GNU LilyPond – Handbuch zum Lernen

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Diese Datei dokumentiert die Erlernung des Programmes GNU LilyPond.

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Das ist des Handbuch zum Erlernen von GNU LilyPond Version 2.12.2. Für einen Überblick über die gesamte Dokumentation von LilyPond und die Intention dieses Handbuchs siehe Über die Dokumentation.

Mehr Information unter http://www.lilypond.org/. Auf der Internetseite finden sich Kopien dieser und anderer Dokumentationsdateien.


Vorwort

Es muss wohl während einer Probe des EJE (Eindhovens Jugendorchester) etwa 1995 gewesen sein, als Jan, einer der schrägen Bratschisten, Han-Wen, einem der verstimmten Hornisten, von seinem großartigen neuen Projekt erzählte, an dem er gerade arbeitete. Es sollte ein automatisiertes System für den Notensatz werden (um genauer zu sein, es war MPP, ein Präprozessor für MusiXTeX). Zufällig wollte Han-Wen gerade einige Stimmen einer Partitur ausdrucken, und so schaute er sich das Programm an und war schnell begeistert. Man entschied sich, dass MPP in eine Sackgasse führte, und nach vielem Philosophieren und hitzigem E-Mail-Austausch begann Han-Wen mit LilyPond 1996. Dieses Mal wurde Jan mitgerissen von Han-Wens neuem Projekt.

Die Entwicklung eines Computerprogramms erinnert in vielem an das Erlernen eines Musikinstrumentes. Am Anfang macht es Spaß herauszufinden, wie alles funktioniert und alles, was man noch nicht kann, stellt eine Herausforderung dar. Nach der ersten Begeisterung muss man jedoch viel üben. Tonleitern und Etüden können furchtbar langweilig sein, und wenn keine Ermunterung von anderen – Lehrern, Dirigenten oder dem Publikum – kommt, ist es oft eine große Versuchung, einfach aufzuhören. Aber man macht weiter, und langsam wird das Instrument zu einem Teil des eigenen Lebens. An manchen Tagen geht alles wie von selbst und es macht Spaß, an anderen Tagen ist es nur Arbeit, aber man macht trotzdem weiter, jeden Tag.

Die Arbeit an LilyPond kann genauso wie das Spiel eines Instruments sehr langweilig sein, und manchmal kommt es vor lauter Fehlern so vor, als stapfe man durch einen Morast. Trotzdem ist die Arbeit schon Teil unseres Lebens geworden und wir machen einfach weiter. Die wahrscheinlich wichtigste Motivation ist wohl, dass unser Programm wirklich nützlich ist. Wenn wir im Internet surfen, finden wir viele Leute, die LilyPond benutzen und damit außerordentlich beeindruckende Partituren erstellen. Das zu sehen fühlt sich auf angenehme Weise etwas unwirklich an.

Unsere Stimmung heben aber nicht nur die Benutzer unseres Programmes, sondern auch die vielen Menschen, die uns helfen, indem sie Vorschläge einbringen, auf verschiedene Art an LilyPond mitwirken oder Fehlerberichte schicken. Ihnen allen möchten wir hier Dank sagen!

Musik spielen und Musik zu Papier zu bringen ist mehr als eine nette Analogie. Zusammen zu programmieren macht viel Spaß und Menschen helfen zu können ist sehr zufriedenstellend, aber letzten Endes geht es uns darum, durch dieses Programm unsere Liebe zur Musik auszudrücken. Wir hoffen, Sie können viele schöne Partituren damit setzen!

Han-Wen und Jan

Utrecht/Eindhoven, Niederlande, Juli 2002.


1. Einleitung

Dieses Kapitel stellt dem Leser die Idee hinter LilyPond und die Dokumentation von LilyPond vor.


1.1 Hintergrund

Dieser Abschnitt behandelt die allgemeinen Ziele und die Architektur von LilyPond.


Notensatz

Die Kunst des Notensatzes wird auch als Notenstich bezeichnet. Dieser Begriff stammt aus dem traditionellen Notendruck. Noch bis vor etwa 20 Jahren wurden Noten erstellt, indem man sie in eine Zink- oder Zinnplatte schnitt oder mit Stempeln schlug. Diese Platte wurde dann mit Druckerschwärze versehen, so dass sie in den geschnittenen und gestempelten Vertiefungen blieb. Diese Vertiefungen schwärzten dann ein auf die Platte gelegtes Papier. Das Gravieren wurde vollständig von Hand erledigt. Es war darum sehr mühsam, Korrekturen anzubringen, weshalb man von vornherein richtig schneiden musste. Es handelte sich dabei um ein sehr spezialisiertes Handwerk.

Heutzutage wird fast alle gedruckte Musik von Computern erstellt. Das hat einige deutliche Vorteile: Drucke sind billiger als die gravierten Platten und der Computersatz kann per E-Mail verschickt werden. Leider hat der intensive Einsatz des Computers die graphische Qualität des Notensatzes vermindert. Mit dem Computer erstellte Noten sehen langweilig und mechanisch aus, was es erschwert, von ihnen zu spielen.

Die Abbildung unten illustriert den Unterschied zwischen traditionellem Notensatz und einem typischen Computersatz. Das dritte Bild zeigt, wie LilyPond die Formen des traditionellen Satzes nachahmt. Das linke Bild zeigt ein eingescanntes b-Vorzeichen aus einer 2000 herausgegebenen Edition. Das mittlere Bild zeigt das b-Vorzeichen der selben Musik aus einer handgestochenen Bärenreiter-Ausgabe. Das linke Bild zeigt die typischen Makel des Computer-Satzes: Die Notenlinien sind sehr dünn, die Schwärze des Vorzeichens entspricht den dünnen Linien und hat eine gerade Form mit scharfen Ecken und Kanten. Im Gegensatz dazu hat das Bärenreiter-Vorzeichen dicke, gerade zu sinnlich rundliche Formen. Unser Symbol für das Vorzeichen hat neben anderen auch dieses b als Vorbild. Es ist abgerundet und passt zu unseren Notenlinien, die sehr viel dicker sind als die der entsprechenden Computer-Ausgabe.

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Henle (2000)

Bärenreiter (1950)

LilyPond Feta-Schriftart (2003)

Die Verteilung der Noten innerhalb des Taktes sollte ihrer Dauer entsprechen. Moderne Partituren zeigen diese Verhältnisse jedoch mit einer mathematischen Präzision, die nur sehr schlechte Ergebnisse bringt. Im nächsten Beispiel ist ein Motiv zweimal gesetzt: einmal mit den exakten mathematischen Längenverhältnissen, dann mit kleinen Korrekturen. Welches von beiden ist mit dieser Korrektur gesetzt?

[image of music]

[image of music]

In diesem Ausschnitt kommen nur Viertel vor, Noten, die in einem gleichmäßigen Rhythmus gespielt werden. Die Abstände sollten das widerspiegeln. Leider lässt uns aber das Auge im Stich: es beachtet nicht nur den Abstand von aufeinander folgenden Notenköpfen, sondern auch den ihrer Hälse. Also müssen Noten, deren Hälse in direkter Folge zuerst nach oben und dann nach unten ausgerichtet sind, weiter auseinander gezogen werden, während die unten/oben-Folge engere Abstände fordert, und das alles auch noch in Abhängigkeit von der vertikalen Position der Noten. Das obere Beispiel ist mit dieser Korrektur gesetzt, das untere ohne. In letzterem Fall bilden sich für das Auge bei unten/oben-Folgen Notenklumpen mit schmalen Abständen zwischen den Notenhälsen.

Musiker sind üblicherweise zu zu konzentriert, die Musik aufzuführen, als das Aussehen der Noten zu studieren; und diese Beschäftigung mit typographischen Details mag akademisch wirken. Das ist sie aber nicht. Unser Beispielstück hat einen monotonen Rhythmus, und wenn alle Zeilen gleich aussehen, wird das Notenblatt zu einem Labyrinth. Wenn der Spieler auch nur einmal wegschaut oder kurze Zeit unkonzentriert ist, findet er nicht mehr zurück zu der Stelle, an der er war.

Der dichtere Eindruck, den die dickeren Notenlinien und schwereren Notationssymbole schaffen, eignet sich auch besser für Noten, die weit vom Leser entfernt stehen, etwa auf einem Notenständer. Eine sorgfältige Verteilung der Zwischenräume erlaubt es, die Noten sehr dicht zu setzen, ohne dass die Symbole zusammenklumpen. Dadurch werden unnötige Seitenumbrüche vermieden, sodass man nicht so oft blättern muss.

Dies sind die Anforderungen der Typographie: Das Layout sollte schön sein – nicht aus Selbstzweck, sondern um dem Leser zu helfen. Für Aufführungsmaterial ist das umso wichtiger, denn Musiker haben eine begrenzte Aufmerksamkeit. Je weniger Mühe nötig ist, die Noten zu erfassen, desto mehr Zeit bleibt für die Gestaltung der eigentlichen Musik. Das heißt: Gute Typographie führt zu besseren Aufführungen!

Die Beispiele haben gezeigt, dass der Notensatz eine subtile und komplexe Kunst ist und gute Ergebnisse nur mit viel Erfahrung erlangt werden können, die Musiker normalerweise nicht haben. LilyPond stellt unser Bemühen dar, die graphische Qualität handgestochener Notenseiten ins Computer-Zeitalter zu transportieren und sie für normale Musiker erreichbar zu machen. Wir haben unsere Algorithmen, die Gestalt der Symbole und die Programm-Einstellungen darauf abgestimmt, einen Ausdruck zu erzielen, der der Qualität der alten Editionen entspricht, die wir so gerne betrachten und von denen wir gerne spielen.


Automatisierter Notensatz

Wie sollen wir also jetzt die Typographie anwenden? Wie können wir erwarten, dass wir in der Lage wären, ein Programm zu schreiben, dass den Beruf des Notenstechers ersetzt, wo dieser doch mehr als zehn Jahre braucht, um ein Meister zu werden?

Wir können es tatsächlich nicht! Da Typographie allein durch das menschliche Auge bestimmt ist, kann der Mensch nicht ersetzt werden. Aber sehr viel mechanische Arbeit kann automatisiert werden. Indem etwa LilyPond die üblichen Situationen kennt und bewältigt, können die restlichen Fehler von Hand beseitigt werden. Das ist schon ein großer Fortschritt im Vergleich zu den existierenden Programmen. Und mit der Zeit können immer mehr Fälle automatisiert werden, so dass immer weniger Eingriffe von Hand notwendig werden.

Als wir anfingen, haben wir LilyPond vollständig in der Programmiersprache C++ geschrieben. Das hieß, dass der Funktionsumfang des Programms vollständig durch die Programmierer festgelegt war. Das stellte sich aus einer Reihe von Gründen als unzureichend heraus:

Diese Probleme wurden angegangen, indem ein Übersetzer für die Programmiersprache Scheme integriert wurde und Teile von LilyPond in Scheme neu geschrieben wurden. Die derzeitige Formatierungsarchitektur ist um die Notation von graphischen Objekten herum aufgebaut, die von Scheme-Variablen und -Funktionen beschrieben werden. Diese Architektur umfasst Formatierungsregeln, typographische Stile und individuelle Formatierungsentscheidungen. Der Benutzer hat direkten Zugang zu den meisten dieser Einstellungen.

Scheme-Variablen steuern Layout-Entscheidungen. Zum Beispiel haben viele graphische Objekte eine Richtungsvariable, die zwischen oben und unten (oder rechts und links) wählen kann. Hier etwa sind zwei Akkorde mit Akzenten und Arpeggien. Beim ersten Akkord sind alle Objekte nach unten (oder links) ausgerichtet, beim zweiten nach oben (rechts).

[image of music]

Der Prozess des Notensetzens besteht für das Programm darin, die Variablen der graphischen Objekte zu lesen und zu schreiben. Einige Variablen haben festgelegte Werte. So ist etwa die Dicke von vielen Linien – ein Charakteristikum des typographischen Stils – von vornherein festgelegt. Wenn sie geändert werden, ergibt sich ein anderer typographischer Eindruck.

[image of music]

Formatierungsregeln sind auch vorbelegte Variablen. Zu jedem Objekt gehören Variablen, die Prozeduren enthalten. Diese Prozeduren machen die eigentliche Satzarbeit, und wenn man sie durch andere ersetzt, kann die Darstellung von Objekten verändert werden. Im nächsten Beispiel wird die Regel, nach der die Notenköpfe gezeichnet werden, während des Ausschnitts verändert.

[image of music]


Welche Symbole?

Während des Notensatzprozesses entscheidet sich, wo Symbole platziert werden. Das kann aber nur gelingen, wenn vorher entschieden wird, welche Symbole gesetzt werden sollen, also welche Notation benutzt werden soll.

Die heutige Notation ist ein System zur Musikaufzeichnung, das sich über die letzten 1000 Jahre entwickelt hat. Die Form, die heute üblicherweise benutzt wird, stammt aus dem frühen Barock. Auch wenn sich die grundlegenden Formen (also die Notenköpfe, das Fünfliniensystem) nicht verändert haben, entwickeln sich die Details trotzdem immer noch weiter, um die Errungenschaften der Neuen Musik darstellen zu können. Die Notation umfasst also 500 Jahre Musikgeschichte. Ihre Anwendung reicht von monophonen Melodien bis zu ungeheurem Kontrapunkt für großes Orchester.

Wie bekommen wir dieses vielköpfige Monster zu fassen? Unsere Lösung ist es, eine strikte Trennung zwischen der Notation, also welche Symbole benutzt werden, und dem Satz, also wohin sie gesetzt werden, zu machen. Um das Problem anzupacken, haben wir es in kleine (programmierbare) Happen zerteilt, so dass jede Art von Symbol durch ein eigenes Plugin verarbeitet wird. Alle Plugins kooperieren durch die LilyPond-Architektur. Sie sind vollständig modular und unabhängig und können somit auch unabhängig voneinander entwickelt werden. Der Schreiber, der die Musik in Graphik umwandelt, ist ein Kopist oder Notenstecher (engl. engraver). Darum werden die Plugins als engraver bezeichnet.

Im nächsten Beispiel wird gezeigt, wie mit dem Plugin für die Notenköpfe, dem Note_heads_engraver („Notenkopfstecher“) der Satz begonnen wird.

[image of music]

Dann fügt ein Staff_symbol_engraver („Notensystemstecher“) die Notenlinien hinzu.

[image of music]

Der Clef_engraver („Notenschlüsselstecher“) definiert eine Referenzstelle für das System.

[image of music]

Der Stem_engraver („Halsstecher“) schließlich fügt Hälse hinzu.

[image of music]

Dem Stem_engraver wird jeder Notenkopf mitgeteilt, der vorkommt. Jedes Mal, wenn ein Notenkopf erscheint (oder mehrere bei einem Akkord), wird ein Hals-Objekt erstellt und an den Kopf geheftet. Wenn wir dann noch engraver für Balken, Bögen, Akzente, Vorzeichen, Taktlinien, Taktangaben und Tonartbezeichnungen hinzufügen, erhalten wir eine vollständige Notation.

[image of music]

Dieses System funktioniert gut für monophone Musik, aber wie geht es mit Polyphonie? Hier müssen sich mehrere Stimmen ein System teilen.

[image of music]

In diesem Fall benutzen beide Stimmen das System und die Vorzeichen gemeinsam, aber die Hälse, Bögen, Balken usw. sind jeder einzelnen Stimme eigen. Die engraver müssen also gruppiert werden. Die Köpfe, Hälse, Bögen usw. werden in einer Gruppe mit dem Namen „Voice context“ (Stimmenkontext) zusammengefasst, die engraver für den Schlüssel, die Vorzeichen, Taktstriche usw. dagegen in einer Gruppe mit dem Namen „Staff context“ (Systemkontext). Im Falle von Polyphonie hat ein Staff-Kontext dann also mehr als nur einen Voice-Kontext. Auf gleiche Weise können auch mehrere Staff-Kontexte in einen großen Score-Kontext (Partiturkontext) eingebunden werden.

Siehe auch

Programmreferenz: Contexts.

[image of music]


Die Darstellung der Musik

Idealerweise ist das Eingabeformat für ein höheres Satzsystem die abstrakte Beschreibung des Inhaltes. In diesem Fall wäre das die Musik selber. Das stellt uns aber vor ein ziemlich großes Problem, denn wie können wir definieren, was Musik wirklich ist? Anstatt darauf eine Antwort zu suchen, haben wir die Frage einfach umgedreht. Wir schreiben ein Programm, das den Notensatz beherrscht und passen das Format an, so einfach wie möglich zu sein. Wenn es nicht mehr vereinfacht werden kann, haben wir per Definition nur noch den reinen Inhalt. Unser Format dient als die formale Definition eines Musiktextes.

Die Syntax ist gleichzeitig die Benutzerschnittstelle bei LilyPond, darum soll sie einfach zu schreiben sein; z. B. bedeutet

c'4 d'8

eine Viertel c’ und eine Achtel d’, wie in diesem Beispiel:

[image of music]

In kleinem Rahmen ist diese Syntax sehr einfach zu benutzen. In größeren Zusammenhängen aber brauchen wir Struktur. Wie sonst kann man große Opern oder Symphonien notieren? Diese Struktur wird gewährleistet durch sog. music expressions (Musikausdrücke): indem kleine Teile zu größeren kombiniert werden, kann komplexere Musik dargestellt werden. So etwa hier:

f4

[image of music]

Gleichzeitig erklingende Noten werden hinzugefügt, indem man alle in << und >> einschließt.

<<c4 d4 e4>>

[image of music]

Um aufeinanderfolgende Noten darzustellen, werden sie in geschweifte Klammern gefasst:

{ … }

{ f4 <<c4 d4 e4>> }

[image of music]

Dieses Gebilde ist in sich wieder ein Ausdruck, und kann daher mit einem anderen Ausdruck kombiniert werden (hier mit einer Halben).

<< g2 \\ { f4 <<c4 d4 e4>> } >>

[image of music]

Solche geschachtelten Strukturen können sehr gut in einer kontextunabhängigen Grammatik beschrieben werden. Der Programmcode für den Satz ist auch mit solch einer Grammatik erstellt. Die Syntax von LilyPond ist also klar und ohne Zweideutigkeiten definiert.

Die Benutzerschnittstelle und die Syntax werden als erstes vom Benutzer wahrgenommen. Teilweise sind sie eine Frage des Geschmackes und werden viel diskutiert. Auch wenn Geschmacksfragen ihre Berechtigung haben, sind sie nicht sehr produktiv. Im großen Rahmen von LilyPond spielt die Eingabe-Syntax nur eine geringe Rolle, denn eine logische Syntax zu schreiben ist einfach, guten Formatierungscode aber sehr viel schwieriger. Das kann auch die Zeilenzahl der Programmzeilen zeigen: Analysieren und Darstellen nimmt nur etwa 10% des Codes ein:


Beispielanwendung

Wir haben LilyPond als einen Versuch geschrieben, wie man die Kunst des Musiksatzes in ein Computerprogramm gießen kann. Dieses Programm kann nun dank vieler harter Arbeitsstunden benutzt werden, um sinnvolle Aufgaben zu erledigen. Die einfachste ist dabei der Notendruck.

[image of music]

Indem wir Akkordsymbole und einen Text hinzufügen, erhalten wir ein Lead Sheet.

[image of music]

Mehrstimmige Notation und Klaviermusik kann auch gesetzt werden. Das nächste Beispiel zeigt einige etwas exotischere Konstruktionen:

[image of music]

Die obenstehenden Beispiele wurde manuell erstellt, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit. Da der Satz fast vollständig automatisch abläuft, kann er auch von anderen Programmen angesteuert werden, die Musik oder Noten verarbeiten. So können etwa ganze Datenbanken musikalischer Fragmente automatisch in Notenbilder umgewandelt werden, die dann auf Internetseiten oder in Multimediapräsentation Anwendung finden.

Dieses Benutzerhandbuch zeigt eine weitere Möglichkeit: Die Noten werden als reiner Text eingegeben und können darum sehr einfach integriert werden in andere textbasierte Formate wie etwa LaTeX, HTML oder, wie in diesem Fall, Texinfo. Durch ein spezielles Programm werden die Eingabefragmente durch Notenbilder in der resultierenden PDF- oder HTML-Datei ersetzt. Dadurch ist es sehr einfach, Noten und Text zu kombinieren.


1.2 Über die Dokumentation

Die Dokumentation zu LilyPond ist unterteilt in mehrere Handbücher.


Über das Handbuch zum Lernen (LM)

Dieses Handbuch erklärt die Grundbegriffe von LilyPond und stellt die fundamentalen Konzepte hinter dem Programm vor. Diese Kapitel sollten in linearer Reihenfolge gelesen werden.

Am Ende jedes Abschnitts findet sich ein Absatz Siehe auch, der Kreuzreferenzen zu anderen Abschnitten enthält. Beim ersten Durchlesen empfiehlt es sich nicht, diesen gleich zu folgen, da meist noch zahlreiche Grundbegriffe zum Verständnis fehlen. Wenn Sie sich durch das Handbuch zum Lernen geackert haben, wollen Sie vielleicht einzelne Abschnitte nochmal durchgehen und dann den Kreuzverweisen zur Vertiefung der Zusammenhänge folgen.

Das Handbuch zum Lernen enthält auch zahlreiche Anhänge, die nicht zum linearen Durchlesen geeignet sind. Sie sind allerdings zur späteren Referenz sehr gut geeignet:


Über das Glossar (MG)

Das Glossar erklärt musikalische Fachausdrücke und enthält auch deren Übersetzungen in diverse Sprachen. Wenn Sie mit Musiknotation oder der (englisch-sprachigen) Musikterminologie nicht vertraut sind (vor allem, wenn Englisch nicht Ihre Muttersprache ist), ist es sehr empfehlenswert, das Glossar immer wieder zu Rate zu ziehen.


Über die Notationsreferenz (NR)

In diesem Buch werden alle LilyPond-Befehle erklärt, die Notationszeichen produzieren. Es geht von der Annahme aus, dass der Leser sich mit den Grundkonzepten des Programmes im Handbuch zum Lernen bekannt gemacht hat.

Ds Benutzerhandbuch enthält auch Anhänge mit nützlichen Referenztabellen.


Über die Anwendungsbenutzung (AU)

In diesem Buch wird erklärt, wie das Programm ausgeführt wird und wie die Notation von LilyPond in andere Programme integriert werden kann.


Über die Schnipselliste

Die LilyPond-Schnipsel sind eine ausführliche Sammlung kurzer Beispiele, anhand derer Tricks, Tipps und Spezialfunktionen von LilyPond demonstriert werden. Die meisten dieser Schnipsel können auch im LilyPond-Schnipsel-Depot betrachtet werden. Diese Internetseite verfügt auch über ein durchsuchbares LilyPond-Handbuch.

Die Liste der Schnipsel zu einem Abschnitt des Benutzerhandbuchs ist auch dort jeweils im Abschnitt Siehe auch verlinkt.


Über die Referenz der Iterna (IR)

Die Referenz der Interna ist eine Sammlung intensiv verlinkter HTML-Seiten, die alle Details jeder einzelnen LilyPond-Klasse, jedes Objektes und jeder Funktion erklären. Sie wird direkt aus den Satzdefinitionen im Quellcode produziert.

So gut wie alle Formatierungsmöglichkeiten, die intern verwendet werden, sind auch direkt für den Benutzer zugänglich. Alle Variablen z. B., die Dicke-Werte, Entfernungen usw. kontrollieren, können in den Eingabe-Dateien verändert werden. Es gibt eine riesige Anzahl von Formatierungsoptionen, und alle haben einen „Siehe“-Abschnitt, der auf die Dokumentation verweist. Im HTML-Handbuch haben diese Abschnitte klickbare Links.

Die Programmreferenz ist nur auf englisch verfügbar.


Andere Dokumentation

Es gibt noch eine Reihe weiterer wertvoller Informationsquellen zu LilyPond:


2. Übung

Diese Übung führt ein in die Notationssprache des Programmes LilyPond und erklärt, wie man damit Noten setzen kann. Nach einer ersten Einleitung wird erklärt, wie die häufigsten Notenbilder in schönen Notendruck umgesetzt werden können.


2.1 Erste Schritte

In diesem Abschnitt werden die Grundlagen zur Benutzung des Programmes erklärt.


2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen

„Kompilation“ ist der Begriff, der benutzt wird, um eine Lilypond-Eingabedatei mit dem Programm LilyPond in eine Notenausgabe umzuwandeln, die ausgedruckt werden kann. Zusätzlich besteht die Option, eine MIDI-Datei zu produzieren, die abgespielt werden kann. Das erste Beispiel zeigt, wie solch eine einfache Eingabedatei ausschauen kann.

Um Notensatz zu erstellen, muss die Notation in der Eingabedatei beschrieben werden. Wenn man z.B. schreibt:

{
  c' e' g' e'
}

so erhält man folgendes Resultat:

[image of music]

Achtung: In jeder LilyPond-Datei müssen { geschweifte Klammern } um die Noten oder Gesangstext gesetzt werden. Vor und hinter den Klammern sollten Leerzeichen eingegeben werden, damit keine Unklarheiten in Verbindung mit den eigentlichen Notensymbolen entstehen. An Anfang und Ende der Zeile können diese Leerzeichen auch weggelassen werden. Es kann sein, dass in diesem Handbuch die Klammern in manchen Beispielen fehlen, aber man sollte immer daran denken, sie in den eigenen Dateien zu benutzen! Mehr Informationen zu der Darstellung der Beispiele in diesem Handbuch gibt der Abschnitt Wie soll das Handbuch gelesen werden.

Zusätzlich unterscheidet LilyPond Groß- und Kleinschreibung. { c d e } ist zulässiger Code, { C D E } dagegen resultiert in einer Fehlermeldung.


Eingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses

In diesem Kapitel zeigen wir, welche Kommandos eingegeben werden müssen, um ein Notenbild zu erzeugen, und wie das Resultat dann betrachtet werden kann.

Beachten Sie, dass es eine Reihe an Texteditoren mit besserer Unterstützung für LilyPond gibt. Mehr dazu im Abschnitt Unterstützung von Texteditoren.

Achtung: Das erste Mal, wenn Sie LilyPond benutzen, kann es eine Minute oder länger dauern, weil das Programm zuerst alle Schriftarten, die auf dem System zur Verfügung stehen, untersucht. Aber nach diesem ersten Mal läuft LilyPond sehr viel schneller.

MacOS X

Wenn Sie das LilyPond.app-Symbol doppelt klicken, öffnet sich eine Beispiel-Datei. Speichern Sie sie etwa als ‘test.ly’ auf dem Desktop und übersetzen Sie sie mit dem Menü-Befehl „Compile > Typeset File“. Die PDF-Datei mit dem fertigen Notensatz wird automatisch geöffnet.

Das nächste Mal, wenn Sie LilyPond benutzen, sollten Sie „New“ oder „Open“ wählen. Sie müssen die Datei speichern, bevor Sie sie übersetzen können. Wenn es Fehler gibt, lesen Sie die Meldungen im Log-Fenster.

Windows

Wenn sie auf das LilyPond-Symbol auf dem Desktop doppelklicken, öffnet sich ein einfacher Texteditor mit einer Beispieldatei. Speichern Sie sie z. B. als ‘test.ly’ auf dem Desktop und klicken Sie dann doppelt auf die Datei, um die Übersetzung zu beginnen (das Dateisymbol ist eine Note). Nach einigen Sekunden wird eine Datei ‘test.pdf’ auf dem Desktop erscheinen. Mit einem Doppelklick kann das fertige Notenbild in der PDF-Datei angezeigt werden. Eine Alternative ist es, die ‘test.ly’-Datei mit der Maus auf das LilyPond-Symbol zu ziehen.

Um eine schon existierende Datei zu bearbeiten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei und wählen Sie „Edit source“. Um eine leere Datei zu erhalten, mit der Sie ein neues Stück beginnen können, öffnen Sie den Texteditor durch Doppelklick auf das LilyPond-Symbol und benutzen Sie „New“ im „File“-Menü, oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Sie „Neu...Textdatei“, ändern Sie dann den Namen so wie Sie möchten und ändern Sie die Dateiendung in .ly. Doppelklicken Sie auf die Datei, um Ihren LilyPond-Eingabecode einzugeben.

Mit dem Doppelklick wird nicht nur die PDF-Datei erstellt, sondern auch eine ‘.log’-Datei. Hier wird gespeichert, was LilyPond aus der Quelldatei gelesen hat. Sollten Fehler auftreten, hilft oft ein Blick in diese Datei.

UNIX

Erstellen Sie eine Text-Datei mit dem Namen ‘test.ly’ und geben Sie folgenden Text ein:

{
  c' e' g' e'
}

Um die Datei zu bearbeiten, geben sie an der Konsole

lilypond test.ly

ein. Sie werden ungefähr folgende Meldungen sehen:

lilypond test.ly
GNU LilyPond 2.12.2
»test.ly« wird verarbeitet
Analysieren...
Interpretation der Musik...
Vorverarbeitung der grafischen Elemente...
Ideale Seitenanzahl wird gefunden...
Musik wird auf eine Seite angepasst...
Systeme erstellen...
Layout nach »test.ps« ausgeben...
Konvertierung nach »test.pdf«...

Als Ergebnis erhalten Sie ein ‘test.pdf’, das Sie mit den Standardprogrammen Ihres Betriebssystemes anschauen können.


2.1.2 Einfache Notation

LilyPond fügt einige Bestandteile des Notenbildes automatisch hinzu. Im nächsten Beispiel sind nur vier Tonhöhen angegeben, aber LilyPond setzt trotzdem einen Schlüssel, eine Taktangabe und Notendauern.

{
  c' e' g' e'
}

[image of music]

Diese Einstellungen können verändert werden, aber in den meisten Fällen sind die automatischen Werte durchaus brauchbar.

Tonhöhen

Glossar: Tonhöhe, Intervalle, Tonleiter, eingestrichenes C, Oktave, Versetzungszeichen.

Die Tonhöhen werden mit Kleinbuchstaben eingegeben, die den Notennamen entsprechen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass LilyPond in seiner Standardeinstellung die englischen Notennamen verwendet. Bis auf eine Ausnahme entsprechen sie den deutschen, deshalb wird die Voreinstellung von LilyPond für diese Übung beibehalten. Die Ausnahme ist das h – in LilyPond muss man anstelle dessen b schreiben! Das deutsche b dagegen wird als bes notiert, ein his dagegen würde bis geschrieben. Siehe auch Versetzungszeichen und Notenbezeichnungen in anderen Sprachen, hier wird beschrieben, wie sich die deutschen Notennamen benutzen lassen.

Am einfachsten können Noten im \relative-Modus eingegeben werden. In diesem Modus wird die Oktave der Note automatisch gewählt, indem angenommen wird, dass die folgende Note immer so nah wie möglich in Bezug auf die vorhergehende gesetzt wird, d. h. sie wird höchstens drei Notenzeilen höher oder tiefer als die vorhergehende Note gesetzt. Fangen wir unser erstes Notationsbeispiel mit einer scale an, wo also die nächste Note immer nur eine Notenlinie über der vorherigen steht.

% Beginnpunkt auf das mittlere C setzen
\relative c' {
  c d e f
  g a b c
}

[image of music]

Die erste Note ist ein eingestrichenes C. Jede folgende Note befindet sich so nah wie möglich bei der vorherigen – das erste ‚C‘ ist also das nächste C vom eingestrichenen C aus gerechnet. Darauf folgt das nächstmögliche D in Bezug auf die vorhergehende Note. Mit diesen Regeln können auch Melodien mit größeren Intervallen im \relative-Modus gebildet werden:

\relative c' {
  d f a g
  c b f d
}

[image of music]

Es ist nicht notwendig, dass die erste Note der Melodie mit der Note beginnt, die die erste Tonhöhe angibt. Die erste Note (das ‚D‘) des vorigen Beispiels ist das nächste D vom eingestrichenen C aus gerechnet.

Indem man Apostrophe ' (Taste Shift+#) oder Kommata , zu dem \relative c' { hinzufügt oder entfernt, kann die Oktave der ersten Tonhöhe verändert werden:

% zweigestrichenes C
\relative c'' {
  e c a c
}

[image of music]

Der relative Modus kann zunächst verwirrend erscheinen, aber es ist die einfachste Art, die meisten Melodien zu notieren. Schauen wir uns an, wie diese relative Berechnung in der Praxis funktioniert. Wenn wir mit einem H beginnen (b in der LilyPond-Syntax), welches sich auf der mittleren Linie im Violinschlüssel befindet, können wir C, D und E aufwärts notieren, und A, G und F unter dem H. Wenn also die Note, die auf das H folgt, ein C, D oder E ist, setzt LilyPond es oberhalb des Hs, wenn es ein A, G oder F ist, wird es darunter gesetzt.

\relative c'' {
  b c  % c ist 1 Zeile aufwärts, also c über dem b
  b d  % d ist 2 Zeilen aufwärts, oder 5 runter, also d über dem b
  b e  % e ist 3 aufwärts oder 4 runter, also e über dem b
  b a  % a ist 6 aufwärts oder 1 runter, also a unter dem b
  b g  % g ist 5 aufwärts oder 2 runter, also g unter dem b
  b f  % f ist 4 aufwärts oder 3 runter, also f unter dem b
}

[image of music]

Die gleiche Berechnung findet auch statt, wenn eine der Noten erhöht oder erniedrigt ist. Versetzungszeichen werden vollständig ignoriert bei der Berechnung. Genau die gleiche Berechnung wird analog von jeder folgenden Tonhöhe aus für die nächste Tonhöhe neu ausgeführt.

Um Intervalle zu notieren, die größer als drei Notenzeilen sind, kann man die Oktave verändern. Mit einem Apostroph ' (Taste Shift+#) direkt hinter dem Notennamen wird die Oktave um eins erhöht, mit einem Komma , um eins erniedrigt.

\relative c'' {
  a a, c' f,
  g g'' a,, f'
}

[image of music]

Um eine Notenhöhe um zwei (oder mehr!) Oktaven zu verändern, werden sukzessive '' oder ,, benutzt – es muss sich dabei wirklich um zwei einzelne Apostrophen und nicht um das Anführungszeichen "  (Taste Shift+2) handeln! Auch die Anfangsoktave für einen \relative c'-Abschnitt kann so verändert werden.

