default; to remove them, simply set the property printPartCombineTexts to "false". For vocal scores (hymns), there is no need to add "solo"/"a2" texts, so they should be switched off. However, it might be better not to use it if there are any solos, as they won’t be indicated. In such cases, standard polyphonic notation may be preferable.

This snippet presents the three ways two parts can be printed on a same staff: standard polyphony, \partcombine without texts, and \partcombine with texts.

NotenHoch = \relative c'' {
  \time 4/4
  a4 c4.( g8) a4 |
  g4 e' g,( a8 b) |
  c b a2.
}

NotenRunter = \relative c'' {
  g4 e4.( d8) c4 |
  r2 g'4( f8 e) |
  d2 \stemDown a
}

\score {
  <<
    <<
    \new Staff {
      \set Staff.instrumentName = "Standard polyphony  "
      << \NotenHoch \\ \NotenRunter >>
    }
    \new Staff \with { printPartCombineTexts = ##f } {
      \set Staff.instrumentName = "PartCombine without texts  "
      \partcombine \NotenHoch \NotenRunter
    }
    \new Staff {
      \set Staff.instrumentName = "PartCombine with texts  "
      \partcombine \NotenHoch \NotenRunter
    }
    >>
  >>
  \layout {
    indent = 6.0\cm
    \context {
      \Score
      \override SystemStartBar #'collapse-height = #30
    }
  }
}

[image of music]

Changing partcombine texts

When using the automatic part combining feature, the printed text for the solo and unison sections may be changed:

\new Staff <<
  \set Staff.soloText = #"girl"
  \set Staff.soloIIText = #"boy"
  \set Staff.aDueText = #"together"
  \partcombine
    \relative c'' {
      g4 g r r
      a2 g
    }
    \relative c'' {
      r4 r a( b)
      a2 g
    }
>>

[image of music]

Siehe auch

Musikglossar: a due, Stimme.

Notationsreferenz: Orchesterstimmen erstellen.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.

Referenz der Interna: PartCombineMusic, Voice.

Bekannte Probleme und Warnungen

\partcombine kann nur zwei Stimmen bearbeiten.

Wenn printPartCombineTexts (drucke Stimmenkombinationstext) gesetzt ist und die Stimmen die gleichen Noten wiederholgt spielen, kann a2 in einem Takt mehrmals gesetzt werden.

\partcombine kann nicht innerhalb von \times benutzt werden.

\partcombine kann nicht innerhalb von \relative benutzt werden.

Intern werden beide Argumente von \partcombine als Stimmen (Voice) interpretiert und entschieden, wann die Stimmen kombiniert werden können. Wenn sie unterschiedliche Dauern haben, können sie nicht kombiniert werden und erhalten die Bezeichnung one und two Darum werden Wechsel zu einem Voice-Kontext, der eine andere Bezeichnung hat, ignoriert. Genausowenig ist die Stimmenkombination dazu ausgelegt, Gesangtext zu verarbeiten: wenn eine der Stimmen eine explizite Bezeichnung erhält, damit Text damit verknüpft werden kann, hört die Stimmenkombination auf zu arbeiten.

\partcombine findet nur den Beginn von Noten. Es kann nicht bestimmen, ob eine vorher begonnene Noten weiterklingt, was zu verschiedenen Problemen führen kann.


Musik parallel notieren

Noten für mehrere Stimmen können verschachtelt notiert werden. Die Funktion \parallelMusic akzeptiert eine Liste mit den Bezeichnungen einer Reihe von Variablen und einen musikalischen Ausdruck. Der Inhalt der verschiedenen Takte in dem musikalischen Ausdruck bekommt die Bezeichnung der Variablen zugewiesen, sodass sie benutzt werden können, um die Musik dann zu setzen. Dabei entspricht jede Zeile einer Stimme.

Achtung: Taktüberprüfungen | müssen benutzt werden, und die Takte müssen die gleiche Länge haben.

\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC) {
  % Takt 1
  r8 g'16 c'' e'' g' c'' e'' r8 g'16 c'' e'' g' c'' e'' |
  r16 e'8.~   e'4            r16 e'8.~   e'4            |
  c'2                        c'2                        |

  % Takt 2
  r8 a'16 d'' f'' a' d'' f'' r8 a'16 d'' f'' a' d'' f'' |
  r16 d'8.~   d'4            r16 d'8.~   d'4            |
  c'2                        c'2                        |

}
\new StaffGroup <<
  \new Staff << \voiceA \\ \voiceB >>
  \new Staff { \clef bass \voiceC }
>>

[image of music]

Der relative Modus kann auch benutzt werden. Beachten Sie, dass der \relative-Befehl nicht innerhalb von \parallelMusic benutzt wird. Die Noten sind paralell zu der vorherigen Note der gleichen Stimme , nicht zu der vorherigen Note in der Quelldatei. Anders gesagt ignorieren realtive Noten von voiceA die Noten von voiceB.

\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC) {
  % Takt 1
  r8 g16 c e g, c e r8 g,16 c e g, c e  |
  r16 e8.~ e4       r16 e8.~  e4        |
  c2                c                   |

  % Takt 2
  r8 a,16 d f a, d f r8 a,16 d f a, d f |
  r16 d8.~  d4       r16 d8.~  d4       |
  c2                 c                  |

 }
\new StaffGroup <<
  \new Staff << \relative c'' \voiceA \\ \relative c' \voiceB >>
  \new Staff \relative c' { \clef bass \voiceC }
>>

[image of music]

Das funktioniert ziemlich gut für Klaviernoten. Dieses Beispiel speichert vier konsekutive Takte in vier Variablen:

global = {
  \key g \major
  \time 2/4
}

\parallelMusic #'(voiceA voiceB voiceC voiceD) {
  % Takt 1
  a8    b     c   d     |
  d4          e         |
  c16 d e fis d e fis g |
  a4          a         |

  % Takt 2
  e8      fis  g     a   |
  fis4         g         |
  e16 fis g  a fis g a b |
  a4           a         |

  % Takt 3 ...
}

\score {
  \new PianoStaff <<
     \new Staff {
       \global
       <<
         \relative c'' \voiceA
         \\
         \relative c'  \voiceB
       >>
     }
     \new Staff {
       \global \clef bass
       <<
         \relative c \voiceC
         \\
         \relative c \voiceD
       >>
     }
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Stücke durch Bezeichner organisieren.

Schnipsel: Gleichzeitig erscheinende Noten.


1.6 Notation auf Systemen

[image of music]

Dieser Abschnitt zeigt, wie die Erscheinung von Systemen beeinflusst wird, wie Partituren mit mehr als einem System gesetzt werden und wie man Aufführungsanweisungen und Stichnoten zu einzelnen Systemen hinzufügt.


1.6.1 Systeme anzeigen lassen

Dieser Abschnitt zeigt unterschiedliche Methoden, Notensysteme und Gruppen von Systemen zu erstellen.


Neue Notensysteme erstellen

Notensysteme (engl. staff, Pl. staves) werden mit dem \new oder \context-Befehl erstellt. Zu Einzelheiten siehe Umgebungen erstellen.

Der einfachste Notensystem-Kontext ist Staff:

\new Staff { c4 d e f }

[image of music]

DrumStaff (Perkussionsnotensystem) erstellt ein Notensystem mit fünf Linien, das für ein typisches Schlagzeug eingerichtet ist. Für jedes Instrument werden unterschiedliche Symbole dargestellt. Die Instrumente werden innerhalb der drummode-Umgebung gesetzt, wo jedes Instrument seine eigene Bezeichnung hat. Zu Einzelheiten siehe Schlagzeugsysteme.

\new DrumStaff {
  \drummode { cymc hh ss tomh }
}

[image of music]

RhythmicStaff (Rhythmus-System) erstellt ein Notensystem mit nur einer Notenlinie, auf welcher nur die rhythmischen Werte der eingegebenen Noten dargestellt werden. Die wirklichen Längen bleiben erhalten. Zu Einzelheiten, siehe Melodierhythmus anzeigen.

\new RhythmicStaff { c4 d e f }

[image of music]

TabStaff (Tabulatursystem) erstellt eine Tabulatur mit sechs Saiten in der üblichen Gitarrenstimmung. Zu Einzelheiten siehe Standardtabulaturen.

\new TabStaff { c4 d e f }

[image of music]

Es gibt zwei Notensysteme, die zur Notation von Alter Musik eingesetzt werden: MensuralStaff and VaticanaStaff. Sie sind erklärt in Vordefinierte Umgebungen.

Das GregorianTranscriptionStaff (System zur Transkription des Gregorianischen Chorals) erstellt ein Notensystem, um modernen Gregorianischen Choral zu notieren. Es hat keine Notenlinien.

\new GregorianTranscriptionStaff { c4 d e f e d }

[image of music]

Neue Notensystem-Kontexte können selber definiert werden. Zu Einzelheiten, siehe Neue Umgebungen definieren.

Siehe auch

Glossar: System, Systeme.

Notationsreferenz: Umgebungen erstellen, Schlagzeugsysteme, Melodierhythmus anzeigen, Standardtabulaturen, Vordefinierte Umgebungen, Das Notensystem, Gregorianische Gesangs-Kontexte, Mensural-Kontexte, Neue Umgebungen definieren.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: Staff, DrumStaff, GregorianTranscriptionStaff, RhythmicStaff, TabStaff, MensuralStaff, VaticanaStaff, StaffSymbol.


Systeme gruppieren

Es gibt verschiedene Kontexte, um einzelne Notensysteme zu gruppieren und einer Partitur zu verbinden. Jeder Gruppenstil beeinflusst das Aussehen des Systemanfangs und das Verhalten der Taktlinien.

Wenn kein Kontext angegeben ist, wird die Standardeinstellung eingesetzt: die Gruppe beginnt mit einer vertikalen Linie und die Taktlinien sind nicht verbunden.

<<
  \new Staff { c1 c }
  \new Staff { c1 c }
>>

[image of music]

Im StaffGroup-Kontext die Gruppe mit einer eckigen Klammer begonnen und die Taktlinien durch alle Systeme gezogen.

\new StaffGroup <<
  \new Staff { c1 c }
  \new Staff { c1 c }
>>

[image of music]

In einem ChoirStaff (Chorsystem) beginnt die Gruppe mit einer eckigen Klammer, aber die Taktlinien sind nicht verbunden.

\new ChoirStaff <<
  \new Staff { c1 c }
  \new Staff { c1 c }
>>

[image of music]

In einem GrandStaff (Akkolade) beginnt die Gruppe mit einer geschweiften Klammer und die Taktlinien sind durchgezogen.

\new GrandStaff <<
  \new Staff { c1 c }
  \new Staff { c1 c }
>>

[image of music]

Der PianoStaff-(Klaviersystem)-Kontext ist identisch mit dem GrandStaff-Kontext, aber es ermöglicht zusätzlich direkt die Angabe einer Instrumentbezeichnung. Zu Einzelheiten siehe Instrumentenbezeichnungn.

\new PianoStaff <<
  \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano"
  \new Staff { c1 c }
  \new Staff { c1 c }
>>

[image of music]

Jede Systemgruppe stellt die Eigenschaft systemStartDelimiter (SystemBeginnBegrenzer) auf einen der folgenden Werte: SystemStartBar, SystemStartBrace oder SystemStartBracket. Ein vierter Begrenzer, SystemStartSquare, ist auch erreichbar, aber man muss ihr explizit einstellen.

Neue Systemgruppen können definiert werden. Zu Einzelheiten siehe Neue Umgebungen definieren.

Ausgewählte Schnipsel

Use square bracket at the start of a staff group

The system start delimiter SystemStartSquare can be used by setting it explicitly in a StaffGroup or ChoirStaffGroup context.

\score {
  \new StaffGroup { << 
  \set StaffGroup.systemStartDelimiter = #'SystemStartSquare
    \new Staff { c'4 d' e' f' }
    \new Staff { c'4 d' e' f' }
  >> }
}

[image of music]

Display bracket with only one staff in a system If there is only one staff in one of the staff types ChoirStaff or StaffGroup, the bracket and the starting bar line will not be displayed as standard behavior. This can be changed by overriding the relevant properties.

Note that in contexts such as PianoStaff and GrandStaff where the systems begin with a brace instead of a bracket, another property has to be set, as shown on the second system in the example.

\markup \left-column {
  \score {
    \new StaffGroup <<
      % Muss geringer sein als die aktuelle Zahl der Notenlinien
      \override StaffGroup.SystemStartBracket #'collapse-height = #1
      \override Score.SystemStartBar #'collapse-height = #1
      \new Staff {
        c'1
      }
    >>
    \layout { }
  }
  \score {
    \new PianoStaff <<
      \override PianoStaff.SystemStartBrace #'collapse-height = #1
      \override Score.SystemStartBar #'collapse-height = #1
      \new Staff {
        c'1
      }
    >>
    \layout { }
  }
}

[image of music]

Mensurstriche layout (bar lines between the staves)

The mensurstriche-layout where the bar lines do not show on the staves but between staves can be achieved with a StaffGroup instead of a ChoirStaff. The bar line on staves is blanked out by setting the transparent property.

global = {
  \override Staff.BarLine #'transparent = ##t
  s1 s
  % Letze Taktlinie ist nicht unterbrochen
  \revert Staff.BarLine #'transparent
  \bar "|."
}
\new StaffGroup \relative c'' {
  <<
    \new Staff { << \global { c1 c } >> }
    \new Staff { << \global { c c } >> }
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Klammer, Klammer, Akkolade.

Notationsreferenz: Instrumentenbezeichnungn, Neue Umgebungen definieren.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: Staff, StaffGroup, ChoirStaff, GrandStaff, PianoStaff, SystemStartBar, SystemStartBrace, SystemStartBracket, SystemStartSquare.


Verschachtelte Notensysteme

System-Gruppen können in beliebiger Tiefe geschachtelt werden. In diesem Fall erstellt jeder neue, innen liegende Kontext eine neue Klammer außerhalb der Klammer der Systemgruppe, in der er sich befindet.

\new StaffGroup <<
  \new Staff { c2 c | c2 c }
  \new StaffGroup <<
    \new Staff { g2 g | g2 g }
    \new StaffGroup \with {
      systemStartDelimiter = #'SystemStartSquare
    }
    <<
      \new Staff { e2 e | e2 e }
      \new Staff { c2 c | c2 c }
    >>
  >>
>>

[image of music]

Neue geschachtelte Systemgruppen können definiert werden. Zu Einzelheiten siehe Neue Umgebungen definieren.

Ausgewählte Schnipsel

Nesting staves

The property systemStartDelimiterHierarchy can be used to make more complex nested staff groups. The command \set StaffGroup.systemStartDelimiterHierarchy takes an alphabetical list of the number of staves produced. Before each staff a system start delimiter can be given. It has to be enclosed in brackets and takes as much staves as the brackets enclose. Elements in the list can be omitted, but the first bracket takes always the complete number of staves. The possibilities are SystemStartBar, SystemStartBracket, SystemStartBrace, and SystemStartSquare.

\new StaffGroup
\relative c'' <<
  \set StaffGroup.systemStartDelimiterHierarchy
    = #'(SystemStartSquare (SystemStartBrace (SystemStartBracket a
                             (SystemStartSquare b)  ) c ) d)
  \new Staff { c1 }
  \new Staff { c1 }
  \new Staff { c1 }
  \new Staff { c1 }
  \new Staff { c1 }
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Instrumentenbezeichnungn, Neue Umgebungen definieren.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: StaffGroup, ChoirStaff, SystemStartBar, SystemStartBrace, SystemStartBracket, SystemStartSquare.


1.6.2 Einzelne Systeme verändern

Dieser Abschnitt zeigt, wie man bestimmte Eigenschaften eines Systems ändert – etwa die Anzahld der Notenlinien oder die Größe des Systems. Es werden auch Methoden dargestellt, ein System zu beginnen und zu beenden sowie eine Methode, Ossia-Systeme zu erstellen.


Das Notensystem

Die Linien eines Notensystems gehören zu dem StaffSymbol-(NotensystemSymbol)-Grob. StaffSymbol-Eigenschaften können verändert werden, um die Erscheinung des Notensystems zu beeinflussen, aber sie müssen gesetzt werden, bevor das System erstellt wird.

Die Anzahl der Notenlinien kann verändert werden. Die Position des Notenschlüssels und die Position von c’ können geändert werden, um dem neuen System zu entsprechen. Eine Erklärung findet sich im Schnipselabschnit in Notenschlüssel.

\new Staff \with {
  \override StaffSymbol #'line-count = #3
}
{ d4 d d d }

[image of music]

Die Liniendicke der Notenlinien kann verändert werden. Die Dicke der Hilfslinien und Notenhälse wird auch beeinflusst, weil sie von der Notenliniendicke abhängen.

\new Staff \with {
  \override StaffSymbol #'thickness = #3
}
{ e4 d c b }

[image of music]

Die Dicke der Hilfslinien kann auch unabhängig von der Notenliniendicke verändert werden. Die zwei Zahlen in dem Beispiel sind Faktoren, mit denen die Notenlinien-Dicke und der Notenlinienabstand multipliziert werden. Die Addition beider Werte ergibt die Dicke der Hilfslinien.

\new Staff \with {
  \override StaffSymbol #'ledger-line-thickness = #'(1 . 0.2)
}
{ e4 d c b }

[image of music]

Der Abstand zwischen Notenlinien kann verändert werden. Diese Einstellung wirkt sich auch auf den Abstand der Hilfslinien aus.

\new Staff \with {
  \override StaffSymbol #'staff-space = #1.5
}
{ a4 b c d }

[image of music]

Weitere Einzelheiten zu den Eigenschaften von StaffSymbol findet sich in staff-symbol-interface.

Veränderungen der Eigenschaften eines Notensystems mitten in einer Partitur können zwischen die Befehle \stopStaff und \startStaff gesetzt werden:

c2 c
\stopStaff
\override Staff.StaffSymbol #'line-count = #2
\startStaff
b2 b
\stopStaff
\revert Staff.StaffSymbol #'line-count
\startStaff
a2 a

[image of music]

Die Befehle \startStaff und \stopStaff können benutzt werden, um ein Notensystem irgendwo zu beenden oder zu beginnen.

c4 b a2
\stopStaff
b4 c d2
\startStaff
e4 d c2

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\startStaff, \stopStaff.

Ausgewählte Schnipsel

Making some staff lines thicker than the others

For pedagogical purposes, a staff line can be thickened (e.g., the middle line, or to emphasize the line of the G clef). This can be achieved by adding extra lines very close to the line that should be emphasized, using the line-positions property of the StaffSymbol object.

{
  \override Staff.StaffSymbol #'line-positions = #'(-4 -2 -0.2 0 0.2 2 4)
  d'4 e' f' g'
}

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Linie, Hilfslinie, System.

Notationsreferenz: Notenschlüssel.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: StaffSymbol, staff-symbol-interface.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn die vertikale Position der Notenlinien manuell verändert wird, werden Taktlinien immer auf der Position 0 zentriert. Somit muss die Distanz der äußeren Notenlinien vom Zentrum des Systems gleichgroß sein.


Ossia-Systeme

Ossia-Systeme können gesetzt werden, indem zwei gleichzeitige Notensysteme an der entsprechenden Position erstellt werden:

\new Staff \relative c'' {
  c4 b d c
  <<
    { c4 b d c }
    \new Staff { e4 d f e }
  >>
  c4 b c2
}

[image of music]

Dieses Beispiel ist aber normalerweise nicht erwünscht. Um Ossia-Systeme zu setzen, die sich über dem eigentlichen System befinden, keine Takt- und Schlüsselangaben haben und kleiner gesetzt sind, müssen einige Optimierungen angewendet werden. Im Handbuch zum Lernen wird eine Technik vorgestellt, mit der das gewünschte Ergebnis erreicht werden kann, beginnend in Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln.

Das Beispiel unten setzt die alignAboveContext-(oberhalbAusrichtenKontext)-Eigenschaft ein, um den Ossia-Abschnitt auszurichten. Diese Methode bietet sich an, wenn nur einige Ossia-Systeme benötigt werden.

\new Staff = haupt \relative c'' {
  c4 b d c
  <<
    { c4 b d c }

    \new Staff \with {
      \remove "Time_signature_engraver"
      alignAboveContext = #"haupt"
      fontSize = #-3
      \override StaffSymbol #'staff-space = #(magstep -3)
      \override StaffSymbol #'thickness = #(magstep -3)
      firstClef = ##f
    }
    { e4 d f e }
  >>
  c4 b c2
}

[image of music]

Wenn mehrere isolierte Ossia-Systeme gebraucht werden, kann es günstiger sein, einen leeren Staff-Kontext mit einer spezifischen Kontextidentifikation zu erstellen. Die Ossia-Abschnitte werden dann erstellt, indem dieser Kontext aufgerufen wird und mit \startStaff und \stopStaff an den richtigen Stellen sichtbar gemacht wird. Der Vorteil dieser Methode zeigt sich, wenn man längere Stücke setzt.

<<
  \new Staff = Ossia \with {
    \remove "Time_signature_engraver"
    \override Clef #'transparent = ##t
    fontSize = #-3
    \override StaffSymbol #'staff-space = #(magstep -3)
    \override StaffSymbol #'thickness = #(magstep -3)
  }
  { \stopStaff s1*6 }

  \new Staff \relative c' {
    c4 b c2
    <<
      { e4 f e2 }
      \context Staff = Ossia {
        \startStaff e4 g8 f e2 \stopStaff
      }
    >>
    g4 a g2 \break
    c4 b c2
    <<
      { g4 a g2 }
      \context Staff = Ossia {
        \startStaff g4 e8 f g2 \stopStaff
      }
    >>
    e4 d c2
  }
>>

[image of music]

Man kann auch den \RemoveEmptyStaffContext-Befehl einsetzen, um Ossia-Systeme zu erstellen. Diese Methode eignet sich am besten, wenn nach dem Ossia sofort ein Zeilenumbruch erfolgt. In diesem Fall müssen auch keine unsichtbaren Pausen eingesetzt werden; es reicht, \startStaff und \stopStaff einzusetzen. Mehr Information zu \RemoveEmptyStaffContext findet sich in Systeme verstecken.

<<
  \new Staff = Ossia \with {
    \remove "Time_signature_engraver"
    \override Clef #'transparent = ##t
    fontSize = #-3
    \override StaffSymbol #'staff-space = #(magstep -3)
    \override StaffSymbol #'thickness = #(magstep -3)
  }
  \new Staff \relative c' {
    c4 b c2
    e4 f e2
    g4 a g2 \break
    <<
      { c4 b c2 }
      \context Staff = Ossia {
        c4 e8 d c2 \stopStaff
      }
    >>
    g4 a g2
    e4 d c2
  }
>>

\layout {
  \context {
    \RemoveEmptyStaffContext
    \override VerticalAxisGroup #'remove-first = ##t
  }
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Vertically aligning ossias and lyrics

This snippet demonstrates the use of the context properties alignBelowContext and alignAboveContext to control the positioning of lyrics and ossias.

\paper {
  ragged-right = ##t
}

\relative c' <<
  \new Staff = "1" { c4 c s2 }
  \new Staff = "2" { c4 c s2 }
  \new Staff = "3" { c4 c s2 }
  { \skip 2
    <<
      \lyrics {
        \set alignBelowContext = #"1"
        lyrics4 below
      }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"3"
        fontSize = #-2
        \override StaffSymbol #'staff-space = #(magstep -2)
        \remove "Time_signature_engraver"
      } {
        \times 4/6 {
          \override TextScript #'padding = #3
          c8[^"ossia above" d e d e f]
        }
      }
    >>
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Ossia, System, Verkleinerte Systeme.

Handbuch zum Lernen: Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln, Größe von Objekten, Länge und Dicke von Objekten.

Notationsreferenz: Systeme verstecken.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: StaffSymbol.


Systeme verstecken

Die Notenlinien können entfernt werden, indem der Staff_symbol_engraver aus dem Staff-Kontext entfernt wird. Alternativ kann auch \stopStaff eingesetzt werden.

\new Staff \with {
  \remove "Staff_symbol_engraver"
}
\relative c''' { a8 f e16 d c b a2 }

[image of music]

Leere Systeme können versteckt werden, wenn der \RemoveEmptyStaffContext-Befehl im \layout-Abschnitt benutzt wird. In großen Orchesterpartituren wird dies oft verwendet, um die leeren Systeme von gerade nicht spielenden Instrumenten zu verstecken. In der Standardeinstellung werden alle leeren Notenzeilen außer die des ersten Systems entfernt.

Achtung: Eine Notenzeile gilt als leer, wenn sie nur Ganztaktpausen, unsichtbare Noten, skip-Befehle oder eine Kombination der drei enthält.

\layout {
  \context {
    \RemoveEmptyStaffContext
  }
}

\relative c' <<
  \new Staff {
    e4 f g a \break
    b1 \break
    a4 b c2
  }
  \new Staff {
    c,4 d e f \break
    R1 \break
    f4 g c,2
  }
>>

[image of music]

\RemoveEmptyStaffContext kann auch eingesetzt werden, um Ossiaabschnitte zu erstellen. Zu Einzelheiten, siehe Ossia-Systeme.