Tondauern (Rhythmen)

Glossar: Balken, Tondauer, ganze Note, halbe Note, Viertelnote, punktierte Note.

Die Dauer einer Note wird durch eine Zahl bezeichnet, die direkt auf den Notennamen folgend eingegeben wird. 1 für eine ganze Note, 2 für eine halbe Note, 4 für eine Viertelnote und so weiter. Notenhälse und Balken werden automatisch hinzugefügt.

Wenn keine Dauer bezeichnet wird, wird die der vorhergehenden Note verwendet. Für die erste Note ist eine Viertel als Standard definiert.

\relative c'' {
  a1
  a2 a4 a8 a
  a16 a a a a32 a a a a64 a a a a a a a a2
}

[image of music]

Um punktierte Noten zu erzeugen, wird einfach ein Punkt . hinter die Notendauer geschrieben. Die Dauer einer punktierten Note muss explizit, also inklusive der Nummer, angegeben werden.

\relative c'' {
  a a a4. a8
  a8. a16 a a8. a8 a4.
}

[image of music]

Pausen

Eine Pause wird genauso wie eine Noten eingegeben; ihre Bezeichnung ist r :

\relative c'' {
  a r r2
  r8 a r4 r4. r8
}

[image of music]

Taktangabe

Glossar: Taktangabe.

Die Taktart kann mit dem \time-Befehl definiert werden:

\relative c'' {
  \time 3/4
  a4 a a
  \time 6/8
  a4. a
  \time 4/4
  a4 a a a
}

[image of music]

Notenschlüssel

Glossar: Taktangabe.

Der Notenschlüssel kann mit dem \clef-Befehl gesetzt werden:

\relative c' {
  \clef treble
  c1
  \clef alto
  c1
  \clef tenor
  c1
  \clef bass
  c1
}

[image of music]

Alles zusammen

Hier ist ein kleines Beispiel, dass all diese Definitionen beinhaltet:

\relative c, {
  \time 3/4
  \clef bass
  c2 e8 c' g'2.
  f4 e d c4 c, r4
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Tonhöhen setzen, Rhythmen eingeben, Pausen eingeben, Taktangabe, Notenschlüssel.


2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien

LilyPonds Quelldateien ähneln Dateien in den meisten Programmiersprachen: Es ist auf Groß- und Kleinschreibung zu achten und Leerzeichen werden ignoriert. Ausdrücke werden mit geschweiften Klammern { } eingeklammert und Kommentare mit dem Prozentzeichen % auskommentiert oder mit %{ ... %} umgeben.

Wenn das jetzt unverständlich erscheint, sind hier die Erklärungen:


2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden

LilyPond-Code muss immer von { } Zeichen oder einem \relative c'' { ... } umgeben sein, wie gezeigt in Arbeiten an Eingabe-Dateien. Im Rest dieses Handbuchs werden die meisten Beispiel allerdings darauf verzichten. Um sie zu reproduzieren, können Sie den entsprechenden Quellcode kopieren und in eine Textdatei einfügen, aber Sie müssen dabei \relative c'' { } einfügen, wie hier gezeigt:

\relative c'' {
  ... hier das Beispiel ...
}

Warum werden die Klammern hier meist weggelassen? Die meisten der Beispiele können in ein längeres Musikstück hineinkopiert werden, und dann ist es natürlich nicht sinnvoll, wenn auch noch \relative c'' { } dazukommt; ein \relative darf nicht innerhalb eines anderen \relative gesetzt werden, deshalb wird es hier weggelassen, damit die Beispiele auch innerhalb eines anderen Kontextes funktionieren. Wenn bei jedem Beispiel \relative c'' { } eingesetzt würde, könnten Sie die kleinen Beispiele der Dokumentation nicht einfach zu Ihrem eigenen Notentext hinzufügen. Die meisten Benutzer wollen Noten zu einer schon bestehenden Datei irgendwo in der Mitte hinzufügen, deshalb wurde der relative Modus für die Beispiele im Handbuch weggelassen.

Anklickbare Beispiele

Viele Leute lernen Programme, indem sie einfach herumprobieren. Das geht auch mit LilyPond. Wenn Sie in der HTML-Version dieses Handbuchs eine Abbildung anklicken, erhalten sie exakt den LilyPond-Code, der zum Satz der Abbildung benutzt wurde. Versuchen Sie es mit dieser Abbildung:

[image of music]

Wenn Sie einfach alles kopieren, was im „ly snippet“-Abschnitt steht, und in eine Text-Datei einfügen, haben Sie schon eine fertige Vorlage für weitere Experimente. Damit Sie genau das gleiche Erscheinungsbild wie bei dem Beispiel selber erreichen, müssen Sie alles kopieren ab der Zeile „Start cut-&-pastable section“ bis ganz zum Ende der Datei.

Siehe auch

Mehr Hinweise dazu, wie LilyPond-Eingabedateien konstruiert werden sollten, finden sich in Vorschläge, wie LilyPond-Eingabe-Dateien geschrieben werden sollen. Es ist aber wahrscheinlich am Besten, zuerst die gesamte Übung zu lesen.


2.2 Notation auf einem System

Dieses Kapitel lehrt grundlegende Bestandteile der Notation, die für eine Stimme auf einem System gebraucht werden.


2.2.1 Versetzungszeichen und Tonartbezeichnung (Vorzeichen)

Versetzungszeichen

Glossar: Kreuz, B, Doppelkreuz, Doppel-B, Versetzungszeichen.

Ein Kreuz-Versetzungszeichen1 wird eingegeben, indem an den Notennamen ein ‚is‘ gehängt wird, ein B-Versetzungszeichen durch Anhängen von ‚es‘. Logischerweise wird dann ein Doppelkreuz oder Doppel-B durch Anhängen von ‚isis‘ oder ‚eses‘ geschrieben. Diese Syntax stammt aus der Tradition der germanischen Sprachen und ist also für deutsche Benutzer kein Problem. Es ist aber möglich, die Namen für die Versetzungszeichen in anderen Sprachen zu benutzen, siehe Notenbezeichnungen in anderen Sprachen.

cis1 ees fisis, aeses

[image of music]

Tonartbezeichnungen (Vorzeichen)

Glossar: Tonartbezeichnung, Dur, Moll.

Die Tonart eines Stückes wird erstellt mit dem Befehl \key, gefolgt von einer Notenbezeichnung und \major (für Dur) oder \minor (für Moll).

\key d \major
a1
\key c \minor
a

[image of music]


Warnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen

Glossar: Versetzungszeichen, Tonartbezeichnung, Tonhöhe, B, Auflösungszeichen, Kreuz, Transposition.

Um zu bestimmen, ob vor einer bestimmten Note ein Versetzungszeichen erscheinen soll, untersucht LilyPond die Notenhöhen und die Tonart. Die Tonart beeinflusst nur die gedruckten Versetzungszeichen, nicht die wirklichen Tonhöhen! Diese Besonderheit scheint am Anfang oft verwirrend, so dass sie hier etwas genauer betrachtet wird.

LilyPond unterscheidet strickt zwischen dem musikalischen Inhalt und dem Satz (Layout). Die Alteration (B, Kreuz oder Auflösungszeichen) einer Note gehört zur Tonhöhe dazu und ist deshalb musikalischer Inhalt. Ob ein Versetzungszeichen (also ein gedrucktes Kreuz, b oder Auflösungszeichen) auch vor der Note erscheint, hängt vom Kontext, also vom Layout ab. Das Layout gehorcht bestimmten Regeln, und Versetzungszeichen werden automatisch nach diesen Regeln gesetzt. Die Versetzungszeichen im fertigen Notenbild sind nach den Regeln des Notensatzes gesetzt. Deshalb wird automatisch entschieden, wo sie erscheinen, und man muss den Ton eingeben, den man hören will.

In diesem Beispiel

\key d \major
d cis fis

[image of music]

hat keine der Noten ein Versetzungszeichen, trotzdem muss im Quelltext das ‚is‘ für cis und fis notiert werden.

Der Code ‚b‘ (nach der holländischen Notenbezeichnung wird der Ton H mit b gesetzt) heißt also nicht: „Zeichne einen schwarzen Punkt auf die Mittellinie des Systems.“ Im Gegenteil, er heißt vielmehr: „Hier soll eine Note mit der Tonhöhe H gesetzt werden.“ In der Tonart As-Dur bekommt sie ein Versetzungszeichen:

\key aes \major
b

[image of music]

Alle diese Versetzungszeichen ausdrücklich zu schreiben, bedeutet vielleicht etwas mehr Schreibarbeit, hat aber den großen Vorteil, dass Transpositionen sehr viel einfacher gemacht wird und der Druck von Versetzungszeichen nach unterschiedlichen Regeln erfolgen kann. Siehe Automatische Versetzungszeichen für einige Beispiele, wie Vorzeichen anhand von unterschiedlichen Regeln ausgegeben werden können.

Siehe auch

Notationsreferenz: Notenbezeichnungen in anderen Sprachen, Versetzungszeichen, Automatische Versetzungszeichen, Tonartbezeichnung.

Glossar: Tonhöhenbezeichnungen.


2.2.2 Bindebögen und Legatobögen

Bindebögen

Glossar: Bindebogen.

Ein Bindebogen wird geschrieben, indem man eine Tilde ~ an die erste der zu verbindenden Noten hängt.

g4~ g c2~
c4 ~ c8 a8 ~ a2

[image of music]

Legatobögen

Glossar: Legatobogen.

Ein Legatobogen ist ein Bogen, der sich über mehrere Noten erstreckt. Seine Beginn- und Endnote werden mit ‚(‘ beziehungsweise ‚)‘ markiert.

d4( c16) cis( d e c cis d) e( d4)

[image of music]

Phrasierungsbögen

Glossar: Legatobogen, Phrasierung.

Bögen, die längere Phrasierungseinheiten markieren (Phrasierungsbögen), werden mit \( und \) eingegeben. Es können sowohl Legato- als auch Phrasierungsbögen gleichzeitig vorkommen, aber es kann nicht mehr als jeweils einen Legato- und einen Phrasierungsbogen gleichzeitig geben.

a8(\( ais b c) cis2 b'2 a4 cis,\)

[image of music]


Warnung: Bindebögen sind nicht Legatobögen

Glossar: Artikulationszeichen, Legatobogen, Bindebogen.

Ein Legatobogen sieht aus wie ein Bindebogen, hat aber eine andere Bedeutung. Ein Bindebogen verlängert nur die vorhergehende Note und kann also nur bei zwei Noten gleicher Tonhöhe benutzt werden. Legatobögen dagegen zeigen die Artikulation von Noten an und können für größere Notengruppen gesetzt werden. Binde- und Legatobögen können geschachtelt werden.

c2~( c8 fis fis4 ~ fis2 g2)

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Bindebögen, Legatobögen, Phrasierungsbögen.


2.2.3 Artikulationszeichen und Lautstärke

Artikulationszeichen

Glossar: Artikulationszeichen.

Übliche Artikulationszeichen können durch Anfügen von Minus (‚-‘) und einem entsprechenden Zeichen eingegeben werden:

c-. c-- c-> c-^ c-+ c-_

[image of music]

Fingersatz

Glossar: Fingersatz.

Auf gleiche Weise können Fingersatzbezeichnungen hinzugefügt werden, indem nach dem Minus (‚-‘) eine Zahl geschrieben wird:

c-3 e-5 b-2 a-1

[image of music]

Artikulationszeichen und Fingersätze werden normalerweise automatisch platziert, aber man kann ihre Position auch vorgeben durch die Zeichen ‚^‘ (oben) oder ‚_‘ (unten) anstelle des Minuszeichen. An eine Note können auch mehrfache Artikulationszeichen gehängt werden. Meistens findet aber LilyPond alleine die beste Möglichkeit, wie die Artikulationen platziert werden sollen.

c_-^1 d^. f^4_2-> e^-_+

[image of music]

Dynamik

Glossar: Dynamik, Crescendo, Decrescendo.

Die Dynamik innerhalb eines Stückes wird eingegeben, indem man die Markierungen (mit einem Backslash) an die Note hängt:

c\ff c\mf c\p c\pp

[image of music]

Crescendi und Decrescendi werden mit dem Befehl \< beziehungsweise \> begonnen. Das nächste absolute Dynamik-Zeichen, etwa \f, beendet das (De)Crescendo. Auch mit dem Befehl \! kann es explizit beendet werden.

c2\< c2\ff\> c2 c2\!

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Artikulationszeichen und Verzierungen, Fingersatzanweisungen, Dynamik.


2.2.4 Text hinzufügen

Text können Sie auf folgende Art in die Partitur einfügen:

c1^"espr" a_"legato"

[image of music]

Zusätzliche Formatierung kann eingesetzt werden, wenn Sie den \markup-Befehl benutzen:

c1^\markup{ \bold espr}
a1_\markup{
  \dynamic f \italic \small { 2nd } \hspace #0.1 \dynamic p
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Text eingeben.


2.2.5 Automatische und manuelle Balken

Alle Balken werden automatisch gesetzt:

a8 ais d ees r d c16 b a8

[image of music]

Wenn diese automatisch gesetzten Balken nicht gewollt sind, können sie manuell geändert werden. Wenn nur ein Balken hier und da korrigiert werde muss, erhält die Note, an der der Balken anfängt, ein ‚[‘ (AltGr+8) und die, an der er enden soll, ein ‚]‘ (AltGr+9).

a8[ ais] d[ ees r d] a b

[image of music]

Wenn Sie die automatischen Balken vollständig oder für einen längeren Abschnitt ausschalten wollen, benutzen Sie den Befehl \autoBeamOff, um die Balken abzuschalten, und \autoBeamOn, um sie wieder einzuschalten.

\autoBeamOff
a8 c b4 d8. c16 b4
\autoBeamOn
a8 c b4 d8. c16 b4

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Automatische Balken, Manuelle Balken.


2.2.6 Zusätzliche rhythmische Befehle

Auftakt

Ein Auftakt wird mit dem Befehl \partial eingegeben. Darauf folgt die Länge des Auftaktes: \partial 4 heißt eine Viertelnote Auftakt und \partial 8 eine Achtelnote.

\partial 8
f8 c2 d

[image of music]

Andere rhythmische Aufteilungen

Glossar: Notenwert, Triole.

Triolen und N-tolen werden mit dem \times-Befehl erzeugt. Er braucht zwei Argumente: einen Bruch und die Noten, auf die er sich bezieht. Die Dauer des Abschnittes wird mit dem Bruch multipliziert. In einer Triole dauern die Noten 2/3 ihrer normalen Länge, also hat eine Triole 2/3 als Bruch:

\times 2/3 { f8 g a }
\times 2/3 { c r c }
\times 2/3 { f,8 g16[ a g a] }
\times 2/3 { d4 a8 }

[image of music]

Verzierungen

Glossar: Verzierungen, Vorschlag, Vorhalt.

Verzierungen werden mit dem Befehl \grace eingegeben, Vorhalte durch den Befehl \appoggiatura und Vorschläge mit \acciaccatura.

c2 \grace { a32[ b] } c2
c2 \appoggiatura b16 c2
c2 \acciaccatura b16 c2

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Verzierungen, Andere rhythmische Aufteilungen, Auftakte.


2.3 Mehrere Noten auf einmal

In diesem Kapitel wird gezeigt, wie mehr als eine Note zur gleichen Zeit gesetzt werden kann: auf unterschiedlichen Systemen für verschiedene Instrumente oder für ein Instrument (z. B. Klavier) und in Akkorden.

Polyphonie nennt man in der Musik das Vorkommen von mehr als einer Stimme in einem Stück. Polyphonie bzw. Mehrstimmigkeit heißt für LilyPond allerdings das Vorkommen von mehr als einer Stimme pro System.


2.3.1 Musikalische Ausdrücke erklärt

In LilyPond-Quelldateien wird Musik durch musikalische Ausdrücke dargestellt. Eine einzelne Note ist ein musikalischer Ausdruck.

a4

[image of music]

Eine Gruppe von Noten innerhalb von Klammern bildet einen neuen Ausdruck. Dieser ist nun ein zusammengesetzter musikalischer Ausdruck. Hier wurde solch ein zusammengesetzter musikalischer Ausdruck mit zwei Noten erstellt:

{ a4 g4 }

[image of music]

Wenn eine Gruppe von musikalischen Ausdrücken (also beispielsweise Noten) in geschweifte Klammern gesetzt wird, bedeutet das, dass eine Gruppe nach der anderen gesetzt wird. Das Resultat ist ein neuer musikalischer Ausdruck.

{ { a4 g } f g }

[image of music]

Analogie: mathematische Ausdrücke

Die Anordnung von Ausrücken funktioniert ähnlich wie mathematische Gleichungen. Eine längere Gleichung entsteht durch die Kombination kleinerer Gleichungen. Solche Gleichungen werden auch Ausdruck genannt und ihre Definition ist rekursiv, sodass beliebig komplexe und lange Ausdrücke erstellt werden können. So etwa hier:

1

1 + 2

(1 + 2) * 3

((1 + 2) * 3) / (4 * 5)

Das ist eine Folge von (mathematischen) Ausdrücken, in denen jeder Ausdruck in dem folgenden (größeren) enthalten ist. Die einfachsten Ausdrücke sind Zahlen, und größere werden durch die Kombination von Ausdrücken mit Hilfe von Operatoren (wie ‚+‘, ‚*‘ und ‚/‘) sowie Klammern. Genauso wie mathematische Ausdrücke können auch musikalische Ausdrücke beliebig tief verschachtelt werden. Das wird benötigt für komplexe Musik mit vielen Stimmen.

Gleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme

Glossar: Polyphonie.

Mit dieser Technik kann polyphone Musik gesetzt werden. Musikalische Ausdrücke werden einfach parallel kombiniert, damit sie gleichzeitig als eigene Stimmen in dem gleichen Notensystem gesetzt werden. Um anzuzeigen, dass an dieser Stelle gleichzeitige Noten gesetzt werden, muss nur ein Kombinationszeichen eingefügt werden. Parallel werden musikalische Ausdrücke kombiniert, indem man sie mit << und >> einrahmt. Im folgenden Beispiel sind drei Ausdrücke (jeder mit zwei Noten) parallel kombiniert:

\relative c'' {
  <<
    { a4 g }
    { f e }
    { d b }
  >>
}

[image of music]

Es ist noch zu bemerken, dass wir hier für jede Ebene innerhalb der Quelldatei eine andere Einrückung geschrieben haben. Für LilyPond spielt es keine Rolle, wie viele Leerzeichen am Anfang einer Zeile sind, aber für Menschen ist es eine große Hilfe, sofort zu sehen, welche Teile des Quelltextes zusammen gehören.

Achtung: Jede Note ist relativ zu der vorhergehenden in der Datei, nicht relativ zu dem zweigestrichenen C (c''), das im \relative-Befehl angegeben ist. Die Klammern haben darauf keinen Einfluss.

Gleichzeitige musikalische Ausdrücke: ein Notensystem

Um die Anzahl der Notensysteme zu bestimmen, analysiert LilyPond den Anfang des ersten Ausdrucks. Wenn sich hier eine einzelne Note befindet, wird nur ein System gesetzt, wenn es sich um eine parallele Anordnung von Ausdrücken handelt, wird mehr als ein System gesetzt. Das folgende Beispiel beginnt mit einer Note:

\relative c'' {
  c2 <<c e>>
  << { e f } { c <<b d>> } >>
}

[image of music]


2.3.2 Mehrere Notensysteme

Wie wir in Musikalische Ausdrücke erklärt gesehen haben, sind LilyPond-Quelldateien aus musikalischen Ausdrücken konstruiert. Wenn die Noteneingabe mit parallelen Ausdrücken beginnt, werden mehrere Notensysteme erstellt. Es ist aber sicherer und einfacherer zu verstehen, wenn diese Systeme explizit erstellt werden.

Um mehr als ein System zu schreiben, wird jedem Notenausdruck, der in einem eigenen System stehen soll, der Befehl \new Staff vorne angefügt. Diese Staff (engl. für Notensystem)-Elemente werden dann parallel angeordnet mit den << und >>-Zeichen:

\relative c'' {
  <<
    \new Staff { \clef treble c }
    \new Staff { \clef bass c,, }
  >>
}

[image of music]

Der Befehl \new beginnt einen neuen „Notationskontext“. Ein solcher Notationskontext ist eine Umgebung, in der musikalische Ereignisse (wie Noten oder \clef (Schlüssel)-Befehle) interpretiert werden. Für einfache Stücke werden diese Umgebungen automatisch erstellt. Für kompliziertere Musik ist es aber am besten, die Umgebungen explizit zu erstellen.

Es gibt verschiedene Kontext-Typen. Score (Partitur), Staff (Notensystem) und Voice (Stimme) verarbeiten die Eingabe von Noten, während die Lyrics (Text)-Umgebung zum Setzen von Liedtexten und die ChordNames (Akkordbezeichnungs)-Umgebung für Akkordsymbole verwendet wird.

Indem \new vor einen musikalischen Ausdruck gesetzt wird, wird ein größerer Ausdruck erstellt. In diesem Sinne erinnert die Syntax des \new-Befehls an das Minuszeichen in der Mathematik. Genauso wie (4+5) ein Ausdruck ist, der durch -(4+5) zu einem größeren Ausdruck erweitert wurde, werden auch musikalische Ausdrücke durch den \new-Befehl erweitert.

Die Taktangabe, die in einem einzelnen System angegeben wird, wirkt sich auf alle anderen System aus. Die Angabe der Tonart in einem System hingegen beeinflusst nicht die Tonart der anderen Systeme. Dieses Verhalten ist darin begründet, dass Partituren mit transponierenden Instrumenten häufiger sind als Partituren mit unterschiedlichen Taktarten.

\relative c'' {
  <<
    \new Staff { \clef treble \key d \major \time 3/4 c }
    \new Staff { \clef bass c,, }
  >>
}

[image of music]


2.3.3 Notensysteme gruppieren

Glossar: Klammer.

Musik für das Klavier wird üblicherweise auf zwei Systemen notiert, die durch eine geschweifte Klammer verbunden sind (Akkolade). Um ein derartiges Notensystem zu erstellen, geht man ähnlich vor wie in dem Beispiel aus Mehrere Notensysteme, nur dass der gesamte Ausdruck jetzt in eine PianoStaff-Umgebung eingefügt wird.

\new PianoStaff <<
  \new Staff …
  \new Staff …
>> >>

Hier ein kleines Beispiel:

\relative c'' {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff { \time 2/4 c4 e g g, }
    \new Staff { \clef bass c,, c' e c }
  >>
}

[image of music]

Andere typische Gruppen von Notensystemen können mit den Befehlen \new StaffGroup für Orchestersätze und \new ChoirStaff für ein Chorsystem erstellt werden. Jede dieser Systemgruppen erstellt einen neuen Kontext, der dafür sorgt, dass die Klammern zu Beginn des Systems erstellt werden und der zusätzlich auch darüber entscheidet, ob die Taktlinien nur auf dem System oder auch zwischen System gesetzt werden.

Siehe auch

Notationsreferenz: instruments Tasteninstrumente und andere Instrumente mit mehreren Systemen, Systeme anzeigen lassen.


2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden

Glossar: Akkord.

Wir haben schon weiter oben gesehen, wie Akkorde ersetellt werden können, indem sie mit spitzen Klammern eingeschlossen und somit als gleichzeitig erklingend markiert werden. Die normale Art, Akkorde zu notieren, ist aber, sie in einfache spitze Klammern (‚<‘ und ‚>‘) einzuschließen. Beachten Sie, dass alle Noten eines Akkordes die gleiche Dauer haben müssen, und diese Dauer wird nach der schließenden Klammer geschrieben.

r4 <c e g>4 <c f a>2

[image of music]

Akkorde sind im Grunde gleichwertig mit einfachen Noten: Fast alle Markierungen, die an einfache Noten angehängt werden können, kann man auch an Akkorde hängen. So können Markierungen wie Balken oder Bögen mit den Akkorden kombiniert werden. Sie müssen jedoch außerhalb der spitzen Klammern gesetzt werden.

r4 <c e g>8[ <c f a>]~ <c f a>2
r4 <c e g>8( <c e g>\> <c e g>4 <c f a>\!)

[image of music]


2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System

Wenn unterschiedliche Melodien oder Stimmen in einem System kombiniert werden sollen, werden sie als „polyphone Stimmen“ realisiert: Jede Stimme hat eigene Hälse, Balken und Legatobögen, und die Hälse der oberen Stimme zeigen immer nach oben, während die Hälse der unteren Stimme nach unten zeigen.

Diese Art von Notenbild wird erstellt, indem jede Stimme für sich als Abfolge notiert wird (mit {...}) und diese dann parallel kombiniert werden, indem die einzelnen Stimmen durch \\ voneinander getrennt werden.

<<
  { a4 g2 f4~ f4 } \\
  { r4 g4 f2 f4 }
>>

[image of music]

Für den Satz von mehrstimmigen Stücken kann es auch angebracht sein, unsichtbare Pausen zu verwenden. Hiermit können Stimmen ausgefüllt werden, die gerade nicht aktiv sind. Hier ist das obige Beispiel mit einer unsichtbaren Pause (‚s‘) anstelle einer normalen (‚r‘):

<<
  { a4 g2 f4~ f4 } \\
  { s4 g4 f2 f4 }
>>

[image of music]

Auch diese Ausdrücke wiederum könne beliebig miteinander kombiniert werden.

<<
  \new Staff <<
    { a4 g2 f4~ f4 } \\
    { s4 g4 f2 f4 }
  >>
  \new Staff <<
    \clef bass
    { <c g>1 ~ <c g>4 } \\
    { e,,4 d e2 ~ e4}
  >>
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Gleichzeitig erscheinende Noten.


2.4 Lieder

In diesem Kapitel wird in die Kombination von Musik mit Text eingeführt und die Erstellung einfacher Song-Blätter gezeigt.


2.4.1 Einfache Lieder setzen

Glossar: Gesangtext.

Hier ist der Beginn eines einfachen Kinderliedes, Girls and boys come out to play:

\relative c'' {
  \key g \major
  \time 6/8
  d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
}

[image of music]

Zu diesen Noten kann Text hinzugefügt werden, indem beide mit dem \addlyrics-Befehl kombiniert werden. Text wird eingegeben, indem jede Silbe durch ein Leerzeichen getrennt wird.

<<
  \relative c'' {
    \key g \major
    \time 6/8
    d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
  }
  \addlyrics {
    Girls and boys come out to play,
  }
>>

[image of music]

Sowohl die Noten als auch der Text sind jeweils in geschweifte Klammern eingefasst, und der gesamte Ausdruck ist zwischen << ... >> positioniert. Damit wird garantiert, dass Text und Noten gleichzeitig gesetzt werden.


2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten

Glossar: Melisma, Fülllinie.

Die nächste Zeile des Kinderliedes lautet: The moon doth shine as bright as day. So sieht es notiert aus:

<<
  \relative c'' {
    \key g \major
    \time 6/8
    d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
    g8 a4 b8 c b a d4 b8 g4.
  }
  \addlyrics {
    Girls and boys come out to play,
    The moon doth shine as bright as day;
  }
>>

[image of music]

Die zusätzlichen Noten sind nicht korrekt an den Noten positioniert. Das Wort shine sollte eigentlich zu zwei Noten gesungen werden, nicht nur zu einer. Das wird als Melisma bezeichnet, wenn eine Silbe zu mehreren Noten gesungen wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Silbe über mehrere Noten zu erweitern. Die einfachste ist, einen Legatobogen über die betroffenen Noten zu notieren, zu Einzelheiten siehe Bindebögen und Legatobögen.

<<
  \relative c'' {
    \key g \major
    \time 6/8
    d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
    g8 a4 b8 c( b) a d4 b8 g4.
  }
  \addlyrics {
    Girls and boys come out to play,
    The moon doth shine as bright as day;
  }
>>

[image of music]

Die Wörter orientieren sich jetzt richtig an den Noten, aber der automatische Balken für die Noten zu shine as sieht nicht richtig aus. Wir können das korrigieren, indem wir die Balkenlänge manuell eingrenzen, damit sie der üblichen Notationsweise für Gesang entspricht. Für Einzelheiten siehe Automatische und manuelle Balken.

<<
  \relative c'' {
    \key g \major
    \time 6/8
    d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
    g8 a4 b8 c([ b]) a d4 b8 g4.
  }
  \addlyrics {
    Girls and boys come out to play,
    The moon doth shine as bright as day;
  }
>>

[image of music]

Alternativ kann das Melisma auch im Text notiert werden, indem für jede Note, die übersprungen werden soll, ein Unterstrich _ im Text geschrieben wird:

<<
  \relative c'' {
    \key g \major
    \time 6/8
    d4 b8 c4 a8 d4 b8 g4
    g8 a4 b8 c[ b] a d4 b8 g4.
  }
  \addlyrics {
    Girls and boys come out to play,
    The moon doth shine _ as bright as day;
  }
>>

[image of music]

Wenn die letzte Silbe eines Wortes sich über mehrere Noten oder eine sehr lange Note erstreckt, wird üblicherweise eine Fülllinie gesetzt, die sich über alle Noten erstreckt, die zu der Silbe gehören. Diese Fülllinie wird mit zwei Unterstrichen __ notiert. Hier ein Beispiel der ersten drei Takte aus Didos Klage, aus Purcells Dido and Æneas:

<<
  \relative c'' {
    \key g \minor
    \time 3/2
    g2 a bes bes( a)
    b c4.( bes8 a4. g8 fis4.) g8 fis1
  }
  \addlyrics {
    When I am laid,
    am laid __ in earth,
  }
>>

[image of music]

Keins der bisherigen Beispiele hat bisher Wörter benutzt, die länger als eine Silbe waren. Solche Wörter werden üblicherweise auf die Noten aufgeteilt, eine Silbe pro Note, mit Bindestrichen zwischen den Silben. Diese Silben werden durch zwei Minuszeichen notiert und von LilyPond als ein zentrierter Bindestrich zwischen den Silben gesetzt. Hier ein Beispiel, das dies und alle anderen Tricks zeigt, mit denen Text an den Noten ausgerichtet werden kann:

<<
  \relative c' {
    \key g \major
    \time 3/4
    \partial 4
    d4 g4 g a8( b) g4 g4
    b8( c) d4 d e4 c2
  }
  \addlyrics {
    A -- way in a __ man -- ger,
    no __ crib for a bed, __
  }
>>

[image of music]

Einige Texte, besonders in italienischer Sprache, brauchen das Gegenteil: mehr als eine Silbe muss zu einer einzelnen Note gesetzt werden. Das ist möglich, indem die Silben durch einen einzelnen Unterstrich _ zusammengekoppelt werden. Dazwischen dürfen sich keine Leerzeichen befinden, oder indem man die relevanten Silben in Anführungszeichen " setzt. Hier ein Beispiel aus dem Figaro von Rossini, wo die Silbe al auf der selben Note wie go des Wortes Largo in Figaros Arie Largo al factotum gesungen werden mus.

<<
  \relative c' {
    \clef bass
    \key c \major
    \time 6/8
    c4.~ c8 d b c([ d]) b c d b c
  }
  \addlyrics {
    Lar -- go_al fac -- to -- tum del -- la cit -- tà
  }
>>

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Notation von Gesang.


2.4.3 Text zu mehreren Systemen

Die einfache Lösung mit \addlyrics kann benutzt werden, um Text zu einem oder mehreren Systemen zu setzen. Hier ein Beispiel aus Händels Judas Maccabäus:

<<
  \relative c'' {
    \key f \major
    \time 6/8
    \partial 8
    c8 c([ bes]) a a([ g]) f f'4. b, c4.~ c4
  }
  \addlyrics {
    Let flee -- cy flocks the hills a -- dorn, __
  }
  \relative c' {
    \key f \major
    \time 6/8
    \partial 8
    r8 r4. r4 c8 a'([ g]) f f([ e]) d e([ d]) c bes'4
  }
  \addlyrics {
    Let flee -- cy flocks the hills a -- dorn,
  }
>>

[image of music]

Aber Partituren, die komplizierter als dieses Beispiel sind, werden besser notiert, indem man die Systemstruktur von den Noten und dem Gesangstext durch Variablen trennt. Die Benutzung von Variablen wird erklärt im Abschnitt Stücke durch Bezeichner organisieren.

Siehe auch

Notationsreferenz: Notation von Gesang.


2.5 Letzter Schliff

Das ist das letzte Kapitel der Übung. Hier soll demonstriert werden, wie man den letzten Schliff an einfachen Stücken anbringen kann. Gleichzeitig dient es als Einleitung zum Rest des Handbuches.


2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren

Wenn alle die Elemente, die angesprochen wurden, zu größeren Dateien zusammengefügt werden, werden auch die musikalischen Ausdrücke sehr viel größer. In polyphonen Dateien mit vielen Systemen kann das sehr chaotisch aussehen. Das Chaos kann aber deutlich reduziert werden, wenn Variablen definiert und verwendet werden.

Variablen (die auch als Bezeichner oder Makros bezeichnet werden) können einen Teil der Musik aufnehmen. Sie werden wie folgt definiert:

bezeichneteMusik = { … }

Der Inhalt des musikalischen Ausdrucks bezeichneteMusik kann dann später wieder benutzt werden, indem man einen Backslash davor setzt (\bezeichneteMusik), genau wie bei jedem LilyPond-Befehl.

Geige = \new Staff
  { \relative c'' {
    a4 b c b
  }
}
Cello = \new Staff
  { \relative c {
    \clef bass
    e2 d
  }
}
{
  <<
    \Geige
    \Cello
  >>
}

[image of music]

In den Namen der Variablen dürfen nur Buchstaben des Alphabets verwendet werden, keine Zahlen oder Striche.