Der \AncientRemoveEmptyStaffContext-Befehl kann benutzt werden, um leere Takte in Notation der Alten Musik zu entfernen. Gleichermaßen kann \RemoveEmptyRhythmicStaffContext eingesetzt werden, um leere Takte in einem RhythmicStaff-Kontext zu entfernen.

Vordefinierte Befehle

\RemoveEmptyStaffContext, \AncientRemoveEmptyStaffContext, \RemoveEmptyRhythmicStaffContext.

Ausgewählte Schnipsel

Removing the first empty line

The first empty staff can also be removed from the score by setting the VerticalAxisGroup property remove-first. This can be done globally inside the \layout block, or locally inside the specific staff that should be removed. In the latter case, you have to specify the context (Staff applies only to the current staff) in front of the property.

The lower staff of the second staff group is not removed, because the setting applies only to the specific staff inside of which it is written.

\layout {
  \context { 
    \RemoveEmptyStaffContext 
    % Um die Einstellung global zu benutzen, diese Zeile benutzen:
    % \override·VerticalAxisGroup·#'remove-first·=·##t
  }
}
\new StaffGroup <<
  \new Staff \relative c' {
    e4 f g a \break
    c1
  }
  \new Staff {
    % Um Einstellung global zu benutzen, folgende Zeile auskommentieren
    % und die Zeile im \layout-Block oben benutzen
    \override Staff.VerticalAxisGroup #'remove-first = ##t
    R1 \break
    R
  }
>>
\new StaffGroup <<
  \new Staff \relative c' {
    e4 f g a \break
    c1
  }
  \new Staff {
    R1 \break
    R
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Verkleinerte Systeme.

Notationsreferenz: Das Notensystem, Ossia-Systeme.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: ChordNames, FiguredBass, Lyrics, Staff, VerticalAxisGroup, Staff_symbol_engraver.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn man den Staff_symbol_engraver entfernt, werden auch die Taktlinien entfernt. Wenn eine sichtbare Taktlinie angefordert wird, kann es zu Formatierungsfehlern kommen. In diesem Fall sollten folgende Befehle eingesetzt werden, anstatt den Engraver zu entfernen:

\override StaffSymbol #'stencil = ##f
\override NoteHead #'no-ledgers = ##t

1.6.3 Orchesterstimmen erstellen

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Tempo-Anweisungen und Instrumentenbezeichnungen einfügt. Es werden auch Möglichkeiten vorgestellt, andere Stimmen zu zitieren und Stichnoten zu formatieren.


Metronomangabe

Eine Metronomanweisung wird wie folgt erstellt:

\tempo 4 = 120
c2 d
e4. d8 c2

[image of music]

Anstelle dessen kann auch Text als Argument angegeben werden:

\tempo "Allegretto"
c4 e d c
b4. a16 b c4 r4

[image of music]

Wenn eine Metronombezeichnung und Text kombiniert wird, wird die Metronombezeichnung automatisch in Klammern gesetzt:

\tempo "Allegro" 4 = 160
g4 c d e
d4 b g2

[image of music]

Der Text kann ein beliebiges Textbeschriftungsobjekt sein:

\tempo \markup { \italic Faster } 4 = 132
a8-. r8 b-. r gis-. r a-. r

[image of music]

Eine Metronombezeichnung in Klammern ohne Text kann erstellt werden, indem eine leere Zeichenkette hinzugefügt wird:

\tempo "" 8 = 96
d4 g e c

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Printing metronome and rehearsal marks below the staff

By default, metronome and rehearsal marks are printed above the staff. To place them below the staff simply set the direction property of MetronomeMark or RehearsalMark appropriately.

\layout { ragged-right = ##f }

{
  % Metronomangabe unter dem System
  \override Score.MetronomeMark #'direction = #DOWN
  \tempo 8. = 120
  c''1

  % Übungszeichen unter dem System
  \override Score.RehearsalMark #'direction = #DOWN
  \mark \default
  c''1
}

[image of music]

Changing the tempo without a metronome mark To change the tempo in MIDI output without printing anything, make the metronome mark invisible:

\score {
  \new Staff \relative c' {
    \tempo 4 = 160
    c4 e g b
    c4 b d c
    \set Score.tempoHideNote = ##t
    \tempo 4 = 96
    d,4 fis a cis
    d4 cis e d
  }
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]

Creating metronome marks in markup mode New metronome marks can be created in markup mode, but they will not change the tempo in MIDI output.

\relative c' {
  \tempo \markup {
    \concat {
      (
      \smaller \general-align #Y #DOWN \note #"16." #1
      " = "
      \smaller \general-align #Y #DOWN \note #"8" #1
      )
    }
  }
  c1
  c4 c' c,2
}

[image of music]

Zu Einzelheiten siehe Text formatieren.

Siehe auch

Glossar: Metronomangabe, Metronombezeichnung, Tempobezeichnung, Metronombezeichnung.

Notationsreferenz: Text formatieren, MIDI output.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: MetronomeMark.


Instrumentenbezeichnungn

Instrumentbezeichnungen können an der linken Seite von Notensystemen im Staff- und PianoStaff-Kontext gesetzt werden. Der Wert von instrumentName wird für das erste System eingesetzt, der Wert von shortInstrumentName für alle weiteren Systeme.

\set Staff.instrumentName = #"Violin "
\set Staff.shortInstrumentName = #"Vln "
c4.. g'16 c4.. g'16
\break
c1

[image of music]

Mit dem Textbeschriftungsmodus können auch komplizierte Instrumentenbezeichnungen erstellt werden:

\set Staff.instrumentName = \markup {
  \column { "Clarinetti"
            \line { "in B" \smaller \flat } } }
c4 c,16 d e f g2

[image of music]

Wenn zwei oder mehr Systeme gruppiert werden, werden die Instrumentenbezeichnungen automatisch zentriert. Um auch mehrzeilige Instrumentenbezeichnungen zentriert zu setzen, muss \center-column benutzt werden:

<<
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = #"Flute"
    f2 g4 f
  }
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = \markup \center-column {
      Clarinet
      \line { "in B" \smaller \flat }
    }
    c4 b c2
  }
>>

[image of music]

Wenn die Instrumentenbezeichnung zu lang ist, kann es vorkommen, dass die Bezeichnungen in einer Gruppe nicht zentriert werden. Um dennoch eine Zentrierung zu erhalten, müssen die Werte des Einzugs (indent und short-indent) vergrößert werden. Zu Einzelheiten siehe Horizontale Dimensionen.

\layout {
  indent = 3.0\cm
  short-indent = 1.5\cm
}

\relative c'' <<
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = #"Alto Flute in G"
    \set Staff.shortInstrumentName = #"Fl."
    f2 g4 f \break
    g4 f g2
  }
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = #"Clarinet"
    \set Staff.shortInstrumentName = #"Clar."
    c,4 b c2 \break
    c2 b4 c
  }
>>

[image of music]

Um Instrumentenbezeichnungen zu anderen Kontexten (wie etwa GrandStaff, ChoirStaff oder StaffGroup) hinzuzufügen, muss der Instrument_name_engraver dem entsprechenden Kontext hinzugefügt werden. Zu Einzelheiten siehe Umgebungs-Plugins verändern.

Instrumentenbezeichnungen können mitten in einer Partitur geändert werden:

\set Staff.instrumentName = #"First"
\set Staff.shortInstrumentName = #"one"
c1 c c c \break
c1 c c c \break
\set Staff.instrumentName = #"Second"
\set Staff.shortInstrumentName = #"two"
c1 c c c \break
c1 c c c \break

[image of music]

Wenn das Instrument gewechselt werden soll, kann der Befehl \addInstrumentDefinition in Begleitung von \instrumentSwitch benutzt werden, um eine detaillierte Auflistung aller notwendigen Änderungen für den Wechsel zu definieren. Der \addInstrumentDefinition-Befehl hat zwei Argumente: eine Identifikation und eine Assosiationsliste von Kontexteigenschaften und Werten, die für dieses Instrument benutzt werden müssen. Der Befehl muss sich auf der höchsten Ebene in der Eingabedatei befinden. \instrumentSwitch wird dann benutzt, um den Wechsel vorzunhemen:

\addInstrumentDefinition #"contrabassoon"
  #`((instrumentTransposition . ,(ly:make-pitch -1 0 0))
     (shortInstrumentName . "Cbsn.")
     (clefGlyph . "clefs.F")
     (middleCPosition . 6)
     (clefPosition . 2)
     (instrumentCueName . ,(make-bold-markup "cbsn."))
     (midiInstrument . "bassoon"))

\new Staff \with {
  instrumentName = #"Bassoon"
}
\relative c' {
  \clef tenor
  \compressFullBarRests
  c2 g'
  R1*16
  \instrumentSwitch "contrabassoon"
  c,,2 g \break
  c,1 ~ | c1
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Horizontale Dimensionen, Umgebungs-Plugins verändern.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: InstrumentName, PianoStaff, Staff.


Stichnoten

Es kommt sehr oft vor, dass eine Orchesterstimme die gleichen Noten wie eine andere spielt. So können etwa die ersten und zweiten Geigen für eine Passage die gleichen Noten haben. In LilyPond kann man das erreichen, indem eine Stimme von der anderen zitiert, sodass man die Noten nicht nocheinmal eingeben muss.

Bevor eine Stimme zitiert werden kann, muss der \addQuote-Befehl benutzt werden, um das zitierbare Fragment zu kennzeichnen. Dieser Befehl muss auf der höchsten Ebene der Eingabedatei benutzt werden. Das erste Argument dient zur Identifikation, das zweite ein musikalischer Ausdruck:

flute = \relative c'' {
  a4 gis g gis
}
\addQuote "flute" { \flute }

Der \quoteDuring-Befehl wird benutzt, um den Punkt anzuzeigen, an dem das Zitat beginnt. Er benötigt zwei Argumente: die Bezeichnung der zitierten Stimme, wie vorher mit \addQuote definiert, und einen musikalischen Ausdruck, der Angibt, wie lange das Zitat dauern soll; normalerweise Ganztaktpausen oder unsichtbare Noten. Die entsprechenden Noten der zitierten Stimme wird an der Stelle in die aktuelle Stimme eingefügt:

Flöte = \relative c'' {
  a4 gis g gis
}
\addQuote "flute" { \Flöte }

\relative c' {
  c4 cis \quoteDuring #"flute" { s2 }
}

[image of music]

Wenn der musikalische Ausdruck, der mit dem \quoteDuring-Befehl benutzt wird, etwas anderes als unsichtbare Noten oder Ganztaktpausen enthält, wird eine polyphone Stelle begonnen, was meistens nicht erwünscht ist:

Flöte = \relative c'' {
  a4 gis g gis
}
\addQuote "flute" { \Flöte }

\relative c' {
  c4 cis \quoteDuring #"flute" { c4 b }
}

[image of music]

Zitate erkennen die Einstellungen von transponierten Instrumenten sowohl der Quell- als auch der Zielstimme, wenn der \transposition-Befehl eingesetzt wird. Zu Einzelheiten über \transposition siehe Transposition von Instrumenten.

Klarinette = \relative c'' {
  \transposition bes
  a4 gis g gis
}
\addQuote "clarinet" { \Klarinette }

\relative c' {
  c4 cis \quoteDuring #"clarinet" { s2 }
}

[image of music]

Es ist möglich, Zitate mit eindeutigen Bezeichnungen zu versehen (unter Benutzung von tags), um sie auf unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Einzelheiten zu diesem Vorgehen werden vorgestellt in Marken benutzen.

Ausgewählte Schnipsel

Quoting another voice with transposition Quotations take into account the transposition of both source and target. In this example, all instruments play sounding middle C; the target is an instrument in F. The target part may be transposed using \transpose. In this case, all the pitches (including the quoted ones) are transposed.

\addQuote clarinet {
  \transposition bes
  \repeat unfold 8 { d'16 d' d'8 }
}

\addQuote sax {
  \transposition es'
  \repeat unfold 16 { a8 }
}

zitatTest = {
  % Waldhorn
  \transposition f
  g'4
  << \quoteDuring #"clarinet" { \skip 4 } s4^"clar." >>
  << \quoteDuring #"sax" { \skip 4 } s4^"sax." >>
  g'4
}

{
  \set Staff.instrumentName =
    \markup {
      \center-column { Horn \line { in F } }
    }
  \zitatTest
  \transpose c' d' << \zitatTest s4_"up a tone" >>
}

[image of music]

Quoting another voice The quotedEventTypes property determines the music event types that are quoted. The default value is (note-event rest-event), which means that only notes and rests of the quoted voice appear in the \quoteDuring expression. In the following example, a 16th rest is not quoted since rest-event is not in quotedEventTypes.

zitiereMich = \relative c' {
  fis4 r16 a8.-> b4\ff c
}
\addQuote zitiereMich \zitiereMich

Original = \relative c'' {
  c8 d s2
  \once \override NoteColumn #'ignore-collision = ##t
  es8 gis8
}

<<
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = #"quoteMe"
    \zitiereMich
  }
  \new Staff {
    \set Staff.instrumentName = #"orig"
    \Original
  }
  \new Staff \relative c'' <<
    \set Staff.instrumentName = #"orig+quote"
    \set Staff.quotedEventTypes =
      #'(note-event articulation-event)
    \Original
    \new Voice {
      s4
      \set fontSize = #-4
      \override Stem #'length-fraction = #(magstep -4)
      \quoteDuring #"quoteMe" { \skip 2. }
    }
  >>
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Transposition von Instrumenten, Marken benutzen.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: QuoteMusic, Voice.

Bekannte Probleme und Warnungen

Nur der Inhalt der ersten Stimme innerhalb eines \addQuote-Befehls wird für das Zitat herangezogen, die Variable Noten kann also keine \new oder \context Voice-Einheiten enthalten, die zu einer anderen Stimme wechseln würden.

Ziernoten und Vorschläge können nicht zitiert werden und können sogar dazu führen, dass LilyPond abstürzt.

Wenn geschachtelte Triolen zitiert werden, ist das Notenbild unter Umständen sehr schlecht.

In früheren LilyPond-Versionen (vor 2.11) wurde der Befehl addQuote vollständig in Kleinbuchstaben geschrieben: \addquote.


Stichnoten formatieren

Der vorige Abschnitt zeigt, wie man Zitate erstellt. Der \cueDuring-Befehl (engl. cue note = Stichnote) ist eine spezialisierte Form des \quoteDuring-Befehls, der insbesondere dazu dient, Stichnoten zu einer Stimme hinzuzufügen. Seine Syntax lautet:

\cueDuring #Stimmenbezeichnung #Stimme Noten

Dieser Befehl kopiert die entsprechenden Takte von Stimmenbezeichnung in einen CueVoice-Kontext. Eine CueVoice (Stichnoten-Stimme) wird implizit erstellt und erscheint simultan mit Noten, wobei folglich eine polyphone Situation entsteht. Das Stimme-Argument entscheidet, ob die Stichnoten als eine erste oder zweite Stimme eingefügt werden sollen; UP entspricht der ersten Stimme, DOWN der zweiten.

Oboe = \relative c'' {
  r2 r8 d16 f e g f a
  g8 g16 g g2.
}
\addQuote "oboe" { \Oboe }

\new Voice \relative c'' {
  \cueDuring #"oboe" #UP { R1 }
  g2 c,
}

[image of music]

In diesem Beispiel muss der Voice-Kontext explizit begonnen werden, damit nicht der gesamte musikalische Ausdruck als Stichnoten-Stimme formatiert wird.

Die Bezeichnung des Instruments, von dem die Stichnoten genommen werden, kann auch ausgegeben werden, wenn die Eigenschaft instrumentCueName im CueVoice-Kontext definiert wird.

Oboe = \relative c''' {
  g4 r8 e16 f e4 d
}
\addQuote "oboe" { \Oboe }

\new Staff \relative c'' <<
  \new CueVoice \with {
    instrumentCueName = "ob."
  }
  \new Voice {
    \cueDuring #"oboe" #UP { R1 }
    g4. b8 d2
  }
>>

[image of music]

Zusätzlich zu der Instrumentenbezeichnung kann auch die Bezeichnung des Originalinstruments ausgegeben werden, und alle Änderungen, die für die Stichnoten gemacht wurden, müssen wieder rückgängig gemacht werden. Das kann mit den Befehlen \addInstrumentDefinition und \instrumentSwitch vorgenommen werden. Ein Beispiel und mehr Information findet sich in Instrumentenbezeichnungn.

Der \killCues-Befehl entfernt Stichnoten aus einem musikalischen Ausdruck. Das kann nützlich sein, wenn die Stichnoten von einer Stimme entfernt werden sollen, aber in einer anderen Edition benötigt werden.

Flöte = \relative c''' {
  r2 cis2 r2 dis2
}
\addQuote "flute" { \Flöte }

\new Voice \relative c'' {
  \killCues {
    \cueDuring #"flute" #UP { R1 }
    g4. b8 d2
  }
}

[image of music]

Der \transposedCueDuring-Befehl bietet sich an, wenn man Stichnoten eines Instrumentes mit einem vollständig anderen Register hinzufügen will. Die Syntax ähnelt der des \cueDuring-Befehls, aber ein zusätzliches Argument wird benötigt, das die Transposition der Stichnoten-Stimme bezeichnet. Mehr Information zu Transposition siehe Transposition von Instrumenten.

Piccolo = \relative c''' {
  \clef "treble^8"
  R1
  c8 c c e g2
  a4 g g2
}
\addQuote "Piccolo" { \Piccolo }

Ktrfgt = \relative c, {
  \clef "bass_8"
  c4 r g r
  \transposedCueDuring #"Piccolo" #UP c,, { R1 }
  c4 r g r
}

<<
  \new Staff = "Piccolo" \Piccolo
  \new Staff = "Ktrfgt" \Ktrfgt
>>

[image of music]

Es ist möglich, Zitate mit eindeutigen Bezeichnungen zu versehen (unter Benutzung von tags), um sie auf unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Einzelheiten zu diesem Vorgehen werden vorgestellt in Marken benutzen.

Siehe auch

Notationsreferenz: Transposition von Instrumenten, Instrumentenbezeichnungn, Marken benutzen.

Schnipsel: Notation auf Systemen.

Referenz der Interna: CueVoice, Voice.

Bekannte Probleme und Warnungen

Zusammenstöße können zwischen Pausen der Hauptstimme und den Stichnoten des CueVoice-Kontexts auftreten.


1.7 Anmerkungen

[image of music]

Dieser Abschnitt zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, die Erscheinung der Noten zu ändern und analytische bzw. pädagogische Anmerkungen anzubringen.


1.7.1 Innerhalb des Systems

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Elemente hervorhebt, die sich innerhalb des Notensystems befinden.


Auswahl der Notations-Schriftgröße

Die Schriftgröße von Notationselementen kann geändert werden. Damit wird allerdings nicht die Größe von veränderlichen Symbolen, wie Balken oder Bögen, geändert.

Achtung: Für Schriftgröße von Text, siehe Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle.

\huge
c4.-> d8---3
\large
c4.-> d8---3
\normalsize
c4.-> d8---3
\small
c4.-> d8---3
\tiny
c4.-> d8---3
\teeny
c4.-> d8---3

[image of music]

Intern wird hiermit die fontSize-Eigenschaft gesetzt. Sie wird für alle Layout-Objekte definiert. Der Wert von font-size ist eine Zahl, die die Größe relativ zur Standardgröße für die aktuelle Systemhöhe angibt. Jeder Vergrößerungsschritt bedeutet etwa eine Vergrößerung um 12% der Schriftgröße. Mit sechs Schritten wird die Schriftgröße exakt verdoppelt. Die Scheme-Funktion magstep wandelt einen Wert von font-size in einen Skalierungsfaktor um. Die font-size-Eigenschaft kann auch direkt gesetzt werden, so dass sie sich nur auf bestimmte Layoutobjekte bezieht.

\set fontSize = #3
c4.-> d8---3
\override NoteHead #'font-size = #-4
c4.-> d8---3
\override Script #'font-size = #2
c4.-> d8---3
\override Stem #'font-size = #-5
c4.-> d8---3

[image of music]

Schriftgrößenänderungen werden erreicht, indem man die Design-Schriftgröße nimmt, die der gewünschten am nächsten kommt, und sie dann skaliert. Die Standard-Schriftgröße (für font-size = #0) hängt von der Standard-Systemhöhe ab. Für ein Notensystem von 20pt wird eine Schriftgröße von 10pt ausgewählt.

Die font-size-Eigenschaft kann nur für die Layoutobjekte gesetzt werden, die Schrift-Dateien benutzen. Das sind die, welche die font-interface-Layoutschnittstelle unterstützen.

Vordefinierte Befehle

\teeny, \tiny, \small, \normalsize, \large, \huge.

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: font-interface.


Fingersatzanweisungen

Fingersatzanweisungen können folgenderweise notiert werden: Note-Zahl

c4-1 d-2 f-4 e-3

[image of music]

Für Fingerwechsel muss eine Textbeschriftung (markup) benutzt werden:

c4-1 d-2 f-4 c^\markup { \finger "2 - 3" }

[image of music]

Mit dem Daumen-Befehl (\thumb) können die Noten bezeichnet werden, die mit dem Daumen (etwa auf dem Cello) gespielt werden sollen.

<a_\thumb a'-3>2 <b_\thumb b'-3>

[image of music]

Fingersätze für Akkorde können auch zu einzelnen Noten des Akkordes hinzugefügt werden, indem sie innerhalb der Akkord-Klammer direkt an die Noten angefügt werden.

<c-1 e-2 g-3 b-5>2 <d-1 f-2 a-3 c-5>

[image of music]

Fingersatzanweisungen können manuell oberhalb des Systems gesetzt werden, siehe Richtung und Platzierung.

Ausgewählte Schnipsel

Controlling the placement of chord fingerings

The placement of fingering numbers can be controlled precisely.

\relative c' {
  \set fingeringOrientations = #'(left)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(down)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(down right up)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(up)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(left)
  <c-1>2
  \set fingeringOrientations = #'(down)
  <e-3>2
}

[image of music]

Allowing fingerings to be printed inside the staff

By default, vertically oriented fingerings are positioned outside the staff. However, this behavior can be canceled.

\relative c' {
  <c-1 e-2 g-3 b-5>2
  \once \override Fingering #'staff-padding = #'()
  <c-1 e-2 g-3 b-5>2
}

[image of music]

Avoiding collisions with chord fingerings

Fingerings and string numbers applied to individual notes will automatically avoid beams and stems, but this is not true by default for fingerings and string numbers applied to the individual notes of chords. The following example shows how this default behavior can be overridden.

\relative c' {
  \set fingeringOrientations = #'(up)
  \set stringNumberOrientations = #'(up)
  \set strokeFingerOrientations = #'(up)
  
  % Standart
  r8
  <f c'-5>8
  <f c'\5>8
  <f c'-\rightHandFinger #2 >8
  
  % Korrigiert, um Zusammenstöße zu vermeiden
  r8
  \override Fingering #'add-stem-support = ##t
  <f c'-5>8
  \override StringNumber #'add-stem-support = ##t
  <f c'\5>8
  \override StrokeFinger #'add-stem-support = ##t
  <f c'-\rightHandFinger #2 >8
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: FingeringEvent, fingering-event, Fingering_engraver, New_fingering_engraver, Fingersatz.


Unsichtbare Noten

Versteckte (oder unsichtbare oder transparente) Noten können sinnvoll sein, wenn man Notation für den Theorieunterricht oder Kompositionsübungen erstellen will.

c4 d
\hideNotes
e4 f
\unHideNotes
g a
\hideNotes
b
\unHideNotes
c

[image of music]

Notationsobjekte, die an die unsichtbaren Noten angefügt sind, sind weiterhin sichtbar.

c4( d)
\hideNotes
e4(\p f)--

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\hideNotes, \unHideNotes.

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Note_spacing_engraver, NoteSpacing.


Farbige Objekte

Einzelnen Objekten können einfach eigene Farben zugewiesen werden. Gültige Farben-Bezeichnungen sind aufgelistet in Liste der Farben.

\override NoteHead #'color = #red
c4 c
\override NoteHead #'color = #(x11-color 'LimeGreen)
d
\override Stem #'color = #blue
e

[image of music]

Die ganze Farbpalette, die für X11 definiert ist, kann mit der Scheme-Funktion x11-color benutzt werden. Diese Funktion hat ein Argument: entweder ein Symbol in der Form ’FooBar oder eine Zeichenkette in der Form "FooBar". Die erste Form ist schneller zu schreiben und effizienter. Mit der zweiten Form ist es allerdings möglich, auch Farbbezeichnungen einzusetzen, die aus mehr als einem Wort bestehen.

Wenn x11-color die angegebene Farbbezeichnung nicht kennt, wird Schwarz eingesetzt.

\override Staff.StaffSymbol #'color = #(x11-color 'SlateBlue2)
\set Staff.instrumentName = \markup {
  \with-color #(x11-color 'navy) "Clarinet"
}

gis8 a
\override Beam #'color = #(x11-color "medium turquoise")
gis a
\override Accidental #'color = #(x11-color 'DarkRed)
gis a
\override NoteHead #'color = #(x11-color "LimeGreen")
gis a
% Das ist Unsinn, die Hälsen bleiben schwarz
\override Stem #'color = #(x11-color 'Boggle)
b2 cis

[image of music]

Exakte RGB-Farben können mit Hilfe der Scheme-Funktion rgb-color definiert werden.