Variable müssen vor dem eigentlichen musikalischen Ausdruck definiert werden. Sie können dann aber beliebig oft verwendet werden, nachdem sie einmal definiert worden sind. Sie können sogar eingesetzt werden, um später in der Datei eine neue Variable zu erstellen. Damit kann die Schreibarbeit erleichtert werden, wenn Notengruppen sich oft wiederholen.

trioleA = \times 2/3 { c,8 e g }
TaktA = { \trioleA \trioleA \trioleA \trioleA }

\relative c'' {
 \TaktA \TaktA
}

[image of music]

Man kann diese Variablen auch für viele andere Objekte verwenden, etwa:

Breite = 4.5\cm
Name = "Tim"
aFünfPapier = \paper { paperheight = 21.0 \cm }

Abhängig vom Kontext kann solch ein Bezeichner in verschiedenen Stellen verwendet werden. Das folgende Beispiel zeigt die Benutzung der eben definierten Bezeichner:

\paper {
  \aFünfPapier
  line-width = \width
}
{ 
  c4^\Name 
}

2.5.2 Versionsnummer

Der \version-Befehl zeigt an, welche LilyPond-Version für eine bestimmte Quelldatei benutzt worden ist:

\version "2.12.2"

Üblicherweise wird dieser Befehl am Anfang der Textdatei eingefügt.

Durch diese Versionsmarkierung werden zukünftige Aktualisierungen des LilyPond-Programmes einfacher gemacht. Syntax-Änderungen zwischen den Programmversionen werden von einem speziellen Programm, convert-ly, vorgenommen. Dieses Programm braucht \version, um zu entscheiden, welche Regeln angewandt werden müssen. Für Einzelheiten, siehe Dateien mit convert-ly aktualisieren.


2.5.3 Titel hinzufügen

Titel, Komponist, Opusnummern und ähnliche Information werden in einer \header-Umgebung eingefügt. Diese Umgebung befindet sich außerhalb der musikalischen Ausdrücke, meistens wird die \header-Umgebung direkt nach der Versionsnummer eingefügt.

\version "2.12.2"
\header {
  title = "Symphony"
  composer = "Ich"
  opus = "Op. 9"
}

{
  … Noten …
}

Wenn die Datei übersetzt wird, werden Titel- und Komponisteneinträge über der Musik ausgegeben. Mehr Information über die Titelei findet sich im Kapitel Titel erstellen.


2.5.4 Absolute Notenbezeichnungen

Bis jetzt haben wir immer \relative benutzt, um Tonhöhen zu bestimmen. Das ist die einfachste Eingabeweise für die meiste Musik. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, Tonhöhen darzustellen: durch absolute Bezeichnung.

Wenn man das \relative weglässt, werden alle Tonhöhen von LilyPond als absolute Werte interpretiert. Ein c' ist dann also immer das eingestrichene C, ein b ist immer das kleine h unter dem eingestrichenen C, und ein g, ist immer das große G – also die Note auf der letzten Linie im Bass-Schlüssel.

{
  \clef bass
  c' b g, g,
  g, f, f c'
}

[image of music]

Hier eine Tonleiter über vier Oktaven:

{
  \clef bass
  c, d, e, f,
  g, a, b, c
  d e f g
  a b c' d'
  \clef treble
  e' f' g' a'
  b' c'' d'' e''
  f'' g'' a'' b''
  c'''1
}

[image of music]

Wie leicht zu sehen ist, muss man sehr viele Apostrophe schreiben, wenn die Melodie im Sopranschlüssel notiert ist. Siehe etwa dieses Fragment von Mozart:

{
  \key a \major
  \time 6/8
  cis''8. d''16 cis''8 e''4 e''8
  b'8. cis''16 b'8 d''4 d''8
}

[image of music]

Alle diese Apostrophe machen den Quelltext schlecht lesbar und sind eine mögliche Fehlerquelle. Mit dem \relative-Befehl ist das Beispiel sehr viel einfacher zu lesen:

\relative c'' {
  \key a \major
  \time 6/8
  cis8. d16 cis8 e4 e8
  b8. cis16 b8 d4 d8
}

[image of music]

Wenn man einen Fehler durch ein Oktavierungszeichen (' oder ,) im \relative-Modus macht, ist er sehr schnell zu finden, denn viele Noten sind nacheinander in der falschen Oktave. Im absoluten Modus dagegen ist ein einzelner Fehler nicht so deutlich und deshalb auch nicht so einfach zu finden.

Trotz allem ist der absolute Modus gut für Musik mit sehr großen Sprüngen und vor allem für computergenerierte LilyPond-Dateien.


2.5.5 Nach der Übung

Wenn Sie diese Übung absolviert haben, sollten Sie am besten ein paar Stücke selber notieren. Beginnen Sie mit den Vorlagen und fügen Sie einfach Ihre Noten dazu. Wenn Sie irgendetwas brauchen, das nicht in der Übung besprochen wurde, schauen Sie sich den Abschnitt Alles über die Notation an, angefangen mit Musikalische Notation. Wenn Sie für ein Instrument oder Ensemble Noten schreiben wollen, für das es keine Vorlage gibt, schauen Sie sich Erweiterung der Beispiele an.

Wenn Sie ein paar kurze Stücke notiert haben, lesen Sie den Rest des Handbuchs zum Lernen (Kapitel 3–5). Natürlich können Sie auch sofort weiterlesen. Die nächsten Kapitel sind aber mit der Annahme geschrieben, dass Sie die Eingabesprache von LilyPond beherrschen. Sie können die weiteren Kapitel auch überfliegen und dann darauf wieder zurückkommen, wenn Sie einige Erfahrungen im Notieren gewonnen haben.

In dieser Übung, genauso wie im gesamten Handbuch zum Lernen, befindet sich ein Abschnitt Siehe auch am Ende jedes Abschnittes, wo sich Verweise auf andere Abschnitte befinden. Diesen Verweisen sollten Sie nicht beim ersten Durchlesen folgen; erst wenn Sie das gesamte Handbuch zum Lernen gelesen haben, können Sie bei Bedarf diesen Verweisen folgen, um ein Thema zu vertiefen.

Bitte lesen Sie jetzt Über die Dokumentation, wenn Sie es bisher noch nicht getan haben. Es gibt ungeheuer viel Information über LilyPond, so dass Neulinge sich nicht sofort zurecht finden. Wenn Sie auch nur ein paar Minuten in diesem Abschnitt lesen, können Sie sich Stunden frustrierendes Suchen an der falschen Stelle ersparen!


3. Grundbegriffe

Nachdem im Tutorial gezeigt wurde, wie aus einfachen Text-Dateien wunderschön formatierte Musiknoten erzeugt werden können, stellt dieses Kapitel die Konzepte und Techniken vor, wie auch komplexere Partituren erstellt werden können.


3.1 Wie eine LilyPond-Eingabe-Datei funktioniert

Das LilyPond Eingabeformat hat eine ziemlich freie Form, so dass für erfahrene Benutzer viel Freiheit besteht, die Struktur ihrer Quelldateien anzulegen. Für Neulinge kann diese Flexibilität aber erst einmal verwirrend sein. In diesem Kapitel soll darum ein Teil dieser Strukturen dargestellt werden, vieles aber zur Vereinfachung auch weggelassen werden. Für eine komplette Beschreibung des Eingabeformats siehe Die Dateistruktur.

Die meisten Beispiele in diesem Handbuch sind kleine Schnipsel, wie etwa dieser:

c4 a b c

Wie hoffentlich bekannt ist, lässt sich solch ein Schnipsel nicht in dieser Form übersetzen. Diese Beispiele sind also nur Kurzformen von wirklichen Beispielen. Sie müssen wenigstens zusätzlich in geschweifte Klammern gesetzt werden.

{
  c4 a b c
}

Die meisten Beispiele benutzen auch den \relative c'-Befehl. Der ist nicht nötig, um die Dateien zu übersetzen, aber in den meisten Fällen sieht der Notensatz seltsam aus, wenn man den Befehl weglässt.

\relative c'' {
  c4 a b c
}

[image of music]

Eine komplette Definition des Eingabeformats findet sich im Kapitel Die Dateistruktur.


3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond

Ein grundlegendes Beispiel einer Eingabedatei für LilyPond lautet:

\version "2.12.2"
\header { }
\score {
  ...zusammengesetzter Musik-Ausdruck...  % Die gesamten Noten kommen hier hin!
  \layout { }
  \midi { }
}

Aufgrund der Flexibilität von LilyPond gibt es viele Variationen dieses Schemas, aber dieses Beispiel dient als einfacher Ausgangspunkt.

Bisher hat noch keines der Beispiele den \score{}-Befehl benutzt, da Lilypond derartige zusätzliche Befehle automatisch bei Bedarf einfügt, wenn die Eingabedatei eine einfache Struktur hat.

Sehen wir uns als ein solches einfaches Beispiel an:

\relative c'' {
  c4 a d c
}

Im Hintergrund kommen hier noch einige Ebenen dazu: LilyPond-Code in der obigen Form ist in Wirklichkeit eine Abkürzung. Auch wenn man so Dateien schreiben kann und sie auch korrekt gesetzt werden, heißt der vollständige Code, der hier gemeint ist, eigentlich:

\book {
  \score {
    \new Staff {
      \new Voice {
        \relative c'' {
          c4 a b c
        }
      }
    }
    \layout { }
  }
}

Mit anderen Worten: Wenn die Eingabedatei einen einfachen Musik-Ausdruck enthält, wird LilyPond die Datei so interpretieren, als ob dieser Ausdruck in den oben gezeigten Befehlen eingegeben wurde. Diese nötige Stuktur wird automatisch im Speicher beim Aufruf von LilyPond erzeugt, ohne dass der Benutzer davon etwas bemerkt.

Ein Wort der Warnung ist jedoch angebracht! Viele der Beispiele in der Dokumentation von LilyPond lassen die \new Staff und \new Voice Befehle zur Erzeugung einer Notenzeile und einer Stimme (beides ist in LilyPond ein sogenannter Kontext) bewusst aus, damit sie implizit von LilyPond im Speicher erzeugt werden. Für einfache Dokumente funktioniert das im Allgemeinen sehr gut, für komplexere Partituren können dadurch aber unerwartete Ergebnisse entstehen, teilweise sogar unerwartete leere Notenzeilen. Um die entsprechenden Kontexte in diesem Fall explizit zu erzeugen, siehe Kontexte und Engraver.

Achtung: Wenn mehr als ein paar Zeilen an Musik eingegeben werden, empfielt es sich, die Notenzeilen und die Stimmen immer explizit mit new Staff und new Voice zu erzeugen.

Im Moment wollen wir aber zu unserem ersten Beispiel zurückkehren und nur den \score-Befehl näher betrachten.

Eine Partitur (\score) muss immer mit einem musikalischen Ausdruck beginnen. Das ist letztendlich alle Musik, angefangen bei einer einzelnen Note bis hin zu einer riesigen Partitur mit vielen Notensystemen (bezeichnet durch GrandStaff):

{
  \new GrandStaff <<
    ...hier die gesamte Partitur...
  >>
}

Da sich alles innerhalb der geschweiften Klammern { ... } befindet, wird es wie ein einziger musikalischer Ausdruck behandelt.

Ein \score auch andere Dinge enthalten, wie etwa

\score {
  { c'4 a b c' }
  \layout { }
  \midi { }
  \header { }
}

Wie man sieht, sind die drei Befehle \header, \layout und \midi von spezieller Natur: Im Gegensatz zu vielen Anderen Befehlen, die auch mit einem \ beginnen, liefern sie keinen Musikausdruck und sind auch nicht Teil eines musikalischen Ausdrucks. Daher können sie sowohl innerhalb eines \score-Blocks als auch außerhalb plaziert werden. Tatsächlich werden einige dieser Befehle meist außerhalb des \score-Blocksgesetzt, zum Beispiel findet sich der \header sehr oft oberhalb der \score-Umgebung. Das funktioniert genauso gut.

Zwei bisher noch nicht aufgetauchte Befehle sind \layout { } und \midi {}. Wenn sie in einer Datei vorkommen, führt dies dazu, dass Lilypond eine druckfähige PDF-Datei bzw. eine MIDI-Datei erzeugt. Genauer beschrieben werden sie im Benutzerhandbuch – Partiturlayout und MIDI-Dateien erstellen.

Ihr LilyPond Code kann auch mehrere \score-Blöcke enthalten. Jeder davon wird als eigenständige Partitur interpretiert, die allerdings alle in dieselbe Ausgabedatei plaziert weden. Ein \book-Befehl ist nicht explizit notwendig – er wird implizit erzeugt. Wenn jedoch für jeden \score-Block in einer einzigen .ly-Datei eine eigene Ausgabe-Datei erzeugt werden soll, dann muss jeder dieser Blöcke in einen eigenen \book-Block gesetzt werden: Jeder \book-Block erzeugt dann eine eigene Ausgabedatei.

Zusammenfassung:

Jeder \book-Block erzeugt eine eigene Ausgabedatei (z.B. eine PDF-Datei). Wenn Sie keinen derartigen Block explizit angegeben haben, setzt LilyPond den gesamten Dateiinhalt innerhalb eines einzigen impliziten \book-Blocks.

Jeder \score-Block beschreibt ein eigenständiges Musikstück innerhalb des \book-Blocks.

Jeder \layout-Block wirkt sich auf den \score- oder \book-Block aus, in dem er auftritt. So wirkt z.B. ein \layout-Block innerhalb eines \score-Blocks nur auf diesen einen Block und seinen gesamten Inhalt, ein \layout-Block außerhalb eines \score-Blocks (und daher innerhalb des implizit erzeugten oder explizit angegebenen \book-Blocks) jedoch auf alle \score-Blocks innerhalb dieses \book-Blocks.

Nähere Details finden sich im Abschnitt Mehrere Partituren in einem Buch.

Eine gute Möglichkeit zur Vereinfachung sind selbst definierte Variablen. Alle Vorlagen verwenden diese Möglichkeit.

melodie = \relative c' {
  c4 a b c
}

\score {
  { \melodie }
}

Wenn LilyPond diese Datei analysiert, nimmt es den Inhalt von melodie (alles nach dem Gleichheitszeichen) und fügt ihn immer dann ein, wenn ein \melodie vorkommt. Die Namen sind frei wählbar, die Variable kann genauso gut melodie, GLOBAL, rechteHandklavier, oder foofoobarbaz heißen. Für mehr Information siehe Tipparbeit sparen durch Bezeichner und Funktionen. Als Variablenname kann fast jeder beliebige Name benutzt werden, allerdings dürfen nur Buchstaben vorkommen (also keine Zahlen, Unterstriche, Sonderzeichen, etc.) und er darf nicht wie ein LilyPond-Befehl lauten. Die genauen Einschränkungen sind beschrieben in Die Dateistruktur.

Siehe auch

Eine vollständige Definition des Eingabeformats findet sich in Die Dateistruktur.


3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck

Im vorigen Kapitel, Einführung in die Dateistruktur von LilyPond, wurde die allgemeine Struktur einer LilyPond-Quelldatei beschrieben. Aber anscheinend haben wir die wichtigste Frage ausgelassen, nämlich wie man herausfindet, was nach dem \score geschrieben werden soll.

In Wirklichkeit ist das aber gar kein Geheimnis. Diese Zeile ist die Antwort:

Eine Partitur fängt immer mit \score an, gefolgt von einem einzelnen musikalischen Ausdruck.

Vielleicht wollen Sie noch einmal Musikalische Ausdrücke erklärt überfliegen. In diesem Kapitel wurde gezeigt, wie sich große musikalische Ausdrücke aus kleinen Teilen zusammensetzen. Noten können zu Akkorden verbunden werden usw. Jetzt gehen wir aber in die andere Richtung und betrachten, wie sich ein großer musikalischer Ausdruck zerlegen lässt.

\score {
  {   % diese Klammer startet den großen mus. Ausdruck
    \new StaffGroup <<
      ...hier eine ganze Wagner-Oper einfügen...
    >>
  }   % diese Klammer beendet den Ausdruck
  \layout { }
}

Eine Wagner-Oper ist mindestens doppelt so lang wie dieses Handbuch, beschränken wir uns also auf einen Sänger und Klavier. Wir brauchen keine ganze Orchesterpartitur, infolgedessen können wir die Systemgruppe (StaffGroup) auslassen, aber wir brauchen einen Sänger und ein Klavier.

\score {
  {
    <<
      \new Staff = "Sänger" <<
      >>
      \new PianoStaff = "Klavier" <<
      >>
    >>
  }
  \layout { }
}

Zur Erinnerung: mit << und >> werden Noten gleichzeitig gesetzt; wir wollen ja auch Klavier- und Sängerstimme gleichzeitig und nicht hintereinander haben. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die << ... >>-Konstruktion für die Notenzeile des Sängers eigentlich nicht unbedingt nötig wäre, da sie ja nur einen (sequenzielle) musikalischen Ausdruck enthält, nämlich alle Noten des Sängers hintereinander. Daher könnte an sich auch einfach ein {...} benutzt werden. Die Spitzklammern sind allerdings notwendig, sobald die Notenzeile mehrere parallelle Ausdrücke – wie etwa zwei parallele Stimmen oder eine Stimme mit zugehörigem Text – enthält. Wir werden die Musik später in das Beispiel einfügen, im Moment begnügen wir uns mit einigen Platzhalter-Noten und -Texten.

\score {
  <<
    \new Staff = "Sänger" <<
      \new Voice = "Singstimme" { c'1 }
      \addlyrics { And }
    >>
    \new PianoStaff = "Klavier" <<
      \new Staff = "oben" { }
      \new Staff = "unten" { }
    >>
  >>
  \layout { }
}

[image of music]

Jetzt haben wir viel mehr Details. Wir haben ein System (engl. staff) für einen Sänger, in dem sich wieder eine Stimme (engl. voice) befindet. Voice bedeutet für LilyPond eine Stimme (sowohl gesungen als auch gespielt) und evtl. zusätzlich einen Text. Zusätzlich werden zwei Notensysteme für das Klavier mit dem Befehl \new PianoStaff gesetzt. PianoStaff bezeichnet die Piano-Umgebung (etwa durchgehende Taktstriche und die geschweifte Klammer am Anfang), in der dann wiederum zwei eigene Systeme ("oben" für die rechte Hand und "unten" für die linke) erstellt werden.

Jetzt könnte man in diese Umgebung Noten einfügen. Innerhalb der geschweiften Klammern neben \new Voice = "Singstimme" könnte man

\relative c'' {
  r4 d8\noBeam g, c4 r
}

schreiben. Aber wenn man seine Datei so direkt schreibt, wird der \score-Abschnitt sehr lang und es wird ziemlich schwer zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Darum bietet es sich an, Bezeichner (oder Variablen) zu verwenden.

melodie = \relative c'' { r4 d8\noBeam g, c4 r }
Text    = \lyricmode { And God said, }
oben    = \relative c'' { <g d g,>2~ <g d g,> }
unten   = \relative c { b2 e2 }

\score {
  <<
    \new Staff = "Sänger" <<
      \new Voice = "Singstimme" { \melodie }
      \addlyrics { \Text }
    >>
    \new PianoStaff = "Klavier" <<
      \new Staff = "oben" { \oben }
      \new Staff = "unten" {
        \clef "bass"
        \unten
      }
    >>
  >>
  \layout { }
}

[image of music]

Achten Sie auf den Unterschied zwischen Noten, die mit \relative oder direkt in einem musikalischen Ausruck eingegeben werden, und dem Text des Lieds, der innerhalb \lyricmode angegeben werden muss. Diese Unterscheidung ist für LilyPond essentiell, um zu entscheiden, ob der folgende Inhalt als Musik oder Text interpretiert werden soll. Wie könnte LilyPond sonst entscheiden, ob {a b c} die drei Noten a, b und c darstellen soll oder den Text eines Lieds über das Alphabet!

Beim Schreiben (oder Lesen) einer \score-Umgebung sollte man langsam und sorgfältig vorgehen. Am besten fängt man mit dem größten Gebilde an und definiert dann die darin enthaltenen kleineren der Reihe nach. Es hilft auch, sehr genau mit den Einzügen zu sein, so dass jede Zeile, die der gleichen Ebene angehört, wirklich horizontal an der gleichen Stelle beginnt.

Siehe auch

Benutzerhandbuch: Struktur einer Partitur.


3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln

Notenzeilen (die ‚Staff‘-Kontexte) müssen nicht unbedingt gleich zu Beginn erzeugt werden – sie können auch zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt weden. Das ist vor allem nützlichm um Ossias zu erzeugen. Hier folgt ein kures Beispiel, wie eine zusätzliche temporäre Notenzeile für nur drei Noten erzeugt werden kann:

\new Staff {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff {
        f8 f c
      }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Wie man sieht, ist die Größe des Notenschlüssels dieselbe, wie sie auch bei einer Schlüsseländerung auftritt – etwas kleiner als der Schlüssel am Beginn einer Notenzeile. Dies ist normal für Notenschlüssel, die innerhalb einer Notenzeile gesetzt werden.

Der Ossia-Abschnitt kann auch oberhalb der Hauptnotenzeile gesetzt werden:

\new Staff = "Hauptzeile" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"Hauptzeile" }
      { f8 f c }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Dieses Beispiel benutzt den \with-Befehl, der später noch genauer erklärt wird. Damit kann das Standardverhalten einer einzelnen Notenzeile geändert werden: Hier wird einfach angegeben, dass die neue Notenzeile oberhalb der bereits existierenden Zeile mit Namen „Hauptzeile“ plaziert werden soll, anstatt standardmäßig unterhalb.

Siehe auch

Ossia werden oft ohne Notenschlüssel und Taktangabe gedruck, meist auch etwas kleiner als die anderen Notenzeilen. Dies ist natürlich auch in LilyPond möglich, benötigt aber Befehle, die bisher noch nicht vorgestellt wurden. Siehe Größe von Objekten und Ossia-Systeme.


3.1.4 Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen

Sie haben bisher zahlreiche verschiedene Arten von Klammern beim Schreiben von Musik mit LilyPond kennengelernt. Diese folgen verschiedenen Regeln, die zu Beginn vielleicht verwirrend wirken. Bevor die genauen Regeln vorgestellt werden, wollen wir die diversen Klammerarten kurz rekapitulieren:

Klammerart

Funktion

{ .. }

Umschließt ein sequenzielles Musiksegment

< .. >

Umschließt die Noten eines Akkords

<< .. >>

Umschließt parallele Musikausdrücke

( .. )

Markiert den Beginn und das Ende eines Haltebogens

\( .. \)

Markiert den Beginn und das Ende eines Phasierungsbogens

[ .. ]

Markiert den Beginn und das Ende eines manuell erzeugten Balkens

Zusätzlich sollten vielleicht noch einige weiter Konstruktionen erwähnt werden, die Noten auf irgendeine Art und Weise verbinden: Haltebögen (durch eine Tilde ~ markiert), Triolen (als \times x/y {..} geschrieben) und Vorschlagnoten (als \grace{..} notiert).

Außerhalb von LilyPond fordert die übliche Benutzung von Klammern, dass die entsprechenden Arten korrekt verschachtelt werden, wie z.B. in << [ { ( .. ) } ] >>. Die schließenden Klammern kommen dabei in der umgekehrten Reihenfolge wie die öffnenden Klammern vor. Dies ist auch in LilyPond ein Muss für die drei Klammerarten, die in obiger Tabelle mit dem Wort ‚Umschließt‘ beschrieben werden – sie müssen korrekt geschachtelt werden. Die restlichen Klammerarten (durch ‚Markiert‘ beschrieben), die Haltebögen und die Triolen brauchen jedoch mit den anderen Klammerarten nicht unbedingt korrekt geschachtelt werden. Tatsächlich sind sie auch keine Klammern in dem Sinn, dass sie etwas umschließen, sondern viel mehr Indikatoren, an welcher Stelle ein bestimmtes musikalisches Objekt beginnt oder endet.

So kann also z.B. einen Phrasierungsbogen vor einem manuellen Balken beginn, jedoch schon vor dem Ende des Balkens enden. Dies mag zwar musikalisch wenig Sinn ergeben, ist aber in LilyPond auch möglich:

 { g8\( a b[ c b\) a] }

[image of music]

Im Allgemeinen können die verschiedenen Klammerarten, Haltebögen, Triolen und Vorschlagnoten beliebig kombiniert werden. Das folgende Beispiel zeigt einen Balken, der in eine Triole reicht (Zeile 1), eine Bindebogen, der ebenfalls in eine Triole reicht (Zeile 2), einen Balken und einen Bindeboden in eine Triole, ein Haltebogen, der über zwei Triolen läuft, sowie einen Phrasierungsbogen, der in einer Triole beginnt (Zeilen 3 und 4).

{
  r16[ g16 \times 2/3 {r16 e'8] }
  g16( a \times 2/3 {b d) e' }
  g8[( a \times 2/3 {b d') e'~]}
  \times 4/5 {e'32\( a b d' e'} a'4.\)
}

[image of music]


3.2 Voice enthält Noten

Sänger brauchen Stimmen zum Singen, und LilyPond braucht sie auch: in der Tat sind alle Noten für alle Instrumente in einer Partitur innerhalb von Stimmen gesetzt. Die Stimme ist das grundlegendste Prinzip von LilyPond.


3.2.1 Ich höre Stimmen

Die grundegendsten und innersten Ebenen ein einer LilyPond-Partitur werden „Voice context“ (Stimmenkontext) oder auch nur „Voice“ (Stimme) genannt. Stimmen werden in anderen Notationsprogrammen manchmal auch als „layer“ (Ebene) bezeichnet.

Tatsächlich ist die Stimmenebene die einzige, die wirklich Noten enthalten kann. Wenn kein Stimmenkontext explizit erstellt wird, wird er automatisch erstellt, wie am Anfang dieses Kapitels gezeigt. Manche Instrumente wie etwa die Oboe können nur eine Note gleichzeitig spielen. Noten für solche Instrumente sind monophon und brauchen nur eine einzige Stimme. Instrumente, die mehrere Noten gleichzeitig spielen können, wie das Klavier, brauchen dagegeben oft mehrere Stimmen, um die verschiedenen gleichzeitig erklingenden Noten mit oft unterschiedlichen Rhythmen darstellen zu können.

Eine einzelne Stimme kann natürlich auch vielen Noten in einem Akkord enhalten – wann also braucht man dann mehrere Stimmen? Schauen wir uns zuerst dieses Beispiel mit vier Akkorden an:

\key g \major
<d g>4 <d fis> <d a'> <d g>

[image of music]

Das kann ausgedrückt werden, indem man die einfachen spitzen Klammern < ... > benützt, um Akkorde anzuzeigen. Hierfür braucht man nur eine Stimme. Aber gesetzt der Fall das Fis sollte eigentlich eine Achtelnote sein, gefolgt von einer Achtelnote G (als Durchgangsnote hin zum A)? Hier haben wir also zwei Noten, die zur gleichen Zeit beginnen, aber unterschiedliche Dauern haben: die Viertelnote D und die Achtelnote Fis. Wie können sie notiert werden? Als Akkord kann man sie nicht schreiben, weil alle Noten in einem Akkord die gleiche Länge besitzen müssen. Sie können auch nicht als aufeinanderfolgende Noten geschrieben werden, denn sie beginnen ja zur selben Zeit. In diesem Fall also brauchen wir zwei Stimmen.

Wie aber wird das in der LilyPond-Syntax ausgedrückt?

Die einfachste Art, Fragmente mit mehr als einer Stimme auf einem System zu notieren, ist, die Stimmen nacheinander (jeweils mit den Klammern { ... }) zu schreiben und dann mit den spitzen Klammern (<<...>>) simultan zu kombinieren. Die beiden Fragmente müssen zusätzlich noch mit zwei Backslash-Zeichen (\\) voneinander getrennt werden, damit sie als zwei unterschiedliche Stimmen erkannt werden. Ohne diese Trenner würden sie als eine einzige Stimme notiert werden. Diese Technik ist besonders dann angebracht, wenn es sich bei den Noten um hauptsächlich homophone Musik handelt, in der hier und da polyphone Stellen vorkommen.

So sieht es aus, wenn die Akkorde in zwei Stimmen aufgeteilt werden und zur Durchgangsnote noch ein Bogen hinzugefügt wird:

\key g \major
%    Voice "1"                  Voice "2"
<< { g4 fis8( g) a4 g }    \\ { d4 d d d }  >> |

[image of music]

Beachte, dass die Hälse der zweiten Stimme nun nach unten zeigen.

Hier ein anderes Beispiel:

\key d \minor
%    Voice "1"             Voice "2"
<< { r4 g g4. a8 }    \\ { d,2 d4 g }       >> |
<< { bes4 bes c bes } \\ { g4 g g8( a) g4 } >> |
<< { a2. r4 }         \\ { fis2. s4 }       >> |

[image of music]

Es ist nicht notwendig, für jeden Takt eine eigene << \\ >>-Konstruktion zu benutzen. Bei Musik mit nur wenigen Noten pro Takt kann es die Quelldatei besser lesbar machen, aber wenn in einem Takt viele Noten vorkommen, kann man die gesamten Stimmen separat schreiben, wie hier:

\key d \minor
<< {
  % Voice "1"
  r4 g g4. a8 |
  bes4 bes c bes |
  a2. r4 |
} \\ {
  % Voice "2"
  d,2 d4 g |
  g4 g g8( a) g4 |
  fis2. s4 |
} >>

[image of music]

Dieses Beispiel hat nur zwei Stimmen, aber die gleiche Konstruktion kann angewendet werden, wenn man drei oder mehr Stimmen hat, indem man weitere Backslash-Trenner hinzufügt.

Die Stimmenkontexte tragen die Namen "1", "2" usw. In jedem dieser Kontexte wird die vertikale Ausrichtung von Hälsen, Bögen, Dynamik-Zeichen usw. entsprechend ausgerichtet.

\new Staff \relative c' {
  % Hauptstimme
  c16 d e f
  %    Voice "1"     Voice "2"                 Voice "3"
  << { g4 f e } \\ { r8 e4 d c8 ~ } >> |
  << { d2 e2 }  \\ { c8 b16 a b8 g ~ g2 } \\ { s4 b4 c2 } >> |
}

[image of music]

Diese Stimmen sind alle getrennt von der Hauptstimme, die die Noten außerhalb der << .. >>-Konstruktion beinhaltet. Lassen wir es uns die simultane Konstruktion nennen. Bindebögen und Legatobögen können nur Noten in der selben Stimmen miteinander verbinden und können also somit nicht aus der simultanen Konstruktion hinausreichen. Umgekehrt gilt, dass parallele Stimmen aus eigenen simultanen Konstruktionen auf dem gleichen Notensystem die gleiche Stimme sind. Auch andere, mit dem Stimmenkontext verknüpfte Eigenschaften erstrecken sich auf alle simultanen Konstrukte. Hier das gleiche Beispiel, aber mit unterschiedlichen Farben für die Notenköpfe der unterschiedlichen Stimmen. Beachten Sie, dass Änderungen in einer Stimme sich nicht auf die anderen Stimmen erstrecken, aber sie sind weiterhin in der selben Stimme vorhanden, auch noch später im Stück. Beachten Sie auch, dass übergebundene Noten über die gleiche Stimme in zwei Konstrukten verteilt werden können, wie hier an der blauen Dreieckstimme gezeigt.

\new Staff \relative c' {
  % Hauptstimme
  c16 d e f
  << % Takt 1
    {
      \voiceOneStyle
      g4 f e
    }
  \\
    {
      \voiceTwoStyle
      r8 e4 d c8 ~
    }
  >>
  << % Takt 2
     % Stimme 1 geht weiter
    { d2 e2 }
  \\
     % Stimme 2 geht weiter
    { c8 b16 a b8 g ~ g2 }
  \\
    {
      \voiceThreeStyle
      s4 b4 c2
    }
  >>
}

[image of music]

Die Befehle \voiceXXXStyle sind vor allem dazu da, um in pädagogischen Dokumenten wie diesem hier angewandt zu werden. Sie verändern die Farbe des Notenkopfes, des Halses und des Balkens, und zusätzlich die Form des Notenkopfes, damit die einzelnen Stimmen einfach auseinander gehalten werden können. Die erste Stimme ist als rote Raute definiert, die zweite Stimme als blaue Dreiecke, die dritte Stimme als grüne Kreise mit Kreuz und die vierte Stimme (die hier nicht benutzt wird) hat dunkelrote Kreuze. \voiceNeutralStyle (hier auch nicht benutzt) macht diese Änderungen rückgängig. Später soll gezeigt werden, wie Befehle wie diese vom Benutzer selber erstellt werden können. Siehe auch Sichtbarkeit und Farbe von Objekten und Variablen für Optimierungen einsetzen.

Polyphonie ändert nicht die Verhältnisse der Noten innerhalb eines \relative { }-Blocks. Jede Note wird weiterhin relativ zu der vorherigen Note errechnet, oder relativ zur ersten Note des vorigen Akkords. So ist etwa hier

\relative c' { NoteA << < NoteB NoteC > \\ NoteD >> NoteE }

NoteB bezüglich NoteA
NoteC bezüglich NoteB, nicht noteA;
NoteD bezüglich NoteB, nicht NoteA oder NoteC;
NoteE bezüglich NoteD, nicht NoteA errechnet.

Eine andere Möglichkeit ist, den \relative-Befehl vor jede Stimme zu stellen. Das bietet sich an, wenn die Stimmen weit voneinander entfernt sind.

\relative c' { NoteA ... }
<<
  \relative c'' { < NoteB NoteC > ... }
\\
  \relative g' { NoteD ... }
>>
\relative c' { NoteE ... }

Zum Schluss wollen wir die Stimmen in einem etwas komplizierteren Stück analysieren. Hier die Noten der ersten zwei Takte von Chopins Deux Nocturnes, Op. 32. Dieses Beispiel soll später in diesem und dem nächsten Kapitel benutzt werden, um verschiedene Techniken, Notation zu erstellen, zu demonstrieren. Ignorieren Sie deshalb an diesem Punkt alles in folgendem Code, das Ihnen seltsam vorkommt, und konzentrieren Sie sich auf die Noten und die Stimmen. Die komplizierten Dinge werden in späteren Abschnitten erklärt werden.

[image of music]

Die Richtung der Hälse wird oft benutzt, um anzuzeigen, dass zwei gleichzeitige Melodien sich fortsetzen. Hier zeigen die Hälse aller oberen Noten nach oben und die Hälse aller unteren Noten nach unten. Das ist der erste Anhaltspunkt, dass mehr als eine Stimme benötigt wird.