\override Staff.StaffSymbol #'color = #(x11-color 'SlateBlue2)
\set Staff.instrumentName = \markup {
  \with-color #(x11-color 'navy) "Clarinet"
}

\override Stem #'color = #(rgb-color 0 0 0)
gis8 a
\override Stem #'color = #(rgb-color 1 1 1)
gis8 a
\override Stem #'color = #(rgb-color 0 0 0.5)
gis4 a

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Liste der Farben, Der \tweak-Befehl.

Schnipsel: Anmerkungen.

Bekannte Probleme und Warnungen

Eine X11-Farbe hat nicht notwendigerweise exakt denselben Farbton wie eine ähnlich genannte normale Farbe.

Nicht alle X11-Farben lassen sich am Webbrowser erkennen, d. h. der Unterschied etwa zwischen 'LimeGreen und 'ForestGreen wird eventuell nicht dargestellt. Für die Benutzung im Internet wird die Benutzung von einfachen Farben nahegelegt (z. B. #blue, #green, #red).

Noten in Akkorden können nicht mit \override eingefärbt werden, dazu muss \tweak benutzt werden. Siehe auch Der \tweak-Befehl.


Klammern

Objekte können in Klammern gesetzt werden, indem vor ihnen der Befehl \parenthesize geschrieben wird. Wenn ein Akkord in Klammern gesetzt wird, wirkt sich das auf jede Noten im Akkord aus. Innerhalb von einem Akkord gesetzte Befehle wirken sich auf einzelne Noten aus.

c2 \parenthesize d
c2 \parenthesize <c e g>
c2 <c \parenthesize e g>

[image of music]

Auch andere Objekte als Noten können in Klammern gesetzt werden.

c2-\parenthesize -. d
c2 \parenthesize r

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Parenthesis_engraver, ParenthesesItem, parentheses-interface.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn man einen Akkord einklammert, wird um jede Note eine eigene Klammer gesetzt, anstatt den gesamten Akkord in eine große Klammer zu fassen.


Hälse

Immer, wenn das Programm eine Note findet, wird automatisch ein Notenhals ( Stem) -Objekt erzeugt. Auch für ganze Noten und Pausen werden sie erzeugt, aber unsichtbar gemacht.

Vordefinierte Befehle

\stemUp (Hälse nach oben), \stemDown (Hälse nach unten), \stemNeutral (Hälse je nach Notenposition).

Ausgewählte Schnipsel

Default direction of stems on the center line of the staff

The default direction of stems on the center line of the staff is set by the Stem property neutral-direction.

\relative c'' {
  a4 b c b
  \override Stem #'neutral-direction = #up
  a4 b c b
  \override Stem #'neutral-direction = #down
  a4 b c b
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Richtung und Platzierung.

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Stem_engraver, Stem, stem-interface.


1.7.2 Außerhalb des Notensystems

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Elemente im System von außerhalb des Systems hervorhebt.


Erklärungen in Ballonform

Notationselemente können bezeichnet und markiert werden, indem um sie eine rechteckige Blase gezeichnet wird. Dies ist vor allem dazu da, Notation zu erklären.

\new Voice \with { \consists "Balloon_engraver" }
{
  \balloonGrobText #'Stem #'(3 . 4) \markup { "I'm a Stem" }
  a8
  \balloonGrobText #'Rest #'(-4 . -4) \markup { "I'm a rest" }
  r
  <c, g'-\balloonText #'(-2 . -2) \markup { "I'm a note head" } c>2.
}

[image of music]

Es gibt zwei Funktionen, balloonGrobText und balloonText; die erste wird auf gleiche Art wie ein \once \override eingesetzt umd Text an einen Grob zu hängen, die zweite funktioniert wie ein \tweak und wird üblicherweise innerhalb von Akkorden eingesetzt, um Text an einzelne Noten zu hängen.

Textblasen beeinflussen normalerweise die Positionierung der Notation, aber das kann geändert werden.

\new Voice \with { \consists "Balloon_engraver" }
{
  \balloonLengthOff
  \balloonGrobText #'Stem #'(3 . 4) \markup { "I'm a Stem" }
  a8
  \balloonGrobText #'Rest #'(-4 . -4) \markup { "I'm a rest" }
  r
  \balloonLengthOn
  <c, g'-\balloonText #'(-2 . -2) \markup { "I'm a note head" } c>2.
}

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\balloonLengthOn, \balloonLengthOff.

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Balloon_engraver, BalloonTextItem, balloon-interface.


Gitternetzlinien

Vertikale Linien können zwischen Systemen gesetzt werden, die mit den Noten synchronisiert sind.

Der Grid_point_engraver muss benutzt werden, um die Endpunkte der Linien zu definieren, und der Grid_line_span_engraver wird benutzt, um dann die Linien zu setzen. Der Standard ist, dass die Gitterlinien unter den Noten und zur linken Seite des Notenkopfes gesetzt werden. Sie reichen von der Mitte eines Systems bis zur Mitte des anderen. Mit gridInterval wird die Dauer zwischen den Linien festgesetzt.

\layout {
  \context {
    \Staff
    \consists "Grid_point_engraver"
    gridInterval = #(ly:make-moment 1 4)
  }
  \context {
    \Score
    \consists "Grid_line_span_engraver"
  }
}

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff \relative c'' {
      \stemUp
      c4. d8 e8 f g4
    }
    \new Staff \relative c {
      \clef bass
      \stemDown
      c4 g' f e
    }
  >>
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Grid lines: changing their appearance

The appearance of grid lines can be changed by overriding some of their properties.

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff {
      \relative c'' {
        \stemUp
        c'4. d8 e8 f g4
      }
    }
    \new Staff {
      \relative c {
        % damit werden sie einen Notenlinienzwischenraum hochgeschoben
        \override Score.GridLine #'extra-offset = #'(0.0 . 1.0)
        \stemDown
        \clef bass
        \once \override Score.GridLine #'thickness = #5.0
        c4
        \once \override Score.GridLine #'thickness = #1.0
        g'4
        \once \override Score.GridLine #'thickness = #3.0
        f4
        \once \override Score.GridLine #'thickness = #5.0
        e4
      }
    }
  >>
  \layout {
    \context {
      \Staff
      % Gitter einstellen
      \consists "Grid_point_engraver"
      % den Gitter-Abstand auf eine Viertelnote setzen
      gridInterval = #(ly:make-moment 1 4)
    }
    \context {
      \Score
      \consists "Grid_line_span_engraver"
      % damit werden sie nach rechts um einen halben Notenlinienabstand verschoben
      \override NoteColumn #'X-offset = #-0.5
    }
  }
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Grid_line_span_engraver, Grid_point_engraver, GridLine, GridPoint, grid-line-interface, grid-point-interface.


Analyseklammern

Klammern über dem System werden in der Musikanalyse benutzt, um strukturelle Einheiten der Musik zu markieren. Einfache horizontale Klammern werden von LilyPond unterstützt.

\layout {
  \context {
    \Voice
    \consists "Horizontal_bracket_engraver"
  }
}
\relative c'' {
  c2\startGroup
  d\stopGroup
}

[image of music]

Analysis brackets may be nested.

\layout {
  \context {
    \Voice
    \consists "Horizontal_bracket_engraver"
  }
}
\relative c'' {
  c4\startGroup\startGroup
  d4\stopGroup
  e4\startGroup
  d4\stopGroup\stopGroup
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Anmerkungen.

Referenz der Interna: Horizontal_bracket_engraver, HorizontalBracket, horizontal-bracket-interface, Staff.


1.8 Text

[image of music]

Dieser Abschnitt erklärt, wie man Text (mit vielfältiger Formatierung) in Partituren einfügt.

Einige Textelemente, die hier nicht behandelt werden, finden sich in anderen Abschnitten: Notation von Gesang, Titel.


1.8.1 Text eingeben

Dieser Abschnitt zeigt verschiedene Arten, wie Text in die Partitur eingefügt werden kann.

Achtung: Wenn man Zeichen mit Akzenten und Umlaute oder besondere Zeichen (wie etwa Text mit anderen Alphabeten) eingeben möchte, kann man die Zeichen einfach direkt in die Datei einfügen. Die Datei muss als UTF-8 gespeichert werden. Für mehr Information siehe Zeichenkodierung.


Textarten

Am einfachsten kann Text mit geraden Anführungsstrichen in eine Partitur eingefügt werden, wie das folgende Beispiel zeigt. Derartiger Text kann manuell über oder unter dem Notensystem platziert werden, die Syntax hierzu ist beschrieben in Richtung und Platzierung.

d8^"pizz." g f e a4-"scherz." f

[image of music]

Diese Syntax ist eine Kurzform, komplexere Formatierungen können einem Text hinzugefügt werden, wenn man explizit den \markup-Befehl mit darauf folgenden geschweiften Klammern einsetzt, wie beschrieben in Text formatieren.

a8^\markup { \italic pizz. } g f e
a4_\markup { \tiny scherz. \bold molto } f

[image of music]

Standardmäßig haben Textbeschriftungen keinen Einfluss auf die Positionierung der Noten. Man kann aber auch bestimmen, dass die Breite des Textes mit berücksichtigt wird. Im nächsten Beispiel fordert der erste Text keinen Platz, während der zweite die Note nach rechts verschiebt. Das Verhalten wird mit dem Befehl \textLengthOn (Textlänge an) erreicht, rückgängig kann es mit dem Befehl \textLengthOff gemacht werden.

a8^"pizz." g f e
\textLengthOn
a4_"scherzando" f

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\textLengthOn, \textLengthOff.

Siehe auch

Notationsreferenz: Text formatieren, Richtung und Platzierung.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.

Bekannte Probleme und Warnungen

Eine Überprüfung, ob sich auch alle Textbeschriftungen und Gesangstext innerhalb der Ränder der Noten befinden, braucht verhältnismäßig viel Rechenaufwand. Diese Überprüfung ist standardmäßig ausgestellt, damit LilyPond die Dateien schneller bearbeiten kann. Man kann die Überprüfung aber mit folgendem Code einschalten:

\override Score.PaperColumn #'keep-inside-line = ##t

Text mit Verbindungslinien

Einige Aufführungsanweisungen, etwa rallentando oder accelerando, werden als Text geschrieben, gefolgt von einer gestrichelten Linie, die anzeigt, wie weit sich die Anweisung auswirkt. Solche Objekte, „Strecker“ (engl. spanners) genannt, können von einer Note bis zu einer anderen mit folgender Anweisung erstellt werden:

\override TextSpanner #'(bound-details left text) = "rit."
b1\startTextSpan
e,\stopTextSpan

[image of music]

Der Text wird durch Objekteigenschaften beeinflusst. In den Standardeinstellungen wird er kursiv ausgegeben, aber eine andere Formatierung kann erreicht werden, indem man \markup-Blöcke einsetzt, wie beschrieben in Text formatieren.

\override TextSpanner #'(bound-details left text) =
  \markup { \upright "rit." }
b1\startTextSpan c
e,\stopTextSpan

[image of music]

Auch der Stil der Linie kann ähnlich wie der Text mit den Objekteigenschaften geändert werden. Diese Syntax ist beschrieben in Zeilenstile.

Vordefinierte Befehle

\textSpannerUp, \textSpannerDown, \textSpannerNeutral.

Siehe auch

Notationsreferenz: Zeilenstile, Dynamik.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextSpanner.


Textartige Zeichen

Verschiedene Textelemente können der Partitur hinzugefügt werden, indem man die Syntax für Zeichen einsetzen, wie beschrieben in Übungszeichen:

c4
\mark "Allegro"
c c c

[image of music]

Diese Syntax ermöglicht es, beliebigen Text über eine Taktlinie zu platzieren, weitere Formatierungsmöglichkeiten sind mit dem \markup-Befehl gegeben, wie beschrieben in Text formatieren:

[image of music]

Diese Syntax ermöglicht es auch, besondere Zeichen einzufügen, wie etwa Coda-, Segno- oder Fermatenzeichen, indem das entsprechende Symbol mit dem Befehl \musicglyph angegeben wird, wie beschrieben in Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung:

[image of music]

Derartige Objekte werden über dem höchsten System einer Partitur gesetzt – abhängig davon, ob sie mitten im Takt oder an seinem Ende notiert werden, werden sie zwischen Noten oder über der Taktlinie gesetzt. Wenn sie an einem Zeilenumbruch angegeben werden, wird das Zeichen zu Beginn der nächsten Zeile ausgegeben.

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Printing marks at the end of a line or a score

Marks can be printed at the end of the current line, instead of the beginning of the following line. This is particularly useful when a mark has to be added at the end of a score – when there is no next line.

In such cases, the right end of the mark has to be aligned with the final bar line, as demonstrated on the second line of this example.

\relative c'' {  
  \override Score.RehearsalMark #'break-visibility = #begin-of-line-invisible
  g2 c
  d,2 a'
  \mark \default
  \break
  g2 b,
  c1 \bar "||"
  \override Score.RehearsalMark #'self-alignment-X = #RIGHT  
  \mark "D.C. al Fine"
}

[image of music]

Aligning marks with various notation objects If specified, text marks may be aligned with notation objects other than bar lines. These objects include ambitus, breathing-sign, clef, custos, staff-bar, left-edge, key-cancellation, key-signature, and time-signature.

In such cases, text marks will be horizontally centered above the object. However this can be changed, as demonstrated on the second line of this example (in a score with multiple staves, this setting should be done for all the staves).

\relative c' {
  e1
  
  % RehearsalMark zentrieren über dem Schlüssel
  \override Score.RehearsalMark #'break-align-symbols = #'(clef)
  \key a \major
  \clef treble
  \mark "↓"
  e1
  
  % RehearsalMark zentrieren über der Taktart (TimeSignature)
  \override Score.RehearsalMark #'break-align-symbols = #'(time-signature)
  \key a \major
  \clef treble
  \time 3/4
  \mark "↓"
  e2.
  
  % RehearsalMark über der Tonart (KeySignature) zentrieren
  \override Score.RehearsalMark #'break-align-symbols = #'(key-signature)
  \key a \major
  \clef treble
  \time 4/4
  \mark "↓"
  e1

  \break
  e1
  
  % RehearsalMark mit der linken Ecke von KeySignature ausrichten
  \once \override Score.KeySignature #'break-align-anchor-alignment = #LEFT
  \mark "↓"
  \key a \major
  e1
  
  % RehearsalMark mit der rechten Ecke von KeySignature ausrichten
  \once \override Score.KeySignature #'break-align-anchor-alignment = #RIGHT
  \key a \major
  \mark "↓"
  e1
  
  % RehearsalMark mit der linken Ecke von KeySignature ausrichten
  % nach rechts um eine Einheit verschieben
  \once \override Score.KeySignature #'break-align-anchor = #1
  \key a \major
  \mark "↓"
  e1
}

[image of music]

Printing marks on every staff

Although text marks are normally only printed above the topmost staff, they may also be printed on every staff.

\score {
  <<
    \new Staff { c''1 \mark "molto" c'' }
    \new Staff { c'1 \mark "molto" c' }
  >>
  \layout {
    \context {
      \Score
      \remove "Mark_engraver"
      \remove "Staff_collecting_engraver"
    }
    \context {
      \Staff
      \consists "Mark_engraver"
      \consists "Staff_collecting_engraver"
    }
  }
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Übungszeichen, Text formatieren, Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung, Die Feta-Schriftart.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: RehearsalMark.

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn ein Zeichen am Ende des letzten Taktes eines Stückes notiert wird (wo also keine nächste Zeile mehr existiert), wird das Zeichen überhaupt nicht gesetzt.


Separater Text

Eine \markup-Umgebung kann auch für sich alleine existieren, außerhalb einer \score-Umgebung, als ein Ausdruck auf der höchsten Ebene.

\markup {
  Morgen, morgen, und morgen...
}

[image of music]

Damit kann Text unabhängig von den Noten gesetzt werden. Das bietet sich vor allem in Situationen an, in denen mehrere Stücke in einer Datei vorkommen, wie beschrieben in Mehrere Partituren in einem Buch.

\score {
  c'1
}
\markup {
  Morgen, übermorgen, und überübermorgen...
}
\score {
  c'1
}

[image of music]

Unabhängige Textabschnitte können über mehrere Seiten reichen, so dass man Textdokumente oder Bücher ausschließlich mit LilyPond setzen kann. Einzelheiten zu den vielfältigen Möglichkeiten finden sich in Textbeschriftung über mehrere Seiten.

Vordefinierte Befehle

\markup, \markuplines.

Ausgewählte Schnipsel

Stand-alone two-column markup

Stand-alone text may be arranged in several columns using \markup commands:

\markup {
 \fill-line {
  \hspace #1.0
  \column {
   \line {"O sacrum convivium" }
   \line {"in quo Christus sumitur," }
   \line {"recolitur memoria passionis ejus," }
   \line {"mens impletur gratia," }
   \line {"futurae gloriae nobis pignus datur." }
   \line {"Amen."}
  }
  \hspace #2
  \column {
   \line { \italic {"O sacred feast"} }
   \line { \italic {"in which Christ is received,"} }
   \line { \italic {"the memory of His Passion is renewed,"} }
   \line { \italic {"the mind is filled with grace," } }
   \line { \italic {"and a pledge of future glory is given to us." }}
   \line { \italic {"Amen."}}
  }
  \hspace #1.0
 }
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Text formatieren, Die Dateistruktur, Mehrere Partituren in einem Buch, Textbeschriftung über mehrere Seiten.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.


1.8.2 Text formatieren

Dieser Abschnitt zeigt grundlegende und fortgeschrittene Formatierung von Text, wobei der Textbeschriftungsmodus (\markup benutzt wird.


Textbeschriftung (Einleitung)

Eine \markup-Umgebung wird benutzt, um Text mit einer großen Anzahl von Formatierungsmöglichkeiten (im „markup-Modus“) zu setzen.

Die Syntax für Textbeschriftungen ähnelt der normalen Syntax von LilyPond: ein \markup-Ausdruck wird in geschweifte Klammern eingeschlossen ({… }). Ein einzelnes Wort wird als ein Minimalausdruck erachtet und muss deshalb nicht notwendigerweise eingeklammert werden.

Anders als Text in Anführungsstrichen können sich in einer Textbeschriftungsumgebung (\markup) geschachtelte Ausdrücke oder weitere Textbefehle befinden, eingeführt mit einem Backslash (\). Derartige Befehle beziehen sich nur auf den ersten der folgenden Ausdrücke.

a1-\markup intenso
a2^\markup { poco \italic più forte  }
c e1
d2_\markup { \italic "string. assai" }
e
b1^\markup { \bold { molto \italic  agitato } }
c

[image of music]

Eine \markup-Umgebung kann auch Text in Anführungszeichen beinhalten. Derartige Zeichenketten werden als ein Textausdruck angesehen, und darum werden innerhalb von ihnen Befehle oder Sonderzeichen (wie \ oder #) so ausgegeben, wie sie eingeben werden. Doppelte Anführungsstriche können gesetzt werden, indem man ihnen einen Backslash voranstellt.

a1^"\italic Text..."
a_\markup { \italic "... setzt \"kursive\" Buchstaben!" }
a a

[image of music]

Damit eine Anzahl von Wörtern als ein einziger Ausdruck behandelt wird, müssen alle Wörter zwischen geraden Anführungszeichen (Shift+2) stehen oder ihnen muss ein Befehl vorangestellt werden. Die Art, wie die Ausdrücke definiert sind, wirkt sich darauf aus, wie sie übereinander gestapelt, mittig und aneinander ausgerichtet werden. Im folgenden Beispiel verhält sich der zweite \markup-Ausdruck genauso wie der erste:

c1^\markup { \center-column { a bbb c } }
c1^\markup { \center-column { a { bbb c } } }
c1^\markup { \center-column { a \line { bbb c } } }
c1^\markup { \center-column { a "bbb c" } }

[image of music]

Textbeschriftung kann auch durch Variablen definiert werden. Diese Variablen können dann direkt an Noten angefügt werden:

Allegro = \markup { \bold \large Allegro }

{
  d''8.^\Allegro
  d'16 d'4 r2
}

[image of music]

Eine ausführliche Liste der \markup-Befehle findet sich in Text markup commands.

Siehe auch

Notationsreferenz: Text markup commands.

Schnipsel: Text.

Installierte Dateien: ‘scm/markup.scm’.

Bekannte Probleme und Warnungen

Syntaxfehler im Textbeschriftungsmodus können sehr verwirrend sein.


Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle

Einfache Änderungen des Schriftartschnitts können im Textbeschriftungsmodus vorgenommen werden:

d1^\markup {
  \bold { Più mosso }
  \italic { non troppo \underline Vivo }
}
r2 r4 r8
d,_\markup { \italic quasi \smallCaps Tromba }
f1 d2 r

[image of music]

Die Größe von Buchstaben kann auf verschiedene Arten verändert werden:

Das Beispiel unten zeigt alle drei Möglichkeiten:

f1_\markup {
  \tiny espressivo
  \large e
  \normalsize intenso
}
a^\markup {
  \fontsize #5 Sinfonia
  \fontsize #2 da
  \fontsize #3 camera
}
bes^\markup { (con
  \larger grande
  \smaller emozione
  \magnify #0.6 { e sentimento } )
}
d c2 r8 c bes a g1

[image of music]

Text kann auch hoch- bzw. tiefgestellt gesetzt werden. Die so markierten Buchstaben werden automatisch in einer kleineren Schriftgröße gesetzt, aber die normale Schriftgröße kann auch eingesetzt werden:

\markup {
  \column {
    \line { 1 \super st movement }
    \line { 1 \normal-size-super st movement
      \sub { (part two) }  }
  }
}

[image of music]

Der Textbeschriftungsmodus stellt eine einfache Möglichkeit zur Verfügung unterschiedliche Schriftschnitte anzuwählen. Ohne besondere Einstellungen wird automatisch eine Schriftart mit Serifen ausgewählt. Das Beispiel unten zeigt die Verwendung der eigenen Zahlenschriftart von LilyPond, den Einsatz von serifenloser Schriftart und von Schreibmaschinenschriftart. Die letzte Zeile zeigt, dass sich die Standardeinstellung mit dem Befehl \roman wieder herstellen lässt.

\markup {
  \column {
    \line { Act \number 1 }
    \line { \sans { Scene I. } }
    \line { \typewriter { Verona. An open place. } }
    \line { Enter \roman Valentine and Proteus. }
  }
}

[image of music]

Einige dieser Schriftarten, etwa die Zahlenschriftart oder die Schriftart für Dynamikzeichen, stellen nicht alle Zeichen zur Verfügung, wie beschrieben in Neue Lautstärkezeichen und Manuelle Wiederholungszeichen.

Einige Schriftartbefehle können ungewollte Leerzeichen innerhalb von Wörtern hervorrufen. Das kann vermieden werden, indem die einzelnen Elemente mit dem Befehl \concat zu einem Element verschmolzen werden:

\markup {
  \column {
    \line {
      \concat { 1 \super st }
      movement
    }
    \line {
      \concat { \dynamic p , }
      \italic { con dolce espressione }
    }
  }
}

[image of music]

Eine ausführliche Liste der unterschiedlichen Befehl zur Beeinflussung der Schriftarten findet sich in Font.

Es ist auch möglich, eigene Schriftfamlien zu definieren, wie erklärt in Schriftarten.

Vordefinierte Befehle

\teeny, \tiny, \small, \normalsize, \large, \huge, \smaller, \larger.

Siehe auch

Notationsreferenz: Font, Neue Lautstärkezeichen, Manuelle Wiederholungszeichen, Schriftarten.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.

Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.


Textausrichtung

Dieser Abschnitt zeigt, wie man Text im Textbeschriftungsmodus eingibt. Textobjekte können auch als eine Einheit verschoben werden, wie beschrieben in Verschieben von Objekten.

Textbeschriftungsobjekte können auf verschiedene Weise ausgerichtet werden. Standardmäßig wird ein Textobjekt an seiner linken Ecke ausgerichtet, darum wird das erste und zweite Objekt gleichermaßen an der linken Ecke ausgerichtet.

d1-\markup { poco }
f
d-\markup { \left-align poco }
f
d-\markup { \center-align { poco } }
f
d-\markup { \right-align poco }

[image of music]

Die horizontale Ausrichtung kann mit einer Zahl auf einen exakten Wert festgelegt werden:

a1-\markup { \halign #-1 poco }
e'
a,-\markup { \halign #0 poco }
e'
a,-\markup { \halign #0.5 poco }
e'
a,-\markup { \halign #2 poco }

[image of music]

Manche Objekte haben eigene Ausrichtungsvorgänge und werden deshalb nicht von diesen Befehlen beeinflusst. Es ist möglich, solche Objekte als eine Einheit anzusprechen und zu bewegen, wie gezeigt in Textartige Zeichen.