Aber die wirkliche Notwendigkeit für mehrere Stimmen tritt erst dann auf, wenn unterschiedliche Noten gleichzeitig erklingen, aber unterschiedliche Dauern besitzen. Schauen Sie sich die Noten auf dem dritten Schlag im ersten Takt an. Das As ist eine punktierte Viertel, das F ist eine Viertel und das Des eine Halbe. Sie können nicht als Akkord geschrieben werden, denn alle Noten in einem Akkord besitzen die gleiche Dauer. Sie können aber auch nicht nacheinander geschrieben werden, denn sie beginnen auf der gleichen Taktzeit. Dieser Taktabschnitt benötigt drei Stimmen, und normalerweise schreibt man drei Stimmen für den ganzen Takt, wie im Beispiel unten zu sehen ist; hier sind unterschiedliche Köpfe und Farben für die verschiedenen Stimmen eingesetzt. Nocheinmal: der Quellcode für dieses Beispiel wird später erklärt werden, deshalb ignorieren Sie alles, was Sie hier nicht verstehen können.

[image of music]

Versuchen wir also, diese Musik selber zu notieren. Wie wir sehen werden, beinhaltet das einige Schwierigkeiten. Fangen wir an, wie wir es gelernt haben, indem wir mit der << \\ >>-Konstruktion die drei Stimmen des ersten Taktes notieren:

\new Staff \relative c'' {
  \key aes \major
  <<
    { c2 aes4. bes8 } \\ { aes2 f4 fes } \\ { <ees c>2 des2 }
  >>
  <c ees aes c>1
}

[image of music]

Die Richtung des Notenhalses wird automatisch zugewiesen; die ungeraden Stimmen tragen Hälse nach oben, die gerade Hälse nach unten. Die Hälse für die Stimmen 1 und 2 stimmen, aber die Hälse in der dritten Stimme sollen in diesem Beispiel eigentlich nach unten zeigen. Wir können das korrigieren, indem wir die dritte Stimme einfach auslassen und die Noten in die vierte Stimme verschieben:

\new Staff \relative c'' {
  \key aes \major
  << % erste Stimme
    { c2 aes4. bes8 }
  \\ % zweite Stimme
    { aes2 f4 fes   }
  \\ % Stimme drei auslassen
  \\ % vierte Stimme
    { <ees c>2 des2 }
  >> |
  <c ees aes c>1 |
}

[image of music]

Wie zu sehen ist, ändert das die Richtung der Hälse, aber zeigt ein anderes Problem auf, auf das man manchmal bei mehreren Stimmen stößt: Die Hälse einer Stimme können mit den Hälsen anderer Stimmen kollidieren. LilyPond erlaubt Noten in verschiedenen Stimmen sich auf der gleichen vertikalen Position zu befinden, wenn die Hälse in entgegengesetzte Richtungen zeigen, und positioniert die dritte und vierte Stimme dann so, dass Zusammenstöße möglichst vermieden werden. Das funktioniert gewöhnlich recht gut, aber in diesem Beispiel sind die Noten der untersten Stimme eindeutig standardmäßig schlecht positioniert. LilyPond bietet verschiedene Möglichkeiten, die horizontale Position von Noten anzupassen. Wir sind aber noch nicht so weit, dass wir diese Funktionen anwenden könnten. Darum heben wir uns das Problem für einen späteren Abschnitt auf; siehe force-hshift-Eigenschaft in Überlappende Notation in Ordnung bringen.

Siehe auch

Notationsreferenz: Mehrere Stimmen.


3.2.2 Stimmen explizit beginnen

Voice-Kontexte können auch manuell innerhalb eines << >>-Abschnittes initiiert werden. Mit den Befehlen \voiceOne bis hin zu \voiceFour kann jeder Stimme entsprechendes Verhalten von vertikaler Verschiebung und Richtung von Hälsen und anderen Objekten hinzugefügt werden. In längeren Partituren können die Stimmen damit besser auseinander gehalten werden.

Die << \\ >>-Konstruktion, die wir im vorigen Abschnitt verwendet haben:

\new Staff {
  \relative c' {
    << { e4 f g a } \\ { c,4 d e f } >>
  }
}

ist identisch mit

\new Staff <<
  \new Voice = "1" { \voiceOne \relative c' { e4 f g a } }
  \new Voice = "2" { \voiceTwo \relative c' { c4 d e f } }
>>

Beide würden folgendes Notenbild erzeugen:

[image of music]

Der \voiceXXX-Befehl setzt die Richtung von Hälsen, Bögen, Artikulationszeichen, Text, Punktierungen und Fingersätzen. \voiceOne und \voiceThree lassen diese Objekte nach oben zeigen, \voiceTwo und \voiceFour dagegen lassen sie abwärts zeigen. Diese Befehle erzeugen eine horizontale Verschiebung, wenn es erforderlich ist, um Zusammenstöße zu vermeiden. Der Befehl \oneVoice stellt wieder auf das normale Verhalten um.

Schauen wir uns in einigen einfachen Beispielen an, was genau die Befehle \oneVoice, \voiceOne und voiceTwo mit Text, Bögen und Dynamikbezeichnung anstellen:

\relative c'{
  % Standard oder Verhalten nach \oneVoice
  c d8 ~ d e4 ( f g a ) b-> c
}

[image of music]

\relative c'{
  \voiceOne
  c d8 ~ d e4 ( f g a ) b-> c
  \oneVoice
  c, d8 ~ d e4 ( f g a ) b-> c
}

[image of music]

\relative c'{
  \voiceTwo
  c d8 ~ d e4 ( f g a ) b-> c
  \oneVoice
  c, d8 ~ d e4 ( f g a ) b-> c
}

[image of music]

Schauen wir und nun drei unterschiedliche Arten an, den gleichen Abschnitt polyphoner Musik zu notieren, jede Art mit ihren Vorteilen in unterschiedlichen Situationen. Wir benutzen dabei das Beispiel vom vorherigen Abschnitt.

Ein Ausdruck, der direkt innerhalb einer << >>-Umgebung auftritt, gehört der Hauptstimme an. Das ist nützlich, wenn zusätzliche Stimme auftreten, während die Hauptstimme sich fortsetzt. Hier also eine bessere Version des Beispiels aus dem vorigen Abschnitt. Die farbigen Kreuz-Notenköpfe zeigen, dass die Hauptstimme sich jetzt in einem einzigen Stimmen (voice)-Kontext befindet. Somit kann ein Phrasierungsbogen ober sie gesetzt werden.

\new Staff \relative c' {
  \voiceOneStyle
  % Folgende Noten sind monophon
  c16^( d e f
  % Beginn von drei Stimmen gleichzeitig
  <<
    % Die Hauptstimme weiterlaufen lassen
    { g4 f e | d2 e2) }
    % Zweite Stimme einsetzen
    \new Voice {
      % Hälse usw. nach unten ausrichten
      \voiceTwo
      r8 e4 d c8 ~ | c8 b16 a b8 g ~ g2
    }
    % Die dritte Stimme beginnen
    \new Voice {
      % Hälse usw. nach oben ausrichten
      \voiceThree
      s2. | s4 b4 c2
    }
  >>
}

[image of music]

Tiefer verschachtelte polyphone Konstrukte sind möglich, und wenn eine Stimme nur kurz auftaucht, kann das der bessere Weg sein, Noten zu setzen:

\new Staff \relative c' {
  c16^( d e f
  <<
    { g4 f e | d2 e2) }
    \new Voice {
      \voiceTwo
      r8 e4 d c8 ~ |
      <<
        {c8 b16 a b8 g ~ g2}
        \new Voice {
          \voiceThree
          s4 b4 c2
        }
      >>
    }
  >>
}

[image of music]

Diese Methode, neue Stimmen kurzzeitig zu verschachteln, bietet sich an, wenn nur sehr kleine Abschnitte polyphonisch gesetzt sind. Wenn aber die ganze Partitur polyphon ist, ist es meistens klarer, direkt unterschiedliche Stimmen über die gesamte Partitur hinweg einzusetzen. Hierbei kann man mit unsichtbaren Noten dann die Stellen überspringen, an denen die Stimme nicht auftaucht, wie etwa hier:

\new Staff \relative c' <<
  % Erste Stimme einrichten
  \new Voice {
    \voiceOne
    c16^( d e f g4 f e | d2 e2) |
  }
  % Zweite Stimme einsetzen
  \new Voice {
    % Hälse usw. nach unten ausrichten
    \voiceTwo
    s4 r8 e4 d c8 ~ | c8 b16 a b8 g ~ g2 |
  }
  % Die dritte Stimme beginnen
  \new Voice {
    % Hälse usw. nach oben ausrichten
    \voiceThree
    s1 | s4 b4 c2 |
  }
>>

[image of music]

Notenkolumnen

Dicht notierte Noten in einem Akkord, oder Noten auf der gleichen Taktzeit aber in unterschiedlichen Stimmen, werden in zwei, manchmal auch mehreren Kolumnen getzt, um die Noten am Überschneiden zu hindern. Wir bezeichnen sie als Notenkolumnen. Jede Stimme hat eine eigene Kolumne, und ein stimmenabhängiger Verschiebunsbefehl (engl. shift) wird eingesetzt, wenn eine Kollision auftreten könnte. Das zeigt das Beispiel oben. Im zweiten Takt wird das C der zweiten Stimme nach rechts verschoben, relativ gesehen zum D der ersten Stimme, und im letzten Akkord wird das C der dritten Stimme auch nach rechts verschoben im Verhältnis zu den anderen Stimmen.

Die Befehle \shiftOn, \shiftOnn, \shiftOnnn und \shiftOff bestimmen den Grad, zu dem Noten und Akkorde verschoben werden sollen, wenn sich sonst eine Kollision nicht vermeiden ließe. Die Standardeinstellung ist, dass die äußeren Stimmen (also normalerweise Stimme 1 und 2) \shiftOff eingestellt haben, während für die inneren Stimmen (3 und 4) \shiftOn eingeschaltet ist. Wenn eine Verschiebung auftritt, werden Stimmen 1 und 3 nach rechts und Stimmen 2 und 4 nach links verschoben.

\shiftOnn und \shiftOnnn definieren weitere Verschiebungsebenen, die man kurzzeitig anwählen kann, um Zusammenstöße in komplexen Situationen aufzulösen, siehe auch Beispiele aus dem Leben.

Eine Notenkolumne kann nur eine Note (oder einen Akkord) von einer Stimme mit Hälsen nach oben und eine Note (oder einen Akkord) von einer Stimme mit Hälsen nach unten tragen. Wenn Noten von zwei Stimmen mit den Hälsen in die gleiche Richtung an der selben Stelle auftreten und in beiden Stimmen ist keine Verschiebung oder die gleiche Verschiebungsebene definiert, wird die Fehlermeldung „zu viele kollidierende Notenspalten werden ignoriert“ ausgegeben.

Siehe auch

Notationsreferenz: Mehrere Stimmen.


3.2.3 Stimmen und Text

Die Notation von Vokalmusik ihre eigene Schwierigkeit, nämlich die Kombination von zwei Ausdrücken: den Noten und dem Text. Achtung: Der Gesangstext wird auf Englisch „lyrics“ genannt.

Wir haben schon den \addlyrics{}-Befehl betrachtet, mit dem einfache Partituren gut erstellt werden können. Diese Methode ist jedoch recht eingeschränkt. Wenn der Notensatz komplexer wird, muss der Gesangstext mit einem neuen Lyrics-Kontext begonnen werden (mit dem Befehl \new Lyrics) und durch den Befehl \lyricsto{} mit einer bestimmten Stimme verknüpft werden, indem die Bezeichnung der Stimme benutzt wird.

<<
  \new Voice = "eins" \relative c'' {
    \autoBeamOff
    \time 2/4
    c4 b8. a16 g4. f8 e4 d c2
  }
  \new Lyrics \lyricsto "eins" {
    No more let sins and sor -- rows grow.
  }
>>

[image of music]

Beachten Sie, dass der Notentext nur mit einem Voice-Kontext verknüpft werden kann, nicht mit einem Staff-Kontext. In diesem Fall also müssen Sie ein System (Staff) und eine Stimme (Voice) explizit erstellen, damit alles funktioniert.

Die automatischen Balken, die LilyPond in der Standardeinstellung setzt, eignen sich sehr gut für instrumentale Musik, aber nicht so gut für Musik mit Text, wo man entweder gar keine Balken benutzt oder sie einsetzt, um Melismen zu verdeutlichen. Im Beispiel oben wird deshalb der Befehl \autoBeamOff eingesetzt um die automatischen Balken (engl. beam) auszuschalten.

Wir wollen das frühere Beispiel von Judas Maccabæus benutzen, um diese flexiblere Technik für Gesangstexte zu illustrieren. Das Beispiel wurde so umgeformt, dass jetzt Variablen eingesetzt werden, um den Text und die Noten von der Partiturstruktur zu trennen. Es wurde zusätzlich eine Chorpartiturklammer hinzugefügt. Der Gesangtext muss mit \lyricmode eingegeben werden, damit er als Text und nicht als Noten interpretiert werden kann.

global = { \time 6/8 \partial 8 \key f \major}
SoprEinsNoten = \relative c'' {
  c8 | c([ bes)] a a([ g)] f | f'4. b, | c4.~ c4 }
SoprZweiNoten = \relative c' {
  r8 | r4. r4 c8 | a'([ g)] f f([ e)] d | e([ d)] c bes' }
SopEinsText = \lyricmode {
  Let | flee -- cy flocks the | hills a -- dorn, __ }
SoprZweiText = \lyricmode {
  Let | flee -- cy flocks the | hills a -- dorn, }

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff <<
      \new Voice = "SoprEins" {
        \global
        \SoprEinsNoten
      }
      \new Lyrics \lyricsto "SoprEins" {
        \SopEinsText
      }
    >>
    \new Staff <<
      \new Voice = "SoprZwei" {
        \global
        \SoprZweiNoten
      }
      \new Lyrics \lyricsto "SoprZwei" {
        \SoprZweiText
      }
    >>
  >>
}

[image of music]

Dies ist die Grundstruktur für alle Chorpartituren. Mehr Systeme können hinzugefügt werden, wenn sie gebraucht werden, mehr Stimmen können zu jedem System hinzugefügt werden, mehr Strophen können zum Text hinzugefügt werden, und schließlich können die Variablen schnell in eine eigene Datei verschoben werden, wenn sie zu lang werden sollten.

Hier ein Beispiel der ersten Zeile eines Chorals mit vier Strophen für gemischten Chor. In diesem Fall ist der Text für alle vier Stimmen identisch. Beachten Sie, wie die Variablen eingesetzt werden, um Inhalt (Noten und Text) und Form (die Partitur) voneinander zu trennen. Eine Variable wurde eingesetzt, um die Elemente, die auf beiden Systemen auftauchen, aufzunehmen, nämlich Taktart und Tonart. Solch eine Variable wird oft auch mit „global“ bezeichnet.

Zeitangabe = { \time 4/4 \partial 4 \key c \major}
SoprNoten   = \relative c' { c4 | e4. e8 g4  g  | a a g }
AltNoten  = \relative c' { c4 | c4. c8 e4  e  | f f e }
TenorNoten = \relative c  { e4 | g4. g8 c4. b8 | a8 b c d e4 }
BassNoten  = \relative c  { c4 | c4. c8 c4  c  | f8 g a b c4 }
StropheEins   = \lyricmode {
  E -- | ter -- nal fa -- ther, | strong to save, }
StropheZwei   = \lyricmode {
  O | Christ, whose voice the | wa -- ters heard, }
StropheDrei = \lyricmode {
  O | Ho -- ly Spi -- rit, | who didst brood }
StropheVier  = \lyricmode {
  O | Tri -- ni -- ty of | love and pow'r }

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff <<
      \clef "treble"
      \new Voice = "Sopr"  { \voiceOne \Zeitangabe \SoprNoten }
      \new Voice = "Alt" { \voiceTwo \AltNoten }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopr" { \StropheEins   }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopr" { \StropheZwei   }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopr" { \StropheDrei }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopr" { \StropheVier  }
    >>
    \new Staff <<
      \clef "bass"
      \new Voice = "Tenor" { \voiceOne \Zeitangabe \TenorNoten }
      \new Voice = "Bass"  { \voiceTwo \BassNoten  }
    >>
  >>
}

[image of music]

Dieser Abschnitt schließt mit einem Beispiel, das eine Solo-Strophe mit anschließendem zweistimmigem Refrain auf zwei Systemen zeigt. Die Positionierung des einstimmigen Abschnitss und der mehrstimmigen Stelle ist etwas kompliziert; es braucht etwas Aufmerksamkeit, um der Erklärung folgen zu können.

Beginnen wir mit einer score-Umgebung, in der eine Chorpartitur (ChoirStaff) gesetzt wird. Die Partitur soll schließlich mit der eckigen Klammer beginnen. Normalerweise bräuchten wir spitze Klammern im Quelltext nach dem \new ChoirStaff, damit die Systeme paralell gesetzt werden, aber hier wollen wir diese Parallelsierung ja erst nach dem Solo. Also benutzen wir geschweifte Klammern. Innerhalb der Chorpartitur erstellen wir zuerst das System, das die Strophe enthält. Es braucht Noten und Text parallel, also setzen wir hier die spitzen Klammern um \new Voice und \new Lyrics.

StrophenNoten = \relative c'' {
  \clef "treble"
  \key g \major
  \time 3/4 g g g b b b
}
StrophenText = \lyricmode {
  One two three four five six
}
\score {
  \new ChoirStaff {
    \new Staff <<
      \new Voice = "Strophe" {
        \StrophenNoten \break
      }
      \new Lyrics \lyricsto Strophe {
        \StrophenText
      }
    >>
  }
}

[image of music]

Damit erhalten wir die Strophe.

Jetzt soll refrainA auf dem selben System gesetzt werden, während gleichzeitig in einem neuen System darunter refrainB gesetzt wird. Damit die Oberstimme das gleiche System benutzt, muss alles direkt auf den Zeilenumbruchbefehl (\break folgen, innerhalb der verse-Stimme. Ja, tatsächlich, innerhalb der verse-Stimme. Hier haben wir diese parallele Stelle isoliert. Weitere Systeme könnten auf die gleiche Weise hinzugefügt werden.

<<
  \refrainnotesA
  \new Lyrics \lyricsto verse {
    \refrainwordsA
  }
  \new Staff <<
    \new Voice = "refrainB" {
      \refrainnotesB
    }
    \new Lyrics \lyricsto "refrainB" {
      \refrainwordsB
    }
  >>
>>

Nun schließlich das Resultat mit zwei Systemen für den Refrain, man kann gut sehen, wie sich die parallele Stelle innherhalb der verse-Stimme befindet.

StrophenNoten = \relative c'' {
  \clef "treble"
  \key g \major
  \time 3/4 g g g b b b
}
RefrainNotenA = \relative c'' {
  \time 2/4
  c c g g \bar "|."
}
RefrainNotenB = \relative c {
  \clef "bass"
  \key g \major
  c e d d
}
StrophenText = \lyricmode {
  One two three four five six
}
RefrainTextA = \lyricmode {
  la la la la
}
RefrainTextB = \lyricmode {
  dum dum dum dum
}
\score {
  \new ChoirStaff {
    \new Staff <<
      \new Voice = "Strophe" {
        \StrophenNoten \break
        <<
          \RefrainNotenA
          \new Lyrics \lyricsto "Strophe" {
            \RefrainTextA
          }
          \new Staff <<
            \new Voice = "RefrainB" {
              \RefrainNotenB
            }
            \new Lyrics \lyricsto "RefrainB" {
              \RefrainTextB
            }
          >>
        >>
      }
      \new Lyrics \lyricsto "Strophe" {
        \StrophenText
      }
    >>
  }
}

[image of music]

Dies ist zwar eine interessante und nützliche Übung um zu verstehen, wie sequentielle und parallele Notationsumgebungen funktionieren, in der Praxis würde man diesen Code aber vielleicht eher in zwei \score-Umgebungen trennnen und diese dann innerhalb einer \book-Umgebung einsetzen, wie im folgenden Beispiel demonstriert:

StrophenNoten = \relative c'' {
  \clef "treble"
  \key g \major
  \time 3/4 g g g b b b
}
RefrainNotenA = \relative c'' {
  \time 2/4
  c c g g \bar "|."
}
RefrainNotenB = \relative c {
  \clef "bass"
  \key g \major
  c e d d
}
StrophenText = \lyricmode {
  One two three four five six
}
RefrainTextA = \lyricmode {
  la la la la
}
RefrainTextB = \lyricmode {
  dum dum dum dum
}
\score {
  \new Staff <<
    \new Voice = "Strophe" {
      \StrophenNoten
    }
    \new Lyrics \lyricsto "Strophe" {
      \StrophenText
    }
  >>
}

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff <<
      \new Voice = "RefrainA" {
        \RefrainNotenA
      }
      \new Lyrics \lyricsto "RefrainA" {
        \RefrainTextA
      }
    >>
    \new Staff <<
      \new Voice = "RefrainB" {
        \RefrainNotenB
      }
      \new Lyrics \lyricsto "RefrainB" {
        \RefrainTextB
      }
    >>
  >>
}

[image of music]

Siehe auch

Notation Reference: Notation von Gesang.


3.3 Kontexte und Engraver

Kontexte und Engraver („Stempel“) sind in den vorherigen Abschnitten schon aufgetaucht; hier wollen wir uns ihnen nun etwas ausführlicher widmen, denn sie sind sehr wichtig, um Feineinstellungen in der LilyPond-Notenausgabe vornehmen zu können.


3.3.1 Was sind Umgebungen?

Wenn Noten gesetzt werden, müssen viele Elemente zu der Notenausgabe hinzugefügt werden, die im Quellcode gar nicht explizit vorkommen. Vergleichen Sie etwa den Quellcode und die Notenausgabe des folgenden Beispiels:

cis4 cis2. g4

[image of music]

Der Quellcode ist sehr kurz und knapp, während in der Notenausgabe Taktlinien, Vorzeichen, ein Schlüssel und eine Taktart hinzugefügt wurden. Während LilyPond den Eingabetext interpretiert, wird die musikalische Information in zeitlicher Reihenfolge inspiziert, etwa wie man eine Partitur von links nach rechts liest. Während das Programm den Code liest, merkt es sich, wo sich Taktgrenzen befinden und für welche Tonhöhen Versetzungszeichen gesetzt werden müssen. Diese Information muss auf mehreren Ebenen gehandhabt werden, denn Versetzungszeichen etwa beziehen sich nur auf ein System, Taktlinien dagegen üblicherweise auf die gesamte Partitur.

Innerhalb von LilyPond sind diese Regeln und Informationshappen in Kontexten (engl. contexts) gruppiert. Wir sind schon auf den Voice (Stimmen)-Kontext gestoßen. Daneben gibt es noch die Staff (Notensystem-) und Score (Partitur)-Kontexte. Kontexte sind hierarchisch geschichtet um die hierarchische Struktur einer Partitur zu spiegeln. Ein Staff-Kontext kann zum Beispiel viele Voice-Kontexte beinhalten, und ein Score-Kontext kann viele Staff-Kontexte beinhalten.

context-example

Jeder Kontext hat die Aufgabe, bestimmte Notationsregeln zu erzwingen, bestimmte Notationsobjekte zu erstellen und verbundene Elemente zu ordnen. Der Voice-Kontext zum Beispiel kann eine Vorzeichenregel einführen und der Staff-Kontext hält diese Regel dann aufrecht, um einzuordenen, ob ein Versetzungszeichen gesetzt werden muss oder nicht.

Ein anderes Beispiel: die Synchronisation der Taktlinien ist standardmäßig im Score-Kontext verankert. Manchmal sollen die Systeme einer Partitur aber unterschiedliche Taktarten enthalten, etwa in einer polymetrischen Partitur mit 4/4- und 3/4-Takt. In diesem Fall müssen also die Standardeinstellungen der Score- und Staff-Kontexte verändert werden.

In einfachen Partituren werden die Kontexte implizit erstellt, und es kann sein, dass Sie sich dessen gar nicht bewusst sind. Für etwas größere Projekte, etwa mit vielen Systemen, müssen die Kontexte aber explizit erstellt werden, um sicher zu gehen, dass man auch wirklich die erwünschte Zahl an Systemen in der richtigen Reihenfolge erhält. Wenn Stücke mit spezialisierter Notation gesetzt werden sollen, ist es üblich, die existierenden Kontexte zu verändern oder gar gänzlich neue zu definieren.

Zusätzlich zu den Score, Staff und Voice-Kontexten gibt es noch Kontexte, die zwischen der Partitur- und Systemebene liegen und Gruppen von Systemen kontrollieren. Das sind beispielsweise der PianoStaff und ChoirStaff-Kontext. Es gibt zusätzlich alternative Kontexte für Systeme und Stimmen sowie eigene Kontexte für Gesangstexte, Perkussion, Griffsymbole, Generalbass usw.

Die Bezeichnungen all dieser Kontexte werden von einem oder mehreren englischen Wörtern gebildet, dabei wird jedes Wort mit einem Großbuchstaben begonnen und direkt an das folgende ohne Bindestrich oder Unterstrich angeschlossen, etwa GregorianTranscriptionStaff.

Siehe auch

Notationreferenz: Was sind Umgebungen?.


3.3.2 Umgebungen erstellen

Es gibt nur einen Kontext der obersten Ebene: der Score-Kontext. Er wird mit dem \score-Befehl, oder – in einfacheren Partituren – automatisch erstellt.

Wenn nur ein System vorhanden ist, kann man es ruhig LilyPond überlassen, die Voice- und Staff-Kontexte zu erstellen, aber für komplexere Partituren ist es notwendig, sie mit einem Befehl zu erstellen. Der einfachste Befehl hierzu ist \new. Er wird dem musikalischen Ausdruck vorangestellt, etwa so:

\new Typ musikalischer Ausdruck

wobei Typ eine Kontextbezeichnung (wie etwa Staff oder Voice) ist. Dieser Befehl erstellt einen neuen Kontext und beginnt, den muskalischen Ausdruck innherhalb dieses Kontexts auszuwerten.

Beachten Sie, dass es keinen \new Score-Befehl gibt: der Partitur-Kontext der obersten Ebene wird mit dem Befehl \score begonnen.

Wir haben schon viele explizite Beispiel gesehen, in denen neue Staff- und Voice-Kontexte erstellt wurden, aber um noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie diese Befehle benutzt werden, hier ein kommentiertes Beispiel aus dem richtigen Leben:

\score {  % Beginn des einen musikalischen Ausdrucks
  <<  % Beginn von gleichzeitigen Systemen
    \time 2/4
    \new Staff {  % RH-System erstellen
      \key g \minor
      \clef "treble"
      \new Voice {  % Stimme für RH Noten erstellen
        \relative c'' {  % Beginn von RH Noten
          d4 ees16 c8. |
          d4 ees16 c8. |
        }  % Ende RH-Noten
      }  % Ende der RH Stimme
    }  % Ende RH-System
    \new Staff <<  % LH System erstellen, braucht zwei gleichzeitige Stimmen
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \new Voice {  % LH Stimme eins erstellen
        \voiceOne
        \relative g {  % Beginn von LH Stimme eins Noten
          g8 <bes d> ees, <g c> |
          g8 <bes d> ees, <g c> |
        }  % Ende von LH Stimme eins Noten
      }  % Ende LH Stimme eins
      \new Voice {  % LH Stimme zwei erstellen
        \voiceTwo
        \relative g {  % Beginn von LH Stimme zwei Noten
          g4 ees |
          g4 ees |
        }  % Ende der LH Stimme zwei Noten
      }  % Ende der LH Stimme zwei
    >>  % Ende LH System
  >>  % Ende der gleichzeitigen Systeme
}  % Ende des einen zusammengesetzten Musikausdrucks

[image of music]

(Beachten Sie, dass wir hier alle Zeilen, die eine neue Umgebung entweder mit einer geschweiften Klammer ({) oder doppelten spitzen Klammern (<<) öffnen, mit jeweils zwei Leerzeichen, und die entsprechenden schließenden Klammern mit der gleichen Anzahl Leerzeichen eingerückt werden. Dies ist nicht erforderlich, es wird aber zu einem großen Teil die nicht passenden Klammerpaar-Fehler eliminieren und ist darum sehr empfohlen. Es macht es möglich, die Struktur einer Partitur auf einen Blick zu verstehen, und alle nicht passenden Klammern erschließen sich schnell. Beachten Sie auch, dass das untere Notensystem mit eckigen Klammern erstellt wird, denn innerhalb dieses Systems brauchen wir zwei Stimmen, um die Noten darzustellen. Das obere System braucht nur einen einzigen musikalischen Ausdruck und ist deshalb von geschweiften Klammern umschlossen.)

Der \new-Befehl kann einem Kontext auch einen Namen zur Identifikation geben, um ihn von anderen Kontexten des selben Typs zu unterscheiden:

\new Typ = Name musikalischer Ausdruck

Beachten Sie den Unterschied zwischen der Bezeichnung des Kontexttyps (Staff, Voice, usw.) und dem Namen, der aus beliebigen Buchstaben bestehen kann und vom Benutzer frei erfunden werden kann. Zahlen und Leerzeichen können auch benutzt werden, in dem Fall muss der Name aber von doppelten Anführungszeichen umgeben werden, also etwa \new Staff = "Mein System 1" musikalischer Ausdruck. Der Name wird benutzt, um später auf genau diesen spezifischen Kontext zu verweisen. Dieses Vorgehen wurde schon in dem Abschnitt zu Gesangstexten angewandt, siehe Stimmen und Text.

Siehe auch

Notationsreferenz: Umgebungen erstellen.


3.3.3 Was sind Engraver?

Jedes Zeichen des fertigen Notensatzes von LilyPond wird von einem Engraver (Stempel) produziert. Es gibt also einen Engraver, der die Systeme erstellt, einen, der die Notenköpfe ausgibt, einen für die Hälse, einen für die Balken usw. Insgesamt gibt es über 120 Engraver! Zum Glück braucht man für die meisten Partituren nur ein paar Engraver, und für einfache Partituren muss man eigentlich überhaupt nichts über sie wissen.

Engraver leben und wirken aus den Kontexten heraus. Engraver wie der Metronome_mark_engraver, dessen Aktion und Ausgabe sich auf die gesamte Partitur bezieht, wirken in der obersten Kontextebene – dem Score-Kontext.

Der Clef_engraver (Schlüssel-Stempel) und der Key_engraver (Vorzeichen-Stempel) finden sich in jedem Staff-Kontext, denn unterschiedliche Systeme könnten unterschiedliche Tonarten und Notenschlüssel brauchen.

Der Note_heads_engraver (Notenkopf-Stempel) und der Stem_engraver (Hals-Stempel) befinden sich in jedem Voice-Kontext, der untersten Kontextebene.

Jeder Engraver bearbeitet die bestimmten Objekte, die mit seiner Funktion assoziiert sind, und verwaltet die Eigenschaften dieser Funktion. Diese Eigenschaften, wie etwa die Eigenschaften, die mit Kontexten assoziiert sind, können verändert werden, um die Wirkungsweise des Engravers oder das Erscheinungsbild der von ihm produzierten Elemente in der Partitur zu ändern.

Alle Engraver haben zusammengesetzte Bezeichnung, die aus den (englischen) Wörtern ihrer Funktionsweise bestehen. Nur das erste Wort hat einen Großbuchstaben, und die restlichen Wörter werden mit einem Unterstrich angefügt. Ein Staff_symbol_engraver verantwortet also die Erstellung der Notenlinien, ein Clef_engraver entscheidet über die Art der Notenschlüssel und setzt die entsprechenden Symbole; damit wird gleichzeitig die Referenztonhöhe auf dem Notensystem festgelegt.

Hier die meistgebräuchlichen Engraver mit ihrer Funktion. Sie werden sehen, dass es mit etwas Englischkenntnissen einfach ist, die Funktion eines Engravers von seiner Bezeichnung abzuleiten.

Engraver

Funktion

Accidental_engraver

Erstellt Versetzungszeichen, vorgeschlagene und Warnversetzungszeichen.

Beam_engraver

Erstellt Balken.

Clef_engraver

Erstellt Notenschlüssel.

Completion_heads_engraver

Teilt Noten in kleiner Werte, wenn sie über die Taktlinie reichen.

New_dynamic_engraver

Erstellt Dynamik-Klammern und Dynamik-Texte.

Forbid_line_break_engraver

Verbietet Zeilenumbrüche, solange ein musikalisches Element aktiv ist.

Key_engraver

Erstellt die Vorzeichen.

Metronome_mark_engraver

Erstellt Metronom-Bezeichnungen.

Note_heads_engraver

Erstellt Notenköpfe.

Rest_engraver

Erstellt Pausen.

Staff_symbol_engraver

Ersetllt die (standardmäßig) fünf Notenlinien des Systems.

Stem_engraver

Erstellt die Notenhälse und Tremolos mit einem Hals.

Time_signature_engraver

Erstellt die Taktartbezeichnung.


Es soll später gezeigt werden, wie die LilyPond-Ausgabe verändert werden kann, indem die Wirkungsweise der Engraver beeinflusst wird.

Siehe auch

Referenz der Interna: Engravers and Performers.


3.3.4 Kontexteigenschaften verändern

Kontexte sind dafür verantwortlich, die Werte bestimmter Kontext-Eigenschaften zu speichern. Viele davon können verändert werden, um die Interpretation der Eingabe zu beeinflussen und die Ausgabe zu verändern. Kontexte werden mit dem \set-Befehl geändert. Er wird in Form

\set KontextBezeichnung.eigenschaftsBezeichnung = #Wert

verwendet, wobei KontextBezeichnung üblicherweise Score, Staff oder Voice ist. Der erste Teil kann auch ausgelassen werden; in diesem Fall wird Voice eingesetzt.

Die Bezeichnung von Kontexten-Eigenschaften besteht aus zwei Wörtern, die ohne Unterstrich oder Bindestrich verbunden sind. Alle außer dem ersten werden am Anfang groß geschrieben. Hier einige Beispiele der gebräuchlichsten Kontext-Eigenschaften. Es gibt sehr viel mehr.

eigenschaftsBezeichnung

Typ

Funktion

Beispiel-Wert

extraNatural

boolescher Wert

Wenn wahr, werden zusätzliche Auflösungszeichen vor Versetzungszeichen gesetzt.

#t, #f

currentBarNumber

Integer

Setzt die aktuelle Taktnummer.

50

doubleSlurs

boolescher Wert

Wenn wahr, werden Legatobögen über und unter die Noten gesetzt.

#t, #f

instrumentName

Text

Setzt die Instrumentenbezeichnung am Anfang eines Systems.

"Cello I"

fontSize

reale Zahl

Vergrößert oder verkleinert die Schriftgröße.

2.4

stanza

Text

Setzt den Text zu Beginn einer Strophe.

"2"

Ein boolischer Wert ist entweder wahr (#t) oder falsch (#f), ein Integer eine positive ganze Zahl, eine reale Zahl eine positive oder negative Dezimalzahl, und Text wird in doppelte Anführungszeichen (Shift+2) eingeschlossen. Beachten Sie das Vorkommen des Rautenzeichens (#) an unterschiedlichen Stellen: als Teil eines booleschen Wertes vor dem t oder f, aber auch vor einem Wert in der \set-Befehlskette. Wenn ein boolescher Wert eingegeben werden soll, braucht man also zwei Rautenzeichen, z. B. ##t.

Bevor eine Eigenschaft geändert werden kann, muss man wissen, in welchem Kontext sie sich befindet. Manchmal versteht das sich von selbst, aber in einigen Fällen kann es zunächst unverständlich erscheinen. Wenn der falsche Kontext angegeben wird, wird keine Fehlermeldung produziert, aber die Veränderung wird einfach nicht ausgeführt. instrumentName befindet sich offensichtlich innerhalb von einem Staff-Kontext, denn das Notensystem soll benannt werden. In dem folgenden Beispiel erhält das erste System korrekt die Instrumentenbezeichnung, das zweite aber nicht, weil der Kontext ausgelassen wurde.

<<
  \new Staff \relative c'' {
    \set Staff.instrumentName = #"Soprano"
    c4 c
 }
  \new Staff \relative c' {
  \set instrumentName = #"Alto"  % Falsch!
  d4 d
 }
>>

[image of music]

Denken Sie daran, dass der Standardkontext Voice ist; in dem zweiten \set-Befehl wird also die Eigenschaft instrumentName im Voice-Kontext auf „Alto“, gesetzt, aber weil LilyPond diese Eigenschaft nicht im Voice-Kontext vermutet, passiert einfach gar nichts. Das ist kein Fehler, und darum wird auch keine Fehlermeldung prodziert.

Ebenso gibt es keine Fehlermeldung, wenn die Kontext-Bezeichnung falsch geschrieben wird und die Änderung also nicht ausgeführt werden kann. Tatsächlich kann eine beliebige (ausgedachte) Kontextbezeichnung mit dem \set-Befehl eingesetzt werden, genauso wie die, die wirklich existieren. Aber wenn LilyPond diese Bezeichnung nicht zuordnen kann, bewirkt der Befehl einfach gar nichts. Manche Editoren, die Unterstützung für LilyPond-Befehle mitbringen, markieren existierende Kontextbezeichnungen mit einem Punkt, wenn man mit der Maus darüber fährt (wie etwa JEdit mit dem LilyPondTool), oder markieren unbekannte Bezeichnungen anders (wie ConTEXT). Wenn Sie keinen Editor mit LilyPond-Unterstützung einsetzen, wird empfohlen, die Bezeichnungen in der Interna-Referenz zu überprüfen: siehe Tunable context properties, oder Contexts.

Die Eigenschaft instrumentName wird erst aktiv, wenn sie ineinem Staff-Kontext gesetzt wird, aber manche Eigenschaften können in mehr als einem Kontext benutzt werden. Als Beispiel mag die extraNatural-Eigenschaft dienen, die zusätzliche Erniedrigungszeichen setzt. Die Standardeinstellung ist ##t (wahr) in allen Systemen. Wenn sie nur in einem Staff (Notensystem) auf ##f (falsch) gesetzt wird, wirkt sie sich auf alle Noten in diesem System aus. Wird sie dagegen in der Score-Umgebung gesetzt, wirkt sich das auf alle darin enthaltenen Systeme aus.

Das also bewirkt, dass die zusätzlichen Erniedrigungszeichen in einem System ausgeschaltet sind:

<<
  \new Staff \relative c'' {
    ais4 aes
 }
  \new Staff \relative c'' {
    \set Staff.extraNatural = ##f
    ais4 aes
 }
>>

[image of music]

während das dazu dient, sie in allen Systemen auszuschalten:

<<
  \new Staff \relative c'' {
    ais4 aes
 }
  \new Staff \relative c'' {
    \set Score.extraNatural = ##f
    ais4 aes
 }
>>

[image of music]

Ein anderes Beispiel ist die Eigenschaft clefOctavation: wenn sie im Score-Kontext gesetzt wird, ändert sich sofort der Wert der Oktavierung in allen aktuellen Systemen und wird auf einen neuen Wert gesetzt, der sich auf alle Systeme auswirkt.

Der gegenteilige Befehl, \unset, entfernt die Eigenschaft effektiv wieder von dem Kontext: in den meisten Fällen wird der Kontext auf ihre Standardeinstellungen zurückgesetzt. Normalerweise wird aber \unset nicht benötigt, denn ein neues \set erledigt alles, was man braucht.

Die \set- und \unset-Befehle könne überall im Eingabequelltext erscheinen und werden aktiv von dem Moment, an dem sie auftreten bis zum Ende der Partitur oder bis die Eigenschaft mit \set oder \unset neu gesetzt wird. Versuchen wir als Beispiel, die Schriftgröße mehrmals zu ändern, was sich unter anderem auf die Notenköpfe auswirkt. Die Änderung bezieht sich immer auf den Standard, nicht vom letzten gesetzten Wert.

c4
% Notenköpfe verkleinern
\set fontSize = #-4
d e
% Notenköpfe vergrößern
\set fontSize = #2.5
f g
% zur Standardgröße zurückgehen
\unset fontSize
a b

[image of music]

Wir haben jetzt gesehen, wie sich die Werte von unterschiedlichen Eigenschaften ändern lassen. Beachten Sie, dass Integre und Zahlen immer mit einem Rautenzeichen beginnen, während die Werte wahr und falsch (mit ##t und ##f notiert) immer mit zwei Rauten beginnen. Eine Eigenschaft, die aus Text besteht, muss in doppelte Anführungsstriche gesetzt werden, auch wenn wir später sehen werden, dass Text auf eine sehr viel allgmeinere und mächtigere Art mit dem markup-Befehl eingegeben werden kann.

Kontexteigenschaften mit \with setzen

Kontexteigenschaften können auch gesetzt werden, wenn der Kontext erstellt wird. Das ist in manchen Fällen eine deutlichere Art, eine Eigenschaft zu bestimmen, die für die gesamte Partitur erhalten bleichen soll. Wenn ein Kontext mit einem \new-Befehl erstellt wird, dem direkt eine \with { .. }-Umgebung folgt, können hier die Eigenschaften bestimmt werden. Wenn also die zusätzlichen Auflösungszeichen für eine ganze Partitur gelten sollen, könnte man schreiben:

\new Staff \with { extraNatural = ##f }

etwa so:

<<
  \new Staff
  \relative c'' {
    gis ges aes ais
  }
  \new Staff \with { extraNatural = ##f }
  \relative c'' {
    gis ges aes ais
  }
>>

[image of music]

Eigenschaften, die auf diese Arte gesetzt werden, können immer noch dynamisch mit dem \set-Befehl geändert werden und mit \unset auf ihre Standardeinstellungen zurückgesetzt werden.

Die fontSize-Eigenschaft wird anders behandelt. Wenn sie mit einer \with-Umgebung gesetzt wird, wird die Standardschriftgröße neu gesetzt. Wenn die Schriftgröße später mit \set verändert wird, kann dieser neue Standardwert mit dem Befehl \unset fontSize erreicht werden.

Kontexteigenschaften mit \context setzen

Die Werte von Kontext-Eigenschaften können in allen Kontexten eines bestimmten Typs (etwa alle Staff-Kontexte) gleichzeitig mit einem Befehl gesetzt werden. Der Kontext wird spezifieziert, indem seine Bezeichnung benutzt wird, also etwa Staff, mit einem Backslash davor: \Staff. Der Befehl für die Eigenschaft ist der gleiche, wie er auch in der \with-Konstruktion benutzt wird, wie oben gezeigt. Er wird in eine \context-Umgebung eingebettet, welche wiederum innerhalb von einer \layout-Umgebung steht. Jede \context-Umgebung wirkt sich auf alle Kontexte dieses Types aus, welche sich in der aktuellen Partitur befinden (d. h. innherhalb einer \score- oder \book-Umgebung. Hier ist ein Beispiel, wie man diese Funktion anwendet:

\score {
  \new Staff {
    \relative c'' {
      cis4 e d ces
    }
  }
  \layout {
    \context {
      \Staff
      extraNatural = ##t
    }
  }
}

[image of music]

Kontext-Eigenschaften, die auf diese Weise gestzt werden, können für bestimmten Kontexte überschrieben werden, indem die \with-Konstruktion eingesetzt wird, oder mit \set-Befehlen innerhalb der aktuellen Noten.

Siehe auch

Notationsreferenz: Die Standardeinstellungen von Umgebungen ändern.

Referenz der Interna: Contexts, Tunable context properties.


3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen

Wir haben gesehen, dass jeder Kontext eine Anzahl an Engravern (Stempeln) beinhaltet, von denen ein jeder einen bestimmten Teil des fertigen Notensatzes produziert, wie z. B. Taktlinien, Notenlinien, Notenköpfe, Hälse usw. Wenn ein Engraver aus einem Kontext entfernt wird, kann er seine Objekte nicht länger produzieren. Das ist eine eher grobe Methode, die Notenausgabe zu beeinflussen, aber es kann von großem Nutzen sein.

Einen einzelnen Kontext verändern

Um einen Engraver von einem einzelnen Kontext zu entfernen, wir der \with-Befehl eingesetzt, direkt hinter den Befehl zur Kontext-Erstellung geschrieben, wie in dem vorigen Abschnitt gezeigt.

Als ein Beispiel wollen wir das Beispiel aus dem letzten Abschnitt produzieren, aber die Notenlinien entfernen. Erinnern Sie sich, dass die Notenlinien vom Staff_symbol_engraver erstellt werden.

\new Staff \with {
  \remove Staff_symbol_engraver
}
\relative c' {
  c4
  \set fontSize = #-4  % Notenköpfe verkleinern
  d e
  \set fontSize = #2.5  % Notenköpfe vergrößern
  f g
  \unset fontSize  % zur Standardgröße zurückgehen
  a b
}

[image of music]

Engraver können auch zu einem bestimmten Kontext hinzugefügt werden. Dies geschieht mit dem Befehl

\consists Engraver_bezeichnung

welcher auch wieder innerhalb der \with-Umgebung gesetzt wird. Einige Chorpartituren zeigen einen Ambitus direkt zu Beginn der ersten Notenzeile, um den Stimmumfang des Stückes anzuzeigen, siehe auch Tonumfang. Der Ambitus wird vom Ambitus_engraver erstellt, der normalerweise in keinem Kontext enthalten ist. Wenn wir ihn zum Voice-Kontext hinzufügen, errechnet er automatisch den Stimmumfang für diese einzelne Stimme und zeigt ihn an:

\new Staff <<
  \new Voice \with {
    \consists Ambitus_engraver
  }
  \relative c'' {
    \voiceOne
    c a b g
  }
  \new Voice
  \relative c' {
    \voiceTwo
    c e d f
  }
>>

[image of music]

wenn wir den Ambitus-Engraver allerdings zum Staff-Kontext hinzufügen, wird der Stimmumfang aller Stimmen in diesem Notensystem errechnet:

\new Staff \with {
    \consists Ambitus_engraver
  }
  <<
  \new Voice
  \relative c'' {
    \voiceOne
    c a b g
  }
  \new Voice
  \relative c' {
    \voiceTwo
    c e d f
  }
>>

[image of music]

Alle Kontexte des gleichen Typs verändern

Die vorigen Beispiele zeigen, wie man Engraver in einem bestimmten Kontext hinzufügen oder entfernen kann. Es ist auch möglich, Engraver in jedem Kontext eines bestimmten Typs hinzuzufügen oder zu entfernen. Dazu werden die Befehle in dem entsprechenden Kontext in einer \layout-Umgebung gesetzt. Wenn wir also z. B. den Ambitus für jedes Notensystem in einer Partitur mit vier Systemen anzeigen wollen, könnte das so aussehen:

\score {
  <<
    \new Staff <<
      \relative c'' { c a b g }
    >>
    \new Staff <<
      \relative c' { c a b g }
    >>
    \new Staff <<
      \clef "G_8"
      \relative c' { c a b g }
    >>
    \new Staff <<
      \clef "bass"
      \relative c { c a b g }
    >>
  >>
  \layout {
    \context {
      \Staff
      \consists Ambitus_engraver
    }
  }
}

[image of music]

Die Werte der Kontext-Eigenschaften können auch für alle Kontexte eines bestimmten Typs auf die gleiche Weise geändert werden, indem der \set-Befehl in einer \context-Umgebung angewendet wird.

Siehe auch

Notationsreferenz: Umgebungs-Plugins verändern, Die Standardeinstellungen von Umgebungen ändern.


3.4 Erweiterung der Beispiele

Sie haben sich durch die Übung gearbeitet, Sie wissen jetzt, wie Sie Notensatz produzieren, und Sie haben die grundlegenden Konzepte verstanden. Aber wie erhalten Sie genau die Systeme, die Sie brauchen? Es gibt eine ganze Anzahl an fertigen Vorlagen (siehe Vorlagen), mit denen Sie beginnen können. Aber was, wenn Sie nicht genau das finden, was Sie brauchen? Lesen Sie weiter.


3.4.1 Sopran und Cello

Beginnen Sie mit der Vorlage, die Ihren Vorstellungen am nächsten kommt. Nehmen wir einmal an, Sie wollen ein Stück für Sopran und Cello schreiben. In diesem Fall könnten Sie mit der Vorlage „Noten und Text“ (für die Sopran-Stimme) beginnen.

\version "2.12.2"
melody = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  a4 b c d
}

text = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

\score {
  <<
    \new Voice = "one" {
      \autoBeamOff
      \melody
    }
    \new Lyrics \lyricsto "one" \text
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

Jetzt wollen wir die Cello-Stimme hinzufügen. Schauen wir uns das Beispiel „Nur Noten“ an:

\version "2.12.2"
melody = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  a4 b c d
}

\score {
  \new Staff \melody
  \layout { }
  \midi { }
}

Wir brauchen den \version-Befehl nicht zweimal. Wir brauchen aber den melody-Abschnitt. Wir wollen keine zwei \score (Partitur)-Abschnitte – mit zwei \score-Abschnitten würden wir zwei Stimmen getrennt voneinander erhalten. In diesem Fall wollen wir sie aber zusammen, als Duett. Schließlich brauchen wir innerhalb des \score-Abschnittes nur einmal die Befehle \layout und \midi.

Wenn wir jetzt einfach zwei melody-Abschnitte in unsere Datei kopieren würden, hätten wir zwei melody-Variable. Das würde zu keinem Fehler führen, aber die zweite von ihnen würde für beide Melodien eingesetzt werden. Wir müssen ihnen also andere Bezeichnungen zuweisen, um sie voneinander zu unterscheiden. Nennen wir die Abschnitte also SopranNoten für den Sopran und CelloNoten für die Cellostimme. Wenn wir schon dabei sind, können wir textauch nach SoprText umbenennen. Denken Sie daran, beide Vorkommen der Bezeichnung zu ändern: einmal die Definition gleich am Anfang (melody = \relative c' { ) und dann auch noch die Benutzung der Variable innerhalb des \score-Abschnittes.

Gleichzeitig können wir auch noch das Notensystem für das Cello ändern – das Cello hat normalerweise einen Bassschlüssel. Wir ändern auch die Noten etwas ab.

\version "2.12.2"
SopranNoten = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  a4 b c d
}

SoprText = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

CelloNoten = \relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  d4 g fis8 e d4
}

\score {
  <<
    \new Voice = "eins" {
      \autoBeamOff
      \SopranNoten
    }
    \new Lyrics \lyricsto "eins" \Soprantext
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

Das sieht schon vielversprechend aus, aber die Cello-Stimme erscheint noch nicht im Notensatz – wir haben vergessen, sie in den \score-Abschnitt einzufügen. Wenn die Cello-Stimme unterhalb des Soprans erscheinen soll, müssen wir

\new Staff \CelloNoten

unter dem Befehl für den Sopran hinzufügen. Wir brauchen auch die spitzen Klammern (<< und >>) um die Noten, denn damit wird LilyPond mitgeteilt, dass mehr als ein Ereignis gleichzeitig stattfindet (in diesem Fall sind es zwei Staff-Instanzen). Der \score-Abschnitt sieht jetzt so aus:

\score {
  <<
  <<
    \new Voice = "eins" {
      \autoBeamOff
      \SopranNoten
    }
    \new Lyrics \lyricsto "eins" \SoprText
  >>
  \new Staff \CelloNoten
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

Das sieht etwas unschön aus, vor allem die Einrückung stimmt nicht mehr. Das können wir aber schnell in Ordnung bringen. Hier also die gesamte Vorlage für Sopran und Cello:

\version "2.12.2"
SopranNoten = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  a4 b c d
}

SoprText = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

CelloNoten = \relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  d4 g fis8 e d4
}

\score {
  <<
    <<
      \new Voice = "eins" {
        \autoBeamOff
        \SopranNoten
      }
      \new Lyrics \lyricsto "eins" \SoprText
    >>
    \new Staff \CelloNoten
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]

Siehe auch

Die Vorlagen, mit denen wir begonnen haben, können im Anhang „Vorlagen“ gefunden werden, siehe Ein einzelnes System.


3.4.2 Vierstimmige SATB-Partitur

Die meisten Partituren für vierstimmigen gemischten Chor mit Orchesterbegleitung (wie etwa Mendelssohns Elias oder Händels Messias) sind so aufgebaut, dass für jede der vier Stimmen ein eigenes System besteht und die Orchesterbegleitung dann als Klavierauszug darunter notiert wird. Hier ein Beispiel aus Händels Messias:

[image of music]

Keine der Vorlage bietet diesen Aufbau direkt an. Die Vorlage, die am nächsten daran liegt, ist „SATB-Partitur und automatischer Klavierauszug“, siehe Vokalensemble. Wir müssen diese Vorlage aber so anpassen, dass die Noten für das Klavier nicht automatisch aus dem Chorsatz generiert werden. Die Variablen für die Noten und den Text des Chores sind in Ordnung, wir müssen nun noch Variablen für die Klaviernoten hinzufügen.

Die Reihenfolge, in welcher die Variablen in das Chorsystem (ChoirStaff) eingefügt werden, entspricht nicht der in dem Beispiel oben. Wir wollen sie so sortieren, dass die Texte jeder Stimme direkt unter den Noten notiert werden. Alle Stimmen sollten als \voiceOne notiert werden, welches die Standardeinstellung ist; wir können also die \voiceXXX-Befehle entfernen. Wir müssen auch noch den Schlüssel für den Tenor ändern. Die Methode, mit der der Text den Stimmen zugewiesen wird, ist uns noch nicht bekannt, darum wollen wir sie umändern auf die Weise, die wir schon kennen. Wir fügen auch noch Instrumentbezeichnungen zu den Systemen hinzu.

Damit erhalten wir folgenden ChoirStaff:

    \new ChoirStaff <<
      \new Staff = "sopranos" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Soprano"
        \new Voice = "sopranos" { \global \SopranNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "sopranos" { \SopranText }
      \new Staff = "altos" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Alto"
        \new Voice = "altos" { \global \AltNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "altos" { \AltText }
      \new Staff = "tenors" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Tenor"
        \new Voice = "tenors" { \global \TenorNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "tenors" { \TenorText }
      \new Staff = "basses" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Bass"
        \new Voice = "basses" { \global \BassNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "basses" { \BassText }
    >>  % Ende ChoirStaff

Als nächstes müssen wir das Klaviersystem bearbeiten. Das ist einfach: wir nehmen einfach den Klavierteil aus der „Piano solo“-Vorlage:

\new PianoStaff <<
  \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano  "
  \new Staff = "oben" \oben
  \new Staff = "unten" \unten
>>

und fügen die Variablen oben und unten hinzu.

Das Chorsystem und das Pianosystem müssen mit spitzen Klammern kombiniert werden, damit beide übereinandern erscheinen:

<<  % ChoirStaff und PianoStaff parallel kombinieren
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff = "sopranos" <<
      \new Voice = "sopranos" { \global \SopranNoten }
    >>
    \new Lyrics \lyricsto "sopranos" { \SopranText }
    \new Staff = "altos" <<
      \new Voice = "altos" { \global \AltNoten }
    >>
    \new Lyrics \lyricsto "altos" { \AltText }
    \new Staff = "tenors" <<
      \clef "G_8"  % Tenorschlüssel
      \new Voice = "tenors" { \global \TenorNoten }
    >>
    \new Lyrics \lyricsto "tenors" { \TenorText }
    \new Staff = "basses" <<
      \clef "bass"
      \new Voice = "basses" { \global \BassNoten }
    >>
    \new Lyrics \lyricsto "basses" { \BassText }
  >>  % Ende ChoirStaff

  \new PianoStaff <<
    \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano"
    \new Staff = "oben" \oben
    \new Staff = "unten" \unten
  >>
>>

Alles miteinander kombiniert und mit den Noten für drei Takte sieht unser Beispiel nun so aus:

\version "2.12.2"
global = { \key d \major \time 4/4 }
SopranNoten = \relative c'' {
  \clef "treble"
  r4 d2 a4 | d4. d8 a2 | cis4 d cis2 |
}
SopranText = \lyricmode {
  Wor -- thy is the lamb that was slain
}
AltNoten = \relative a' {
  \clef "treble"
  r4 a2 a4 | fis4. fis8 a2 | g4 fis fis2 |
}
AltText = \SopranText
TenorNoten = \relative c' {
  \clef "G_8"
  r4 fis2 e4 | d4. d8 d2 | e4 a, cis2 |
}
TenorText = \SopranText
BassNoten = \relative c' {
  \clef "bass"
  r4 d2 cis4 | b4. b8 fis2 | e4 d a'2 |
}
BassText = \SopranText
oben = \relative a' {
  \clef "treble"
  \global
  r4 <a d fis>2 <a e' a>4 |
  <d fis d'>4. <d fis d'>8 <a d a'>2 |
  <g cis g'>4 <a d fis> <a cis e>2 |
}
unten = \relative c, {
  \clef "bass"
  \global
  <d d'>4 <d d'>2 <cis cis'>4 |
  <b b'>4. <b' b'>8 <fis fis'>2 |
  <e e'>4 <d d'> <a' a'>2 |
}

\score {
  <<  % ChoirStaff und PianoStaff parallel kombinieren
    \new ChoirStaff <<
      \new Staff = "Sopran" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Soprano"
        \new Voice = "Sopran" { \global \SopranNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "Sopran" { \SopranText }
      \new Staff = "Alt" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Alto"
        \new Voice = "Alt" { \global \AltNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "Alt" { \AltText }
      \new Staff = "Tenor" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Tenor"
        \new Voice = "Tenor" { \global \TenorNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "Tenor" { \TenorText }
      \new Staff = "Bass" <<
        \set Staff.instrumentName = #"Bass"
        \new Voice = "Bass" { \global \BassNoten }
      >>
      \new Lyrics \lyricsto "Bass" { \BassText }
    >>  % Ende ChoirStaff

    \new PianoStaff <<
      \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano  "
      \new Staff = "oben" \oben
      \new Staff = "unten" \unten
    >>
  >>
}

[image of music]


3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen

Wenn Sie einige Fertigkeit im Schreiben von LilyPond-Code gewonnen haben, werden Sie vielleicht feststellen, dass es manchmal einfacher ist, von Grund auf anzufangen, anstatt die fertigen Vorlagen zu verändern. Auf diese Art könne Sie auch Ihren eigenen Stil entwickeln, und ihn der Musik anpassen, die Sie notieren wollen. Als Beispiel wollen wir demonstrieren, wie man die Partitur für ein Orgelpreludium von Grund auf konstruiert.

Beginnen wir mit dem Kopf, dem header-Abschnitt. Hier notieren wir den Titel, den Namen des Komponisten usw. Danach schreiben wir die einzelnen Variablen auf und schließlich am Ende die eigentliche Partitur, den \score-Abschnitt. Beginnen wir mit einer groben Struktur, in die wir dann die Einzelheiten nach und nach eintragen.

Als Beispiel benutzen wir zwei Takte aus dem Orgelpreludium Jesu, meine Freude von J. S. Bach, notiert für zwei Manuale und Pedal. Sie können die Noten am Ende dieses Abschnittes sehen. Das obere Manual trägt zwei Stimmen, das untere und das Pedalsystem jeweils nur eine. Wir brauchen also vier Variablen für die Noten und eine, um Taktart und Tonart zu definieren.

\version "2.12.2"
\header {
  title = "Jesu, meine Freude"
  composer = "J. S. Bach"
}
TimeKey = { \time 4/4 \key c \minor }
ManualOneVoiceOneMusic = {s1}
ManualOneVoiceTwoMusic = {s1}
ManualTwoMusic = {s1}
PedalOrganMusic = {s1}

\score {
}

Im Moment haben wir eine unsichtbare Note in jede Stimme eingesetzt (s1). Die Noten werden später hinzugefügt.

Als nächstes schauen wir uns an, was in die Partitur (die \score-Umgebung) kommt. Dazu wird einfach die Notensystemstruktur konstruiert, die wir benötigen. Orgelmusik wird meistens auf drei Systemen notiert, eins für jedes Manual und ein drittes für die Pedalnoten. Die Systeme für die Manuale werden mit einer geschweiften Klammer verbunden, wir benutzen hier also ein PianoStaff. Das erste Manualsystem braucht zwei Stimmen, das zweite nur eine.

  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "ManualOne" <<
      \new Voice { \ManualOneVoiceOneMusic }
      \new Voice { \ManualOneVoiceTwoMusic }
    >>  % end ManualOne Staff context
    \new Staff = "ManualTwo" <<
      \new Voice { \ManualTwoMusic }
    >>  % end ManualTwo Staff context
  >>  % end PianoStaff context

Als nächstes soll das System für das Pedal hinzugefügt werden. Es soll unter das Klaviersystem gesetzt werden, aber muss gleichzeitig mit ihm erscheinen. Wir brauchen also spitze Klammern um beide Definitionen. Sie wegzulassen würde eine Fehlermeldung in der Log-Datei hervorrufen. Das ist ein sehr häufiger Fehler, der wohl auch Ihnen früher oder später unterläuft. Sie können das fertige Beispiel am Ende des Abschnittes kopieren und die Klammern entfernen, um zu sehen, wie die Fehlermeldung aussehen kann, die Sie in solch einem Fall erhalten würden.

<<  % PianoStaff and Pedal Staff must be simultaneous
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "ManualOne" <<
      \new Voice { \ManualOneVoiceOneMusic }
      \new Voice { \ManualOneVoiceTwoMusic }
    >>  % end ManualOne Staff context
    \new Staff = "ManualTwo" <<
      \new Voice { \ManualTwoMusic }
    >>  % end ManualTwo Staff context
  >>  % end PianoStaff context
  \new Staff = "PedalOrgan" <<
    \new Voice { \PedalOrganMusic }
  >>
>>

Es ist nicht notwendig, die simultane Konstruktion << .. >> innerhalb des zweiten Manualsystems und des Pedalsystems zu benutzen, denn sie enthalten nur eine Stimme. Andererseits schadet es nichts, sie zu schreiben, und es ist eine gute Angewohnheit, immer die spitzen Klammern nach einem \new Staff zu schreiben, wenn mehr als eine Stimme vorkommen könnten. Für Stimmen (Voice) dagegengilt genau das Gegenteil: eine neue Stimme sollte immer von geschweiften Klammern ({ .. }) gefolgt werden, falls Sie ihre Noten in mehrere Variable aufteilen, die nacheinander gesetzt werden sollen.

Fügen wir also diese Struktur zu der \score-Umgebung hinzu und bringen wir die Einzüge in Ordnung. Gleichzeitig wollen wir die richtigen Schlüssel setzen und die Richtung der Hälse und Bögen in den Stimmen des oberen Systems kontrollieren, indem die obere Stimme ein \voiceOne, die untere dagegen ein \voiceTwo erhält. Die Taktart und Tonart werden mit unserer fertigen Variable \TimeKey eingefügt.

\score {
  <<  % PianoStaff and Pedal Staff must be simultaneous
    \new PianoStaff <<
      \new Staff = "ManualOne" <<
        \TimeKey  % set time signature and key
        \clef "treble"
        \new Voice { \voiceOne \ManualOneVoiceOneMusic }
        \new Voice { \voiceTwo \ManualOneVoiceTwoMusic }
      >>  % end ManualOne Staff context
      \new Staff = "ManualTwo" <<
        \TimeKey
        \clef "bass"
        \new Voice { \ManualTwoMusic }
      >>  % end ManualTwo Staff context
    >>  % end PianoStaff context
    \new Staff = "PedalOrgan" <<
      \TimeKey
      \clef "bass"
      \new Voice { \PedalOrganMusic }
    >>  % end PedalOrgan Staff
  >>
}  % end Score context

Damit ist das Grundgerüst fertig. Jede Orgelmusik mit drei Systemen hat die gleiche Struktur, auch wenn die Anzahl der Stimmen in einem System sich ändern kann. Jetzt müssen wir nur noch die Noten einfügen und alle Teile zusammenfügen, indem wir die Variablen mit einem Backslash in die Partitur einbauen.

\version "2.12.2"
\header {
  title = "Jesu, meine Freude"
  composer = "J S Bach"
}
Zeitangabe = { \time 4/4 \key c \minor }
ManualEinsStimmeEinsNoten = \relative g' {
  g4 g f ees | d2 c2 |
}
ManualEinsStimmeZweiNoten = \relative c' {
  ees16 d ees8~ ees16 f ees d c8 d~ d c~ |
  c c4 b8 c8. g16 c b c d |
}
ManualZweiNoten = \relative c' {
  c16 b c8~ c16 b c g a8 g~ g16 g aes ees |
  f ees f d g aes g f ees d e8~ ees16 f ees d |
}
PedalOrgelNoten = \relative c {
  r8 c16 d ees d ees8~ ees16 a, b g c b c8 |
  r16 g ees f g f g8 c,2 |
  }

\score {
  <<  % PianoStaff und Pedal-System müssen gleichzeitig sein
    \new PianoStaff <<
      \new Staff = "ManualEins" <<
        \Zeitangabe  % Taktangabe und Tonart setzen
        \clef "treble"
        \new Voice { \voiceOne \ManualEinsStimmeEinsNoten }
        \new Voice { \voiceTwo \ManualEinsStimmeZweiNoten }
      >>  % Ende ManualEins Staff-Kontext
      \new Staff = "ManualZwei" <<
        \Zeitangabe
        \clef "bass"
        \new Voice { \ManualZweiNoten }
      >>  % Ende ManualZwei Staff-Kontext
    >>  % Klaviersystem beenden
    \new Staff = "OrgelPedal" <<
      \Zeitangabe
      \clef "bass"
      \new Voice { \PedalOrgelNoten }
    >>  % Orgelsystem beenden
  >>
}  % Partitur-Kontext beenden

[image of music]


4. Die Ausgabe verändern

In diesem Kapitel wird erklärt, wie man die Notenausgabe verändern kann. In LilyPond kann man sehr viel konfigurieren, fast jedes Notenfragment kann geändert werden.


4.1 Grundlagen für die Optimierung


4.1.1 Grundlagen zur Optimierung

„Optimierung“ (engl. tweaking) ist ein LilyPond-Begriff für die verschiedenen Methoden, die Aktionen zu beeinflussen, die während der Kompilation einer Notationsdatei vorgenommen werden sowie auf das Notenbild einzuwirken. Einige dieser Opitmierungen sind sehr einfach, andere dagegen recht komplex. Aber insgesamt erlaubt das System an Optimierungen so gut wie alle möglichen Erscheindungsformen für die Notenausgabe.

In diesem Abschnitt werden die grundlegenden Konzepte vorgestellt, um die Optimierung zu verstehen. Später soll eine Anzahl von fertigen Befehlen bereitgestellt werden, die einfach in die Quelldatei kopiert werden können um den selben Effekt wie im Beispiel zu erhalten. Gleichzeitig zeigen diese Beispiele, wie die Befehle konstruiert werden, so dass Sie in der Lage sein werden, eigene Befehle auf dieser Grundlage zu entwickeln.

Bevor Sie mit diesem Kapitel beginnen, könnte Sie ein Blick in den Abschnitt Kontexte und Engraver interessieren, dann Kontexte und Engraver sowie die Eigenschaften, die mit ihnen verknüpft sind, sind die Voraussetzung, um die Funktionsweise von Optimierungen verstehen zu können.


4.1.2 Objekte und Schnittstellen

Optimierung bedeutet, die internen Operationen und Strukturen des LilyPond-Programmes zu verändern, darum sollen hier zunächst die wichtigesten Begriffe erklärt werden, die zur Beschreibung dieser Operationen und Strukturen benutzt werden.

Der Begriff „Objekt“ ist ein allgemeiner Begriff, mit dem die Vielzahl an internen Strukturen bezeichnet wird, die LilyPond während der Bearbeitung des Quelltextes erstellt. Wenn etwa ein Befehl wie \new Staff auftritt, wird ein neues Objekt vom Typ Staff erstellt. Dieses Objekt Staff enthält dann alle Eigenschaften, die mit diesem speziellen Notensystem verknüpft sind, wie beispielsweise seine Bezeichnung, Tonart und spezifische Angaben über die Engraver, die innerhalb dieses Systems eingesetzt werden. Für alle anderen Kontexte gibt es genauso Objekte, die deren Eigenschaften beinhalten, beispielsweise für Voice-Objekte, Score-Objekte, Lyrics-Objekte, aber auch für Objekte, die Notationselemente wie die Taktlinien, Notenköpfe, Bögen und Dynamikbezeichnung enthalten. Jedes Objekt hat eine eigene Gruppe an Eigenschaftswerten.