Die vertikale Ausrichtung ist etwas schwieriger. Textelemente können komplett verschoben werden, es ist aber auch möglich, nur einen Teil innerhalb der Textbeschriftung zu bewegen. In diesem Fall muss dem zu verschiebenden Objekt ein Ankerpunkt zugewiesen werden, welcher entweder ein anderes Textelement oder ein unsichtbares Objekt sein kann (im Beispiel mit \null erstellt). Der letzte Text im Beispiel hat keinen Anker und wird deshalb auch nicht verschoben.

d2^\markup {
  Acte I
  \raise #2 { Scène 1 }
}
a'
g_\markup {
  \null
  \lower #4 \bold { Très modéré }
}
a
d,^\markup {
  \raise #4 \italic { Une forêt. }
}
a'4 a g2 a

[image of music]

Einige Befehle können sowohl die horizontale als auch die vertikale Ausrichtung von Textobjekten beeinflussen. Jedes Objekt, das auf diese Weise verschoben wird, benötigt einen Anker:

d2^\markup {
  Acte I
  \translate #'(-1 . 2) "Scène 1"
}
a'
g_\markup {
  \null
  \general-align #Y #3.2 \bold "Très modéré"
}
a
d,^\markup {
  \null
  \translate-scaled #'(-1 . 2) \teeny "Une forêt."
}
a'4 a g2 a

[image of music]

Ein Textbeschriftungsobjekt kann mehrere Zeilen beinhalten. Im folgenden Beispiel wird jeder Ausdruck innerhalb von \markup auf einer eigenen Zeile gesetzt, entweder linksbündig oder zentriert:

\markup {
  \column {
    a
    "b c"
    \line { d e f }
  }
  \hspace #10
  \center-column {
    a
    "b c"
    \line { d e f }
  }
}

[image of music]

Eine Anzahl an Ausdrücken innerhalb von \markup kann auch gestreckt werden, so dass die gesamte Seitenbreite benutzt wird. Wenn nur ein Objekt vorhanden ist, wird es zentriert gesetzt. Die Ausdrücke selber können wiederum mehrzeilig sein und andere Textbeschriftungsbefehle beinhalten.

\markup {
  \fill-line {
    \line { William S. Gilbert }
    \center-column {
      \huge \smallCaps "The Mikado"
      or
      \smallCaps "The Town of Titipu"
    }
    \line { Sir Arthur Sullivan }
  }
}
\markup {
  \fill-line { 1885 }
}

[image of music]

Längere Texte können auch automatisch umgebrochen werden, wobei es möglich ist, die Zeilenbreite zu bestimmen. Der Text ist entweder linksbündig oder im Blocksatz, wie das nächste Beispiel illustriert:

\markup {
  \column {
    \line  \smallCaps { La vida breve }
    \line \bold { Acto I }
    \wordwrap \italic {
      (La escena representa el corral de una casa de
      gitanos en el Albaicín de Granada. Al fondo una
      puerta por la que se ve el negro interior de
      una Fragua, iluminado por los rojos resplandores
      del fuego.)
    }
    \hspace #0

    \line \bold { Acto II }
    \override #'(line-width . 50)
    \justify \italic {
      (Calle de Granada. Fachada de la casa de Carmela
      y su hermano Manuel con grandes ventanas abiertas
      a través de las que se ve el patio
      donde se celebra una alegre fiesta)
    }
  }
}

[image of music]

Eine vollständige Liste der Textausrichtungsbefehle findet sich in Align.

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Verschieben von Objekten.

Notationsreferenz: Align, Textartige Zeichen.

Schnipsel: Text.

Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.

Referenz der Interna: TextScript.


Graphische Notation innerhalb einer Textbeschriftung

Verschiedene graphische Objekte können im Textbeschriftungsmodus eingefügt werden.

Mit bestimmten Textbeschriftungsbefehlen kann man Textelementen Graphik hinzufügen, wie das nächste Beispiel zeigt:

\markup \fill-line {
  \center-column {
    \circle Jack
    \box "in the box"
    \null
    \line {
      Erik Satie
      \hspace #3
      \bracket "1866 - 1925"
    }
    \null
    \rounded-box \bold Prelude
  }
}

[image of music]

Es kann nötig sein, einem Text mehr Platz einzuräumen. Das geschieht mit verschiedenen Befehlen, wie das folgende Beispiel zeigt. Eine ausführliche Übersicht findet sich in Align.

\markup \fill-line {
  \center-column {
    \box "Charles Ives (1874 - 1954)"
    \null
    \box \pad-markup #2 "THE UNANSWERED QUESTION"
    \box \pad-x #8 "A Cosmic Landscape"
    \null
  }
}
\markup \column {
  \line {
    \hspace #10
    \box \pad-to-box #'(-5 . 20) #'(0 . 5)
      \bold "Largo to Presto"
  }
  \pad-around #3
      "String quartet keeps very even time,
Flute quartet keeps very uneven time."
}

[image of music]

Andere graphische Elemente oder Symbole können gesetzt werden, ohne dass man Text benötigt. Wie mit allen Textbeschriftungen können Objekte innerhalb von \markup kombiniert werden.

\markup {
  \combine
    \draw-circle #4 #0.4 ##f
    \filled-box #'(-4 . 4) #'(-0.5 . 0.5) #1
  \hspace #5

  \center-column {
    \triangle ##t
    \combine
      \draw-line #'(0 . 4)
      \arrow-head #Y #DOWN ##f
  }
}

[image of music]

Fortgeschrittene graphische Möglichkeiten bietet unter Anderem eine Funktion, mit der man externe Graphiken im Encapsulated PostScript (eps) -Format einbinden kann oder aber Graphiken direkt in den Quelltext unter Verwendung von PostScript-Code notiert. In diesem Fall kann es nötig sein, die Größe der Zeichnung explizit anzugeben, wie im Beispiel unten gezeigt:

c1^\markup {
  \combine
    \epsfile #X #10 #"./context-example.eps"
    \with-dimensions #'(0 . 6) #'(0 . 10)
    \postscript #"
      -2 3 translate
      2.7 2 scale
      newpath
      2 -1 moveto
      4 -2 4 1 1 arct
      4 2 3 3 1 arct
      0 4 0 3 1 arct
      0 0 1 -1 1 arct
      closepath
      stroke"
  }
c

[image of music]

Eine ausführliche Liste der Graphik-Befehle findet sich in Graphic.

Siehe auch

Notationsreferenz: Graphic, Anmerkungen.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.

Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’, ‘scm/stencil.scm’.


Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung

Auch Musikobjekte können innerhalb der Textbeschriftungsumgebung gesetzt werden.

Noten und Versetzungszeichen lassen sich mit \markup einfügen:

a2 a^\markup {
  \note #"4" #1
  =
  \note-by-number #1 #1 #1.5
}
b1_\markup {
  \natural \semiflat \flat
  \sesquiflat \doubleflat
}
\glissando
a1_\markup {
  \natural \semisharp \sharp
  \sesquisharp \doublesharp
}
\glissando b

[image of music]

Andere Notationsobjekte können auch eingefügt werden:

g1 bes
ees-\markup {
  \finger 4
  \tied-lyric #"~"
  \finger 1
}
fis_\markup { \dynamic rf }
bes^\markup {
  \beam #8 #0.1 #0.5
}
cis
d-\markup {
  \markalphabet #8
  \markletter #8
}

[image of music]

Allgemeiner gesagt kann jedes verfügbare Notationssymbol unabhängig von der Notation als ein Textbeschriftungsobjekt eingefügt werden, wie unten gezeigt. Eine vollständige Liste der verfügbaren Symbole findet sich in Die Feta-Schriftart.

c2
c'^\markup { \musicglyph #"eight" }
c,4
c,8._\markup { \musicglyph #"clefs.G_change" }
c16
c2^\markup { \musicglyph #"timesig.neomensural94" }

[image of music]

Eine andere Möglichkeit, andere als Textsymbole zu schreiben, findet sich in Was sind Schriftarten.

Der Textbeschriftungsmodus unterstützt auch Diagramme für bestimmte Instrumente:

c1^\markup {
  \fret-diagram-terse #"x;x;o;2;3;2;"
}
c^\markup {
  \harp-pedal #"^-v|--ov^"
}
c
c^\markup {
  \combine
    \musicglyph #"accordion.accDiscant"
    \combine
      \raise #0.5 \musicglyph #"accordion.accDot"
      \raise #1.5 \musicglyph #"accordion.accDot"
}

[image of music]

Derartige Digramme sind dokumentiert in Instrument Specific Markup.

Sogar eine ganze Partitur kann in ein Textbeschriftungsobjekt eingefügt werden. In diesem Fall muss die eingefügte \score-Umgebung eine \layout-Umgebung haben, wie in diesem Beispiel:

c4 d^\markup {
  \score {
    \relative { c4 d e f }
    \layout { }
  }
}
e f |
c d e f

[image of music]

Eine vollständige Liste der Musiksymbol-Befehle findet sich in Music.

Siehe auch

Notationsreferenz: Music, Die Feta-Schriftart, Was sind Schriftarten.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.

Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’, ‘scm/fret-diagrams.scm’, ‘scm/harp-pedals.scm’.


Textbeschriftung über mehrere Seiten

Normale Textbeschriftungsobjekte können nicht getrennt werden, aber mit einer spezifischen Umgebung ist es möglich, Text auch über mehrere Seiten fließen zu lassen:

\markuplines {
  \justified-lines {
    A very long text of justified lines.
    ...
  }
  \wordwrap-lines {
    Another very long paragraph.
    ...
  }
  ...
}

[image of music]

Die Syntax braucht eine Liste von Textbeschriftungen folgender Art:

Eine vollständige Liste der Beschriftungslistenbefehle findet sich in Text markup list commands.

Siehe auch

Notationsreferenz: Text markup list commands, Neue Definitionen von Beschriftungsbefehlen für Listen.

Schnipsel: Text.

Referenz der Interna: TextScript.

Installierte Dateien: ‘scm/define-markup-commands.scm’.

Vordefinierte Befehle

\markuplines.


1.8.3 Schriftarten

Dieser Abschnitt zeigt, wie Schriftarten eingesetzt werden können und wie man sie in Partituren ändern kann.


Was sind Schriftarten

Schriftarten werden von mehreren Bibliotheken verwaltet. FontConfig wird benützt, um die vorhandenen Schriftarten des Systems zu erkennen, die gewählte Schriftart wird dann mit Pango verarbeitet.

Notationsschriftarten können als eine Ansammlung von besonderen Zeichen erklärt werden, wobei die Sonderzeichen in verschiedene Familien klassifiziert werden. Die Syntax des folgenden Beispiels ermöglicht es, direkt auf verschiedene nicht textuelle Sonderzeichen der feta-Schriftart zuzugreifen. Das ist die Standardschriftart für Notationselemente in LilyPond.

a1^\markup {
  \vcenter {
    \override #'(font-encoding . fetaBraces)
    \lookup #"brace120"
    \override #'(font-encoding . fetaNumber)
    \column { 1 3 }
    \override #'(font-encoding . fetaDynamic)
    sf
    \override #'(font-encoding . fetaMusic)
    \lookup #"noteheads.s0petrucci"
  }
}

[image of music]

Eine einfachere, aber weniger vielfältige Syntax wird beschrieben in Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung.

Drei Textschriftarten sind verfügbar (auf Englisch family genannt): mit roman eine Schriftart mit Serifen (Standard ist New Century Schoolbook), mit sans eine serifenlose (gerade) Schriftart und mit typewriter eine Schreibmaschinenschrift, in welcher die Buchstaben alle die gleiche Weite haben. Die aktuelle Schriftart von sans und tpyewriter wird durch Pango entspechend den Systemvorgaben gewählt.

Jede Familie kann verschiedene Schriftschnitte besitzen. Im Englischen wird unterschieden zwischen shape für kursive Schnitte und series für fette Schnitte. Im folgenden Beispiel wird demonstriert, wie man die verschiedenen Eigenschaften auswählen kann. Der Wert, der font-size übergeben wird, entspricht der geforderten Änderung in Bezug auf die Standardschriftgröße.

  \override Score.RehearsalMark #'font-family = #'typewriter
  \mark \markup "Ouverture"
  \override  Voice.TextScript #'font-shape = #'italic
  \override  Voice.TextScript #'font-series = #'bold
  d'2.^\markup "Allegro"
  \override Voice.TextScript #'font-size = #-3
  c4^smaller

[image of music]

Eine ähnliche Syntax kann im Textbeschriftungsmodus eingesetzt werden, hier bietet es sich aber an, die einfacheren Befehle zu verwenden, die erklärt wurden in Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle:

\markup {
  \column {
    \line {
      \override #'(font-shape . italic)
      \override #'(font-size . 4)
      Idomeneo,
    }
    \line {
      \override #'(font-family . typewriter)
      {
        \override #'(font-series . bold)
        re
        di
      }
      \override #'(font-family . sans)
      Creta
    }
  }
}

[image of music]

Auch wenn es einfach ist, zwischen den vorefinierten Schriftarten umzuschalten, kann man auch eigene Schriftarten verwenden, wie erklärt in folgenden Abschnitten: Schriftarten für einen Eintrag und Schriftart des gesamten Dokuments.

Siehe auch

Notationsreferenz: Die Feta-Schriftart, Musikalische Notation innerhalb einer Textbeschriftung, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Font.


Schriftarten für einen Eintrag

Jede Schriftart, die über das Betriebssystem installiert ist und von FontConfig erkannt wird, kann in einer Partitur eingefügt werden. Dazu verwendet man folgende Syntax:

\override Staff.TimeSignature #'font-name = #"Charter"
\override Staff.TimeSignature #'font-size = #2
\time 3/4

a1_\markup {
  \override #'(font-name . "Vera Bold")
    { Vera Bold }
}

[image of music]

Mit folgendem Befehl erhält man eine Liste aller verfügbaren Schriftarten des Betriebssystems:

lilypond -dshow-available-fonts x

Das letzte Argument kann ein beliebiges Zeichen sein, aber es darf nicht fehlen.

Siehe auch

Notationsreferenz: Was sind Schriftarten, Schriftart des gesamten Dokuments.

Schnipsel: Text.

Installierte Dateien: ‘lily/font-config-scheme.cc’.


Schriftart des gesamten Dokuments

Es ist auch möglich, die Schriftarten für die gesamte Partitur zu ändern. In diesem Fall müssen die Familien roman, sans und typewriter in genaus dieser Reihenfolge entsprechend der Syntax unten definiert werden. Einzelheiten zu Schriftarten in Was sind Schriftarten.

\paper  {
  myStaffSize = #20
  #(define fonts
    (make-pango-font-tree "Times New Roman"
                          "Nimbus Sans"
                          "Luxi Mono"
                           (/ myStaffSize 20)))
}

\relative c'{
  c1-\markup {
    roman,
    \sans sans,
    \typewriter typewriter. }
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Was sind Schriftarten, Schriftarten für einen Eintrag, Überblick über die wichtigsten Textbeschriftungsbefehle, Font.


2. Spezielle Notation

Dieser Abschnitt erklärt, wie Notation erstellt wird, die nur für ein bestimmtes Instrument oder einen Stil eingesetzt wird.


2.1 Notation von Gesang

Dieser Abschnitt erklärt, wie Vokalmusik gesetzt werden kann und die Silben von Gesangstext an den Noten ausgerichtet werden.


2.1.1 Übliche Notation für Vokalmusik

Dieser Abschnitt behandelt allgemeine Fragen der Notation von Vokalmusik und einige spezifische Vokalmusikstile.


Referenz für Vokalmusik und Gesangstext

Viele Probleme können auftreten, wenn man Vokalmusik setzt. Einige davon werden in diesem Abschnitt behandelt, während weitere sich in anderen Abschnitten befinden:


Oper

TBC


Liederhefte

TBC

Ausgewählte Schnipsel

Simple lead sheet

When put together, chord names, a melody, and lyrics form a lead sheet:

<<
  \chords { c2 g:sus4 f e }
  \relative c'' {
    a4 e c8 e r4
    b2 c4( d)
  }
  \addlyrics { One day this shall be free __ }
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Notation von Akkorden.


Gesprochene Musik

Effekte wie „Parlato“ bzw. „Sprechgesang“ erfordern, dass die Noten ohne Tonhöhe, aber mit dem notierten Rhythmus gesprochen werden. Solche Noten werden mit einem Kreuz als Notenkopf notiert, siehe hierzu Besondere Notenköpfe.


Hymnen

TBC


Alte Vokalmusik

TBC

Siehe auch

Notationsreferenz: Notation von alter Musik.


2.1.2 Eingabe von Text


Was ist Gesangtext

LilyPond-Eingabedateien sind einfache Textdateien, in denen Text verwendet wird, um Notationssymbole darzustellen. Für die Notation von Gesangstext muss also sichergestellt sein, dass ein Buchstabe, etwa d, nicht als Note, sondern als Buchstabe „d“ interpretiert wird. Darum gibt es einen besonderen Modus, in dem Gesangstext geschreiben werden kann, den „Lyric“-Modus (engl. lyrics = Gesangstext).

Der Gesangstextmodus kann mit der Umgebung \lyricmode spezifiziert werden, oder indem \addlyrics bzw. \lyricsto eingesetzt wird. In diesem Modus kann Text mit Akzenten und Satzzeichen notiert werden, und das Programm geht davon aus, dass es sich auch um Text handelt. Silben werden wie Noten notiert, indem ihnen ihre Dauer angehängt wird:

\lyricmode { Twin-4 kle4 twin- kle litt- le star2 }

Es gibt zwei generelle Methoden, die horizontale Orientierung der Textsilben zu spezifizieren, entweder indem ihre Dauer angegeben wird, wie oben in dem Beispiel, oder indem die Silben automatisch an den Noten ausgerichtet werden. Dazu muss entweder \addlyrics oder \lyricsto eingesetzt werden.

Ein Wort oder eine Silbe beginnt mit einem alphabetischen Zeichen und endet mit einem Leerzeichen oder einer Zahl. Die folgenden Zeichen können beliebig sein, außer Leerzeichen und Zahlen.

Jedes Zeichen, das nicht Leerzeichen noch Zahl ist, wird als Bestandteil der Silbe angesehen. Eine Silbe kann also auch mit } enden, was oft zu dem Fehler

\lyricmode { lah- lah}

führen kann. Hier wird } als Teil der letzten Silbe gerechnet, so dass die öffnende Klammer keine schließende Klammer hat und die Eingabedatei nicht funktioniert.

Auch ein Punkt, der auf eine Silbe folgt, wird in die Silbe inkorporiert. Infolgedessen müssen auch um Eigenschaftsbezeichnungen Leerzeichen gesetzt werden. Ein Befehl heißt also nicht:

\override Score.LyricText #'font-shape = #'italic

sondern

\override Score . LyricText #'font-shape = #'italic

Um mehr als eine Silbe einer einzelnen Note zuzuweisen, kann man die Silben mit geraden Anführungszeichen umgeben (Shift+2) oder einen Unterstrich (_) benutzen, um Leerzeichen zwischen die Silben zu setzen, bzw. die Tilde (~) einsetzen, um einen Bindebogen zu erhalten.

\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2 e4 }
\addlyrics { gran- de_a- mi- go }
\addlyrics { pu- "ro y ho-" nes- to }
\addlyrics { pu- ro~y~ho- nes- to }

[image of music]

Dieser Bindebogen ist definiert als das Unicode-Zeichen U+203F; es muss deshalb sichergestellt werden, dass eine Schriftart benutzt wird (wie etwa DejaVuLGC), die dieses Zeichen enthält. Mehr Information zur Schriftartauswahl findet sich in Schriftarten.

Um Gesangstext mit Akzenten, Umlauten, besonderen Zeichen oder anderen Alphabeten zu setzen, müssen diese Zeichen direkt in den Text geschrieben werden und die Datei als UTF-8 gespeichert werden. Für weitere Information siehe Zeichenkodierung.

\relative c' { e4 f e d e f e2 }
\addlyrics { He said: “Let my peo ple go”. }

[image of music]

Um gerade Anführungszeichen im Gesangstext zu verwenden, müssen sie mit einem Backslash markiert werden, beispielsweise:

\relative c' { \time 3/4 e4 e4. e8 d4 e d c2. }
\addlyrics { "\"I" am so lone- "ly\"" said she }

[image of music]

Die vollständige Definition eines Wortanfangs im Gesangstextmodus ist jedoch etwas komplizierter.

Eine Silbe im Gesangstextmodus beginnt mit: einem alphabetischen Zeichen, _, ?, !, :, ', den Kontrollzeichen ^A bis ^F, ^Q bis ^W, ^Y, ^^, einem beliebigen 8-Bit-Zeichen mit ASCII über 127, oder Zeichenkombinationen, in denen ein Backslas mit `, ', " oder ^ kommbiniert wird.

Um Variablen zu definieren, in denen sich Gesangstext befindet, muss die lyricmode-Umgebung benutzt werden:

stropheEins = \lyricmode { Joy to the world the Lord is come }
\score {
  <<
    \new Voice = "eins" \relative c'' {
      \autoBeamOff
      \time 2/4
      c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2
    }
    \addlyrics { \stropheEins }
  >>
}

Siehe auch

Notationsreferenz: Schriftarten.

Referenz der Interna: LyricText, LyricSpace.


Einfache Lieder setzen

Am einfachsten kann Gesangstext zu Noten mit dem Befehl

\addlyrics { Gesangstext }

hinzugefügt werden. Hier ein Beispiel:

\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2. }
\addlyrics { play the game }

[image of music]

Weitere Strophen können hinzugefügt werden, indem weitere \addlyrics-Abschnitte erstellt werden:

\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2. }
\addlyrics { play the game }
\addlyrics { speel het spel }
\addlyrics { joue le jeu }

[image of music]

Der Befehl \addlyrics funktioniert nicht in polyphonen Situationen. In diesem Fall solte man \lyricsto in Kombination mit \lyricmode benutzen, wie erklärt in Was ist Gesangtext.


Mit Gesangtexten und Bezeichnern arbeiten

Um Variablen zu definieren, die Gesangstext beinhalten, muss die \lyricmode-Umgebung benutzt werden. Man braucht hier keine Dauern einzugeben, wenn die Variable mit \addlyrics oder \lyricsto zu einer Melodie hinzugefügt wird.

stropheEins = \lyricmode { Joy to the world the Lord is come }
\score {
 <<
   \new Voice = "eins" \relative c'' {
     \autoBeamOff
     \time 2/4
     c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2
   }
   \addlyrics { \stropheEins }
 >>
}

Für eine andere Anordnung oder kompliziertere Sitationen bietet es sich an, zuerst Systeme und Gesangstextumgebungen zu definieren

\new ChoirStaff <<
  \new Voice = "soprano" { Noten }
  \new Lyrics = "sopranoLyrics" { s1 }
  \new Lyrics = "tenorLyrics" { s1 }
  \new Voice = "tenor" { Noten }
>>

und erst dann die entsprechenden Stimmen mit den dem Text zu kombinieren

\context Lyrics = sopranoLyrics \lyricsto "soprano"
Gesangstext

Siehe auch

Referenz der Interna: LyricCombineMusic, Lyrics.


2.1.3 Text an einer Melodie ausrichten

Gesangstext kann an einer Melodie automatisch ausgerichtet werden, aber wenn die Dauern der Silben angegeben werden, kann man sie auch manuell ausrichten. Die Ausrichtung kann angepasst werden mit leeren Noten (mit \skip oder _), Trennungsstrichen und Fülllinien.

Gesantstext wird gesetzt, wenn er sich in dem Kontext Lyrics befindet:

\new Lyrics \lyricmode …

Es gibt zwei Methoden, mit denen man die horizontale Ausrichtung der Silben beeinflussen kann:


Automatische Silbendauer

Die Silben des Gesangstextes können automatisch an einer Melodie ausgerichtet werden. Das erreicht man, indem der Gesangstext mit dem \lyricsto-Befehl einer Melodie zugewiesen wird:

\new Lyrics \lyricsto Bezeichnung

Hiermit werden die Silben an den Noten eines Voice-Kontexts mit der Bezeichnung Bezeichnung ausgerichtet. Dieser Kontext muss schon vorher definiert sein, damit er aufgerufen werden kann. Mit dem Befehl \lyricsto wird in den \lyricmode gewechselt, so dass der Gesangstextmodus nicht mehr extra angegeben werden muss.

Das folgende Beispiel zeigt die Wirkung der unterschiedlichen Befehle, mit welchen Gesangtext mit einer Melodie kombiniert werden kann:

<<
  \new Voice = "eins" \relative c'' {
    \autoBeamOff
    \time 2/4
    c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2
  }

% nicht empfohlen: Silben links ausrichten
  \new Lyrics \lyricmode { Joy4 to8. the16 world!4. the8 Lord4 is come.2 }

% Falsch: brache Dauern
  \new Lyrics \lyricmode { Joy to the earth! the Sa -- viour reigns. }

%richtig
  \new Lyrics \lyricsto "eins" { No more let sins and sor -- rows grow. }
>>

[image of music]

Die zweite Strophe ist nicht richtig ausgerichtet, weil die Dauern der Silben nicht angegeben wurden. Anstelle dessen könnte besser \lyricsto eingesetzt werden.