Bestimmte Objekttypen tragen besondere Bezeichnungen. Objekte, die Notationselemente der gesetzten Ausgabe repräsentieren, also Notenköpfe, Hälse, Bögen, Fingersatz, Schlüssel usw., werden „Layout-Objekte“, oft auch „Graphische Objekte“ genannt. Daraus resultiert die künstliche Abkürzung „Grob“. Diese sind auch Objekte im allgemeinen Sinn und haben genauso Eigenschaften, die mit ihnen verknüpft sind, wie etwa Größe, Position, Farbe usw.

Einige Layout-Objekte sind etwas spezieller. Phrasierungsbögen, Crescendo-Klammern, Oktavierungszeichen und viele andere Grobs sind nicht an einer Stelle plaziert – sie haben vielmehr einen Anfangspunkt, einen Endpunkt und eventuell noch andere Eigenschaften, die ihre Form bestimmen. Objekte mit solch einer erweiterten Gestalt werden als „Strecker“ (engl. Spanners) bezeichnet.

Es bleibt uns noch übrig zu erklären, was „Schnittstellen“ (engl. interface) sind. Wenn auch viele Objekte sehr unterschiedlich sind, haben sie doch oft gemeinsame Eigenschaften, die auf die gleiche Weise verarbeitet werden. Alle Grobs beispielsweise haben eine Farbe, eine Größe, eine Position usw. und alle diese Eigenschaften werden von LilyPond auf die gleiche Weise verarbeitet, während der Quelltext in Notensatz umgesetzt wird. Um die internen Operationen zu vereinfachen, sind alle diese gemeinsamen Prozesse und Eigenschaften in einem Objekt mit der Bezeichnung grob-interface (Schnittstelle eines graphischen Objektes) zusammengefasst. Es gibt viele andere Gruppen gemeinsamer Eigenschaften, die jede eine Bezeichnung besitzen, welche auf -interface endet. Insgesamt gibt es über 100 dieser Schnittstellen. Wir werden später sehen, was es damit auf sich hat.

Dies waren die Hauptbegriffe, die in diesem Kapitel zur Anwendung kommen sollen.


4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften

Es wurden schon früher einige Regeln zur Benennung von Objekten vorgestellt, siehe Kontexte und Engraver. Hier eine Referenzliste der häufigsten Objekt- und Eigenschaftsbezeichnungen mit den Regeln für ihre Bezeichnung und illustrierenden echten Bezeichnungen. Es wurde „A“ für einen beliebigen Großbuchstaben und „aaa“ für eine beliebige Anzahl an Kleinbuchstaben eingesetzt. Andere Zeichen werden explizit angegeben.

Objekt-/Eigenschaftstyp

Naming convention

Beispiele

Kontexte

Aaaa oder AaaaAaaaAaaa

Staff, GrandStaff

Layout-Objekte

Aaaa oder AaaaAaaaAaaa

Slur, NoteHead

Engraver

Aaaa_aaa_engraver

Clef_engraver, Note_heads_engraver

Schnittstellen

aaa-aaa-interface

grob-interface, break-aligned-interface

Kontext-Eigenschaften

aaa oder aaaAaaaAaaa

alignAboveContext, skipBars

Layout-Objekt-Eigenschaften

aaa oder aaa-aaa-aaa

direction, beam-thickness

Es wird bald ersichtlich werden, dass die Eigenschaften von unterschiedlichen Objekttypen mit unterschiedlichen Befehlen geändert werden. Deshalb ist es nützlich, aus der Schreibweise zu erkennen, um was für ein Objekt es sich handelt, um den entsprechenden Befehl einsetzen zu können.


4.1.4 Optimierungsmethoden

Der \override-Befehl

Wir haben uns schon mit den Befehlen \set und \with bekannt gemacht, mit welchen Eigenschaften von Kontexten verändert und Engraver entfernt oder hinzugefügt werden können. Siehe dazu Kontexteigenschaften verändern und Engraver hinzufügen und entfernen. Jetzt wollen wir uns weitere wichtige Befehle anschauen.

Der Befehl, um die Eigenschaften von Layout-Objekten zu ändern, ist \override. Weil dieser Befehl interne Eigenschaften tief in der Programmstruktur von LilyPond verändern muss, ist seine Syntax nicht so einfach wie die der bisherigen Befehle. Man muss genau wissen, welche Eigenschaft welches Objektes in welchem Kontext geändert werder soll, und welches der neu zu setzende Wert dann ist. Schauen wir uns an, wie das vor sich geht.

Die allgemeine Syntax dieses Befehles ist:

\override Kontext.LayoutObjekt #'layout-eigenschaft =
#Wert

Damit wir die Eigenschaft mit der Bezeichnung layout-property das Layout-Objektes mit der BezeichnungLayoutObject, welches ein Mitglied des Kontext-Kontextes ist, auf den Wert value.

Der Kontext kann (und wird auch normalerweise) ausgelassen werden, wenn der benötigte Kontext eindeutig impliziert ist und einer der untersten Kontexte ist, also etwa Voice, ChordNames oder Lyrics. Auch in diesem Text wird der Kontext oft ausgelassen werden. Später soll gezeigt werden, in welchen Fällen er ausdrücklich definiert werden muss.

Spätere Abschnitte behandeln umfassend Eigenschaften und ihre Werte, aber um ihre Funktion und ihr Format zu demonstrieren, werden wir hier nur einige einfache Eigenschaften und Werte einsetzen, die einfach zu verstehen sind.

Für den Moment könne Sie die #'-Zeichen ignorieren, die vor jeder Layout-Eigenschaft, und die #-Zeichen, die vor jedem Wert stehen. Sie müssen immer in genau dieser Form geschrieben werden. Das ist der am häufigsten gebrauchte Befehl für die Optimierung, und der größte Teil dieses Abschnittes wird dazu benutzt, seine Benutzung zu erläutern. Hier ein einfaches Beispiel, um die Farbe des Notenkopfes zu ändern:

c d
\override NoteHead #'color = #red
e f g
\override NoteHead #'color = #green
a b c

[image of music]

Der \revert-Befehl

Wenn eine Eigenschaft einmal überschrieben wurde, wird ihr neuer Wert so lange bewahrt, bis er noch einmal überschrieben wird oder ein \revert-Befehl vorkommt. Der \revert-Befehl hat die folgende Syntax und setzt den Wert der Eigenschaft zurück auf den Standardwert, nicht jedoch auf den vorigen Wert, wenn mehrere \override-Befehle benutzt wurden.

\revert Kontext.LayoutObjekt #'layout-eigenschaft

Wiederum, genauso wie der Kontext bei dem \override-Befehl, wird Kontext oft nicht benötigt. Er wird in vielen der folgenden Beispiele ausgelassen. Im nächsten Beispiel wird die Farbe des Notenkopfes wieder auf den Standardwert für die letzten zwei Noten gesetzt.

c d
\override NoteHead #'color = #red
e f g
\override NoteHead #'color = #green
a
\revert NoteHead #'color
b c

[image of music]

\once-Präfix

Sowohl der \override-Befehl als auch der \set-Befehl können mit dem Präfix \once (einmal) versehen werden. Dadurch wird der folgende \override- oder \set-Befehl nur für den aktuellen Musik-Moment wirksam, bevor sich wieder der Standard einstellt. Am gleichen Beispiel demonstriert, kann damit die Farbe eines einzelnen Notenkopfes geändert werden:

c d
\once \override NoteHead #'color = #red
e f g
\once \override NoteHead #'color = #green
a b c

[image of music]

Der \overrideProperty-Befehl

Es gibt eine andere Form des override-Befehls, \overrideProperty (überschreibe Eigenschaft), welcher ab und zu benötigt wird. Es wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt, sein Einsatz wird demonstriert in Schwierige Korrekturen.

Der \tweak-Befehl

Der letzte Optimierungsbefehl in LilyPond ist \tweak (engl. optimieren). Er wird eingesetzt um Eigenschaften von Objekten zu verändern, die zum selben Musik-Moment auftreten, wie etwa die Noten eines Akkordes. Ein \override würde alle Noten des Akkords beeinflussen, während mit \tweak nur das nächste Objekt der Eingabe geändert wird.

Hier ein Beispiel. Angenommen, die Größe des mittleren Notenkopfes (ein E) in einem C-Dur-Akkord soll geändert werden. Schauen wir zuerst, was wir mit \once \override erhalten:

  <c e g>4
  \once \override NoteHead #'font-size = #-3
  <c e g>
  <c e g>

[image of music]

Wie man sehen kann, beeinflusst override alle Notenköpfe des Akkordes. Das liegt daran, dass alle die Noten eines Akkordes zum selben Musik-Moment auftreten und die Funktion von \once ist es, die Optimierung auf an allen Objekten auszuführen, die zum selben Musik-Moment auftreten wie der \override-Befehl.

Der \tweak-Befehl funktioniert anders. Er bezieht sich auf das direkt folgende Element in der Eingabe-Datei. Es wirkt aber auch nur mit Objekten, die direkt von der Eingabe kreirt werden, insbesondere Notenköpfe und Artikulationszeichen. Objekte wie etwa Hälse oder Versetzungszeichen werden erst später erstellt und lassen sich nicht auf diese Weise ändern. Zusätzlich müssen sich etwa Notenköpfe innerhalb eines Akkordes befinden, d. h. sie müssen von einfachen spitzen Klammern umschlossen sein. Um also eine einzelne Note mit \tweak zu verändern, muss der Befehl innerhalb der spitzen Klammern zusammen mit der Note eingegeben werden.

Um also zu unserem Beispiel zurückzukommen, könnte man die mittlere Note eines Akkordes auf diese Weise ändern:

  <c e g>4
  <c \tweak #'font-size #-3 e g>4

[image of music]

Beachten Sie, dass die Syntax des \tweak-Befehls sich von der des \override-Befehls unterscheidet. Weder Kontext noch Layout-Objekt konnen angegeben werden, denn das würde zu einem Fehler führen. Beide Angaben sind durch das folgende Element impliziert. Hier sollte auch kein Gleichheitzeichen vorhanden sein. Die verallgemeinerte Syntax des \tweak-Befehls ist also einfach

\tweak #'layout-eigenschaft #Wert

Ein \tweak-Befehl kann auch benutzt werden, um nur eine von mehreren Artikulationen zu ändern, wie im nächsten Beispiel zu sehen ist.

a ^Black
  -\tweak #'color #red ^Red
  -\tweak #'color #green _Green

[image of music]

Beachten Sie, dass dem \tweak-Befehl ein Artikulationsmodifikartor vorangestellt werden muss, ganz als ob er selbst ein Artikulationszeichen wäre.

Der \tweak-Befehl muss auch benutzt werden, wenn das Aussehen einer vor mehreren geschachtelten Triolenklammern geändert werden soll, die zum selben Zeitpunkt beginnen. Im folgenden Beispiel beginnen die lange Klammer und die erste Triolenklammer zum selben Zeitpunkt, sodass ein \override-Befehl sich auf beide beziehen würde. In dem Beispiel wird \tweak benutzt, um zwischen ihnen zu unterscheiden. Der erste \tweakBefehl gibt an, dass die lange Klammer über den Noten gesetzt werden soll, und der zweite, dass die Zahl der rhythmischen Aufteilung für die erste der kurzen Klammern in rot gesetzt wird.

\tweak #'direction #up
\times 4/3 {
  \tweak #'color #red
  \times 2/3 { c8[ c8 c8] }
  \times 2/3 { c8[ c8 c8] }
  \times 2/3 { c8[ c8 c8] }
}

[image of music]

Wenn geschachtelte N-tolen nicht zum gleichen Zeitpunkt beginnen, kann ihr Aussehen auf die übliche Art mit dem \override-Befehl geändert werden:

\times 2/3 { c8[ c c]}
\once \override TupletNumber
  #'text = #tuplet-number::calc-fraction-text
\times 2/3 {
  c[ c]
  c[ c]
  \once \override TupletNumber #'transparent = ##t
  \times 2/3 { c8[ c c] }
\times 2/3 { c8[ c c]}
}

[image of music]

Siehe auch

Notationsreferenz: Der tweak-Befehl.


4.2 Die Referenz der Programminterna


4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten

Angenommen, in Ihrer Partitur tritt ein Legatobogen auf, der Ihrer Meinung nach zu dünn ausgefallen ist. Sie würden ihn gerne etwas schwerer gezeichnet sehen. Wie gehen Sie vor? Von den Anmerkungen in früheren Abschnitten wissen Sie schon, dass LilyPond sehr flexibel ist und eine derartige Modifikation möglich sein sollte, und Sie erraten vielleicht, dass ein \override-Befehl angebracht ist. Aber gibt es eine Eigenschaft für die Dicke eines Legatobogens (engl. slur), und wenn es sie gibt, auf welche Weise lässt sie sich verändern? Hier kommt die Referenz der Interna zur Geltung. Dort finden sich alle Informationen, um den beschriebenen und alle anderen \override-Befehle zu konstruieren.

Bevor Sie jetzt in die Referenz der Interna wechseln, ist eine Warnung angebracht. Es handelt sich um ein Referenzdokument, was heißt, dass es sehr wenig oder gar keine Erklärungen enthält: seine Aufgabe ist es, Information klar und genau darzustellen. Das bedeutet, dass es auf den ersten Blick entmutigend wirkt. Die Einführung und Erklärung in diesem Abschnitt wird Ihnen aber schnell ermöglichen, genau die Information aus der Referenz zu entnehmen, die Sie benötigen. Beachten Sie, dass die Referenz der Interna nur auf Englisch existiert. Um die Eigenschaftsbezeichnung eines bestimmten Objektes zu finden, können Sie das Glossar (siehe Musikglossar) verwenden, in dem die englischen Begriffe in viele andere Sprachen übersetzt sind.

Das Vorgehen soll an einem konkreten Beispiel einer echten Komposition demonstriert werden. Hier das Beispiel:

{
  \time 6/8
  {
    r4 b8 b[( g]) g |
    g[( e]) e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

Angenommen also, wir wollen die Legatobögen etwas dicker setzten. Ist das möglich? Die Legatobögen sind mit Sicherheit ein Layout-Objekt, die Frage muss also lauten: „Gibt es eine Eigenschaft von Legatobögen, die die Dicke bestimmt?“ Um diese Frage zu beantworten, müssen wir in der Referenz der Interna ( kurz IR) nachschauen.

Die IR für die LilyPond-Version, die Sie benutzen, findet sich auf der LilyPond-Webseite unter der Adresse http://lilypond.org. Gehen Sie zur Dokumentationsseite und klicken Sie auf den Link zur Referenz der Interna. Die Sprache ändert sich ab hier nach englisch. Für diese Übung sollten Sie die HTML-Version benutzen, nicht die „auf einer großen Seite“ oder die PDF-Version. Damit Sie die nächsten Absätze verstehen können, müssen Sie genauso vorgehen, während Sie weiterlesen.

Unter der Überschrift Top befinden sich fünf Links. Wählen Sie den Link zum Backend, wo sich die Information über Layout-Objekte befindet. Hier, unter der Überschrift Backend, wählen Sie den Link All layout objects. Die Seite, die sich öffnet, enthält ein Liste aller Layout-Objekte, die in Ihrerer LilyPond-Version benutzt werden, in alphabetischer Ordnung. Wählen Sie den Link Slur und die Eigenschaften der Legatobögen (engl. slur) werden aufgelistet.

Eine alternative Methode, auf diese Seite zu gelangen, ist von der Notationsreferenz aus. Auf einer der Seiten zu Legatobögen findet sich ein Link zur Referenz der Interna. Dieser Link führt Sie direkt auf diese Seite. Wenn Sie aber eine Ahnung haben, wie die Bezeichnung des Layout-Objektes lauten könnte, das sie ändern wollen, ist es oft schneller, direkt zur IR zu gehen und dort nachzuschlagen.

Aus der Slur-Seite in der IR könne wir entnehmen, dass Legatobögen (Slur-Objekte) durch den Slur_engraver erstellt werden. Dann werden die Standardeinstellungen aufgelistet. Beachten Sie, dass diese nicht in alphabetischer Reihenfolge geordnet sind. Schauen Sie sich die Liste an, ob sie eine Eigenschaft enthält, mit der die Dicke von Legatobögen kontrolliert werden kann. Sie sollten folgendes finden:

thickness (number)
     1.2
     Line thickness, generally measured in line-thickness

Das sieht ganz danach aus, als ob damit die Dicke geändert werden kann. Es bedeutet, dass der Wert von thickness einfach eine Zahl (number) ist, dass der Standardwert 1.2 ist, und dass die Einheit für die Dicke eine andere Eigenschaft mit der Bezeichnung line-thickness ist.

Wie schon früher gesagt, gibt es wenig bis gar keine Erklärungen in der IR, aber wir haben schon genug Informationen, um zu versuchen, die Dicke eines Legatobogens zu ändern. Die Bezeichnung des Layout-Objekts ist offensichtlich Slur und die Bezeichnung der Eigenschaft, die geändert werden soll thickness. Der neue Wert sollte etwas mehr als 1.2 sein, denn der Bogen soll ja dicker werden.

Den benötigten \override-Befehl können wir jetzt einfach konstruieren, indem wir die Werte für die Bezeichnungen in den Modellbefehl einfügen und den Kontext auslassen. Setzen wir einmal einen sehr großen Wert für die Dicke um zu sehen, ob der Befehl auch funktioniert. Also:

\override Slur #'thickness = #5.0

Vergessen Sie nicht das Rautenzeichen und Apostroph (#') vor der Eigenschaftsbezeichnung und das Rautenzeichen vor dem neuen Wert!

Die nächste Frage ist nun: „Wohin soll dieser Befehl geschrieben werden?“ Solange wir uns noch im Lernstadium befinden, ist die beste Antwort: „Innerhalb der Noten, vor den ersten Legatobogen und nahe bei ihm.“ Also etwa so:

{
  \time 6/8
  {
    % Dicke aller folgenden Bögen von 1.2 zu 5.0 vergrößern
    \override Slur #'thickness = #5.0
    r4 b8 b[( g]) g |
    g[( e]) e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

und wirklich wird der Legatobogen dicker.

Das ist also die grundlegende Herangehensweise, \override-Befehl zu formulieren. Es gibt einige zusätzliche Komplikationen, denen wir uns später widmen werden, aber Sie haben jetzt das Handwerkszeug, um Ihre eigenen Befehle zu konstruieren – wenn Sie auch noch etwas Übung benötigen. Die sollen Sie durch die folgenden Übungen erhalten.

Den Kontext finden

Manchmal muss dennoch der Kontext spezifiziert werden. Welcher aber ist der richtige Kontext? Wir könnten raten, dass Legatobögen sich im Voice-Kontext befinden, denn sie sind immer einzelnen Melodielinien zugewiesen. Aber wir können uns dessen nicht sicher sein. Um unsere Annahme zu überprüfen, gehen wir wieder zu der Seite im IR, die die Legatobögen beschreibt und die Überschrift Slur hat. Dort steht: „Slur objects are created by: Slur engraver“. Legatobögen werden also in dem Kontext erstellt, in dem sich der Slur_engraver befindet. Folgen Sie dem Link zu der Slur_engraver-Seite. Unten auf der Seite steht, dass der Slur_engraver sich in fünf Stimmen-Kontexten befindet, unter anderem auch im normalen Voice-Kontext. Unsere Annahme war also richtig. Und weil Voice einer der Kontexte der untersten Ebene ist, welcher eindeutig schon dadurch definiert ist, dass wir Noten eingeben, kann er an dieser Stelle auch weggelassen werden.

Nur einmal mit \override verändern

Im Beispiel oben wurden alle Legatobögen dicker gesetzt. Vielleicht wollen Sie aber nur den ersten Bogen dicker haben. Das können Sie mit dem \once-Befehl erreichen. Er wird direkt vor den \override-Befehl gesetzt und bewirkt, dass nur der Bogen geändert wird, der unmittelbar an der nächsten Note beginnt. Wenn die nächste Note keinen Bogenbeginn hat, dann passiert gar nichts – der Befehl wird nicht gespeichert, sondern einfach vergessen. Der Befehl, mit \once zusammen benutzt, muss also wie folgt positioniert werden:

{
  \time 6/8
  {
    r4 b8
    % Nur die Dicke des direkt folgenden Bogens vergrößern
    \once \override Slur #'thickness = #5.0
    b[( g]) g |
    g[( e]) e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

Jetzt bezieht er sich nur noch auf den ersten Legatobogen.

Der \once-Befehl kann übrigens auch vor einem \set-Befehl eingesetzt werden.

Rückgängig machen

Eine weitere Möglichkeit: nur die beiden ersten Legatobögen sollen dicker gesetzt werden. Gut, wir könnten jetzt zwei Befehle benutzen, jeden mit dem \once-Präfix und direkt vor die entsprechende Note gestellt, an welcher der Bogen beginnt:

{
  \time 6/8
  {
    r4 b8
    % Nur die Dicke des direkt folgenden Bogens vergrößern
    \once \override Slur #'thickness = #5.0
    b[( g]) g |
    % Nur die Dicke des direkt folgenden Bogens vergrößern
    \once \override Slur #'thickness = #5.0
    g[( e]) e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

Wir könnten aber auch den \once-Befehl weglassen und anstelle dessen später den \revert-Befehl einsetzen, um die thickness-Eigenschaft wieder auf ihren Standardwert zurückzusetzen:

{
  \time 6/8
  {
    r4 b8
    % Dicke aller folgenden Bögen von 1.2 zu 5.0 vergrößern
    \override Slur #'thickness = #5.0
    b[( g]) g |
    g[( e])
    % Die Dicke aller folgenden Bögen zurücksezten auf 1.2
    \revert Slur #'thickness
    e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

Der \revert-Befehl kann benutzt werden, um eine beliebige Eigenschaft, die mit \override geändert worden ist, wieder in ihre Standardeinstellungen zurückzuversetzen. In unserem Beispiel können Sie die Methode benutzen, die Ihnen lieber ist, beide haben das gleiche Resultat.

Damit endet die Einleitung in die Referenz der Interna (IR) und die grundlegenden Optimierungsmethoden. Einige Beispiele folgen in späteren Abschnitten dieses Kapitel, einerseits um Sie mit weiteren Möglichkeiten der IR bekanntzumachen, andererseits um Ihnen mehr Übungsmöglichkeiten zu geben, die relevante Information dort zu finden. Die Beispiele werden Schritt für Schritt immer weniger Erklärungen beinhalten.


4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können

Der Text unseres Beispiels soll jetzt kursiv gesetzt werden. Was für ein \override-Befehl wird dazu benötigt? Schauen wir uns zunächst das Inhaltsverzeichnis in der IR an: „All layout objects“, wie auch schon zuvor. Welches Objekt könnte die Darstellung des Textes (engl. lyrics) beeinflussen? Es gibt den Eintrag LyricText, das hört sich schon sehr gut an. Ein Klick hierauf zeigt alle Eigenschaften an, die verändert werden können. Dazu gehört font-series und font-size, aber nichts, womit man kursiven Text erreichen könnte. Das liegt daran, dass die Schnitteigenschaft allen Schrift-Objekten gemeinsam ist. Sie findet sich also nicht in jedem einzlenen Layout-Objekt aufgelistet, sondern ist mit anderen ähnlichen Eigenschaften zusammen in einem Interface – einer Schnittstelle – verortet; in diesem Fall das font-interface.

Jetzt müssen wir also lernen, wie wir Eigenschaften von Schnittstellen finden und wie wir herausfinden, welche Objekte diese Schnittstelleneigenschaften benutzen.

Schauen Sie sich noch einmal die Seite in der IR an, die LyricText beschreibt. Unten auf der Seite ist eine klickbare Liste (in der HTML-Version der IR) an Eigenschaften, die von LyricText unterstützt werden. Diese Liste enthält sieben Einträge, darunter auch font-interface. Ein Klick hierauf bringt uns zu den Eigenschaften, die mit dieser Schnittstelle verbunden sind, also auch LyricText.

Jetzt sehen wir alle die Eigenschaften, die der Benutzer verändern kann, um die Schriftartendarstellung zu beeinflussen. Dazu gehört nun auch font-shape(symbol), wobei symbol auf die Werte upright (gerade), italics (kursiv) oder caps (Kapitälchen) gesetzt werden kann.

Sie werden gemerkt haben, dass font-series und font-size hier auch aufgelistet sind. Es stellt sich die Frage, warum diese allgemeinen Schriftarteigenschaften font-series und font-size sowohl unter der Überschrift LyricText als unter dem font-interface aufgelistet sind, aber font-shape befindet sich nur im font-interface? Die Antwort ist: Die globalen Einstellungen von font-series und font-size werden geändert, wenn ein LyricText-Objekt erstellt wird, aber font-shape wird davon nicht beeinflusst. Die zusätzlichen Einträge unter der Überschrift LyricText beinhalten dann die Werte der Standardeinstellungen dieser zwei Eigenschaften, wenn es sich um ein LyricText-Objekt handelt. Andere Objekte, die auch das font-interface unterstützen, setzen diese Eigenschaften anders, wenn sie erstellt werden.

Versuchen wir nun einen \override-Befehl zu konstruieren, der den Gesantext kursiv setzt. Das Objekt hat die Bezeichnung LyricText, die Eigenschaft ist font-shape und der Wert italic. Wie vorher schon lassen wir den Kontext aus.

Am Rande sei angemerkt, dass die Werte der font-shape-Eigenschaft mit einem Apostroph (') gekennzeichnet werden müssen, weil es sich um Symbole handelt. Aus dem gleichen Grund mussten auch für thickness weiter oben im Text ein Apostroph gesetzt werden. Symbole sind besondere Bezeichnungen, die LilyPond intern bekannt sind. Einige sind Bezeichnungen von Eigenschaften, wie eben thickness oder font-shape. Andere sind besondere Werte, die an Eigenschaften übergeben werden können, wie italic. Im Unterschied hierzu gibt es auch beliebige Zeichenketten, die immer mit Anführungszeichen, also als "Zeichenkette" auftreten. Für weitere Einzelheiten zu Zeichenketten und Werten, siehe Scheme-Übung.

Gut, der \override-Befehl, mit dem der Gesangstext kursiv gesetzt wird, lautet:

\override LyricText #'font-shape = #'italic

und er muss direkt vor den Text gesetzt werden, auf den er sich bezieht, etwa so:

{
  \time 6/8
  {
    r4 b8 b[( g]) g |
    g[( e]) e d[( f]) a |
    a g
  }
  \addlyrics {
    \override LyricText #'font-shape = #'italic
    The man who feels love's sweet e -- mo -- tion
  }
}

[image of music]

Jetzt wird der Text kursiv gesetzt.

Den Kontext im Liedtextmodus bestimmen

Bei Gesangstexten funktioniert der \override-Befehl nicht mehr, wenn Sie den Kontext im oben dargestellten Format angeben. Eine Silbe wird im Gesangtextmodus (lyricmode) entweder von einem Leerzeichen, einer neuen Zeile oder einer Zahl beendet. Alle anderen Zeichen werden als Teil der Silbe integriert. Aus diesem Grund muss auch vor der schließenden Klammer } ein Leerzeichen gesetzt oder eine neue Zeile begonnen werden. Genauso müssen Leerzeichen vor und nach einem Punkt benutzt werden, um die Kontext-Bezeichnung von der Objekt-Bezeichnung zu trennen, denn sonst würden beide Bezeichnungen als ein Begriff interpretiert und von LilyPond nicht verstanden werden. Der Befehl muss also lauten:

\override Lyrics . LyricText #'font-shape = #'italic

Achtung: Innerhalb von Gesangstext muss immer ein Leerzeichen zwischen der letzten Silbe und der schließenden Klammer gesetzt werden.

Achtung: Innerhalb von override-Befehlen in Gesangstexten müssen Leerzeichen um Punkte zwischen Kontext- und Objektbezeichnungen gesetzt werden.


4.2.3 Typen von Eigenschaften

Bis jetzt hatten wir es mit zwei Arten von Eigenschaften zu tun: number (Zahl) und symbol. Damit ein Befehl funktioniert, muss der Wert einer Eigenschaft vom richtigen Typ sein und die Regeln befolgen, die für diesen Typ gelten. Der Eigenschaftstyp ist in der IR in Klammern hinter der Eigenschaftsbezeichnung angegeben. Hier eine Liste der Typen, die Sie vielleicht benötigen werden, mit den Regeln, die für den jeweiligen Typ gelten und einigen Beispielen. Sie müssen immer ein Rautenzeichen (#) vor den Typeintrag setzen, wenn sie in einem \override-Befehl benutzt werden.

Eigenschaftstyp

Regeln

Beispiele

Boolesch

Entweder wahr oder falsch, dargestellt als #t oder #f

#t, #f

Dimension (in Notenlinienabständen)

Eine positive Dezimalzahl (in Notenlinienabstand-Einheiten)

2.5, 0.34

Richtung

Eine gültige Richtungskonstante oder das numerische Äquivalent

LEFT, CENTER, UP, 1, -1

Integer

Eine positive ganze Zahl

3, 1

Liste

Eine eingeklammerte Anzahl von Einträgen, mit Klammern getrennt und angeführt von einem Apostroph

'(left-edge staff-bar), '(1), '(1.0 0.25 0.5)

Textbeschriftung (markup)

Beliebige gültige Beschriftung

\markup { \italic "cresc." }

Moment

Ein Bruch einer ganzen Note, mit der make-moment-Funktion konstruiert

(ly:make-moment 1 4), (ly:make-moment 3 8)

Zahl

Eine beliebige positive oder negative Dezimalzahl

3.5, -2.45

Paar (Zahlenpaar)

Zwei Zahlen getrennt von „Leerzeichen . Leerzeichen“, eingeklammert und angeführt von einem Apostroph

'(2 . 3.5), '(0.1 . -3.2)

Symbol

Eine beliebige Anzahl von Symbolen, die für die Eigenschaft gültig sind, angeführt von einem Apostroph

'italic, 'inside

Unbekannt

Eine Prozedur oder #f (um keine Aktion hervorzurufen)

bend::print, ly:text-interface::print, #f

Vektor

Eine Liste mit drei Einträgen, eingeklammert und mit Apostroph-Raute ( '#) angeführt.

'#(#t #t #f)

Siehe auch

Handbuch zum Lernen: Scheme-Übung.


4.3 Erscheinung von Objekten

In diesem Abschnitt wollen wir zeigen, wie die Kenntnisse der vorigen Abschnitte in der Praxis angewandt werden können, um das Aussehen des Musiksatzes zu beeinflussen.


4.3.1 Sichtbarkeit und Farbe von Objekten

In Unterrichtsmaterial für den Musikunterricht wird oft eine Partitur dargestellt, in der bestimmte Notationselemente fehlen, so dass der Schüler die Aufgabe bekommt, die nachzutragen. Ein einfaches Beispiel ist etwa, die Taktlinien zu entfernen, damit der Schüler sie selber zeichnen kann. Aber die Tatklinien werden normalerweise automatisch eingefügt. Wie verhindern wir, dass sie ausgegeben werden?

Bevor wir uns hieran machen, sei daran erinnert, dass Objekteigenschaften in sogenannten Schnittstellen – engl. interface – gruppiert sind, siehe auch Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können. Das dient ganz einfach dazu, die Eigenschaften zusammenzufassen, die üblicherweise zusammen benötigt werden – wenn eine davon für ein Objekt gilt, dann auch die anderen. Manche Objekte brauchen die Eigenschaften von der einen Schnittstelle, andere von einer anderen. Die Schnittstellen, die die Eigenschaften von einem bestimmten Grob beinhalten, sind in der IR unten auf der Seite aufgelistet, die dieses Grob beschreibt. Die Eigenschaften können betrachtet werden, indem die Seite der entsprechenden Schnittstelle geöffnet wird.

Zu Information, wie man Eigenschaften von Grobs findet, siehe Eigenschaften von Layoutobjekten. Wir benutzen also jetzt die selbe Methode um in der IR das Layout-Objekt zu finden, dass für die Tatklinien zuständig ist. Über die Überschriften Backend und All layout objects kommen wir zu einem Layout-Objekt mit der Bezeichnung BarLine (engl. TaktLinie). Seine Eigenschaften beinhalten zwei, die über die Sichtbarkeit entscheiden: break-visibility und stencil. BarLine unterstützt auch einige Schnittstellen, unter anderem grob-interface, wo wir eine transparent und eine color-Eigenschaft finden. Alle können die Sichtbarkeit von Taktlinien (und natürlich auch die Sichtbarkeit von vielen anderen Objekten) beeinflussen. Schauen wir uns diese Eigenschaften eine nach der anderen an.

stencil (Matrize)

Diese Eigenschaft kontrolliert die Erscheinung der Taktlinien, indem sie das Symbol bestimmt, das ausgegeben werden soll. Wie bei vielen anderen Eigenschaften auch, kann sie so eingestellt werden, dass sie nichts ausgibt, indem ihr Wert auf #f (falsch) gesetzt wird. Ein Versuch also, wie vorher, indem wir den impliziten Kontext (Voice) auslassen:

{
  \time 12/16
  \override BarLine #'stencil = ##f
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Die Taktlinien werden aber immer noch angezeigt. Was ist da falsch gelaufen? Gehen Sie zurück zur IR und schauen Sie auf die Seite, die die Eigenschafter für BarLine angibt. Oben auf der Seite steht: „Barline objects are created by: Bar_engraver“. Schauen Sie sich die Bar_engraver-Seite an. Unten auf der Seite steht eine Liste der Kontexte, in denen der Takt-Engraver funktioniert. Alle Kontexte sind Staff-Typen (also Notensystem-Typen). Der Grund, warum der \override-Befehl nicht funktioniert hat, liegt also darin, dass das Taktlinie-Objekt (BarLine) sich nicht im Voice-Kontextbefindet. Wenn der Kontext falsch angegeben wird, bewirkt der Befehl einfach gar nichts. Keine Fehlermeldung wird ausgegeben und auch nichts in die Log-Datei geschrieben. Versuchen wir also, den richtigen Kontext mitanzugeben:

{
  \time 12/16
  \override Staff.BarLine #'stencil = ##f
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Jetzt sind die Taktlinien wirklich verschwunden.

break-visibility (unsichtbar machen)

Aus der Beschreibung der Eigenschaften für BarLine in der IR geht hervor, dass die break-visibility-Eigenschaft einen Vektor mit drei Booleschen Werten benötigt. Diese kontrollieren jeweils, ob die Taktlinien am Ende einer Zeile, in der Mitte einer Zeile und am Anfang einer Zeile ausgegeben werden. Wenn also alle Taktlinien unsichtbar sein sollen, wie in unserem Beispiel, brauchen wir den Wert '#(#f #f #f). Versuchen wir es also, und berücksichtigen wir auch den Staff-Kontext. Beachten Sie auch, dass Sie #'# vor der öffnenden Klammer schreiben müssen: '# wird benötigt als Teil des Wertes, um einen Vektor zu signalisieren, und das erste # wird benötigt, um den Wert in einem \override-Befehl anzuführen.