Der \addlyrics-Befehl ist eigentlich nur eine Abkürzung für eine etwas kompliziertere LilyPond-Struktur:

{ Noten }
\addlyrics { Gesangstext }

bedeutet das Gleiche wie

\new Voice = "bla" { Noten }
\new Lyrics \lyricsto "bla" { Gesangstext }

Manuelle Silbendauer

Gesangstext kann auch ohne \addlyrics bezw. \lyricsto notiert werden. In diesem Fall werden die Silben wie Noten notiert – indem die Tonhöhen durch den Text der Silbe ersetzt werden – und die Dauer jeder Silbe muss angegeben werden. Beispielsweise so:

play2 the4 game2.
sink2 or4 swim2.

Die Ausrichtung an einer Melodie kann mit der associatedVoice-Eigenschaft bestimmt werden, etwa:

\set associatedVoice = #"lala"

Das Argument dieser Eigenschaft (hier "lala") muss die Bezeichnung der entsprechenden Stimme sein. Ohne diese Einstellung werden Fülllinien nicht richtig formatiert.

Hier ein Beispiel, dass die manuale Ausrichtung von Gesangstext zeigt:

<< \new Voice = "Melodie" {
    \time 3/4
    c2 e4 g2.
 }
 \new Lyrics \lyricmode {
   \set associatedVoice = #"Melodie"
   play2 the4 game2.
 } >>

[image of music]

Siehe auch

Referenz der Interna: Lyrics.


Mehrere Silben zu einer Note

Um mehr als eine Silbe zu einer Note zuzuordnen, können die Silben mit geraden Anführungszeichen (") umgeben werden oder ein Unterstricht (_) benutzt werden, um ein Leerzeichen zwischen Silben zu setzen. Mit der Tilde (~) kann ein Bindebogen gesetzt werden. Dies erfordert, dass eine Schriftart vorhanden ist, die das entsprechende Symbol (U+203F) beinhaltet, wie etwa DejaVuLGC.

\time 3/4
\relative c' { c2 e4 g2 e4 }
\addlyrics { gran- de_a- mi- go }
\addlyrics { pu- "ro y ho-" nes- to }
\addlyrics { pu- ro~y~ho- nes- to }

[image of music]

Siehe auch

Referenz der Interna: LyricCombineMusic.


Mehrere Noten zu einer Silbe

Öfters wird eine einzige Silbe zu mehreren Noten gesungen, was als Melisma bezeichnet wird.

Melismen können direkt im Gesangstext definiert werden, indem ein Unterstrich (_) für jede Note notiert wird, die übersprungen werden soll.

Zusätzlich kann auch eine Fülllinie eingefügt werden, die das Melisma anzeigt. Sie wird notiert, indem ein doppelter Unterstrich direkt hinter die Silbe des Melismas gesetzt wird. Das Beispiel unten zeigt drei Elemente, die eingesetzt werden können: ein doppelter Bindestrich erstellt Trennungsstriche zwischen Silben, mit Unterstrichen wird eine Note übersprungen und mit einem doppelten Unterstrich wird eine Fülllinie gesetzt. Alle diese Zeichen müssen von Leerzeichen umgeben sein, damit sie erkannt werden.

{ \set melismaBusyProperties = #'()
 c d( e) f f( e) e e  }
\addlyrics
 { Ky -- _ _ ri __ _ _ _  e }

[image of music]

Legatobögen können eingesetzt werden, wenn die Funktion melismaBusyProperties aufgerufen wird, wie in dem Beispiel oben.

Mit dem \lyricsto-Befehl können Melismen aber auch automatisch zugewiesen werden: unter übergebundene Noten oder Notengruppen mit einem Legatobogen wird nur eine einzige Silbe gesetzt. Wenn eine Notengruppe ohne Legatobogen als Melisma definiert werden soll, kann die Reichweite mit den Befehlen \melisma und \melismaEnd eingegrenzt werden:

<<
  \new Voice = "lala" {
    \time 3/4
    f4 g8
    \melisma
    f e f
    \melismaEnd
    e2
  }
  \new Lyrics \lyricsto "lala" {
    la di __ daah
  }
>>

[image of music]

Zusätzlich werden Noten als Melisma erachtet, wenn man sie manuell zu einer Balkengruppe verbindet und die automatische Bebalkung gleichzeitig ausgeschaltet ist. Siehe auch Einstellung von automatischen Balken.

Ein vollständiges Beispiel für einen SATB-Chorsatz findet sich in Vokalensemble.

Vordefinierte Befehle

\melisma, \melismaEnd

Siehe auch

Bekannte Probleme und Warnungen

Melismen werde nicht automatisch erkannt, und Fülllinien müssen manuell gestzt werden.


Noten überspringen

Damit der Gesangstext langsamer als die Melodie fortschreitet, kann man \skip-Befehle einfügen. Jeder \skip-Befehl schiebt den Text eine Note weiter. Der Befehl muss von einer gültigen Dauer gefolgt werden, wie das Beispiel zeigt: dieser Dauerwert wird jedoch ignoriert, wenn man \skip im Gesangstext einsetzt.

\relative c' { c c g' }
\addlyrics {
  twin -- \skip 4
  kle
}

[image of music]


Fülllinien und Trennstriche

Wenn die letzte Silbe eines Wortes auf ein Melisma fällt, wird das Melisma oft mit einer langen horizontalen Linie angezeigt, die nach dem Wort beginnt und mit der letzten Note des Melismas endet. Derartige Fülllinien werden mit einem doppelten Unterstrich ( __ ) eingegeben, wobei beachtet werden muss, dass er von Leerzeichen umgeben ist.

Achtung: Melismen werden mit Fülllinien angezeigt, die als doppelter Unterstrich notiert sind. Kurze Melismen können auch notiert werden, indem eine Note übersprungen wird. Hierzu wird ein einfacher Unterstrich notiert und keine Fülllinie gezogen.

Zentrierte Bindestriche zwischen den einzelnen Silben werden mit einem doppelten Bindestrich ( -- ) eingegeben, wobei beachtet werden muss, dass er von Leerzeichen umgeben ist. Der Bindestrich wird zwischen den Silben zentriert und seine Länge dem Notenabstand angepasst.

In sehr eng notierter Musik können die Bindestriche ganz wegfallen. Dieses Verhalten kann aber auch unterbunden werden, wenn den Eigenschaften minimum-distance (minimaler Abstand zwischen Silben) und minimum-length (Wert, unterhalb von dem Bindestriche wegfallen) andere Werte erhalten.

Siehe auch

Referenz der Interna: LyricExtender, LyricHyphen


Gesangtext und Wiederholungen

TBC


2.1.4 Besonderheiten der Gesangtextnotation

In vielen Fällen werden unterschiedliche Strophen mit einer Liedmelodie angeordnet, wobei kleine Schwankungen in der Silbenaufteilung auftreten können. Derartige Variationen können mit \lyricsto notiert werden.


Getrennte Texte

Alternative (oder divisi Gesangstexte können notiert werden, indem Stimmenkontexten Bezeichnungen zugewiesen werden und die Texte dann jeweils der entsprechenden Bezeichnung zugewiesen wird.

\score{ <<
  \new Voice = "Melodie" {
    \relative c' {
      c4
      <<
        { \voiceOne c8 e }
        \new Voice = "StimmeTeilen" { \voiceTwo c4 }
      >>
      \oneVoice c4 c | c
    }
  }
  \new Lyrics \lyricsto "Melodie" { we shall not o- ver- come }
  \new Lyrics \lyricsto "StimmeTeilen" { will }
>> }

[image of music]

Mit diesem Trick kann auch ein unterschiedlicher Text für eine wiederholte Stelle gesetzt werden:

\score{ <<
  \new Voice = "Melodie" \relative c' {
    c2 e | g e | c1 |
    \new Voice = "Strophe" \repeat volta 2 {c4 d e f | g1 | }
    a2 b | c1}
  \new Lyrics = "mainlyrics" \lyricsto Melodie \lyricmode {
    do mi sol mi do
    la si do }
  \context Lyrics = "mainlyrics" \lyricsto Strophe \lyricmode {
   do re mi fa sol }
  \new Lyrics = "repeatlyrics" \lyricsto Strophe \lyricmode {
   dodo rere mimi fafa solsol }
>>
}

[image of music]


Text unabhängig von den Noten

In sehr komplexer Vokalmusik ist es manchmal erforderlich, den Gesangstext vollständig unabhängig von den Noten zu setzen. Das Beispiel unten zeigt das Vorgehen: die Noten, die für lyricrhythm definiert sind, verschwinden im Devnull-Kontext, während ihre Dauern immernoch gültig sind, um die Silben daran auszurichten.

Stimme = {
  c''2
  \tag #'music { c''2 }
  \tag #'lyricrhythm { c''4. c''8 }
  d''1
}

Text = \lyricmode { I like my cat! }

<<
  \new Staff \keepWithTag #'music \Stimme
  \new Devnull="nowhere" \keepWithTag #'lyricrhythm \Stimme
  \new Lyrics \lyricsto "nowhere" \Text
  \new Staff { c'8 c' c' c' c' c' c' c'
  c' c' c' c' c' c' c' c' }
>>

[image of music]

Diese Vorgehensweise ist nur empfehlenswert, wenn die Noten innerhalb des Devnull-Kontextes keine Melismen enthalten. Melismen werden im Voice-Kontext definiert. Wenn ein Gesangstext mit einem Devnull-Kontext verknüpft wird, wird die Verbindung von Voice- und Lyrics-Kontext aufgehoben und somit auch die Information zu Melismen. Darum werden implizite Melismen ignoriert.


Silben platzieren

Um den Abstand zwischen Silben zu vergrößern, kann die minimum-distance-Eigenschaft des LyricSpace-Objekts gesetzt werden:

{
  c c c c
  \override Lyrics.LyricSpace #'minimum-distance = #1.0
  c c c c
}
\addlyrics {
  longtext longtext longtext longtext
  longtext longtext longtext longtext
}

[image of music]

Damit diese Einstellung für alle Gesangtextzeilen in einer Partitur wirkt, muss sie im layout-Block vorgenommen werden.

\score {
  \relative c' {
  c c c c
  c c c c
  }
  \addlyrics {
  longtext longtext longtext longtext
  longtext longtext longtext longtext
  }
  \layout {
    \context {
      \Lyrics
      \override LyricSpace #'minimum-distance = #1.0
    }
  }
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Eine Überprüfung, mit der sichergestellt wird, dass kein Text in die Seitenränder ragt, ist sehr rechenintensiv. Damit die Bearbeitungszeit von Dateien nicht so lange dauert, wird diese Überprüfung nicht automatisch vorgenommen. Man kann sie mit dem Befehl

\override Score.PaperColumn #'keep-inside-line = ##t

aktivieren. Damit Gesangstext auch nicht mit Taktlinien zusammenstößt, kann folgende Einstellung gesetzt werden:

\layout {
  \context {
    \Lyrics
      \consists "Bar_engraver"
      \consists "Separating_line_group_engraver"
      \override BarLine #'transparent = ##t
  }
}

Gesangtext zwischen Systemen zentrieren

TBC


2.1.5 Strophen


Strophennummern hinzufügen

Strophennummerierung kann hinzugefügt werden:

\new Voice {
  \time 3/4 g2 e4 a2 f4 g2.
} \addlyrics {
  \set stanza = #"1. "
  Hi, my name is Bert.
} \addlyrics {
  \set stanza = #"2. "
  Oh, ché -- ri, je t'aime
}

[image of music]

Die Zahl wird direkt vor die erste Silbe gesetzt.


Lautstärkebezeichnung zu Strophen hinzufügen

Dynamikzeichen können zur Strophennummer hinzugefügt werden. In LilyPond muss alles, was vor einer Strophe gesetzt wird, als Teil der stanza-Eigenschaft definiert werden, also auch Dynamikbezeichnung. Aus technischen Gründen muss die Strophe außerhalb von lyricmode gesetzt werden:

Text = {
  \set stanza = \markup { \dynamic "ff" "1. " }
  \lyricmode {
    Big bang
  }
}

<<
  \new Voice = "Melodie" {
    \time 3/4
    g'4 c'2
  }
\new Lyrics \lyricsto "Melodie" \Text
>>

[image of music]


Sängernamen zu Strophen hinzufügen

Namen von Sängern können auch eingefügt werden. Sie werden zu Beginn der Zeile gesetzt, ähnlich wie eine Instrumentenbezeichnung. Sie werden mit der vocalName-Eigenschaft erstellt. Eine Kurzversion kann mit shortVocalName definiert werden.

\new Voice {
  \time 3/4 g2 e4 a2 f4 g2.
} \addlyrics {
  \set vocalName = #"Bert "
  Hi, my name is Bert.
} \addlyrics {
  \set vocalName = #"Ernie "
  Oh, ché -- ri, je t'aime
}

[image of music]


Strophen mit unterschiedlichem Rhythmus

Melismen ignorieren

Teilweise wird zu einer Silbe ein Melisma in einer Strophe gesungen, während in einer anderen jede Note eine Silbe erhält. Eine Möglichkeit ist, dass die Strophe mit mehr Text das Melisma ignoriert. Das wird mit der ignoreMelismata-Eigenschaft im Lyrics-Kontext vorgenommen.

<<
  \relative c' \new Voice = "Lalala" {
    \set Staff.autoBeaming = ##f
    c4
    \slurDotted
    f8.[( g16])
    a4
  }
  \new Lyrics \lyricsto "Lalala" {
    more slow -- ly
  }
  \new Lyrics \lyricsto "Lalala" {
    go
    \set ignoreMelismata = ##t
    fas -- ter
    \unset ignoreMelismata
    still
  }
>>

[image of music]

Bekannte Probleme und Warnungen

Anders als die meisten \set-Befehle funktioniert \set ignoreMelismata nicht zusammen mit \once. Es ist notwendig, explizit \set und \unset zu verwenden, um den Text einzugrenzen, für den Melismen ignoriert werden sollen.

Zu einer alternativen Melodie umschalten

Es ist auch möglich, die Silben von verschiedenen Textzeilen an unterschiedlichen Melodien auszurichten. Das wird mit der associatedVoice-Eigenschaft vorgenommen:

[image of music]

Der Text der ersten Strophe wird an der Stimme „lahlah“ ausgerichtet:

\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
  Ju -- ras -- sic Park
}

Auch die zweite Strophe wird an „lahlah“ ausgerichtet, aber für die Silbe „ran“ wird zu einer anderen Melodie gewechselt. Dazu wird der Befehl

\set associatedVoice = alternative

eingesetzt. alternative ist die Bezeichnung der Stimme, die die Triole enthält.

Dieser Befehl muss eine Silbe vor der Note notiert werden, auf die er sich auswirken soll, also vor „Ty“ in diesem Fall.

\new Lyrics \lyricsto "lahlah" {
  \set associatedVoice = alternative % applies to "ran"
  Ty --
  ran --
  no --
  \set associatedVoice = lahlah % applies to "rus"
  sau -- rus Rex
}

Zurück zu der alten Stimme kommt man, indem wieder „lahlah“ mit dem Text verknüpft wird.


Die Strophen am Ende ausdrucken

Manchmal soll nur eine Strophe mit der Melodie gesetzt werden und die weiteren Strophen als Text under den Noten hinzugefügt werden. Dazu wird der Text in einer markup-Umgebung außerhalb der \score-Umgebung gesetzt. Es gibt zwei Arten, die Zeilen auszurichten, wie das Beispiel zeigt:

Melodie = \relative c' {
e d c d | e e e e |
d d e d | c1 |
}

Text = \lyricmode {
\set stanza = #"1." Ma- ry had a lit- tle lamb,
its fleece was white as snow.
}

\score{ <<
  \new Voice = "eins" { \Melodie }
  \new Lyrics \lyricsto "eins" \Text
>>
  \layout { }
}
\markup { \column{
  \line{ Verse 2. }
  \line{ All the children laughed and played }
  \line{ To see a lamb at school. }
  }
}
\markup{
  \wordwrap-string #"
  Verse 3.

  Mary took it home again,

  It was against the rule."
}

[image of music]


Die Strophen am Ende in mehreren Spalten drucken

Wenn in einem Lied sehr viele Strophen vorkommen, werden sie oft in mehreren Spalten unter den Noten gesetzt. Eine nach außen versetzte Zahl zeigt die Strophennummer an. Dieses Beispiel zeigt eine Methode, diese Art von Notensatz zu produzieren.

Melodie = \relative c' {
  c c c c | d d d d
}

Text = \lyricmode {
  \set stanza = #"1." This is verse one.
  It has two lines.
}

\score{ <<
    \new Voice = "eins" { \Melodie }
    \new Lyrics \lyricsto "eins" \Text
   >>
  \layout { }
}

\markup {
  \fill-line {
    \hspace #0.1 % Spalte vom linken Rand wegbewegen
        % Kann entfernt werden, wenn wenig Platz auf der Seite ist
     \column {
      \line { \bold "2."
        \column {
          "This is verse two."
          "It has two lines."
        }
      }
      \hspace #0.1 % Vertikaler Abstand zwischen Strophen
      \line { \bold "3."
        \column {
          "This is verse three."
          "It has two lines."
        }
      }
    }
    \hspace #0.1  % Horizontalen Abstand zwischen Spalten hinzufügen;
        % if they are still too close, add more " " pairs
        % bis das Resultat gut aussieht
     \column {
      \line { \bold "4."
        \column {
          "This is verse four."
          "It has two lines."
        }
      }
      \hspace #0.1 % Vertikaler Abstand zwischen Strophen
      \line { \bold "5."
        \column {
          "This is verse five."
          "It has two lines."
        }
      }
    }
  \hspace #0.1 % zusätzlichen Platz für den rechten Rand
      % kann entfernt werden, wenn wenig Platz auf der Seite ist
  }
}

[image of music]

Siehe auch

Referenz der Interna: LyricText, StanzaNumber.


2.2 Tasteninstrumente und andere Instrumente mit mehreren Systemen

[image of music]

Dieser Abschnitt behandelt verschiedene Notationsaspekte, die typischerweise in Noten für Tasteninstrumente und andere Instrumente auf mehreren Notensystemen auftreten, wie etwa Harfe und Vibraphon. Hier wird die gesamte Gruppe von Instrumenten, die auf mehreren Systemen notiert werden, als „Tasteninstrumente“ bezeichnet, auch wenn einige von ihnen keine Tasten aufweisen.


2.2.1 Übliche Notation für Tasteninstrumente

Dieser Abschnitt zeigt allgemeine Eigenschaften des Notensatzes, die für die meisten Instrumente mit mehreren Systemen benötigt werden.


Referenz für Tasteninstrumente

Tasteninstrumente werden normalerweise auf einem Klaviersystem notiert. Es besteht aus zwei Notensystemen, die durch eine Klammer verbunden sind. Die gleiche Notation wird auch für andere Tasteninstrumente sowie Harfen verwendet. Orgelmusik wird normalerweise auf zwei Systemen innerhalb eines Klaviersystems notiert, denen noch ein drittes normales Notensystem für die Pedaltöne hinzugefügt wird.

Die Systeme eines Klaviersystems sind ziemlich unabhängig, aber Stimmen können bei Bedarf zwischen den Systemen wechseln.

Einige häufige Besonderheiten von Notation für Tasteninstrumenten wird an anderen Stellen besprochen:

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Beispiele aus dem Leben, Andere Benutzung von Optimierungen.

Notationsreferenz: Systeme gruppieren, Instrumentenbezeichnungn, Auflösung von Zusammenstößen, Musik parallel notieren, Fingersatzanweisungen, Liste der Arktikulationszeichen, Gitternetzlinien, Bindebögen, Arpeggio, Tremolo-Wiederholung.

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: PianoStaff.

Bekannte Probleme und Warnungen

Dynamikzeichen werden nicht automatische zwischen den Systemen zentriert, aber es gibt hierzu Lösungen. Eine Möglichkeit ist die Vorlage „Klavier mit zentrierten Lautstärkebezeichnungen“ im Abschnitt Klaviervorlagen; eine andere Möglichkeit ist es, die staff-padding-Eigenschaft von Lautstärkebezeichnungen zu erhöhen, wie gezeigt in Verschieben von Objekten.


Notensysteme manuell verändern

Stimmen können mit dem Befehl

\change Staff = Systembezeichnung

manuell erzielt werden. Die Zeichenkette Systembezeichnung ist die Bezeichnung des Systems. Damit wird die aktuelle Stimme vom aktuellen System zu dem System mit der Systembezeichnung gewechselt. Üblicherweise ist die Systembezeichnung "up" oder "down", "RH" oder "LH".

Balken zwischen den Systemen werden automatisch erstellt:

\new PianoStaff <<
  \new Staff = "oben" {
    <e' c'>8
    \change Staff = "unten"
    g8 fis g
    \change Staff = "oben"
    <g'' c''>8
    \change Staff = "unten"
    e8 dis e
    \change Staff = "oben"
  }
  \new Staff = "unten" {
    \clef bass
    % System aufrecht erhalten
    s1
  }
>>

[image of music]

Wenn die Balken verändert werden müssen, sollte zuerst die Richtung des Balkens beeinflusst werden. Die Balkenposition wird dann von der Mitte des Systems gemessen, dass näher am Balken ist. Ein einfaches Beispiel ist gezeigt in Überlappende Notation in Ordnung bringen.

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Überlappende Notation in Ordnung bringen.

Notationsreferenz: Hälse, Automatische Balken.

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: Beam, ContextChange.


Automatischer Systemwechsel

Stimmen können angewiesen werden, automatisch zwischen dem oberen und unteren System zu wechseln. Die Syntax hierfür lautet:

\autochange …Noten

Damit werden zwei Notensysteme innerhalb des aktiven Klaviersystems erstellt, die „oben“ (up) und „unten“ (down) genannt werden. Auf dem unteren System wird als Standard der Bassschlüssel gesetzt. Der Wechsel wird automatisch basierend auf der Tonhöhe der Note vorgenommen (als Wechselpunkt gilt das eingestrichene C). Dabei wird die Richtung auch über Pausen hinweg im Voraus bestimmt.

\new PianoStaff {
  \autochange {
    g4 a b c'
    d'4 r a g
  }
}

[image of music]

Ein \relative-Abschnitt, der sich außerhalb des \autochange-Abschnittes befindet, hat keinen Einfluss auf die Notenhöhen.

Wenn individuelle Kontrolle über die einzelen Systeme benötigt wird, können sie manuell mit den Bezeichnungen "up" und "down" erstellt werden. Der \autochange-Befehl wechselt dann die Stimme zwischen den Systemen.

Achtung: Wenn Systeme manuell erstellt werden, müssen sie genau die Bezeichnungen "up" und "down" bekommen, damit die automatische Wechselfunktion sie erkennen kann.

Systeme müssen etwa manuell erstellt werden, damit die Tonart im unteren System gesetzt werden kann:

\new PianoStaff <<
  \new Staff = "up" {
    \new Voice = "melodieEins" {
      \key g \major
      \autochange \relative c' {
        g8 b a c b d c e
        d8 r fis, g a2
      }
    }
  }
  \new Staff = "down" {
    \key g \major
    \clef bass
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Notensysteme manuell verändern.

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: AutoChangeMusic.

Bekannte Probleme und Warnungen

Die Auteilung auf die Systeme geschieht nicht unbedingt an optimaler Stelle. Für bessere Qualität müssen die Wechsel manuell eingestellt werden.

Akkrode werde nicht über die Systeme verteilt, sie werden dem System zugewiesen, auf dem sich ihre erste Note befinden würde.


Stimmführungslinien

Immer, wenn eine Stimme von einem Klaviersystem zu dem anderen wechselt, kann automatisch eine Linie zur Verdeutlichung des Stimmenverlaufs ausgegeben werden:

\new PianoStaff <<
  \new Staff = "eins" {
    \showStaffSwitch
    c1
    \change Staff = "zwei"
    b2 a
  }
  \new Staff = "zwei" {
    \clef bass
    s1*2
  }
>>

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\showStaffSwitch, \hideStaffSwitch.

Siehe auch

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: Note_head_line_engraver, VoiceFollower.


Hälse über beide Systeme

Akkorde, die über zwei Systeme reichen, können erstellt werden, indem die Länge der Hälse im unteren System vergrößert wird, bis sie zum oberen System hinauf reichen bzw. umgekehrt bei Hälsen, die nach unten zeigen.

\new PianoStaff <<
  \new Staff {
    \relative c' {
      f8 e4 d8 d f e4
    }
  }
  \new Staff {
    \relative c' {
      << {
        \clef bass
        % Hals kann das andere System überschneiden
        \override Stem #'cross-staff = ##t
        % Hälse verlängern um anderes System zu erreichen
        \override Stem #'length = #12
        % keine doppelten Fähnchen
        \override Stem #'flag-style = #'no-flag
        % Balken verhindern
        a8 g4 f8 f bes\noBeam g4
      }
      \\
      {
        f,2 bes4 c
      } >>
    }
  }
>>

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Indicating cross-staff chords with arpeggio bracket

An arpeggio bracket can indicate that notes on two different staves are to be played with the same hand. In order to do this, the PianoStaff must be set to accept cross-staff arpeggios and the arpeggios must be set to the bracket shape in the PianoStaff context.

(Debussy, Les collines d’Anacapri, m. 65)

\paper { ragged-right = ##t }

\new PianoStaff <<
  \set PianoStaff.connectArpeggios = ##t
  \override PianoStaff.Arpeggio #'stencil = #ly:arpeggio::brew-chord-bracket
  \new Staff {
    \relative c' {
      \key b \major
      \time 6/8
      b8-.(\arpeggio fis'-.\> cis-. e-. gis-. b-.)\!\fermata^\laissezVibrer
      \bar "||"
    }
  }
  \new Staff {
    \relative c' {
      \clef bass
      \key b \major
      <<
        {
          <a e cis>2.\arpeggio
        }
        \\
        {
          <a, e a,>2.
        }
      >>
    }
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: Stem.


2.2.2 Klavier

Dieser Abschnitt zeigt Eigenheiten der Notation von Klavermusik


Klavierpedal

Klaviere (teilweise auch Vibraphone und Celesta) besitzen üblicherweise drei Pedale, das linke oder Haltepedal, das rechte oder Una-corda-Pedal und das Sostenuto-Pedal. Die englischen Begriff hierzu lauten: sustain, sostenuto und una corda.

c4\sustainOn d e g
<c, f a>1\sustainOff
c4\sostenutoOn e g c,
<bes d f>1\sostenutoOff
c4\unaCorda d e g
<d fis a>1\treCorde

[image of music]

Die Pedalbezeichnung kann auf drei Arten vorgenommen werden: mit Text, Klammern oder einer Mischung aus beidem. Das Haltepedal und das Una-corda-Pedal benutzen als Standard die Textdarstellung, während das Sostenuto-Pedal den gemischten Stil benutzt:

c4\sustainOn g c2\sustainOff
\set Staff.pedalSustainStyle = #'mixed
c4\sustainOn g c d
d\sustainOff\sustainOn g, c2\sustainOff
\set Staff.pedalSustainStyle = #'bracket
c4\sustainOn g c d
d\sustainOff\sustainOn g, c2
\bar "|."

[image of music]

Die Platzierung der Befehle entspricht der Bewegung der Pedale während des Spielens. Um das Pedal bis zur letzten Tatklinie zu halten, muss der letzte Pedal-hoch-Befehl weggelassen werden.

Siehe auch

Notationsreferenz: Bindebögen.

Schnipsel: Keyboards.

Referenz der Interna: SustainPedal, SustainPedalLineSpanner, SustainEvent, SostenutoPedal, SostenutoPedalLineSpanner, SostenutoEvent, UnaCordaPedal, UnaCordaPedalLineSpanner, UnaCordaEvent, PianoPedalBracket, Piano_pedal_engraver.


2.2.3 Akkordion

Dieser Abschnitt behandelt Notation, die nur für Akkordeonmusik benötigt wird.


Diskant-Symbole

Akkordeons werden oft mit mehreren Reihen an Zungen gebaut, welche Unisono oder eine Oktave höher bzw. tiefer erklingen. Jedes Akkordeon hat eigene Bezeichnungen für die Register (engl. shift) wie etwa Oboe, Bandonium usw. Eine Anzahl an Symbolen wird benutzt um die Wechsel anzuzeigen.

Ausgewählte Schnipsel

Symbole für Akkordeon-Diskantregister

Diskantregister für Akkordeon können mit \markup dargestellt werden. Die vertikale Position der einzelnen Elemente werden mit \raise angepasst.

Diskant = \markup {
  \musicglyph #"accordion.accDiscant"
}
punkt = \markup {
  \musicglyph #"accordion.accDot"
}

\layout { ragged-right = ##t }

% 16 voets Register
accBasson = ^\markup {
  \combine
  \Diskant
  \raise #0.5 \punkt
}

% een·korig·8·en·16·voets·register
accBandon = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \raise #1.5 \punkt
}

accVCello = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \combine
        \raise #1.5 \punkt
        \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
}

% 4-8-16·voets·register
accHarmon = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \combine
        \raise #1.5 \punkt
        \raise #2.5 \punkt
}

accPosaune = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \combine
        \raise #1.5 \punkt
        \combine
          \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
          \translate #'(-1 . 0) \raise #1.5 \punkt
}

% eenkorig·4·en·16·voets·register
accOrgel = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \raise #2.5 \punkt
}

accHaupt = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #0.5 \punkt
      \combine
        \raise #1.5 \punkt
        \combine
          \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
          \combine
            \translate #'(-1 . 0) \raise #1.5 \punkt
            \raise #2.5 \punkt
}

accAkkord = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #1.5 \punkt
      \combine
        \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
        \combine
          \translate #'(-1 . 0) \raise #1.5 \punkt
          \raise #2.5 \punkt
}

accMusette = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #1.5 \punkt
      \combine
        \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
        \translate #'(-1 . 0) \raise #1.5 \punkt
}

accCelesta = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #1.5 \punkt
      \translate #'(-1 . 0) \raise #1.5 \punkt
}

accOboe = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #1.5 \punkt
      \raise #2.5 \punkt
}

accClarin = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \raise #1.5 \punkt
}

accPiccolo = ^\markup {
    \combine
       \Diskant 
       \raise #2.5 \punkt
}

accGeige = ^\markup {
  \combine
    \Diskant
    \combine
      \raise #1.5 \punkt
      \combine
        \translate #'(1 . 0) \raise #1.5 \punkt
        \raise #2.5 \punkt
}

\relative c'' {
  c4 d\accBasson e f
  c4 d\accBandon e f
  c4 d\accVCello e f
  c4 d\accHarmon e f
  c4 d\accPosaune e f
  \break
  c4 d\accOrgel e f
  c4 d\accHaupt e f
  c4 d\accAkkord e f
  c4 d\accMusette e f
  c4 d\accCelesta e f
  \break
  c4 d\accOboe e f
  c4 d\accClarin e f
  c4 d\accPiccolo e f
  c4 d\accGeige e f
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Keyboards.


2.2.4 Harfe

Dieser Abschnitt zeigt Eigenheiten der Notation für Harfe.


Referenzen für Harfe

Einige übliche Notationseigenheiten für Harfe sind woanders behandelt:

Siehe auch

Notationsreferenz: Tremolo-Wiederholung Glissando Arpeggio Flageolett


Harfenpedal

Harfe haben sieben Saiten in einer Oktave, die entweder als normaler Ton, oder aber erhöht bzw. erniedrigt klingen können. Bei einer Hakenharfe kann man jede Saite einzeln einstellen, bei Pedalharfen aber wird jede Saite mit der gleichen Notenbezeichnung von einem einzigen Pedal kontrolliert. Vom Spieler aus gesehen von rechts nach links sind die Pedale: D, C und H für die linke und E, F, G und A für die rechte Seite. Die Position des Pedals kann mit Textbeschriftungselementen:

\textLengthOn
cis1_\markup \concat \vcenter { [D \flat C \sharp B|E \sharp F \sharp G A \flat] }
c!1_\markup \concat \vcenter {[ C \natural ]}

[image of music]

oder Pedaldiagrammen angezeigt werden:

\textLengthOn
cis1_\markup { \harp-pedal #"^v-|vv-^" }
c!1_\markup { \harp-pedal #"^o--|vv-^" }

[image of music]

Der \harp-pedal-Befehl braucht eine Anzahl an Zeichen, von welchen ^ die höchste Pedalposition (erniedrigte Tonhöhe), - die mittlere Pedalposition (normale Tonhöhe, v die tiefste Pedalposition (erhöhter Ton) anzeigt. | ist ein Trenner. Ein o vor der Definition umrandet das Symbol.

Siehe auch

Notationsreferenz: Textarten Instrument Specific Markup.


2.3 Bundlose Saiteninstrumente

[image of music]

Dieser Abschnitt stellt Information und Referenzen zur Verfügung, die beim Setzen von Noten für Saiteninstrumente ohne Bund herangezogen werden können.


2.3.1 Übliche Notation für nichtgebundene Saiteninstrumente

Es gibt wenige Spezifikat für die Notation von Saiteninstrumenten ohne Bund. Die Noten werden auf einem System notiert und meistens ist auch nur eine Stimme erforderlich. Zwei Stimmen können für Doppelgriff- oder Divisi-Stellen erforderlich sein.


Hinweise für ungebundene Saiteninstrumente

Die meisten Notationseigenschaften, die für Orchersterstreicher eingesetzt werden, sind an anderer Stelle beschrieben:

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Streichquartett.

Notationsreferenz: Textarten, Fingersatzanweisungen, Noten mit Akkorden, Arpeggio.

Schnipsel: Unfretted strings.


Bezeichnung des Bogens

Hinweise zur Bogenfügung können als Artikulationen erstellt werden, wie beschrieben in Artikulationszeichen und Verzierungen.

Die Befehle \upbow und \downbow werden mit Legatobögen in folgender Weise eingesetzt:

c4(\downbow d) e(\upbow f)

[image of music]

und das nächste Beispiel zeigt drei Arten, eine offene A-Saite auf der Geige anzuzeigen:

a4 \open
a^\markup { \teeny "II" }
a2^\markup { \small "sul A" }

[image of music]

Vordefinierte Befehle

\downbow, \upbow, \open.

Siehe auch

Notation Reference: Artikulationszeichen und Verzierungen, Legatobögen.


Flageolett

Natürliches Flageolett

Flageolett-Töne können auf verschiedene Arten notiert werden. Üblicherweise werden sie mit einem Rautenkopf notiert, wenn ein Ton angezeigt werde, bei dem die Saite berührt wird, wo sie sonst abgegriffen würde.

Achtung: Flageolett-Töne müssem innerhalb von Akkorden definiert werden, auch wenn nur eine einzelne Note vorhanden ist.

<d\harmonic>4 <e\harmonic>2.
\set harmonicDots = ##t
<d\harmonic>4 <e\harmonic>2.

[image of music]

Alternativ kann auch eine normale Noten die Tonhöhe anzeigen, die erklingen soll, wobei ein kleiner Kreis angibt, dass es sich um einen Flageolett-Ton handelt:

d2^\flageolet d_\flageolet

[image of music]

Künstliches Flageolett

Künstliche Flageoletttöne werden mit zwei Noten notiert, von denen einen einen normalen Notenkopf besitzt und die Griffposition des Fingers angibt, während die andere in Rautenform die Position des leicht aufgesetzten Fingers anzeigt.

<e a\harmonic>2  <c g'\harmonic>

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Flageolett.

Notationsreferenz: Besondere Notenköpfe, Hinweise für ungebundene Saiteninstrumente.


Bartók-Pizzicato

Ausgewählte Schnipsel

Bartók-Pizzicato

Das Bartók-Pizzicato ‚ist eine besondere Form des Pizzicato, bei dem der Spieler die Saite auf das Griffbrett aufschlagen lässt, sodass zusätzlich zum angeschlagenen Ton ein scharfes, knallendes Geräusch ertönt‘ (Wikipedia). Es wird dargestellt als kleiner Kreis mit einer vertikalen Linie, die vom Kreiszentrum aus nach oben weist und ein Stück außerhalb des Kreises endet. Lilypond hat keinen eigenen Glyphen für dieses Symbol; es ist aber einfach, direkt eine Definition in die Eingabedatei einzufügen.

#(define-markup-command (snappizz layout props) ()
  (interpret-markup layout props
    (markup #:stencil
      (ly:stencil-translate-axis
        (ly:stencil-add
          (make-circle-stencil 0.7 0.1 #f)
          (ly:make-stencil
            (list 'draw-line 0.1 0 0.1 0 1)
            '(-0.1 . 0.1) '(0.1 . 1)))
        0.7 X))))

schlagPizzicato = \markup \snappizz

% jetzt kann es als \schlagPizzicato nach einer Note/Akkord benutzt werden
% Eine Richtung (-, ^ oder _) wird benötigt
\relative c' {
  c4^\schlagPizzicato
  % Das funktioniert NICHT:
  %<c·e·g>\schlagPizzicato
  <c' e g>-\schlagPizzicato
  <c' e g>^\schlagPizzicato
  <c, e g>_\schlagPizzicato
}

[image of music]


2.4 Saiteninstrumente mit Bünden

[image of music]

Dieser Abschnitt erklärt bestimmte Eigenheiten der Notation für gebundene Saiteninstrumente.


2.4.1 Übliche Notation für gebundene Saiteninstrumente

Dieser Abschnitt zeigt Besonderheiten der Notation, die allen gebundenen Saiteninstrumenten eigen ist.


Referenz für gebundene Saiteninstrumente

Noten für gebundene Saiteninstrumente wird normalerweise auf einem einzelnen System notiert, entweder als traditionelles Notensystem oder in Tabulaturform. Manchmal werden beide Arten miteinander verbunden, und besonders in populärer Musik ist es üblich, über dem traditionellen System Griffsymbole zu setzen. Gitarre und Banjo sind transponierende Instrumente, die eine Oktave tiefer klingen als sie notiert werden. Partituren für diese Instrumente sollten den „Tenorschlüssel“ ("treble_8") benutzen. Einige Spezifika für gebundene Instrumente sind an anderer Stelle erklärt:

Siehe auch

Notationsreferenz: Fingersatzanweisungen, Bindebögen, Auflösung von Zusammenstößen, Instrumentenbezeichnungn, Musik parallel notieren, Arpeggio, Liste der Arktikulationszeichen, Notenschlüssel.


Seitennummerbezeichnung

Die Nummer der Saite, auf der gespielt werden soll, kann angezeigt werden, indem \Zahl an eine Note innerhalb eines Akkord-Konstrukts gesetzt wird:

\clef "treble_8"
<c\5>4 <e\4> <g\3>2
<c,\5 e\4 g\3>1

[image of music]

Wenn Fingersatz und Saitennummer zusammen benutzt werden, wird ihre Position anhand der Reihenfolge entschieden, mit der sie im Code auftauchen:

\clef "treble_8"
<g\3-0>2
<g-0\3>

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Controlling the placement of chord fingerings

The placement of fingering numbers can be controlled precisely.

\relative c' {
  \set fingeringOrientations = #'(left)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(down)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(down right up)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(up)
  <c-1 e-3 a-5>4
  \set fingeringOrientations = #'(left)
  <c-1>2
  \set fingeringOrientations = #'(down)
  <e-3>2
}

[image of music]

Allowing fingerings to be printed inside the staff

By default, vertically oriented fingerings are positioned outside the staff. However, this behavior can be canceled.

\relative c' {
  <c-1 e-2 g-3 b-5>2
  \once \override Fingering #'staff-padding = #'()
  <c-1 e-2 g-3 b-5>2
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Fingersatzanweisungen.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: StringNumber, Fingersatz.


Standardtabulaturen

Tabulatur-Notation wird für die Notation von Zupfinstrumenten benutzt. Tonhöhen werden hier nicht durch Notenköpfe, sondern durch Zahlen notiert. Diese Zahlen zeigen an, auf welcher Saite und welchem Bund der Ton gespielt werden soll. LilyPond bringt beschränkte Unterstützung für Tabulaturen mit.

Die Saitennummer, die mit einer Note assoziiert ist, wird durch einen Backslash, gefolgt von einer Zahl, notiert. In der Standardeinstellung ist die erste Saite die höchste Saite und als Stimmung wird die übliche Gitarrenstimmung auf sechs Saiten angenommen. Die Noten werden in einer Tabulatur gesetzt, indem TabStaff und TabVoice-Kontexte verwendet werden.

\new TabStaff {
  a,4\5 c'\2 a\3 e'\1
  e\4 c'\2 a\3 e'\1
}

[image of music]

Wenn keine Saite für eine Note angegeben wird, wird die Note der Saite zugeordnet, welche die Note auf einem Bund erzeugen kann, der größer oder gleich als der Wert von minimumFret ist. Der Standardwert für minimumFret beträgt 0.

\new StaffGroup <<
   \new Staff \relative c {
     \clef "treble_8"
     c16 d e f g4
     c,16 d e f g4
   }
   \new TabStaff \relative c {
     c16 d e f g4
     \set TabStaff.minimumFret = #5
     c,16 d e f g4
   }
>>

[image of music]

Flageolett und Gleiten (Slide) kann zur Tabulatur hinzugefügt werden:

\new TabStaff {
  \new TabVoice {
    <c g'\harmonic> d\2\glissando e\2
  }
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Stem and beam behavior in tablature

The direction of stems is controlled the same way in tablature as in traditional notation. Beams can be made horizontal, as shown in this example.

\new TabStaff {
  \relative c {
    g16 b d g b d g b
    \stemDown
    \override Beam #'damping = #+inf.0
    g,,16 b d g b d g b
  }
}

[image of music]

Polyphony in tablature

Polyphony is created the same way in a TabStaff as in a regular staff.

oben = \relative c' {
  \time 12/8
  \key e \minor
  \voiceOne
  r4. r8 e, fis g16 b g e e' b c b a g fis e
}

unten = \relative c {
  \key e \minor
  \voiceTwo
  r16 e d c b a g4 fis8 e fis g a b c
}

\score {
  <<
    \new StaffGroup = "tab with traditional" <<
      \new Staff = "Gitarre traditional" <<
        \clef "treble_8"
        \context Voice = "oben" \oben
        \context Voice = "unten" \unten
      >>
      \new TabStaff = "Gitarre tab" <<
        \context TabVoice = "oben" \oben
        \context TabVoice = "unten" \unten
      >>
    >>
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Hälse.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: TabNoteHead, TabStaff, TabVoice, Beam.

Bekannte Probleme und Warnungen

Akkorde werden nicht gesondert behandelt, sodass die Saitenauswahlfunktion eventuell die selbe Saite für zwei Töne eines Akkordes auswählen kann.

Damit die Kombination von Stimmen (\partcombine) richtig funktioniert, müssen speziell erstellte Stimmen innerhalb des Tabulatursystems (TabStaff) benutzt werden:

Melodie = \partcombine { e4 g g g }{ e4 e e e }
<<
  \new TabStaff <<
    \new TabVoice = "eins" s1
    \new TabVoice = "zwei" s1
    \new TabVoice = "gemeinsam" s1
    \new TabVoice = "solo" s1
    { \Melodie }
  >>
>>

[image of music]

Spezialeffekte für Gitarre beschränken sich auf Flageolett und Slide.


Angepasste Tabulaturen

LilyPond errechnet automatisch den Bund für eine Note auf Grundlage der Saite, zu welcher der Ton zugeordnet ist. Um das tun zu können, muss die Stimmung der Saiten angegeben werden. Die Stimmung wird in der StringTunings-Eigenschaften bestimmt.

LilyPond hat vordefinierte Stimmungen für Banjo, Mandoline, Gitarre und Bassgitarre. Für diese Stimmungen wird automatisch die richtige Transposition eingesetzt. Das nächste Beispiel ist für Bassgitarre, welche eine Oktave niedriger erklingt, als sie geschrieben ist:

<<
  \new Staff {
    \clef "bass_8"
    \relative c, {
      c4 d e f
    }
  }
  \new TabStaff {
    \set TabStaff.stringTunings = #bass-tuning
    \relative c, {
      c4 d e f
    }
  }
>>

[image of music]

Die Standardstimmung ist die Gitarrenstimmung (guitar-tuning) in der EADGHE-Stimmung. Andere vordefinierte Stimmung sind: guitar-open-g-tuning, mandolin-tuning und banjo-open-g-tuning. Die vordefinierten Stimmungen finden sich in scm/output-lib.scm.

Die Stimmung ist eine Scheme-Liste von Tonhöhen der Saiten, eine für jede Saite, geordnet von Saitennummer 1 bis n, wobei 1 die höchste Saite der Tabulatur ist und n die unterste. Normalerweise wird so die Stimmung vom höchsten bis zum tiefsten Ton angegeben, aber bei einige Instrumente (etwa Ukulele) werden die Saiten nicht aufgrund der Tonhöhe angeordnet.

Eine Tonhöhe in der Liste der Saitenstimmungen ist der Unterschied der entsprechenden Tonhöhe zum eingestrichenen C gemessen in Halbtönen. Die Tonöhe muss eine Ganzzahl sein. LilyPond errechnet die Tonhöhe einer Saite, indem die Tonhöhe der Saitenstimmung zu der Tonhöhe von c’ hinzugerechnet wird.

LilyPond erschließt die Anzahl der Saiten einer Tabulatur anhand der Anzahl der Saitenstimmungszahlen in stringTunings.

Jede beliebige Saitenstimmung kann erzeugt werden. Als Beispiel etwa kann die Saitenstimmung für ein viersaitiges Instrument mit den Tonhöhen a'', d'', g'und c' so definiert werden:

meineNoten = {
    c'4 e' g' c'' |
    e'' g'' b'' c'''
}

<<
  \new Staff {
    \clef treble
    \meineNoten
  }
  \new TabStaff {
    \set TabStaff.stringTunings = #'(21 14 7 0)
    \meineNoten
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Installierte Dateien: ‘scm/output-lib.scm’.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: Tab_note_heads_engraver.


Bund-Diagramm-Beschriftung

Bunddiagramme können zu Notation als Textbeschriftung hinzugefügt werden. Die Beschriftung enthält Information zu dem gewünschten Bunddiagramm. Es gibt drei unterschiedliche Darstellungsarten: normal, knapp und ausführlich. Die drei Arten erzeugen die gleiche Ausgabe, aber mit jeweils mehr oder weniger Einzelheiten. Einzelheiten zu Textbeschriftunsbefehlen findet sich in Text markup commands.

Die Standard-Bunddiagrammbeschriftung beinhaltet die Saitennummer und die Bundnummer für jeden Punkt, der notiert werden soll. Zusätzlich können offenen und nicht gespielte (schwingende) Saiten angezeigt werden.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram #"6-x;5-3;4-2;3-o;2-1;1-o;"
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram #"6-x;5-x;4-o;3-2;2-3;1-1;"
  }
>>

[image of music]

Barre kann hinzugefügt werden:

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       f1 g
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < f, c f a c' f'>1 ^\markup
      \fret-diagram #"c:6-1-1;6-1;5-3;4-3;3-2;2-1;1-1;"
    < g, d g b d' g'> ^\markup
      \fret-diagram #"c:6-1-3;6-3;5-5;4-5;3-4;2-3;1-3;"
  }
>>

[image of music]

Die Größe des Bunddiagrammes und die Anzahl der Bünde im Diagramm kann geändert werden:

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       f1 g
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < f, c f a c' f'>1 ^\markup
      \fret-diagram #"s:1.5;c:6-1-1;6-1;5-3;4-3;3-2;2-1;1-1;"
    < g, b, d g b g'> ^\markup
      \fret-diagram #"h:6;6-3;5-2;4-o;3-o;2-o;1-3;"
  }
>>

[image of music]

Die Anzahl der Saiten kann geändert werden, um sie für andere Instrumente anzupassen, wie etwas Banjo oder Ukulele.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       a1
     }
  }
  \context Staff {
        %% Akkord für Ukulele
    a'1 ^\markup \fret-diagram #"w:4;4-2-2;3-1-1;2-o;1-o;"
  }
>>

[image of music]

Fingersatz kann auch angezeigt werden, und die Position der Fingersatzzahlen kann kontrolliert werden.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram #"f:1;6-x;5-3-3;4-2-2;3-o;2-1-1;1-o;"
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram #"f:2;6-x;5-x;4-o;3-2-2;2-3-3;1-1-1;"
  }
>>

[image of music]

Die Größe und Position der Punkte kann geändert werden:

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram #"d:0.35;6-x;5-3;4-2;3-o;2-1;1-o;"
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram #"p:0.2;6-x;5-x;4-o;3-2;2-3;1-1;"
  }
>>

[image of music]

Die Beschriftungsfunktion fret-diagram-terse (knappe Version) lässt die Saitennummern aus: das Vorhandensein einer Saite wird durch ein Semikolon ausgedrückt. Für jede Saite des Diagramms muss ein Semikolon gesetzt werden. Das erste Semikolon entspricht der höchsten Saite, das letze der ersten Saite. Stumme und offene Saiten sowie Bundnummern können angezeigt werden.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram-terse #"x;3;2;o;1;o;"
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram-terse #"x;x;o;2;3;1;"
  }
>>

[image of music]

Barre kann im knappen Modus auch angezeigt werden:

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       f1 g
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < f, c f a c' f'>1 ^\markup
      \fret-diagram-terse #"1-(;3;3;2;1;1-);"
    < g, d g b d' g'> ^\markup
      \fret-diagram-terse #"3-(;5;5;4;3;3-);"
  }
>>

[image of music]

Fingersatz kann im knappen Modus hinzugefügt werden:

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \override Voice.TextScript
      #'(fret-diagram-details finger-code) = #'below-string
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram-terse #"x;3-3;2-2;o;1-1;o;"
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram-terse #"x;x;o;2-2;3-3;1-1;"
  }
>>

[image of music]

Andere Eigenschaften der Bunddiagramme müssen im knappen Modus mit \override-Befehlen angegeben werden.

Die Beschriftungsfunktion fret-diagram-verbose (ausführlicher Stil) ist in der Form eine Scheme-Liste. Jedes Element stellt ein Element dar, dass im Bunddiagramm gesetzt werden soll.