{
  \time 12/16
  \override Staff.BarLine #'break-visibility = #'#(#f #f #f)
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Auch auf diesem Weg gelingt es, die Taktlinien unsichtbar zu machen.

transparent (durchsichtig)

Aus den Eigenschaftsdefinitionen auf der grob-interface-Seite in der IR geht hervor, dass die transparent-Eigenschaft boolesch ist. Mit #t (wahr) wird also ein Grob durchsichtig gemacht. Im unserem Beispiel soll jetzt die Taktart durchsichtig gemacht werden, anstatt die Taktlinien durchsichtig zu machen. Wir brauchen also wieder die Grob-Bezeichnung für die Taktart. Auf der „All layout objects“-Seite in der IR müssen wir die Eigenschaften des TimeSignature-Layout-Objekts suchen Das Objekt wird vom Time_signature_engraver erstellt, der sich auch im Staff-Kontext befindet und genauso das grob-interface unterstützt, wie Sie sich überzeugen können. Der Befehl, um die Taktangabe unsichtbar zu machen, ist also:

{
  \time 12/16
  \override Staff.TimeSignature #'transparent = ##t
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Die Taktangabe ist verschwunden, aber mit diesem Befehl wird ein freier Platz gelassen, wo sich die Taktangabe eigentlich befinden würde. Das braucht man vielleicht für eine Schulaufgabe, in der die richtige Taktangabe eingefügt werden soll, aber in anderen Fällen ist diese Lücke nicht schön. Um auch die Lücke zu entfernen, muss die Matrize (stencil) der Taktangabe auf #f (falsch) gesetzt werden:

{
  \time 12/16
  \override Staff.TimeSignature #'stencil = ##f
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Und der Unterschied wird deutlich: hiermit wird das gesamte Objekt entfernt, während man mit transparent ein Objekt unsichtbar machen kann, es aber an seinem Platz gelassen wird.

color (Farbe)

Abschließend wollen wir die Taktlinien unsichtbar machen, indem wir sie weiß einfärben. (Es gibt hier eine Schwierigkeit: die weiße Taktlinie übermalt manchmal die Taktlinienen, wo sie sie kreuzt, manchmal aber auch nicht. Sie können in den Beispielen unten sehen, dass das nicht vorhersagbar ist. Die Einzelheiten dazu, warum das passiert und wie sie es kontrollieren können, werden dargestellt in Objekte weiß malen. Im Moment wollen wir lernen, wie man mit Farbe arbeitet, akzeptieren Sie bitte an dieser Stelle die Beschränkung.)

Das grob-interface bestimmt, dass der Wert der Farb-Eigenschaft eine Liste ist, aber es gibt keine Erklärung, was für eine Liste das sein soll. Die Liste, die benötigt wird, ist eine Liste mit Werten in internen Einheiten, aber damit Sie nicht wissen müssen, wie diese aussehen, gibt es mehrere Wege, Farben anzugeben. Der erste Weg ist es, „normale“ Farben zu benutzen, wie sie in der Tabelle in Liste der Farben aufgelistet sind. Beachten Sie, dass die Bezeichnungen auf English sind. Um die Taktlinien auf weiß zu setzen, können Sie schreiben:

{
  \time 12/16
  \override Staff.BarLine #'color = #white
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

und die Taktlinien verschwinden in der Tat. Beachten Sie, dass white nicht mit einem Apostroph angeführt wird – es ist kein Symbol, sondern eine Funktion. Wenn sie aufgerufen wird, stellt sie eine Liste mit internen Werten zu Verfügung, mit welcher die Farbe auf weiß gestellt wird. Die anderen Farben in der Liste sind auch Funktionen. Um sich zu überzeugen, dass der Befehl auch wirklich funktioniert, können Sie die Farbe auf eine der anderen Funktionen dieser Liste abändern.

Die zweite Art die Farbe zu ändern geschieht, indem die Liste der X11-Farbbezeichnungen einzusetzen, siehe die zweite Liste in Liste der Farben. Diesen Farben muss jedoch eine andere Funktion vorangestellt werden, die die X11-Farbbezeichnungen in interne Werte konvertiert: x11-color. Das geschieht wie folgt:

{
  \time 12/16
  \override Staff.BarLine #'color = #(x11-color 'white)
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

In diesem Fall hat die Funktion x11-color ein Symbol als Argument, darum muss dem Symbol ein Apostroph vorangestellt und beide zusammen in Klammern gesetzt werden.

Es gibt noch eine dritte Funktion, die RGB-Werte in die internen Werte übersetzt – die rgb-color-Funktion. Sie braucht drei Argumente, um die Stärke von Rot, Grün und Blau darzustellen. Die Werte befinden sich zwischen 0 und 1. Um also die Farbe Rot darzustellen, muss der Wert der Funktion lauten: (rgb-color 1 0 0), weiß würde sein: (rgb-color 1 1 1).

{
  \time 12/16
  \override Staff.BarLine #'color = #(rgb-color 1 1 1)
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Schließlich gibt es noch eine Grauskala, die zu den X11-Farben gehört. Sie reicht von schwarz ('grey0') bis weiß ('grey100), in Einserschritten. Wir wollen das illustrieren, indem alle Layout-Objekte im Beispiel verschiede Grauschattierungen erhalten:

{
  \time 12/16
  \override Staff.StaffSymbol   #'color = #(x11-color 'grey30)
  \override Staff.TimeSignature #'color = #(x11-color 'grey60)
  \override Staff.Clef          #'color = #(x11-color 'grey60)
  \override Voice.NoteHead      #'color = #(x11-color 'grey85)
  \override Voice.Stem          #'color = #(x11-color 'grey85)
  \override Staff.BarLine       #'color = #(x11-color 'grey10)
  c4 b8 c d16 c d8 |
  g, a16 b8 c d4 e16 |
  e8
}

[image of music]

Beachten Sie die Kontexte, die mit jedem einzelnen Layout-Objekt verbunden sind. Es ist wichtig, den richtigen Kontext einzusetzen, damit die Befehle funktionieren. Denken Sie daran, dass der Kontext sich daran orientiert, wo sich der entsprechende Engraver befindet. Den Standardkontext für Engraver finden Sie, indem Sie beim Layout-Objekt beginnen, zum Engraver gehen, der es produziert und auf der Seite des Engravers in der IR finden Sie Information, in welchem Kontext sich der Engraver normalerweise befindet.


4.3.2 Größe von Objekten

Als Startpunkt wollen wir wieder ein früheres Beispiel wählen, siehe Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln. Hier wurde ein neues Notensystem erstellt, wie man es für ein Ossia braucht.

\new Staff ="main" {
       \relative g' {
         r4 g8 g c4 c8 d |
         e4 r8
         <<
           { f c c }
           \new Staff \with {
             alignAboveContext = #"main" }
           { f8 f c }
         >>
         r4 |
       }
     }

[image of music]

Ossia-Systeme werden normalerweise ohne Schlüssel und Taktangabe geschrieben, und sie werden etwas kleiner als das Hauptsystem gesetzt. Wie man Schlüssel und Taktangabe entfernt, wissen wir schon: wir setzen den Stencil von beiden auf #f:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
      }
      {
        \override Staff.Clef #'stencil = ##f
        \override Staff.TimeSignature #'stencil = ##f
        { f8 f c }
      }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

wobei ein zusätzliches Klammerpaar nach der \with-Konstruktion erforderlich ist um sicherzugehen, dass die Modifikation und die Noten sich auch auf das Ossia-System beziehen.

Was für einen Unterschied macht es, ob man den Staff-Kontext mit \with verändert, oder ob man die Stencils mit \override beeinflusst? Der größte Unterschied liegt darin, dass Änderungen, die mit \with eingeführt werden, während der Erstellung des Kontextes miterzeugt werden und als Standardeinstellungen für diesen Kontext während seiner gesamten Dauer gelten, während \set- oder \override-Befehle dynamisch in die Noten eingebettet werden – sie führen die Änderungen synchron mit einem bestimmten Zeitpunkt in der Musik aus. Wenn die Änderungen mit \unset oder \revert rückgängig gemacht werden, werden wieder die Standardwerte eingesetzt, die also die sind, die mit einer \with-Konstruktion definiert wurden, oder wenn hier keine definiert worden sind, die normalen Standardwerte.

Manche Kontexteigenschaften können nur ein einer \with-Konstruktion verändert werden. Das sind Eigenschaften, die nicht sinnvoll mitten im System geändert werden können. alignAboveContext (Orientierung über dem Kontext) und die Parallele, alignBelowContext (Orientierung unter dem Kontext) sind zwei derartige Eigenschaften – wenn das Notensystem einmal erstellt wurde, ist die Orientierung schon bestimmt und es wäre nicht sinnvoll, sie später zu ändern.

Die Standardwerte für Layout-Objekt-Eigenschaften können auch in der \with-Konstruktion gesetzt werden. Benutzen Sie einfach den normalen \override-Befehl ohne den Kontext, denn der Kontext ist eindeutig definiert durch die Stelle, an welcher sich \with befindet. Wenn an dieser Stelle ein Kontext angegeben wird, produziert LilyPond eine Fehlermeldung.

Das obige Beispiel könnte also auch so aussehen:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
        % Keine Schlüssel in diesem System
        \override Clef #'stencil = ##f
        % Keine Taktangabe in diesem System
        \override TimeSignature #'stencil = ##f
      }
        { f8 f c }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Nun können wir daran gehen, auch wirklich die Größe der Objekte zu ändern.

Manche Layout-Objekte werden aus Glyphen erstellt, die sich in einer Schriftartdatei befinden. Dazu gehören die Notenköpfe, Versetzungszeichen, Text, Schlüssel, Taktbezeichnung, Dynamik und Gesangstext. Ihre Größe wird verändert, indem die font-size- (Schriftgröße)-Eigenschaft geändert wird, wie wir bald sehen werden. Andere Layout-Objekte, wie Bögen – oder allgemein Strecker-Objekte – werden individuell gezeichnet, es gibt dazu also keine font-size, die mit ihnen verknüpft wäre. Weitere Eigenschaften wie die Länge von Hälsen und Taktlinien, Dicke von Balken und anderen Linien und der Abstand der Notenlinien voneinander müssen auf spezielle Weise verändert werden.

In unserem Ossia-Beispiel wollen wir zuerst die Schriftgröße verändern. Das ist auf zwei Arten möglich. Entweder wir ändern die Schriftgröße für jede Objektart mit einem eigenen Befehl, etwa:

\override NoteHead #'font-size = #-2

oder wir ändern die Größe aller Schriftobjekte, indem wir den Wert einer besonderen Eigenschaft, fontSize, mit dem \set-Befehl bestimmen oder sie in eine \with-Konstruktion (ohne \set einschließen.

\set fontSize = #-2

Beide Beispiele reduzieren die Schriftgröße um zwei Schritte im Vergleich zum vorigen Wert, wobei jeder Schritt die Schriftgröße um etwa 12% verändert.

Setzen wir das also in unserem Ossia-Beispiel ein:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
        \override Clef #'stencil = ##f
        \override TimeSignature #'stencil = ##f
        % Alle Schriftgrößen um ~24% verkleinern
        fontSize = #-2
      }
        { f8 f c }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Das sieht aber immer noch nicht richtig aus. Die Notenköpfe und Fähnchen sind kleiner, aber die Hälse im Vergleich dazu zu lang und die Notenlinien zu weit auseinander. Sie müssen auch proportional zur Schriftart verkleinert werden. Der nächste Abschnitt behandelt diese Anpassung.


4.3.3 Länge und Dicke von Objekten

Abstände und Längen werden in LilyPond üblicherweise in Notenlinienabständen (engl. staff-spaces) gemessen. Das ist der Abstand zwischen zwei Notenlinien im System. Die meisten Dicken (engl. thickness) dagegen werden in einer internen Einheit Linien-Dicke (engl. line-thickness) gemessen. Die Linien von Dynamikklammern zum Beispiel haben standardmäßig eine Dicke von einer Einheit line-thickness, während die Dicke eines Notenhalses 1,3 ist. Beachten Sie jedoch, dass sich manche Dicken anders verhalten: die Dicke von Balken etwa wird in Notenlinienabständen gemessen.

Wie also werden Längen skaliert um der Schriftgröße zu entsprechen? Das kann mit einer besonderen Funktion magstep vorgenommen werden, die genau für diesen Zweck vorhanden ist. Sie nimmt ein Argument auf, die Änderung der Schriftgröße (#-2 im obigen Beispiel) und gibt einen Skalierungsfaktor aus, der dazu dient, Objekte proportionell zueinander zu verändern. So wird sie benutzt:

\new Staff ="main" {
  \relative g' {
    r4 g8 g c4 c8 d |
    e4 r8
    <<
      { f c c }
      \new Staff \with {
        alignAboveContext = #"main"
        \override Clef #'stencil = ##f
        \override TimeSignature #'stencil = ##f
        fontSize = #-2
        % Die Halslänge und Linienabstand anpassen
        \override StaffSymbol #'staff-space = #(magstep -2)
      }
        { f8 f c }
    >>
    r4 |
  }
}

[image of music]

Da die Länge eines Halses und viele andere Längeneigenschaften relativ zum Wert des Notenlinienabstands (staff-space) errechnet werden, werden sie auch automatisch verkleinert. Das wirkt sich jedoch nur auf die vertikale Skalierung des Ossias aus – die horizontale Skala ist durch das Layout des Haupsystems bestimmt und wird also von diesen Größenänderungen nicht betroffen. Wenn natürlich die Größe der gesamten Noten reduziert würde, würde sich auch die horizontalen Abstände ändern. Dass wird später im Layout-Abschnitt betrachtet.

Mit dieser Änderung ist unser Ossia fertig. Die Größen und Längen aller anderen Objekte können auf analoge Weise geändert werden.

Für kleine Größenänderungen, wie in dem obigen Beispiel, braucht die Dicke der verschiedenen Linien, wie Taktlinien, Notenlinien, Balken, Dynamikklammern usw. normalerweise keine spezielle Anpassung. Wenn die Dicke eines bestimmten Layout-Objektes angepasst werden muss, kann man das erreichen, indem die entsprechende thickness-Eigenschaft des Objekts mit \override verändert wird. Ein Beispiel, wie man die Dicke von Bögen ändert, wurde schon gezeigt, siehe Eigenschaften von Layoutobjekten. Die Dicke aller gezeichneten Objekte (die also nicht aus einer Schriftart stammen) können auf gleiche Weise geändert werden.


4.4 Positionierung von Objekten


4.4.1 Automatisches Verhalten

Es gibt Objekte der Notation, die zum Notensystem gehören, und andere, die außerhalb des Systems gesetzt werden müssen. Sie werden within-staff-Objekte bzw. outside-staff-Objekte genannt.

within-staff-Objekte werden innerhalb des Notensystems (engl. staff) gesetzt: Notenköpfe, Hälse, Versetzungszeichen usw. Ihre Position ist üblicherweise durch die notierte Musik bestimmt – sie werden vertikal auf bestimmten Linien notiert oder sind an andere Objekte gebunden, die vertikal festgelegt sind. Kollisionen von Notenköpfen, Hälsen und Versetzungszeichen werden normalerweise automatisch vermieden. Es gibt Befehle, um dieses automatische Verhalten zu verändern, wie unten gezeigt werden soll.

Objekte, die außerhalb des Notensystems gesetzt werden, sind unter Anderem Übungsmarkierungen, Text und Dynamikzeichen. LilyPonds Regel für ihre vertikale Positionierung lautet, sie so nah wie möglich am Notensystem zu setzen, aber nicht so nah, dass sie mit anderen Objekten kollidieren. Dabei wird die outside-staff-priority-(Priorität außerhalb des Notensystems)-Eigenschaft eingesetzt, um die Reihenfolge zu bestimmen, in denen Objekte gesetzt werden sollen.

Zuerst werden alle Innersystemobjekte von LilyPond gesetzt. Dann werden die Objekte außerhalb des Systems nach ihrer outside-staff-priority geordnet. Die outside-staff-Objekte werden dann nacheinander gesetzt, mit der niedrigsten Priorität beginnend, und so gesetzt, dass sie nicht mit anderen Objekten kollidieren, die schon gesetzt wurden. Wenn also zwei outside-staff-Objekte um den selben Platz streiten, wird das mit der geringeren outside-staff-priority näher am System gesetzt werden. Wenn zwei Objekte die selbe Priorität haben, wird das näher am System gesetzt, welches zuerst auftritt.

Im folgenden Beispiel haben alle Textbeschriftungen die gleiche Priorität (weil sie nicht explizit gesetzt worden ist). Beachten Sie, dass „Text3“ wieder dicht am System gesetzt wurde, weil er unter „Text2“ passt.

c2^"Text1"
c^"Text2"
c^"Text3"
c^"Text4"

[image of music]

Notensysteme werden in den Standardeinstellungen auch so dicht beeinander gesetzt wie es möglich ist (mit einem minimalen Abstand). Wenn Noten sehr weit aus einem System herausragen, zwingen sie das nächste System weiter weg, wenn eine Kollision drohen würde. Im nächsten Beispiel sehen Sie, wie Noten auf zwei Systemen „ineinander greifen“.

<<
  \new Staff {
    \relative c' { c a, }
  }
  \new Staff {
    \relative c'''' { c a, }
  }
>>

[image of music]


4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)

Es wurde schon gezeigt, wie die Befehle \voiceXXX die Richtung von Bögen, Fingersatz und allen anderen Objekten beeinflusst, die von der Richtung der Notenhälsen abhängen. Diese Befehle sind nötig, wenn polyphone Musik geschrieben wird, damit sich die einzelnen Melodielinien klar abzeichnen. Es kann aber von Zeit zu Zeit nötig sein, dieses automatische Verhalten zu verändern. Das kann entweder für ganze Abschnitte, aber genauso auch nur für eine einzelne Note vorgenommen werden. Die Eigenschaft, die die Richtung bestimmt, ist die direction-Eigenschaft jedes Layout-Objekts. Es soll erst erklärt werden, was sie bewirkt und dann eine Anzahl an fertigen Befehlen für die üblicheren Situationen präsentiert werden, mit denen Sie gleich loslegen können.

Manche Layout-Objekte, wie Legato- und Bindebögen, biegen sich oder zeigen entweder nach oben oder nach unten, andere, wie Hälse und Fähnchen, verändern auch die Position rechts oder links, je nach der Richtung, in die sie zeigen. Das wird automatisch berücksichtigt, wenn die direction-Eigenschaft verändert wird.

Das folgende Beispiel zeigt im ersten Takt die Standardeinstellung für Hälse, die bei hohen Noten nach unten zeigen und bei tiefen noten nach oben. Im nächsten Takt werden alle Hälse nach unten gezwungen, im dritten Takt nach oben, und im vierten wird wieder der Standard eingestellt.

a4 g c a
\override Stem #'direction = #DOWN
a g c a
\override Stem #'direction = #UP
a g c a
\revert Stem #'direction
a g c a

[image of music]

Hier werden die Konstanten DOWN und UP eingesetzt. Sie haben die Werte -1 bwz. +1, und diese numerischen Werte können ebenso benutzt werden. Auch der Wert 0 kann in manchen Fällen benutzt werden. Er bedeutet für die Hälse das gleiche wie UP, für einige andere Objekte jedoch „zentiert“. Es gibt hierzu die Konstante CENTER, die den Wert 0 hat.

Es gibt aber einfachere Befehle, die normalerweise benutzt werden. Hier eine Tabelle der häufigsten. Die Bedeutung des Befehls wird erklärt, wenn sie nicht selbsverständlich ist.

Runter/Links

Rauf/Rechts

Rückgängig

Wirkung

\arpeggioArrowDown

\arpeggioArrowUp

\arpeggioNormal

Arpeggio mit Pfeil nach unten, oben oder ohne Pfeil

\dotsDown

\dotsUp

\dotsNeutral

Richtung der Verschiebung eines Punktes, um Notenlinien zu vermeiden

\dynamicDown

\dynamicUp

\dynamicNeutral

Position der Dynamik-Bezeichnung relativ zum System

\phrasingSlurDown

\phrasingSlurUp

\phrasingSlurNeutral

Befehl für Richtung von Phrasierungsbögen

\slurDown

\slurUp

\slurNeutral

Befehl für Richtung von Legatobögen

\stemDown

\stemUp

\stemNeutral

Befehl für Richtung von Hälsen

\textSpannerDown

\textSpannerUp

\textSpannerNeutral

Position von Textbeschrifungen, die als Strecker eingegeben werden

\tieDown

\tieUp

\tieNeutral

Befehl für Richtung von Bindebögen

\tupletDown

\tupletUp

\tupletNeutral

Befehl für Richtung von Klammern/Zahlen der N-tolen

Diese vordefinierten Befehl können allerdings nicht zusammen mit \once benutzt werden. Wenn Sie die Wirkung eines Befehl auf eine einzige Noten begrenzen wollen, müssen Sie den entsprechenden \once \override-Befehl benutzen oder den definierten Befehl, gefolgt von dem entsprechenden neutralisierenden xxxNeutral-Befehl nach der Note.

Fingersatz

Die Positionierung von Fingersatz kann auch durch den Wert seiner direction-Eigenschaft beeinflusst werden, aber eine Veränderung von direction hat keinen Einfluss auf Akkorde. es gibt auch hier besondere Befehle, mit denen der Fingersatz von einzelnen Noten in Akkorden kontrolliert werden kann, wobei mögliche Positionen über, unter der Note und rechts bzw. links von ihr sind.

Zunächst die Wirkungsweise von direction auf den Fingersatz: im ersten Takt der Standard, dann die Wirkung von DOWN (runter) und UP (hinauf).

c-5 a-3 f-1 c'-5
\override Fingering #'direction = #DOWN
c-5 a-3 f-1 c'-5
\override Fingering #'direction = #UP
c-5 a-3 f-1 c'-5

[image of music]

Eine Beeinflussung der direction-Eigenschaft ist jedoch nicht die einfachste Art, Fingersatzbezeichnungen manuell über oder unter das System zu setzen. Normalerweise bietet es sich an, _ oder ^ anstelle von - vor der Fingersatz-Zahl zu benutzen. Hier das vorherigen Beispiel mit dieser Methode:

c-5 a-3 f-1 c'-5
c_5 a_3 f_1 c'_5
c^5 a^3 f^1 c'^5

[image of music]

Die direction-Eigenschaft wirkt sich nicht auf Akkorde aus, während die Präfixe _ und ^ funktionieren. Standardmäßig wird der Fingersatz automatisch entweder über oder unter dem Akkord gesetzt:

<c-5 g-3>
<c-5 g-3 e-2>
<c-5 g-3 e-2 c-1>

[image of music]

aber das kann manuell geändert werden, um einzelne Fingersatzanweisungen nach oben oder unten zu zwingen:

<c-5 g-3 e-2 c-1>
<c^5 g_3 e_2 c_1>
<c^5 g^3 e^2 c_1>

[image of music]

Noch bessere Kontrolle über die Positionierung von Fingersatz für einzelne Noten in einem Akkord ist mit dem \set fingeringOrientations-Befehl möglich. Die Syntax lautet:

\set fingeringOrientations = #'([up] [left/right] [down])

\setwird benutzt, weil fingeringOrientations eine Eigenschaft des Voice-Kontextes ist, erstellt und eingesetzt vom New_fingering_engraver.

Die Eigenschaft kann als Wert eine Liste mit einem bis drei Einträgen haben. Damit wird bestimmt, ob Fingersatz oberhalb gesetzt werden kann (wenn up in der Liste auftaucht), darunter (wenndown auftaucht), links (wenn left auftaucht) oder rechts (wenn right auftaucht). Wenn andererseits ein Wert nicht auftaucht, wir auch kein Fingersatz in dieser Richtung gesetzt. LilyPond nimmt diese Beschränkung als Bedingung und errechnet die besten Positionen für die Noten des nächsten Akkordes. Die seitliche Positionierung kann nur auf einer Seite des Akkordes geschehen, nicht auf beiden gleichzeitig, es kann also nur entweder left oder right auftreten, nicth beide gleichzeitig.

Achtung: Damit eine einzelne Note mit diesem Befehl beeinflusst werden kann, muss sie als ein „Ein-Noten-Akkord“ geschrieben werden, indem einfache spitze Klammern um die Note positioniert werden.

Hier ein paar Beispiele:

\set fingeringOrientations = #'(left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(up left down)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(up left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(right)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4

[image of music]

Wenn die Fingersatzbezeichnung zu gedrungen aussieht, kann auch die Schriftgröße (font-size) verringert werden. Der Standardwert kann aus dem Fingering-Objekt in der IR entnommen werden, er ist -5, versuchen wir es also mit -7.

\override Fingering #'font-size = #-7
\set fingeringOrientations = #'(left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(up left down)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(up left)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4
\set fingeringOrientations = #'(right)
<f-2>
< c-1  e-2 g-3 b-5 > 4

[image of music]


4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems

Objekte außerhalb des Notensystems werden automatisch gesetzt, um Kollisionen zu vermeiden. Objekten mit einem geringeren Prioritätswert der Eigenschaft outside-staff-priority werden näher an das System gesetzt, und andere Objekte außerhalb des Systems werden dann soweit vom System entfernt gesetzt, dass Zusammenstöße vermieden werden. Die outside-staff-priority-Eigenschaft ist im grob-interface definiert und ist also eine Eigenschaft von allen Layout-Objekten. Standardmäßig ist sie für alle Objekte auf falsch (#f) gesetzt; dieser Wert wird in einen numerischen Wert dem Objekt entsprechend geändert, wenn das Objekt für die Notenausgabe erstellt wird. Die Tabelle unten zeigt die Standardwerte für die meistbenutzten outside-staff-Objekte, die den Voreinstellungen nach im Staff- oder Voice-Kontext gesetzt werden.

Layout-Objekt

Priorität

Kontrolliert Position von:

MultiMeasureRestText

450

Text über Ganztaktpausen

TextScript

450

Textbeschriftung

OttavaBracket

400

Ottava (Oktavierungsklammern)

TextSpanner

350

Text-Strecker

DynamicLineSpanner

250

Alle Dynamik-Bezeichnungen

VoltaBracketSpanner

100

Volta-Klammern

TrillSpanner

50

Triller-Strecker

Hier ein Beispiel, das die Standardpositionierung von einigen Objekten zeigt.

% Details für späteren Text-Spanner setzen
\override TextSpanner #'(bound-details left text)
    = \markup { \small \bold Slower }
% Dynamik-Zeichen über System setzen
\dynamicUp
% Beginn der Oktavierungsklammer
\ottava #1
c' \startTextSpan
% Dynamik-Text hinzufügen
c\pp
% Dynamic Line Spanner hinzufügen
c\<
% Textbeschriftung hinzufügen
c^Text
c c
% Dynamik-Text hinzufügen
c\ff c \stopTextSpan
% Ende der Oktavierungsklammer
\ottava #0
c, c c c

[image of music]

Dieses Beispiel zeigt auch, wie man Text-Strecker erstellt, d.h. Text mit Bindestrichen, der sich über eine bestimmte Länge erstreckt. Der Strecker beginnt mit dem \startTextSpan-Befehl und endet mit dem \stopTextSpan-Befehl, und das Format des Textes wird mit dem \override TextSpanner-Befehl bestimmt. Mehr Einzelheiten siehe Text mit Verbindungslinien.

Im Beispiel wird auch gezeigt, wie Oktavierungsklammern (Ottava) erstellt werden.

Beachten Sie, dass Taktnummern, Metronombezeichnungen und Übungszeichen nicht gezeigt werden. Sie werden standardmäßig im Score-(Partitur)-Kontext erstellt und ihre outside-staff-priority wird in Bezug auf die Layout-Objekte, die im Staff-Kontext erstellt werden, ignoriert. Wenn Sie Taktnummern, Metronombezeichnungen oder Übungszeichen entsprechend ihrer Außersystem-Priorität setzen wollen, müssen Sie die entsprechenden Engraver (Bar_number_engraver, Metronome_mark_engraver oder Mark_engraver) vom Score-Kontext entfernen und dem Staff-Kontext hinzufügen. Wenn die Engraver so geändert werden, erhalten sie folgenden Werte für outside-staff-priority:

Layout-Objekt

Priorität

RehearsalMark

1500

MetronomeMark

1000

BarNumber

100

Wenn die Standardwerte der outside-staff-priority nicht die Positionierung hervorrufen, die Sie wünschen, kann die Priorität eines jeden Objektes geändert werden. Als Beispiel wollen wir zeigen, wie sich die Oktavierungsklammer unter den Textstrecker des vorigen Beispiels setzen lässt. Wir müssen nur die Priorität des OttavaBracket-Objektes in der IR oder der Tabelle oben herausfinden und einen kleineren Wert angeben als der Wert, den das TextSpanner-(Strecker)-Objekt bekommt, wobei noch daran zu denken ist, dass OttavaBracket im Staff-Kontext erstellt wird:

% Details für späteren Text-Spanner setzen
\override TextSpanner #'(bound-details left text)
    = \markup { \small \bold Slower }
% Dynamik-Zeichen über System setzen
\dynamicUp
%Nächste Ottava-Klammer unter Text-Spanner setzen
\once \override Staff.OttavaBracket #'outside-staff-priority = #340
% Beginn der Oktavierungsklammer
\ottava #1
c' \startTextSpan
% Dynamik-Text hinzufügen
c\pp
% Dynamic Line Spanner hinzufügen
c\<
% Textbeschriftung hinzufügen
c^Text
c c
% Dynamik-Text hinzufügen
c\ff c \stopTextSpan
% Ende der Oktavierungsklammer
\ottava #0
c, c c c

[image of music]

Legatobögen werden als Innersystem-Objekte klassifiziert, aber sie erscheinen oft auch über dem System, wenn die Noten, an die sie verbunden sind, sehr hoch im System notiert sind. Dadurch können Außersystem-Objekte, wie Artikulationszeichen, zu hoch gerückt werden. Die avoid-slur-Eigenschaft hat nur eine Auswirkung, wenn auch die outside-staff-priority auf #f gesetzt ist. Alternativ kann die outside-staff-priority des Legatobogens auf einen numerischen Wert gesetzt werden, sodass er mit anderen Außersystem-Objekten anhand dieses Wertes gesetzt wird. Hier ein Beispiel, das die beiden Möglichkeiten veranschaulicht:

c4( c^\markup\tiny\sharp d4.) c8
c4(
\once \override TextScript #'avoid-slur = #'inside
\once \override TextScript #'outside-staff-priority = ##f
c^\markup\tiny\sharp d4.) c8
\once \override Slur #'outside-staff-priority = #500
c4( c^\markup\tiny\sharp d4.) c8

[image of music]

Eine Änderung der outside-staff-priority kann auch dazu benutzt werden, die vertikale Plazierung von individuellen Objekten zu kontrollieren, auch wenn das Ergebnis nicht immer optimal ist. Im nächsten Beispiel soll „Text3“ oberhalb von „Text4“ gesetzt werden, das Beispiel wurde behandelt in Automatisches Verhalten. Der Wert der Priorität muss also für die Eigenschaft TextScript entweder in der IR oder in der Tabelle oben festgestellt werden und dann die Priorität für „Text3“ höher eingestellt werden:

c2^"Text1"
c^"Text2"
\once \override TextScript #'outside-staff-priority = #500
c^"Text3"
c^"Text4"

[image of music]

Damit wird zwar „Text3“ ganz richtig über „Text4“ platziert, aber auch über „Text2“, und „Text4“ wird jetzt weiter unten gesetzt. Eigentlich sollten ja alle diese Anmerkungen gleichweit vom System entfernt sein. Dazu muss offensichtlich horizontal etwas Platz gemacht werden. Das kann erreicht werden mit dem textLengthOn-(Textlänge an)-Befehl.

\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)

Standardmäßig wird Text, der mit dem Beschriftungsbefehl \markup bzw. Äquivalenten erstellt wird, kein zusätzlicher Platz in Bezug auf die Positionierung der Noten zugestanden. Der \textLengthOn-Befehl ändert dieses Verhalten, so dass die Noten gespreizt werden, wenn die Breite des Textes es erfordert:

\textLengthOn  % Noten spreizen um dem Text Platz zu machen
c2^"Text1"
c^"Text2"
c^"Text3"
c^"Text4"

[image of music]

Dieses Verhalten wird mit dem \textLengthOff-Befehl rückgängig gemacht. Erinnern Sie sich, dass \once nur mit \override, \set, \revert oder unset funktioniert, der Befehl kann also nicht zusammen mit \textLengthOn benutzt werden.