<<  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1 ^\markup
      \fret-diagram-verbose #'(
        (mute 6)
        (place-fret 5 3)
        (place-fret 4 2)
        (open 3)
        (place-fret 2 1)
        (open 1)
      )
    < d a d' f'> ^\markup
      \fret-diagram-verbose #'(
        (mute 6)
        (mute 5)
        (open 4)
        (place-fret 3 2)
        (place-fret 2 3)
        (place-fret 1 1)
      )
  }
>>

[image of music]

Fingersatz und Barre kann im ausführlichen Modus notiert werden. Nur im ausführlichen Modus kann ein Capo angezeigt werden, das auf dem Bunddiagramm plaziert wird. Die Capo-Anzeige ist ein dicker Strich, der alle Saiten bedeckt. Der Bund mit dem Capo ist der unterste Bund im Diagramm.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       f1 g c
     }
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    \override Voice.TextScript
      #'(fret-diagram-details finger-code) = #'below-string

    < f, c f a c' f'>1 ^\markup
      \fret-diagram-verbose #'(
        (place-fret 6 1)
        (place-fret 5 3)
        (place-fret 4 3)
        (place-fret 3 2)
        (place-fret 2 1)
        (place-fret 1 1)
        (barre 6 1 1)
      )
    < g, b, d g b g'> ^\markup
      \fret-diagram-verbose #'(
        (place-fret 6 3 2)
        (place-fret 5 2 1)
        (open 4)
        (open 3)
        (open 2)
        (place-fret 1 3 3)
      )
    < c e g c' e'> ^\markup
      \fret-diagram-verbose #'(
        (capo 3)
        (mute 6)
        (place-fret 4 5 1)
        (place-fret 3 5 2)
        (place-fret 2 5 3)
      )
   }
>>

[image of music]

Alle anderen Bunddiagramm-Eigenschaften müssen im ausführlichen Modus mit mit \override-Befehlen angegeben werden.

Die graphische Erscheinung eines Bunddiagramms kann den Wünschen des Notensetzers angepassen werden. Hierzu werden die Eigenschaften des fret-diagram-interface (Bunddiagramm-Schnittstelle) eingesetzt. Einzelheiten hierzu in fret-diagram-interface. Die Eigenschaften der Schnittstelle gehören dem Voice.TextScript-Kontext an.

Ausgewählte Schnipsel

Customizing markup fret diagrams Fret diagram properties can be set through 'fret-diagram-details. For markup fret diagrams, overrides can be applied to the Voice.TextScript object or directly to the markup.

<<
  \chords { c1 c c d }
  
  \new Voice = "Melodie" {
    \textLengthOn
    % Allgemeine Eigenschaften von Bund-Diagramme bestimmen
    \override TextScript #'size = #'1.2
    \override TextScript
      #'(fret-diagram-details finger-code) = #'in-dot
    \override TextScript
      #'(fret-diagram-details dot-color) = #'white

    %% C-Dur für Gitarre, kein Barre, Standardeinstellungen
       % knapper Stil
    c'1^\markup { \fret-diagram-terse #"x;3-3;2-2;o;1-1;o;" }

    %% C-Dur für Gitarre, Barre auf dem dritten Bund
       % ausführlicher Stil
       % Größe 1.0
       % römische Bundnummer, Fingersatz unter der Saite, grades Barre
    c'1^\markup {
      % Standardgröße
      \override #'(size . 1.0) {
        \override #'(fret-diagram-details . (
                     (number-type . roman-lower)
                     (finger-code . in-dot)
                     (barre-type . straight))) {
          \fret-diagram-verbose #'((mute 6)
                                   (place-fret 5 3 1)
                                   (place-fret 4 5 2)
                                   (place-fret 3 5 3)
                                   (place-fret 2 5 4)
                                   (place-fret 1 3 1)
                                   (barre 5 1 3))
        }
      }
    }

    %% C-Dur für Gitarre, Barre auf dem dritten Bund
       % ausführlicher Stil
       % quer liegend, arabische Nummern, M (mute) für stumme Saite
       % kein Barre, Bundbezeichnung unten oder links, kleine Schrift für stumme Saite
    c'1^\markup {
      \override #'(fret-diagram-details . (
                   (finger-code . below-string)
                   (number-type . arabic)
                   (label-dir . -1)
                   (mute-string . "M")
                   (orientation . landscape)
                   (barre-type . none)
                   (xo-font-magnification . 0.4)
                   (xo-padding . 0.3))) {
        \fret-diagram-verbose #'((mute 6)
                                 (place-fret 5 3 1)
                                 (place-fret 4 5 2)
                                 (place-fret 3 5 3)
                                 (place-fret 2 5 4)
                                 (place-fret 1 3 1)
                                 (barre 5 1 3))
      }
    }

    %% einfacher D-Akkord
       % knapper Stil
       % größere Punkte, zentrierte Punkte, weniger Bünde
       % Bezeichnung darunter
    d'1^\markup {
      \override #'(fret-diagram-details . (
                   (finger-code . below-string)
                   (dot-radius . 0.35)
                   (dot-position . 0.5)
                   (fret-count . 3))) {
        \fret-diagram-terse #"x;x;o;2-1;3-2;2-3;"
      }
    }
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Text markup commands.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: fret-diagram-interface.


Vordefinierte Bund-Diagramme

Bunddiagramme können mit dem FretBoards-Kontext angezeigt werden. Standardmäßig zeigt der FretBoards-Kontext Bunddiagramme an, die in einer Tabelle definiert sind:

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\context FretBoards {
  \chordmode {
    c1 d
  }
}

[image of music]

Die vordefinierten Diagramme sind in der Datei predefined-guitar-fretboards.ly enthalten. Sie werden basierend auf der Tonhöhe eines Akkordes und dem Wert von stringTunings (Saitenstimmung), der gerade benutzt wird, gespeichert. predefined-guitar-fretboards.ly beinhaltet vordefinierte Diagramme für die Gitarrenstimmtung (guitar-tuning). Anhand der Beispiele in dieser Datei können auch für andere Instrumente oder Stimmungen Diagramme definiert werden.

Tonhöhen von Akkorden können entweder als Akkordkonstrukte oder im Akkordmodus notiert werden (siehe auch Überblick über den Akkord-Modus).

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\context FretBoards {
  \chordmode {c1}
  <c' e' g'>1
}

[image of music]

Oft wird sowohl eine Akkordbezeichnung als ein Bunddiagramm notiert. Das kann erreicht werden, indem ein ChordNames-Kontext parallel mit einem FretBoards-Kontext gesetzt wird und beiden Kontexten die gleichen Noten zugewiesen werden.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
meineAkkorde = \chordmode{
  c1 f g
}

<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkorde
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkorde
  }
>>

[image of music]

Vordefinierte Bunddiagramme können transponiert werden, solange ein Diagramm für den transponierten Akkord in der Bunddiagramm-Tabelle vorhanden ist.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
meineAkkorde = \chordmode{
  c1 f g
}

meineAkkordliste = {
  \meineAkkorde
  \transpose c e { \meineAkkorde}
}
<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkordliste
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkordliste
  }
>>

[image of music]

Die Tabelle der vordefinierten Bunddiagramme enthält sieben Akkorde (Dur, Moll, übermäßig, vermindert, Dominantseptakkord, große Septime und kleine Septime) für alle 17 Tonarten. Eine vollständige Liste der vordefinierten Bunddiagramme findet sich in Vordefinierte Bund-Diagramme. Wenn in der Tabelle für einen Akkord kein Wert steht, wird ein Bunddiagramm vom FretBoards-Engraver errechnet, wobei die automatische Bunddiagrammfunktion zu Anwendung kommt. Siehe hierzu Automatische Bund-Diagramme.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
meineAkkorde = \chordmode{
  c1 c:9
}

<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkorde
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkorde
  }
>>

[image of music]

Bunddiagramme können zu der Tabelle hinzugefügt werden. Um ein Diagramm hinzuzufügen, muss der Akkord des Diagramms, die Stimmung und die Diagramm-Definition angegeben werden. Die Diagramm-Definition kann entweder eine fret-diagram-terse-Definition oder eine fret-diagram-verbose-Liste sein.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"

\storePredefinedDiagram \chordmode {c:9}
                        #guitar-tuning
                        #"x;3-2;2-1;3-3;3-4;x;"

meineAkkorde = \chordmode{
  c1 c:9
}

<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkorde
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkorde
  }
>>

[image of music]

Unterschiedliche Bunddiagramme für den selben Akkord können gespeichert werden, indem unterschiedliche Oktaven für die Tonhöhe benutzt werden.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"

\storePredefinedDiagram \chordmode {c'}
                        #guitar-tuning
                        #(offset-fret 2 (chord-shape 'bes guitar-tuning))

meineAkkorde = \chordmode{
  c1 c'
}

<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkorde
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkorde
  }
>>

[image of music]

Zusätzlich zu Bunddiagrammen speichert LilyPond auch eine interne Liste an Akkordformen. Die Akkordformen sind Bunddiagramme, die am Hals entlang verschoben werden können und dabei unterschiedliche Akkorde ergeben. Akkordformen können zu der internen Liste hinzugefügt werden und dann benutzt werden, um vordefinierte Bunddiagramme zu definieren. Weil sie auf verschiedenen Positionen auf dem Steg gelegt werden können, beinhalten vordefinierte Akkord üblicherweise keine leeren Saiten. Wie Bunddiagramme können auch Akkordformen entweder als fret-diagram-terse-Definition oder als fret-diagram-verbose-Liste erstellt werden.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"

% Neues Akkordmuster hinzufügen

\addChordShape #'powerf #guitar-tuning #"1-1;3-3;3-4;x;x;x;"

% neue Akkorde basierend auf dem power-chord-Muster hinzufügen

\storePredefinedDiagram \chordmode {f'}
                        #guitar-tuning
                        #(chord-shape 'powerf guitar-tuning) 
\storePredefinedDiagram \chordmode {g'}
                        #guitar-tuning
                        #(offset-fret 2 (chord-shape 'powerf guitar-tuning))

meineAkkorde = \chordmode{
  f1 f' g g'
}

<<
  \context ChordNames {
    \meineAkkorde
  }
  \context FretBoards {
    \meineAkkorde
  }
>>

[image of music]

Die graphische Form eines Bunddiagramms kann entsprechend den eigenen Wünschen verändert werden, indem man die Eigenschaften der fret-diagram-interface-Schnittstellt verändert. Einzelheiten hierzu in fret-diagram-interface. Die Schnittstelleneigenschaften eines vordefinierten Bunddiagrammes gehören dem FretBoards.FretBoard-Kontext an.

Ausgewählte Schnipsel

Customizing fretboard fret diagrams Fret diagram properties can be set through 'fret-diagram-details. For FretBoard fret diagrams, overrides are applied to the FretBoards.FretBoard object. Like Voice, FretBoards is a bottom level context, therefore can be omitted in property overrides.

\include "predefined-guitar-fretboards.ly"
\storePredefinedDiagram \chordmode { c' }
                        #guitar-tuning
                        #"x;1-1-(;3-2;3-3;3-4;1-1-);"
<<
  \new ChordNames {
    \chordmode { c1 c c d }
  }
  \new FretBoards {
    % Allgemeine Eigenschaften von Bund-Diagramme bestimmen
    \override FretBoards.FretBoard #'size = #'1.2
    \override FretBoard
      #'(fret-diagram-details finger-code) = #'in-dot
    \override FretBoard
      #'(fret-diagram-details dot-color) = #'white
    \chordmode {
      c
      \once \override FretBoard #'size = #'1.0
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details barre-type) = #'straight
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details dot-color) = #'black
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details finger-code) = #'below-string
      c'
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details barre-type) = #'none
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details number-type) = #'arabic
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details orientation) = #'landscape
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details mute-string) = #"M"
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details label-dir) = #LEFT
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details dot-color) = #'black
      c'
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details finger-code) = #'below-string
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details dot-radius) = #0.35
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details dot-position) = #0.5
      \once \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details fret-count) = #3
      d
    }
  }
  \new Voice {
    c'1 c' c' d'
  }
>>

[image of music]

Defining predefined fretboards for other instruments Predefined fret diagrams can be added for new instruments in addition to the standards used for guitar. This file shows how this is done by defining a new string-tuning and a few predefined fretboards for the Venezuelan cuatro.

This file also shows how fingerings can be included in the chords used as reference points for the chord lookup, and displayed in the fret diagram and the TabStaff, but not the music.

These fretboards are not transposable because they contain string information. This is planned to be corrected in the future.

% Bunddiagramme für Cuatro hinzufügen
%   Achtung: dieser Abschnitt gehört in eine eigene Datei
%      predefined-cuatro-fretboards.ly
%      und wird mit \include in jede Quelldatei eingefügt

cuatroStimmung = #'(11 18 14 9)

dSexte = { <a\4 b\1 d\3 fis\2> }
dDur = { <a\4 d\1 d\3 fis \2> }
aGrSept = { <a\4 cis\1 e\3 g\2> }
dGrSept = { <a\4 c\1 d\3 fis\2> }
gDur = { <b\4 b\1 d\3 g\2> }

\storePredefinedDiagram \dSexte
                        #cuatroStimmung
                        #"o;o;o;o;"
\storePredefinedDiagram \dDur
                        #cuatroStimmung
                        #"o;o;o;3-3;"
\storePredefinedDiagram \aGrSept
                        #cuatroStimmung
                        #"o;2-2;1-1;2-3;"
\storePredefinedDiagram \dGrSept
                        #cuatroStimmung
                        #"o;o;o;1-1;"
\storePredefinedDiagram \gDur
                        #cuatroStimmung
                        #"2-2;o;1-1;o;"

% Ende der eigenständigen Datei /predefined-cuatro-fretboards.ly


#(set-global-staff-size 16)

primerosBezeichnungen = \chordmode {
  d:6 d a:maj7 d:maj7 
  g
}
primeros = {
  \dSexte \dDur \aGrSept \dGrSept
  \gDur
}

\score {
  <<
    \new ChordNames {
      \set chordChanges = ##t
      \primerosBezeichnungen
    }

    \new Staff {
      \new Voice \with {
        \remove "New_fingering_engraver"
      } 
      \relative c'' {
        \primeros
      }
    }

    \new FretBoards {
      \set stringTunings = #cuatroStimmung
      \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details string-count) = #'4
      \override FretBoard
        #'(fret-diagram-details finger-code) = #'in-dot
      \primeros
    }

    \new TabStaff \relative c'' {
      \set TabStaff.stringTunings = #cuatroStimmung
      \primeros
    }
    
  >>

  \layout { 
    \context {
      \Score
      \override SpacingSpanner
        #'base-shortest-duration = #(ly:make-moment 1 16)
    }
  }
  \midi { }
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Angepasste Tabulaturen, Automatische Bund-Diagramme, Überblick über den Akkord-Modus, Vordefinierte Bund-Diagramme.

Installierte Dateien: ‘ly/predefined-guitar-fretboards.ly’, ‘ly/predefined-guitar-ninth-fretboards.ly’.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: fret-diagram-interface.


Automatische Bund-Diagramme

Bunddiagramme können automatisch aus notierten Noten erstellt werden. Hierzu wird der FretBoards-Kontext eingesetzt. Wenn keine vordefinierten Diagramme für die ensprechenden Noten mit der aktiven Saitenstimmung (stringTunings) vorhanden sind, errechnet der Kontext Saiten und Bünde die benutzt werden können, um die Noten zu spielen.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       f1 g
     }
  }
  \context FretBoards {
    < f, c f a c' f'>1
    < g,\6 b, d g b g'>
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < f, c f a c' f'>1
    < g, b, d g b' g'>
  }
>>

[image of music]

Da in den Standardeinstellungen keine vordefinierten Diagramme geladen werden, ist die automatische Diagrammerstellung das Standardverhalten. Wenn die vordefinierten Diagramme eingesetzt werden, kann die automatische Berechnung an- und ausgeschaltet werden.

\storePredefinedDiagram <c e g c' e'>
                        #guitar-tuning
                        #"x;3-1-(;5-2;5-3;5-4;3-1-1);"
<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 c c
     }
  }
  \context FretBoards {
    <c e g c' e'>1
    \predefinedFretboardsOff
    <c e g c' e'>
    \predefinedFretboardsOn
    <c e g c' e'>
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    <c e g c' e'>1
    <c e g c' e'>
    <c e g c' e'>
  }
>>

[image of music]

Manchmal kann die Berechnungsfunktion für Bunddiagramme kein passendes Diagramm finden. Das kann oft umgangen werden, indem man manuell einer Note eine bestimmte Saite zuweist. In vielen Fällen muss nur eine Note derart gekennzeichnet werden, der Rest wird dann ensprechend durch den FretBoards-Kontext behandelt.

Fingersatz kann zu FretBoard-Bunddiagrammen hinzugefügt werden.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       c1 d:m
     }
  }
  \context FretBoards {
    < c-3 e-2 g c'-1 e' > 1
    < d a-2 d'-3 f'-1>
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < c e g c' e' > 1
    < d a d' f'>
  }
>>

[image of music]

Der kleinste Bund, der benutzt wird, um Saiten und Bünde im FretBoard-Kontext zu errechnen, kann mit der minimumFret-Eigenschaft gesetzt werden.

<<
  \context ChordNames {
     \chordmode {
       d1:m d:m
     }
  }
  \context FretBoards {
    < d a d' f'>
    \set FretBoards.minimumFret = #5
    < d a d' f'>
  }
  \context Staff {
    \clef "treble_8"
    < d a d' f'>
    < d a d' f'>
  }
>>

[image of music]

Die Saiten und Bünde des FretBoards-Kontextes hängen von der stringTunings-Eigesnchaft ab, die die gleiche Bedeitung wie im TabStaff-Kontext hat. Siehe auch Angepasste Tabulaturen zu Information über die stringTuningsEigenschaft.

Die graphische Erscheindung eines Bunddiagrammes kann den Bedürfnissen angepasst werden, indem Eigenschaften der fret-diagram-interface-Schnittstelle verändert werden. Einzelheiten finden sich in fret-diagram-interface. Die Schnittstelleneigenschaften eines FretBoards-Diagramms gehören dem FretBoards.FretBoard-Kontext an.

Vordefinierte Befehle

\predefinedFretboardsOff, \predefinedFretboardsOn.

Siehe auch

Notationsreferenz: Angepasste Tabulaturen.

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: fret-diagram-interface.


Fingersatz der rechten Hand

Fingersatz für die rechte Hand in Akkorden kann mit den Bezeichnungen p-i-m-a notiert werden. Er muss innerhalb eines Akkord-Konstruktes notiert werden.

Achtung: Nach der Note muss ein Minuszeichen gesetzt werden und ein Leerzeichen nach dem schließenden >.

\clef "treble_8"
<c-\rightHandFinger #1 >4
<e-\rightHandFinger #2 >
<g-\rightHandFinger #3 >
<c-\rightHandFinger #4 >
<c,-\rightHandFinger #1 e-\rightHandFinger #2
  g-\rightHandFinger #3 c-\rightHandFinger #4 >1

[image of music]

Zur Erleichterung kann der Befehl \rightHandFinger zu ein paar Buchstaben abgekürzt werden, etwa RH.

#(define RH rightHandFinger)

Ausgewählte Schnipsel

Placement of right-hand fingerings

It is possible to exercise greater control over the placement of right-hand fingerings by setting a specific property, as demonstrated in the following example.

#(define RH rightHandFinger)

\relative c {
  \clef "treble_8"
  
  \set strokeFingerOrientations = #'(up down)
  <c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >4
  
  \set strokeFingerOrientations = #'(up right down)
  <c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >4
  
  \set strokeFingerOrientations = #'(left)
  <c-\RH #1 e-\RH #2 g-\RH #3 c-\RH #4 >2
}

[image of music]

Fingerings, string indications, and right-hand fingerings

This example combines left-hand fingering, string indications, and right-hand fingering.

#(define RH rightHandFinger)

\relative c {
  \clef "treble_8"
  <c-3\5-\RH #1 >4
  <e-2\4-\RH #2 >4
  <g-0\3-\RH #3 >4
  <c-1\2-\RH #4 >4
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Fretted strings.

Referenz der Interna: StrokeFinger.


2.4.2 Gitarre

Die meisten der Besonderheiten von Gitarrennotation wurden im allgemeinen Abschnitt behandelt, aber es gibt noch einige, die hier gezeigt werden sollen. Teilweise soll ein Lead-sheet nur die Akkordsymbole und den Gesangstext enthalten. Da LilyPond ein Notensatzprogramm ist, wird es nicht für derartige Projekte empfohlen, die keine eigentliche Notation beinahlten. Anstattdessen sollte ein Textbearbeitungsprogramm, oder ein Satzprogramm wie GuitarTeX (für erfahrende Benutzer) eingesetzt werden.


Position und Barret anzeigen

Das Beispiel zeigt, wie man Griff- und Barreposition notieren kann.

\clef "treble_8"
b16 d g b e
\textSpannerDown
\override TextSpanner #'(bound-details left text) = #"XII "
  g16\startTextSpan
  b16 e g e b g\stopTextSpan
e16 b g d

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Text mit Verbindungslinien.

Schnipsel: Fretted strings, Ausdrucksbezeichnungen.


Flageolett und gedämpfte Noten

Besondere Notenköpfe können eingesetzt werden, um gedämpfte Noten oder Flageoletttöne anzuzeigen. Flageoletttöne werden normalerweise mit einem Text erklärt.

\relative c' {
  \clef "treble_8"
  \override Staff.NoteHead #'style = #'cross
  g8 a b c b4
  \override Staff.NoteHead #'style = #'harmonic-mixed
  d^\markup { \italic { \fontsize #-2 { "harm. 12" }}} <g b>1
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Besondere Notenköpfe, Notenkopfstile.

Schnipsel: Fretted strings.


2.4.3 Banjo


Banjo-Tabulaturen

LilyPond hat grundlegende Unterstützung für fünfsaitige Banjo. Die Banjo-Tabulatur-Funktion sollte zum Notieren von Banjo-Tabulaturen verwendet werden, damit die richtigen Bund-Nummern für die fünfte Saite gesetzt werden:

\new TabStaff <<
  \set TabStaff.tablatureFormat = #fret-number-tablature-format-banjo
  \set TabStaff.stringTunings = #banjo-open-g-tuning
  {
    \stemDown
    g8 d' g'\5 a b g e d' |
    g4 d''8\5 b' a'\2 g'\5 e'\2 d' |
    g4
  }
>>

[image of music]

Eine Anzahl von üblichen Stimmungen für Banjo sind in LilyPond vordefiniert: banjo-c-tuning (gCGBD), banjo-modal-tuning (gDGCD), banjo-open-d-tuning (aDF#AD) und banjo-open-dm-tuning (aDFAD).

Diese Stimmungen können für das viersaitige Banjo angepasst werden, indem die four-string-banjo-Funktion eingesetzt wird:

\set TabStaff.stringTunings = #(four-string-banjo banjo-c-tuning)

Siehe auch

Schnipsel: Fretted strings.

Die Datei ‘scm/output-lib.scm’ beinhaltet vordefinierte Stimmungen für Banjo.


2.5 Schlagzeug


2.5.1 Übliche Notation für Schlagzeug

Rhythmusnotation wird vor allem für Schlaginstrumente eingesetzt, aber hiermit kann auch der Rhythmus einer Melodie dargestellt werden.


Referenz für Schlagzeug

Siehe auch

Notationsreferenz: Melodierhythmus anzeigen, Neue Notensysteme erstellen. Schlagzeug in MIDI.

Schnipsel: Schlagzeug.


Grundlagen der Schlagzeugnotation

Schlagzeug-Noten können im \drummode-Modus notiert werden, der sich ähnlich verhält wie der Standardmodus für die Noteneingabe. Am einfachsten kann der \drums-Befehl benutzt werden, der sich um den richtigen Kontext und Eingabemodus kümmert:

\drums {
  hihat4 hh bassdrum bd
}

[image of music]

Das ist die Kurzschreibweise für:

\new DrumStaff {
  \drummode {
    hihat4 hh bassdrum bd
  }
}

[image of music]

Jedes Schlagzeuginstrument hat einen langen Namen und eine Abkürzung, und beide können nebeneinander benutzt werden. Eine Liste der Notenbezeichnungen für Schlagzeug findet sich in Schlagzeugnoten.

Beachten Sie, dass normale Tonhöhen (wie cis4) in einem DrumStaff-Kontext eine Fehlernachricht erzielen. Schlüssel für Schlagzeug werden automatisch hinzugefügt, aber andere Schlüssel können auch benutzt werden.

Es gibt einige Probleme mit der MIDI-Unterstützung für Schlagzeuginstrumente. Details finden sich in Schlagzeug in MIDI.

Siehe auch

Notationsreferenz: Schlagzeug in MIDI, Schlagzeugnoten.

Installierte Dateien: ‘ly/drumpitch-init.ly’.

Schnipsel: Schlagzeug.


Trommelwirbel

Trommelwirbel werden mit drei Balken durch den Notenhals notiert. Für Viertelnoten oder längere Noten werden die drei Balken explizit notiert, Achtel werden mit zwei Balken gezeigt (und der dritte ist der eigentliche Balken), und Trommelwirbel mit kürzeren Werten als Achtelnoten haben einen Balken zusätzlich zu den eigentlichen Balken der Noten. Dieses Verhalten wird mit der Tremolonotation erreicht, wie in Tremolo-Wiederholung gezeigt. Hier ein Beispiel kleinerer Wirbel:

\drums {
  \time 2/4
  sn16 sn8 sn16 sn8 sn8:32 ~
  sn8 sn8 sn4:32 ~
  sn4 sn8 sn16 sn16
  sn4 r4
}

[image of music]

Benutzung der Stöcke kann angezeigt werden durch ^"R" oder ^"L" nach jeder Note. Die staff-padding-Eigenschaft kann verändert werden, um eine Orientierung an einer gemeinsamen Linie zu ermöglichen.

\drums {
  \repeat unfold 2 {
    sn16 ^"L" sn^"R" sn^"L" sn^"L" sn^"R" sn^"L"  sn^"R" sn^"R"
  }
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Schlagzeug.


Schlagzeug mit Tonhöhe

Bestimmte Schlagzeuginstrumente mit Tonhöhe (z. B. Xylophone, vibraphone und Pauken) werden auf normalen Systemen geschrieben. Das wird in anderen Abschnitten des Handbuchs behandelt.

Siehe auch

Notationsreferenz: Schlagzeug in MIDI.

Schnipsel: Schlagzeug.


Schlagzeugsysteme

Ein Schlagzeug-System besteht üblicherweise aus einem Notensystem mit mehreren Linien, wobei jede Linie ein bestimmtes Schlagzeug-Instrument darstellt. Um die Noten darstellen zu können, müssen sie sich innerhalb von einem DrumStaff- und einem DrumVoice-Kontext befinden.

oben = \drummode {
  crashcymbal4 hihat8 halfopenhihat hh hh hh openhihat
}
unten = \drummode {
  bassdrum4 snare8 bd r bd sn4
}
\new DrumStaff <<
  \new DrumVoice { \voiceOne \oben }
  \new DrumVoice { \voiceTwo \unten }
>>

[image of music]

Das Beispiel zeigt ausdrücklich definierte mehrstimmige Notation. Die Kurznotation für mehrstimmige Musik, wie sie im Abschnitt Ich höre Stimmen beschrieben wird, kann auch verwendet werden, wenn die Stimmen am Anfang explizit initialisiert werden.

\new DrumStaff <<
  \new DrumVoice = "1" { s1*2 }
  \new DrumVoice = "2" { s1*2 }
  \drummode {
    bd4 sn4 bd4 sn4
    << {
      \repeat unfold 16 hh16
    } \\ {
      bd4 sn4 bd4 sn4
    } >>
  }
>>

[image of music]

Es gibt auch weitere Layout-Einstellungen. Um diese zu verwenden, muss die Eigenschaft drumStyleTable im DrumVoice-Kontext entsprechend eingestellt werden. Folgende Variablen sind vordefiniert:

drums-style

Das ist die Standardeinstellung. Hiermit wird ein typisches Schlagzeug-System auf fünf Notenlinien erstellt.

[image of music]

Die Schlagzeugdefinitionen unterstützen sechs unterschiedliche Tom Toms. Falls eine geringere Anzahl verwendet wird, kann man einfach die Tom Toms auswählen, deren Notation man haben will. Tom Toms auf den drei mittleren Linien werden mit den Bezeichnungen tommh, tomml und tomfh notiert.

timbales-style

Hiermit werden Timbale auf zwei Notenlinien gesetzt.

[image of music]

congas-style

Hiermit werden Congas auf zwei Linien gesetzt.

[image of music]

bongos-style

Hiermit werden Bongos auf zwei Linien gesetzt.

[image of music]

percussion-style

Dieser Stil ist für alle einfachen Perkussionsinstrumente auf einer Notenlinie.

[image of music]


Eigene Schlagzeugsysteme

Wenn ihnen keine der vordefinierten Stile gefällt, können Sie auch eine eigene Liste der Positionen und Notenköpfe am Anfang ihrer Datei erstellen.

#(define mydrums '(
         (bassdrum     default   #f         -1)
         (snare        default   #f         0)
         (hihat        cross     #f         1)
         (pedalhihat   xcircle   "stopped"  2)
         (lowtom       diamond   #f         3)))
oben = \drummode { hh8 hh hh hh hhp4 hhp }
unten = \drummode { bd4 sn bd toml8 toml }

\new DrumStaff <<
  \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
  \new DrumVoice { \voiceOne \oben }
  \new DrumVoice { \voiceTwo \unten }
>>

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Hier einige Beispiele:

Zwei Holzblöcke, notiert mit wbh (hoch) und wbl (tief)

% Diese Zeilen definieren die Position der Holzblöcke auf dem System
% Wenn Sie wollen, können Sie das ändern oder besondere Notenköpfe benutzen
% für die Holzblöcke
#(define mydrums '((hiwoodblock default #t  3)
                   (lowoodblock default #t -2)))

System für Holz = {
  % Definiert ein System mit zwei Linien.
  % Auch die Position der zwei Linien wird festgelegt
  \override Staff.StaffSymbol #'line-positions = #'(-2 3)

  % Das ist notwendig. Wenn nicht angegeben, wird die Taktlinie zu kurz!
  \override Staff.BarLine #'bar-size = #3
}

\new DrumStaff {
  \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)

  % jetzt neue Trommelstil-Tabelle laden
  \System für Holz

  \drummode {
    \time 2/4
    wbl8 wbl16 wbl wbh8-> wbl |
    wbl8 wbl16 wbh-> ~ wbh wbl16 r8 |
  }
}

[image of music]

In diesem Spezialfalls muss die Länge der Taktlinie mit \override Staff.BarLine #'bar-size #number angepasst werden. Andernfalls wäre sie zu kurz. Die Position der beiden Linien muss auch definiert werden.

Tamburin, notiert mit tamb:

#(define mydrums '((tambourine default #t 0)))

Tambu-System = {
  \override Staff.StaffSymbol #'line-positions = #'( 0 )
  \override Staff.BarLine #'bar-size = #3
  \set DrumStaff.instrumentName = #"Tambourine"
}

\new DrumStaff {
  \Tambu-System
  \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)

  \drummode {
    \time 6/8
    tamb8. tamb16 tamb8 tamb tamb tamb |
    tamb4. tamb8 tamb tamb |
    % Trick mit der skalierten Dauer und der kürzeren Pause
    % ist·nötig,damit·die·Trillerspannweite·richtig·endet
    tamb2.*5/6 \startTrillSpan s8 \stopTrillSpan |
  }
}

[image of music]

Noten für Tam-Tam (notiert mit tt):

#(define mydrums '((tamtam default #t 0)))

tamtam-System = {
  \override Staff.StaffSymbol #'line-positions = #'( 0 )
  \override Staff.BarLine #'bar-size = #3
  \set DrumStaff.instrumentName = #"Tamtam"
}

\new DrumStaff {
  \tamtam-System
  \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)

  \drummode {
    tt 1 \pp \laissezVibrer
  }
}

[image of music]

Zwei Glocken, notiert mit cb (Kuhglocke) und rb (Reisterglocke)

#(define mydrums '((ridebell default #t  3)
                   (cowbell  default #t -2)))

Glocken-System = {
  \override DrumStaff.StaffSymbol #'line-positions = #'(-2 3)
  \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
  \override Staff.BarLine #'bar-size = #3
  \set DrumStaff.instrumentName = #"Different Bells"
}

\new DrumStaff {
  \Glocken-System
  \drummode {
    \time 2/4
    rb8 rb cb cb16 rb-> ~ |
    rb16 rb8 rb16 cb8 cb |
  }
}

[image of music]

Here an short example by maestro Stravinsky (from ‚L’histoire du Soldat‘)

#(define mydrums '((bassdrum   default #t  4)
                   (snare      default #t -4)
                   (tambourine default #t  0)))

global = {
  \time 3/8 s4.
  \time 2/4 s2*2
  \time 3/8 s4.
  \time 2/4 s2
}

TrommelA = {
  \context DrumVoice <<
    { \global }
    { \drummode {
        \autoBeamOff
        \stemDown sn8 \stemUp tamb s8 |
        sn4 \stemDown sn4 |
        \stemUp tamb8 \stemDown sn8 \stemUp sn16 \stemDown sn \stemUp sn8 |
        \stemDown sn8 \stemUp tamb s8 |
        \stemUp sn4 s8 \stemUp tamb
      }
    }
  >>
}

TrommelB = {
  \drummode {
    s4 bd8 s2*2 s4 bd8 s4 bd8 s8
  }
}

\layout {
  indent = #40
}

\score {
  \new StaffGroup <<
    \new DrumStaff {
      \set DrumStaff.instrumentName = \markup {
        \column {
          "Tambourine"
          "et"
          "caisse claire s. timbre"
        }
      }
      \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
      \TrommelA
    }

   \new DrumStaff {
     \set DrumStaff.instrumentName = #"Grosse Caisse"
     \set DrumStaff.drumStyleTable = #(alist->hash-table mydrums)
     \TrommelB }
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Schlagzeug.

Referenz der Interna: DrumStaff, DrumVoice.


Geisternoten

Geisternoten für Schlagzeug und Perkussion können mit dem Klammer- (\parenthesize)-Befehl, beschrieben in Klammern, erstellt werden. Im Standard-\drummode-Modus ist aber das Parenthesis_engraver-Plugin nicht automatisch enthalten.

\new DrumStaff \with {
  \consists "Parenthesis_engraver"
}
<<
  \context DrumVoice  = "1" { s1 }
  \context DrumVoice  = "2" { s1 }
  \drummode {
    <<
      {
        hh8[ hh] <hh sn> hh16
        < \parenthesize sn > hh
        < \parenthesize sn > hh8 <hh sn> hh
      } \\
      {
        bd4 r4 bd8 bd r8 bd
      }
    >>
  }
>>

[image of music]

Um jede Klammer-Definition (\parenthesize) müssen zusätzlich die spitzen Klammern für Akkorde (< >) gesetzt werden.

Siehe auch

Schnipsel: Schlagzeug.


2.6 Blasinstrumente

[image of music]

Dieser Abschnitt beinhaltet einige Notationselemente, die bei der Notation von Blasinstrumenten auftreten.


2.6.1 Übliche Notation für Bläser

Dieser Abschnitt erklärt Eigenheiten, die für die meisten Blasinstrumente gültig sind.


Referenz für Blasinstrumente

Viele Besonderheiten der Blasinstrumentenotation haben mit Atmung und Spielart zu tun:

Es gibt auch noch weitere Aspekte der Notation, die für Blasinstrumente relevant sein können:

Ausgewählte Schnipsel

Changing \flageolet mark size

To make the \flageolet circle smaller use the following Scheme function.

kleinFlageolett =
#(let ((m (make-music 'ArticulationEvent
                      'articulation-type "flageolet")))
   (ly:music-set-property! m 'tweaks
     (acons 'font-size -3
       (ly:music-property m 'tweaks)))
  m)

\layout { ragged-right = ##f }

\relative c'' {
  d4^\flageolet_\markup { default size } d_\flageolet
  c4^\kleinFlageolett_\markup { smaller } c_\kleinFlageolett
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Atemzeichen, Legatobögen, Artikulationszeichen und Verzierungen, Liste der Arktikulationszeichen, Tremolo-Wiederholung, Transposition von Instrumenten, Glissando, Verzierungen, Glissando zu unbestimmter Tonhöhe, Besondere Notenköpfe,

Schnipsel: Winds


Fingersatz

Alle Blasinstrumente außer der Posaune benötigen mehrere Finger, um verschiedene Tonhöhen zu produzieren.

TBC


2.6.2 Dudelsack

Dieser Abschnitt beinhaltet Information zur Notation von Dudelsackmusik.


Dudelsack-Defintionen

LilyPond besitzt spezielle Definitionen, mit der die Musik des schottischen Hochland-Dudelsacks notiert wird. Um sie zu benutzen, muss

\include "bagpipe.ly"

am Anfang der LilyPond-Quelldatei eingefügt werden. Hierdurch können dann bestimmte Verzierungsnoten, die für die Dudelsackmusik üblich sind, mit kurzen Befehlen eingefügt werden. So reicht etwa der Befehl \taor, anstatt

\grace { \small G32[ d G e] }

zu schreiben.

bagpipe.ly enthält außerdem Definitionen für Tonhöhen von Dudelsacknoten in bestimmten Oktaven, so dass man sich nicht mehr um \relative oder \transpose kümmern muss.

\include "bagpipe.ly"
{ \grg G4 \grg a \grg b \grg c \grg d \grg e \grg f \grA g A }

[image of music]

Musik für den Dudelsack wird in D-Dur geschrieben (auch wenn das eigentlich nicht stimmt). Weil das aber die einzige Tonart ist, die benutzt werden kann, werden die Vorzeichen meistens nicht geschrieben. Damit das funktioniert, müssen die Noten immer mit \hideKeySignature beginnen. Wenn die Vorzeichen hingegen angezeigt werden sollen, kann das mithilfe des Befehls \showKeySignature vorgenommen werden.

Einige moderne Dudelsacknoten benutzen halbe Finger auf c und f, um diese Noten zu erniedrigen. Das kann angezeigt werden mit cflat bzw. fflat. Gleicherweise kann das piobaireachd hohe g als gflat geschrieben werden, wenn es in leichter Musik vorkommt.

Siehe auch

Schnipsel: Winds


Dudelsack-Beispiele

So sieht die bekannte Melodie Amazing Grace aus, wenn man sie für Dudelsack notiert.

\include "bagpipe.ly"
\layout {
  indent = 0.0\cm
  \context { \Score \remove "Bar_number_engraver" }
}

\header {
  title = "Amazing Grace"
  meter = "Hymn"
  arranger = "Trad. arr."
}

{
  \hideKeySignature
  \time 3/4
  \grg \partial 4 a8. d16
  \slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
  \grg f2 \grg f8 e
  \thrwd d2 \grg b4
  \grG a2 \grg a8. d16
  \slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
  \grg f2 \grg e8. f16
  \dblA A2 \grg A4
  \grg A2 f8. A16
  \grg A2 \hdblf f8[ e32 d16.]
  \grg f2 \grg f8 e
  \thrwd d2 \grg b4
  \grG a2 \grg a8. d16
  \slurd d2 \grg f8[ e32 d16.]
  \grg f2 e4
  \thrwd d2.
  \slurd d2
  \bar "|."
}

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: Winds


2.7 Notation von Akkorden

[image of music]

Akkorde können entweder als normale Noten oder im Akkordmodus notiert werden; bei letztere Eingabemethode können unterschiedliche europäische Akkordbezeichnungsstile eingesetzt werden. Akkordbzeichnungen und Generalbass können auch angezeigt werden.


2.7.1 Akkord-Modus

Im Akkordmodus (engl. „chord“) werden Akkorde anhand von einem Symbol der erwünschten Akkordstruktur notiert, anstatt dass die einzelnen Tonhöhen ausgeschrieben werden.


Überblick über den Akkord-Modus

Akkorde können als simultane Noten eingegeben werden, wie gezeigt in Noten mit Akkorden.

Akkorde können aber auch im Akkordmodus notiert werden. Das ist ein Eingabemodus, der sich an Akkordstrukturen traditioneller europäischer Musik und nicht an bestimmten einzelnen Tonhöhen orientiert. Er bietet sich an, wenn man es gewohnt ist, Akkordsymbole zur Beschreibung von Akkorden zu benutzen. Mehr Information zu unterschiedlichen Eingabemethoden findet sich in Eingabe-Modi.

\chordmode { c1 g a g c }

[image of music]

Akkorde, die im Akkordmodus eingegeben werden, sind musikalische Elemente und können genauso wie Akkorde im Notenmodus transponiert werden.

Akkordmodus und Notenmodus können gemischt verwendet werden:

<c e g>2 <g b d>
\chordmode { c2 f }
<c e g>2 <g' b d>
\chordmode { f2 g }

[image of music]

Siehe auch

Glossar: Akkord.

Notationsreferenz: Noten mit Akkorden, Eingabe-Modi.

Schnipsel: Chords

Bekannte Probleme und Warnungen

Wenn Akkord- und Notenmodus in linearer Musik abwechseln eingesetzt werden und der Akkordmodus am Anfang steht, erstellt der Notenmodus ein neues Notensyste:

\chordmode { c2 f }
<c e g>2 <g' b d>

[image of music]

Um dieses Verhalten zu verhindert, muss der Staff-Kontext explizit aufgerufen werden:

\new Staff {
  \chordmode { c2 f }
  <c e g>2  <g' b d>
}

[image of music]


Übliche Akkorde

Ein Dreiklang wird mit seinem Grundton mit einer möglichen Dauer dahinter notiert:

\chordmode { c2 f4 g }

[image of music]

Moll- übermäßige und verminderte Dreiklänge werden notiert, indem : und ein Modifikator hinter der Dauer angegeben wird:

\chordmode { c2:m f4:aug g:dim }

[image of music]

Septakkorde können erstellt werden:

\chordmode { c1:7 c:m7 c:maj7 c:dim7 c:aug7 }

[image of music]

Diese Tabelle zeigt die Funktion der Modifikatoren von Dreiklängen und Septakkorden. Die siebte Stufe wird standardmäßig als kleine Septime realisiert, sodass der Dominantseptakkord die Grundform des Septakkordes darstellt. Alle Alterationen sind relativ zur Dominantsept. Eine vollständigere Tabelle findet sich in Übliche Akkord-Variablen.

Modifikator

Funktion

Beispiel

Kein

Standard: erzeugt einen Durdreiklang.

[image of music]

m, m7

Mollakkord: Dieser Modifikator erniedrigt die dritte Stufe.

[image of music]

dim, dim7

Verminderter Akkord: Dieser Modifikator erniedrigt die dritte, fünfte und (wenn vorhanden) die siebte Stufe.

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aug

Übermäßiger Akkord: Dieser Modifikator erhöht die fünfte Stufe.

[image of music]

maj, maj7

Großer Septakkord: Dieser Modifikator fügt eine erhöhte siebe Stufe hinzu. 7 nach dem maj ist optional. NICHT benutzen, um einen Durdreiklang zu notieren.

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Übliche Akkord-Variablen, Erweiterte und modifizierte Akkorde.

Schnipsel: Chords.

Bekannte Probleme und Warnungen

Nur ein Qualitätsmodifikator sollte pro Akkord benutzt werden, meistens für die höchste Stufe des Akkordes. Akkorde mit weiteren Qualitätsmodifikatoren werden ohne Warnung oder Fehlermeldung gelesen, aber das Ergebnis ist nicht vorhersagbar. Akkorde, die nicht mit einem einzigen Qualitätsmodifikator erreicht werden können, sollten mit einzelnen Tonhöhen alteriert werden, wie beschrieben in Erweiterte und modifizierte Akkorde.


Erweiterte und modifizierte Akkorde

Akkordstrukturen können im Akkordmodus beliebig komplex konstruiert werden. Die Modifikatoren können benutzt werden, um den Akkord zu erweitern, bestimmte Stufen hinzuzufügen oder zu entfernen, Stufen zu erhöhen oder zu erniedrigen und Bassnoten hinzuzufügen bzw. Umgkehrungen zu erzeugen.

Die erste Zahl, die auf den Doppelpunkt folgt, wird als „Bereich“ des Akkordes interpretiert: Terzen werden auf dem Grundton gestapelt, bis die angegebene Zahl (=Tonstufe) erreicht ist. Die siebte Stufe, die zu einem Akkord hinzugefügt wird, ist die kleine Septime, nicht die große. Wenn der Bereich keine Terz ist (also etwa 6), dann werden Terzen bis zur höchst möglichen Terz unter dem Bereich gestapelt, und der Endton des Bereichs wird hinzugefügt. Der größtmögliche Wert ist 13. Jeder größere Werte wird als 13 interpretiert.

\chordmode {
  c1:2 c:3 c:4 c:5
  c1:6 c:7 c:8 c:9
  c1:10 c:11 c:12 c:13
  c1:14
}

[image of music]

Sowhohl c:5 als auch c erzeugen einen D-Dur-Dreiklang.

Da eine unveränderte 11 nicht gut klingt, wenn sie mit einer unveränderten 13 zusammenklingt, wird die 11 von einem :13-Akkord entfernt (es sei denn sie wird explizit verlangt).

\chordmode {
  c1:13 c:13.11 c:m13
}

[image of music]

Kompliziertere Akkorde können auch konstruiert werden, indem einzelne Intervalle zu dem Grundton addiert werden. Diese Additionen werden nach dem Bereich notiert und mit Punkten voneinander getrennt. Die normale Septime, die zu einem Akkord hinzugefügt wird, ist die kleine Septime, nicht die große.

\chordmode {
  c1:5.6 c:3.7.8 c:3.6.13
}

[image of music]

Hinzugefügte Stufen können beliebig groß sein:

\chordmode {
  c4:5.15 c:5.20 c:5.25 c:5.30
}

[image of music]

Einzelne Stufen können mit - oder + vergrößert oder verkleinert werden. Um eine Stufe zu verändert, die automatisch in den Akkord aufgenommen wurde, kann sie in veränderter Form nach dem Bereich hinzugefügt werden.

\chordmode {
  c1:7+ c:5+.3- c:3-.5-.7-
}

[image of music]

Zu entfernende Töne werden mit der gleichen Methode notiert, allerdings mit einem Dach (^) vor der Sequenz, die nicht erscheinen soll. Sie müssen nach den zu addierenden Tönen notiert werden. Die einzelnen zu entfernenden Töne werden mit Punkten getrennt.

\chordmode {
  c1^3 c:7^5 c:9^3 c:9^3.5 c:13.11^3.7
}

[image of music]

Sekund- und Quartakkorde können mit dem Modifikator sus notiert werden. Hiermit wird die dritte Stufe aus dem Akkord entfernt. Mit einer anschließenden 2 wird die zweite, mit einer 4 die vierte Stufe hinzugefügt. sus entspricht ^3 und sus4 ist gleich .4^3.

\chordmode {
  c1:sus c:sus2 c:sus4 c:5.4^3
}

[image of music]

Eine Umkehrung (ein Ton des Akkordes wird unter den Grundton gesetzt) sowie auch zusätzliche Bassnoten können mit dem Schrägstrich (/) markiert werden:

\chordmode {
  c1 c/g c/f
}

[image of music]

Eine Bassnote, die zum Akkord hinzugehört, kann hinzugefügt werden, anstatt dass sie aus dem Akkord entnommen wird, indem noch ein Plus zwischen den Schrägstrich und die Tonhöhe gesetzt wird:

\chordmode {
  c1 c/g c/+g
}

[image of music]

Akkordmodifikatoren, die benutzt werden können, um eine große Anzahl an Standardakkorden zu erzeugen, werden gezeigt in Übliche Akkord-Variablen.

Siehe auch

Notationsreferenz: Übliche Akkord-Variablen.

Schnipsel: Chords

Bekannte Probleme und Warnungen

Jede Stufe kann nur einmal in einem Akkord vorkommen. Im folgenden Beispiel wird ein erweiterter Akkord erstellt, weil 5+ zuletzt gelesen wird.

\chordmode {
  c:5.5-.5+
}

[image of music]

Nur die zweite Umkehrung kann erstellt werden, indem eine Bassnote hinzugefügt wird. Die erste Umkehrung erfordert, dass der Grundton des Akkordes geändert wird.

\chordmode {
  c'1: c':/g e:6-3-^5 e:m6-^5
}

[image of music]


2.7.2 Akkorde anzeigen

Akkorde können zusätzlich zur üblichen Notation als Töne auf einem Notensystem auch mit einem Akkordsymbol gesetzt werden.


Akkordbezeichnungen drucken

Akkordsymbole anstelle der Noten werde im ChordNames-Kontext notiert.

\new ChordNames {
  \chordmode {
    c2 f4. g8
  }
}

[image of music]

Die Akkorde können entweder als simultane Noten oder unter Einsatz des Akkordmodus (chordmode) notiert werden. Der angezeigte Akkord ist der gleiche, es sei denn, Umgkehrungen oder zusätzliche Basstöne werden notiert:

<<
  \new ChordNames {
    <c e g>2  <f bes c>
    <f c' e g>1
    \chordmode {
      c2 f:sus4 c1:/f
    }
  }
  {
    <c e g>2  <f bes c>
    <f, c' e g>1
    \chordmode {
      c2 f:sus4 c1:/f
    }
  }
>>

[image of music]

\chords { ... } ist eine Kurznotation für die Bezeichnung \new ChordNames { \chordmode { ... } }.

\chords {
  c2 f4.:m g8:maj7
}

[image of music]

\new ChordNames {
  \chordmode {
    c2 f4.:m g8:maj7
  }
}

[image of music]

Ausgewählte Schnipsel

Showing chords at changes

Chord names can be displayed only at the start of lines and when the chord changes.

Harmonien = \chordmode {
  c1:m c:m \break c:m c:m d
}
<<
  \new ChordNames {
    \set chordChanges = ##t
    \Harmonien
  }
  \new Staff {
    \relative c' { \Harmonien }
  }
>>

[image of music]

Simple lead sheet

When put together, chord names, a melody, and lyrics form a lead sheet:

<<
  \chords { c2 g:sus4 f e }
  \relative c'' {
    a4 e c8 e r4
    b2 c4( d)
  }
  \addlyrics { One day this shall be free __ }
>>