Textbeschriftung vermeidet auch Noten, die über das System hinausstehen. Wenn das nicht gewünscht ist, kann die automatische Verschiebung nach oben hin auch vollständig ausgeschaltet werden, indem die Priorität auf #f gesetzt wird. Hier ein Beispiel, wie eine Textbeschriftung mit diesen Noten reagiert:

% Dieser Text ist kurz genug um ohne Kollision zu passen
c2^"Tex"
c''2
R1
% Dieser ist zu lang, darum wird der nach oben verschoben
c,,2^"Text"
c''2
R1
% Abschalten der automatischen Vermeidung von Zusammenstößen
\once \override TextScript #'outside-staff-priority = ##f
c,,2^"Long Text   "
c''2
R1
% Abschalten der automatischen Vermeidung von Zusammenstößen
\once \override TextScript #'outside-staff-priority = ##f
\textLengthOn  % und Textlänge berücksichtigen
c,,2^"Long Text   "  % Leerzeichen am Ende werden beachtet
c''2

[image of music]

Dynamik

Dynamikbezeichnung wird üblicherweise unter dem System gesetzt, kann aber auch nach oben mit dem Befehl dynamicUp gezwungen werden. Die Bezeichnung wird vertikal relativ zu der Note positioniert, an die sie angefügt wurde. Sie wird vertikal variabel gesetzt in Bezug zu Innersystemobjekten wie Bögen oder Taktnummern. Damit können oft recht gute Resultate erreicht werden, wie im folgenden Beispiel:

\clef "bass"
\key aes \major
\time 9/8
\dynamicUp
bes4.~\f\< \( bes4 bes8 des4\ff\> c16 bes\! |
ees,2.~\)\mf ees4 r8 |

[image of music]

Wenn aber Noten und Dynamikzeichen sehr dicht beieinander stehen, positioniert die automatische Kollisionsvermeidung später kommende Dynamikzeichen weiter weg, was allerdings nicht immer die beste Möglichkeit ist, wie in dem folgenden, etwas gewollten Beispiel zu sehen ist:

\dynamicUp
a4\f b\mf c\mp b\p

[image of music]

Wenn eine ähnliche Situation in „echter“ Musik auftaucht, kann es nötig sein, die Noten etwas zu spreizen, damit die Dynamikzeichen alle auf der selben vertikalen Position gesetzt werden können. Dieses Verhalten war im Falle von Textbeschriftungen möglich mit dem \textLengthOn-Befehl, aber es gibt keinen entsprechenden Befehl für Dynamik. Wir müssen also unsere eigenen Befehle mit \override konstruieren.

Verändern der Größe von grobs

Zuallererst müssen wir lernen, wie die Größe von Grobs verändert wird. Alle Grobs besitzen einen Referenzpunkt, der benutzt wird, um ihre Position in Relation zu ihnen übergeordneten Objekten zu bestimmen. Dieser Punkt innerhalb des Grobs wird dann auf einer horizontalen Position (X-offset) und einer vertikalen Position (Y-offset) ausgerichtet, immer bezüglich des übergeordneten Objektes. Eine horizontale Strecke wird durch ein Zahlenpaar angegeben (X-extent), welche die linke und rechte Grenze relativ zum übergeordneten Objekt bezeichnen. Die vertikale Strecke wir genauso durch ein Zahlenpaar (Y-extent) definiert. Diese Eigenschaften gehören zu allen Grobs, die das grob-interface unterstützen.

Standardmäßig haben Außersystemobjekte eine Länge von Null, so dass sie sich in horizontaler Richtung überlappen können. Das geschieht, indem dem linken Rand Unendlich zugewiesen wird und dem rechten Rand minus Undendlich (der Code der extra-spacing-width-(zusätzliche Positionierungslänge)-Eigenschaft lautet: '(+inf.0 . -inf.0)). Damit sich diese Objekte also horizontal nicht überschneiden, muss der Wert von extra-spacing-width auf '(0 . 0) gesetzt werden, sodass die wirkliche Länge eines Objektes zur Geltung kommt. Mit diesem Befehl wird das für Dynamik-Zeichen erledigt:

\override DynamicText #'extra-spacing-width = #'(0 . 0)

Schauen wir uns an, wie es mit dem vorigen Beispiel funktioniert:

\dynamicUp
\override DynamicText #'extra-spacing-width = #'(0 . 0)
a4\f b\mf c\mp b\p

[image of music]

Damit werden die Dynamik-Zeichen also wirklich nebeneinander gesetzt, aber es gibt noch zwei Probleme. Die Zeichen sollten etwas weiter außeinander stehen und es wäre gut, wenn sie alle den gleichen Abstand zum System hätte. Das erste Problem ist einfach behoben. Anstatt der extra-spacing-width-Eigenschaft Null zuzuweisen, können wir auch einen etwas größeren Wert wählen. Die Einheit wird gemessen in dem Abstand zwischen zwei Notenlinien, es scheint also gut, den rechten und linken Rand eine halbe Einheit zu vergrößern:

\dynamicUp
% Breite um einen Linienabstand vergrößern
\override DynamicText #'extra-spacing-width = #'(-0.5 . 0.5)
a4\f b\mf c\mp b\p

[image of music]

Das sieht schon besser aus, aber es wäre noch besser, wenn die Dynamik-Zeichen alle an einer Linie ausgerichtet wären, anstatt höher und tiefer zu sitzen. Das kann mit der staff-padding-Eigenschaft erreicht werden, die wir uns im folgenden Abschnitt genauer anschauen werden.


4.5 Kollision von Objekten


4.5.1 Verschieben von Objekten

Es wird vielleicht eine Überraschung sein, aber LilyPond ist nicht perfekt. Einige Notationselemente können sich überschneiden. Das ist nicht schön, aber zum Glück sehr selten. Normalerweise müssen die Objekte zur Klarheit oder aus ästhetischen Gründen verschoben werden – sie könnten besser aussehen, wenn sie etwas zusätzlichen Platz erhalten.

Es gibt im Grunde drei Herangehensweisen, überlappende Notation zu verbessern. Man sollte sie in der folgenden Reihenfolge anwenden:

  1. Die Richtung eines der überlappenden Objekte kann geändert werden, indem die vordefinierten Befehle für Innersystemobjekte verwendet werden, wie beschrieben in within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems). Hälse, Bögen, Balken, Dynamik-Zeichen und Triolen können auf diese Weise einfach umgeordnet werden. Beschränkt ist diese Methode insofern, als es nur zwei Möglichkeiten zur Veränderung gibt: oben oder unten.
  2. Die Objekteigenschaft, die LilyPond benutzt um die Layout-Objekte zu platzieren, können mit dem \override-Befehl positioniert werden. Die Vorteile von Änderungen dieser Art sind a) dass einige Objekte automatisch verschoben werden, wenn es nötig ist Platz zu schaffen und b) ein einziges \override sich auf alle Fälle eines Objekttyps bezieht. Zu diesen Eigenschaften gehören:
    • direction (Richtung)

      Das wurde schon detailliert behandelt, siehe within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems).

    • padding, left-padding, right-padding, staff-padding (Verschiebung)

      Wenn ein Objekt platziert wird, bestimmt der Wert seiner padding-(Füllungs)-Eigenschaft die Größe des Abstandes, der zwischen dem Objekt selber und dem Objekt, relativ zu welchem es positioniert wird, gelassen werden muss. Dabei zählt der padding-Wert des Objektes, das platziert werden soll, der padding-Wert des Objektes, das schon gesetzt wurde, wird hingegegen ignoriert. Abstände mit padding können zu allen Objekten hinzugefügt werden, die das side-position-interface unterstützen.

      Anstelle von padding wird die Position von Versetzungszeichengruppen durch die Eigenschaften left-padding und right-padding bestimmt. Diese Eigenschaften werden im AccidentalPlacement-(Versetzungszeichen-Positionierungs)-Objekt gefunden, das sich innerhalb des Staff-Kontexts befindet. Während des Notensatzes werden die Notenköpfe zuerst gesetzt und dann die Versetzungszeichen, wenn denn welche gesetzt werden, durch die right-padding-Eigenschaft auf die linke Seite der Notenköpfe positioniert, um die Entfernung von den Notenköpfen zu bestimmen. Also nur die right-padding-(Verschiebung nach rechts)-Eigenschaft des AccidentalPlacement-Objekts hat Einfluss auf die Positionierung der Versetzungszeichen.

      Die staff-padding-(Verschiebung zum System)-Eigenschaft ist sehr ähnlich wie die padding-Eigenschaft: padding bestimmt den Minimalabstand zwischen einem Objekt, das das side-position-interface unterstützt, und dem nächsten anderen Objekt (normalerweise die Note oder Notenlinie); staff-padding dagegen wirkt nur auf Objekte die immer außerhalb des Notensystems sind – damit wird der minimale Abstand bestimmt, der zwischen dem Objekt und dem Notensystem gelassen werden soll. staff-padding hat also keinen Einfluss auf Objekte, die relativ zu einer Note positioniert werden, sondern nur auf solche, die zum System relativ stehen. Wenn es mit einem anderen Objekt eingesetzt wird, erhält man keine Fehlermeldung, aber der Befehl hat auch keine Auswirkungen.

      Um herauszufinden, welche padding-Eigenschaft für das bestimmte Objekt nötig, ist, das Sie verschieben wollen, müssen Sie in der IR nach den Objekt-Eigenschaften schauen. Dabei sollten Sie bedenken, dass sich die padding-Eigenschaften nicht unbedingt in dem Objekt selber befinden, schauen Sie also auch in Objekten nach, die offensichtlich Ähnlichkeiten haben.

      Alle padding-Werte werden in Notenlinienabständen gemessen. Für die meisten Objekte ist der Wert ungefähr auf 1.0 oder weniger gesetzt (das variiert von Objekt zu Objekt). Der Wert kann geändert werden, wenn ein größerer (oder kleinerer) Abstand gewünscht wird.

    • self-alignment-X (Selbstpositionierung)

      Diese Eigenschaft kann benutzt werden, um ein Objekt nach links, rechts oder zentriert an dem Referenzpunkt des Objekts auszurichten, an das es verknüpft ist. Es kann bei allen Objekten benutzt werden, die das self-alignment-interface unterstützen. Das sind üblicherweise Objekte, die Text enthalten. Die möglichen Werte der Eigenschaft sind LEFT, RIGHT oder CENTER. Alternativ kann ein numerischer Wert zwischen -1 und +1 bestimmt werden: -1 heißt linksbündig, +1 rechtsbündig und Zahlen dazwischen bewegen den Text schrittweise von links nach rechts. Zahlen größer als 1 können angegeben werdne, um den Text noch weiter nach links zu bewegen, oder weniger als -1, um ihn weiter nach rechts zu schieben. Eine Änderung um 1 des Wertes entspricht einer Bewegung um die halbe Textbreite.

    • extra-spacing-width (zusätzliche Breite)

      Diese Eigenschaft steht für alle Objekte zur Verfügung, die das item-interface unterstützen. Es braucht zwei Zahlen als Argument, die erste wird zur rechten Ausdehnung, die zweite zur linken Ausdehnung hinzugerechnet. Negative Zahlen verschieben die Ausdehnung nach rechts, positive nach links, um also ein Objekt zu verbreitern, muss die erste Zahl negativ und die zweite positiv sein. Allerdings beachten nicht alle Objekte beide Zahlen. Das accidental-(Versetzungszeichen)-Objekt etwa beachtet nur erste Zahl für die linke Ausdehnung.

    • staff-position (Notensystempositionierung)

      staff-position ist eine Eigenschaft des staff-symbol-referencer-interface, die von Objekten unterstützt wird, die relativ zum Notensystem (engl. staff) positioniert werden. Hiermit wird die vertikale Position eines Objekts relativ zur Mittellinie des Systems in halben Notenlinienabständen angegeben. Das ist sehr nützlich, um Zusammenstöße zwischen Layout-Objekten wie Ganztaktpausen, Bögen und Noten in verschiedenen Stimmen zu lösen.

    • force-hshift (vertikale Verschiebung erzwingen)

      Eng beeinander stehende Noten in einem Akkord oder Noten, die zum gleichen Zeitpunkt in unterschiedlichen Stimmen stehen, werden in zwei oder manchmal auch mehr Kolumnen gesetzt, um Kollisionen zu umgehen. Diese Kolumnen werden Notenkolumnen genannt; ein NoteColumn-Objekt wird erstellt um die Noten in den Kolumnen zu setzen.

      Die force-hshift-(erzwinge horizontale Verschiebung)-Eigenschaft ist eine Eigenschaft von NoteColumn (bzw. vom note-column-interface). Eine Veränderung dieser Eigenschaft macht es möglich, eine Notenkolumne zu verschieben, dabei gilt als Einheit die Breite einer Kolumne, also die Breite des Notenkopfes der ersten Stimme. Diese Eigenschaft kann in Situationen benutzt werden, in denen die normalen \shiftOn-Befehle (siehe auch Stimmen explizit beginnen) das Problem nicht beseitigen. Diese Eigenschaft ist besser in solchen Fällen zu verwenden als die extra-offset-Eigenschaft, weil man die richtige Entfernung nicht in Notenlinienabständen ausrechnen muss. Wenn eine Note in eine Notenkolumne oder aus ihr heraus geschoben wird, werden auch andere Funktionen beeinflusst, wie etwa die Verschmelzung von Notenköpfen.

  3. Zu guter Letzt, wenn alles andere nicht funktioniert, können Objekte auch manuell positioniert werden, entweder vertikal in Bezug auf die Mittellinie des Systems, oder indem sie einen beliebigen Abstand weit auf eine neue Position verschoben werden. Der Nachteil ist, dass die richtigen Werte für eine gute Position manuell ausprobiert werden müssen, meistens durch Herantasten an den richtigen Wert, und das für jedes einzelne Objekt extra. Und weil diese Verschiebungen erst vorgenommen werden, wenn LilyPond alle anderen Objekte gesetzt hat, ist man als Notensetzer selber dafür verantwortlich, ob es Zusammenstöße gibt. Am schwerwiegendsten ist aber die Tatsache, dass die Verschiebungskoordinaten wahrscheinlich neu errechnent oder ausprobiert werden müssen, wenn sich an den Noten und deren Layout später irgend etwas ändert. Die Eigenschaften, die für diese Arte der manuellen Verschiebung verwendet werden können, sind:
    extra-offset (zusätzlicher Abstand)

    Diese Eigenschaft gehört zu jedem Layout-Objekt, das das grob-interface unterstützt. Sie braucht ein Zahlenpaar, das die exakte Verschiebung in horizontaler und vertikaler Richtung bezeichnet. Negative Zahlen verschieben das Objekt nach links oder unten. Die Einheit sind Notenlinienabstände. Die zusätzliche Positionierung wird vorgenommen, nachdem alle anderen Objekte platziert sind, weshalb ein Objekt irgendwohin verschoben werden kann, ohne den restlichen Satz zu beeinflussen.

    positions (Position)

    Diese Eigenschaft ist am sinnvollsten, um die Steigung und die Höhe von Balken, Bögen und Triolenklammern anzupassen. Sie braucht ein Zahlenpaar, das die Position des rechten und linken Endes relativ zur Mittellinie des Notensystems bestimmt. Die Einheit sind Notenlinienabstände. Bögen allerdings können nicht beliebig weit weg positioniert werden. LilyPond erstellt zunächst eine Liste an möglichen Positionen für den Bogen und findet normalerweise die Version, die „am besten aussieht“. Wenn die positions-Eigenschaft verändert worden ist, wird der Bogen aus der Liste gewählt, der der gewünschten Position am nächsten kommt.

Ein bestimmtes Objekt hat vielleicht nicht alle dieser Eigenschaften. Darum ist es nötig, in der IR nachzuschlagen, welche Eigenschaften ein bestimmtes Objekt unterstützt.

Hier ist eine Liste an Objekten, die am wahrscheinlichsten an einer Kollision beteiligt sind, daneben findet sich die Bezeichnung des Objektes, mit der Sie es in der IR finden, um zu bestimmen, welche Eigenschaften benutzt werden können, um es zu verschieben.

Objekttyp

Objektbezeichnung

Articulationszeichen

Script

Balken

Beam

Dynamikzeichen (vertikal)

DynamicLineSpanner

Dynamikzeichen (horizontal)

DynamicText

Fingersatz

Fingering

Übungs-/Textmarken

RehearsalMark

Legatobögen

Slur

Text z. B. ^"text"

TextScript

Bindebögen

Tie

N-tolen

TupletBracket


4.5.2 Überlappende Notation in Ordnung bringen

Hier soll nun gezeigt werden, wie die Eigenschaften, die im vorigen Abschnitt vorgestellt wurden, bei der Problemlösung mit sich überschneidenden Notationselementen eingesetzt werden können.

padding (Fülleigenschafte)

Die padding-(Verschiebungs-)Eigenschaft kann benutzt werden, um den Abstand zwischen Symbolen zu vergößern (oder zu verkleinern), die über oder unter den Noten gesetzt werden.

c2\fermata
\override Script #'padding = #3
b2\fermata

[image of music]

% Das funktioniert nicht, siehe unten
\override MetronomeMark #'padding = #3
\tempo 4=120
c1
% Das funktioniert:
\override Score.MetronomeMark #'padding = #3
\tempo 4=80
d1

[image of music]

Im zweiten Beispiel können Sie sehen, wie wichtig es ist den richtigen Kontext anzugeben. Weil das MetronomeMark-Objekt sich im Score-Kontext befindet, werden Eigenschaftsänderungen im Voice-Kontext einfach ignoriert. Für mehr Einzelheiten siehe Eignschaften verändern.

Wenn die padding-Eigenschaft eines Objektes erhöht wird, das sich in einem Stapel von Objekten befindet, die nach ihrer Außersystempriorität (outside-staff-priority) positioniert werden, werden das Objekt und alle, die sich außerhalb davon befinden, entsprechend verschoben.

left-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)

Die right-padding-Eigenschaft wirkt sich auf den Abstand zwischen einem Versetzungszeichen und der Note, auf das sie sich bezieht, aus. Sie wird nicht sehr oft benötigt, aber das folgende Beispiel zeigt eine Situation, wo man sie braucht. Das Beispiel stellt eine Situation dar, in der in einem Akkord sowohl H als auch B vorkommen sollen. Damit keine Ambiguität ensteht, sollen beide Noten ein Zeichen haben, also ein B und ein Auflösungszeichen. Hier einige Notationsversuche:

<b bes>
<b! bes>
<b? bes>

[image of music]

Keiner davon funktioniert, und der zweite und dritte weist hässliche Zusammenstöße zwischen den Zeichen auf.

Eine Möglichkeit, das Gewünschte zu erhalten, ist es den Stencil des Versetzungszeichens zu ersetzen mit einer Textbeschriftung (Markup), die sowohl das B als auch das Aulösungszeichen enthält:

AuflösungB = \markup { \natural \flat }
\relative c'' {
  \once \override Accidental
    #'stencil = #ly:text-interface::print
  \once \override Accidental #'text = #AuflösungB
  \once \override Score.AccidentalPlacement #'right-padding = #1.5
  <b bes>
}

[image of music]

Dazu ist aber ein \override-Befehl für den Stencil des Versetzungszeichens nötig, der bisher nicht behandelt wurde. Der Typ des Stencils muss eine Prozedur sein, die hier geändert wurde, um den Inhalt der text-Eigenschaft des Accidental (Versetzungszeichen)-Objekts zu setzen, die dann so definiert wird, dass sie ein Auflösungszeichen gefolgt von einem B enthält. Diese werden dann mit right-padding weiter nach rechts verschoben.

staff-padding (Systemfüllungseigenschaft)

staff-padding (Verschiebung zum Notensystem) kann verwendet werden um Objekte wie Dynamikzeichen an einer Grundlinie auf einer bestimmten Höhe über dem System auszurichten, sodass sie nicht von der Position der Note abhängen, an die sie angehängt sind. Diese Verschiebung ist keine Eigenschaft von DynamicText, sondern von DynamicLineSpanner. Das liegt daran, dass die Grundlinie sich gleicherweise auf alle Dynamikzeichen beziehen soll, also auch auf die, die als Strecker erstellt wurden. Hier also die Lösung, die Dynamikzeichen aus dem Beispiel des vorigen Abschnitts auszurichten:

\dynamicUp
% Breite um eine Einheit vergrößern
\override DynamicText #'extra-spacing-width = #'(-0.5 . 0.5)
% Dynamik-Zeichen an einer Linie ausrichten, die 2 Einheiten über dem System ist
\override DynamicLineSpanner #'staff-padding = #2
a4\f b\mf c\mp b\p

[image of music]

self-alignment-X (Selbstausrichtung-X-Eigenschaft)

Das nächste Beispiel zeigt, wie man den Zusammenstoß einer Fingersatzbezeichnung mit einem Notenhals verhindern kann, indem die rechte Ecke an dem Referenzpunkt der abhängigen Note angeordnet wird:

\voiceOne
< a \2 >
\once \override StringNumber #'self-alignment-X = #RIGHT
< a \2 >

[image of music]

staff-position (Position innerhalb des Systems)

Vieltaktpausen in einer Stimmen können mit Noten in anderen Stimmen kollidieren. Da diese Pausen zentriert zwischen den Taktlinien gesetzt werden, würde es für LilyPond eine recht große Anstrengung bedeuten herauszufinden, welche Noten mit ihnen zusammenstoßen könnten, denn alle Kollisionsvermeidung für Noten und Pausen funktioniert nur für Noten bzw. Pausen, die zur selben Zeit auftreten. Hier ein typisches Beispiel für eine Kollision dieser Art:

<< {c c c c} \\ {R1} >>

[image of music]

Die beste Lösung ist es, die Ganztaktpause nach unten zu schieben, denn die Pause ist in der zweiten Stimme. Per Standardeinstellung für die zweite Stimme (\voiceTwo, also die zweite Stimme in der <<{...} \\ {...}>>-Konstruktion) wird die Position auf dem System (staff-position) auf -4 für MultiMeasureRest, in unserem Beispiel muss es also bspw. auf die Position -8 gesetzt werden, d.h. vier halbe Notenlinienabstände weiter nach unten:

<<
  {c c c c}
\\
  \override MultiMeasureRest #'staff-position = #-8
  {R1}
>>

[image of music]

Das ist besser, als etwa extra-offset zu benutzen, denn in unserem Fall wird die Hilfslinie der Pause automatisch gesetzt.

extra-offset (Genaues Positionieren)

Die extra-offset-Eigenschaft bietet vollständige Kontrolle über die Positionierung von Objekten in horizontaler und vertikaler Richtung.

Im Beispiel unten ist das zweite Fingersatzzeichen (Fingering) etwas nach links und 1,8 Notenlinienabstände nach unten verschoben:

\stemUp
f-5
\once \override Fingering
    #'extra-offset = #'(-0.3 . -1.8)
f-5

[image of music]

Ausrichtungseigenschaft

Die positions-Eigenschaft erlaubt die Kontrolle von Position und Steigung von Balken, Legato- und Phrasierungsbögen sowie Triolenklammern. Hier ein Beispiel, in der ein unschöner Phrasierungsbogen auftritt, weil er den Bogen des Vorschlags vermeidet:

r4  \acciaccatura e8\( d8 c ~c d c d\)

[image of music]

Man könnte einfach den Phrasierungsbogen oberhalb der Noten setzen, und das wäre auch die beste Lösung:

r4
\phrasingSlurUp
\acciaccatura e8\( d8 c ~c d c d\)

[image of music]

aber wenn es einen Grund geben sollte, warum das nicht geht, könnte man das linke Ende des Phrasierungsbogens etwas nach unten verschieben, indem man die positions-Eigenschaft einsetzt. Damit verschwindet auch die etwas unschöne Form:

r4
\once \override PhrasingSlur #'positions = #'(-4 . -3)
\acciaccatura
e8\( d8 c ~c d c d\)

[image of music]

Hier noch ein weiteres Beispiel aus der Einleitung von Chopins Prelude Op. 28 Nr. 2, das untere System. Wie zu sehen ist, stößt der Balken mit den oberen Noten zusammen:

{
\clef "bass"
<< {b,8 ais, b, g,} \\ {e, g e, g} >>
<< {b,8 ais, b, g,} \\ {e, g e, g} >>
}

[image of music]

Das kann manuell gelöst werden, indem beide Enden des Balkens von ihrer Position 2 Notenlinienabstände über der Mittellinie hochgeschoben werden, etwa auf 3:

{
  \clef "bass"
  <<
    \override Beam #'positions = #'(3 . 3)
    {b,8 ais, b, g,}
  \\
    {e, g e, g}
  >>
  << {b,8 ais, b, g,} \\ {e, g e, g} >>
}

[image of music]

Hier ist zu beobachten, dass die Veränderung sich auch auf die weiteren Achtelbalken der ersten Stimme auwirkt, während sie keine Auswirkung auf die Balken der zweiten Stimme hat.

force-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)

An diesem Punkt können wir den letzten Feinschliff an unserem Chopin-Beispiel vornhemen, das wir behandelt haben in Ich höre Stimmen. Wir hatten es in folgende Form gebracht:

\new Staff \relative c'' {
  \key aes \major
  <<
    { c2 aes4. bes8 } \\
    { aes2 f4 fes   } \\
    { \voiceFour
      <ees c>2
      des2
    }
  >> |
  <c ees aes c>1 |
}

[image of music]

Die unteren zwei Noten des ersten Akkords (also diein der dritten Stimme) sollten nicht aus der Notenkolumne der oberen zwei Noten weggeschoben werden. Um das zu korrigieren, setzen wir force-hshift, das eine Eigenschaft von NoteColumn ist, für diese Noten auf Null. Die untere Note des zweiten Akkordes wird am besten direkt rechts von den oberen Noten gesetzt. Das erreichen wir, indem wir force-hshift für diese Note auf 0.5 setzen, also eine halbe Notenkopfbreite nach rechts von der Kolumne der oberen Noten aus.

Hier das Endergebnis:

\new Staff \relative c'' {
  \key aes \major
  <<
    { c2 aes4. bes8 } \\
    { aes2 f4 fes   } \\
    { \voiceFour
      \once \override NoteColumn #'force-hshift = #0 <ees c>2
      \once \override NoteColumn #'force-hshift = #0.5 des2
    }
  >> |
  <c ees aes c>1 |
}

[image of music]


4.5.3 Beispiele aus dem Leben

Das Kapitel zu Optimierungen soll mit einem komplizierten Beispiel beendet werden, in dem verschiedene Optimierungen vorgenommen werden müssen, bis das Ergebnis gut ausssieht. Das Beispiel wurde ganz bewusst gewählt um die Benutzung der Notationsreferenz zu zeigen, wenn ungewöhnliche Notationsprobleme gelöst werden müssen. Es ist nicht repräsentativ für normale Notationsprojekte, lassen Sie sich also nicht durch dieses Beispiel entmutigen! Zum Glück sind Probleme wie die hier gezeigten nicht sehr häufig.

Das Beispiel stammt aus Chopins Premiére Ballade, Op. 23, Takte 6–9, der Übergang vom Lento der Einleitung zum Moderato. Hier zunächst der Satz, wie er aussehen soll, allerdings ohne Dynamik, Fingersatz und Pedalbezeichnung, um das Beispiel nicht zu kompliziert zu machen.

[image of music]

Die erste Überlegung ist, dass das System für die rechte Hand im dritten Takt vier Stimmen braucht. Das sind die fünf Achtelnoten mit Balken, das übergebundene C, die Halbe D, die mit der Achtel D verschmolzen ist, und die punktierte Viertel Fis, die auch mit einer Achtelnote verschmolzen ist. Alles andere ist eine einzige Stimme, es ist also am einfachsten, die Stimmen nur zeitweise zu erstellen, wenn sie auftreten. Wenn Sie vergessen haben, wie man das anstellt, schauen Sie sich nochmal den Abschnitt Ich höre Stimmen an. Wir wollen anfange, indem wir die Noten in zwei Variablen notieren und dann die Systemstruktur in einer \score-Umgebung erstellen. Das ist, was LilyPond erstellt:

rhNoten = \relative c'' {
  r2 c4. g8 |
  bes1~ |
  \time 6/4
  bes2. r8
  % Beginn des polyphonen Abschnitts mit vier Stimmen
  <<
    {c,8 d fis bes a | }
  \\
    {c,8~ c2 | }
  \\
    {s8 d2 | }
  \\
    {s4 fis4. | }
  >>
  g2.
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2 |
  <d g, d>1 |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]

Alle Noten sind richtig, aber die Positionierung sehr verbesserungsbedürftig. Der Bindebogen stößt mit der veränderten Taktart zusammen, die Balkung im dritten Takt ist falsch, die Noten werden nicht verschmolzen und einige Notationselemente fehlen ganz. Behandeln wir zunächst die einfacheren Dinge. Der Balken kann durch eine manuelle Begrenzung einfach korrigiert werden, und auch der Legatobogen der linken Hand und der Phrasierungsbogen der rechten Hand sind schnell gesetzt, denn sie wurden schon in der Übung erklärt. Damit haben wir folgendes Notenbild:

rhNoten = \relative c'' {
  r2 c4.\( g8 |
  bes1~ |
  \time 6/4
  bes2. r8
  % Beginn des polyphonen Abschnitts mit vier Stimmen
  <<
    {c,8[ d fis bes a] | }
  \\
    {c,8~ c2 | }
  \\
    {s8 d2 | }
  \\
    {s4 fis4. | }
  >>
  g2.\)
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2( |
  <d g, d>1) |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]

Der erste Takt stimmt jetzt schon. Der zweite Takt enthält ein Arpeggio und wird mit einer doppelten Taktlinie beschlossen. Wie können wir diese notieren, denn sie sind im Handbuch zum Lernen nicht vorgekommen? Hier brauchen wir jetzt die Notationsreferenz. Ein Blick in den Index zeigt uns die Einträge für „Arpeggio“ und „Taktlinien“: ein Arpeggio also erstellt man mit dem Befehl \arpeggio hinter einem Akkord und eine doppelte Taktlinie wird mit dem Befehl \bar "||" erstellt. Das ist einfach. Als nächstes muss der Zusammenstoß des Bindebogens mit der Taktartbezeichnung gelöst werden. Das geht am besten, indem wir den Bogen nach oben verschieben. Wie man Objekte verschiebt wurde schon behandelt in Verschieben von Objekten, wo stand, dass Objekte die relativ zum System positioniert werden, verschoben werden können, indem ihre staff-position-Eigenschaft geändert wird, die in halben Notenlienienabständen relativ zur Mittellinie angegeben wird. Dieser \override-Befehl also, direkt vor die erste übergebundene Note gestellt, verschiebt den Bindebogen (tie) 3,5 halbe Notenlinienabstände über die Mittellinie:

\once \override Tie #'staff-position = #3.5

Damit ist auch der zweite Takt vollständig:

rhNoten = \relative c'' {
  r2 c4.\( g8 |
  \once \override Tie #'staff-position = #3.5
  bes1~ |
  \bar "||"
  \time 6/4
  bes2. r8
  % Beginn des polyphonen Abschnitts mit vier Stimmen
  <<
    {c,8[ d fis bes a] | }
  \\
    {c,8~ c2 | }
  \\
    {s8 d2 | }
  \\
    {s4 fis4. | }
  >>
  g2.\)
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2( |
  <d g, d>1)\arpeggio |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]

In Takt drei beginnt der Moderato-Abschnitt. In der Übung wurde behandelt, wie man fetten Text mit dem \markup-Befehl eingibt, es ist also einfach, das „Moderato“ hinzuzufügen. Wie aber werden Noten verschmolzen? Hier nehmen wir wieder die Notationsreferenz zu Hilfe. Die Suche nach „Verschmelzen“ (engl. merge) im Index führt uns zu den Befehlen um Noten mit unterschiedlichen Köpfen und unterschiedlichen Punkten zu verschmelzen in Auflösung von Zusammenstößen. In unserem Beispiel müssen sowohl unterschiedliche Köpfe also auch unterschiedliche Punktierung verschmolzen werden, wir brauchen also die Befehle

\mergeDifferentlyHeadedOn
\mergeDifferentlyDottedOn

aus der Notationsreferenz, die wir an den Beginn unseres Abschnittes stellen und

\mergeDifferentlyHeadedOff
\mergeDifferentlyDottedOff

um das Verhalten wieder auszuschalten. Das sieht so aus:

rhNoten = \relative c'' {
  r2 c4.\( g8 |
  \once \override Tie #'staff-position = #3.5
  bes1~ |
  \bar "||"
  \time 6/4
  bes2.^\markup {\bold "Moderato"} r8
  \mergeDifferentlyHeadedOn
  \mergeDifferentlyDottedOn
  % Beginn des polyphonen Abschnitts mit vier Stimmen
  <<
    {c,8[ d fis bes a] | }
  \\
    {c,8~ c2 | }
  \\
    {s8 d2 | }
  \\
    {s4 fis4. | }
  >>
  \mergeDifferentlyHeadedOff
  \mergeDifferentlyDottedOff
  g2.\)
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2( |
  <d g, d>1)\arpeggio |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]

Mit diesen Veränderungen wurden die beiden Fis-Noten verschmolzen, aber nicht die zwei Ds. Warum nicht? Die Antwort befindet sich im gleicher Abschnitt der Notationsreferenz: Noten, die verschmolzen werden, müssen Hälse in entgegengesetzte Richtungen aufweisen und zwei Noten können nicht verschmolzen werden, wenn eine dritte Noten in der gleichen Kolumne stört. In unserem Fall weisen beide Hälse nach oben und es befindet sich zur gleichen Zeit auch noch eine dritte Note, das C. Wie die Richtung von Hälsen geändert wird, wissen wir schon: mit \stemDown, und in der Notationsreferenz findet sich auch Information, wie das C verschoben werden kann: mit dem \shift-Befehl. Aber welcher von ihnen? Das C befindet sich in der zweiten Stimme, die „shift off“ hat, die zwei Ds sind in den Stimmen eins und drei, die „shift off“ bzw. „shift on“ haben. Das C muss also noch eine Stufe weiter verschoben werden mit \shiftOnn, damit es die Verschmelzung der Ds nicht stört. Das sieht jetzt so aus:

rhNoten = \relative c'' {
  r2 c4.\( g8 |
  \once \override Tie #'staff-position = #3.5
  bes1~ |
  \bar "||"
  \time 6/4
  bes2.^\markup {\bold "Moderato"} r8
  \mergeDifferentlyHeadedOn
  \mergeDifferentlyDottedOn
  % Beginn des polyphonen Abschnitts mit vier Stimmen
  <<
    {c,8[ d fis bes a] | }
  \\
    % Verschiebe das c2 aus der Hauptnotenkolumne, damit Verschmelzung funktioniert
    {c,8~ \shiftOnn c2 | }
  \\
    % Hals vom d2 muss nach unten, damit Verschmelzung gelingt
    {s8 \stemDown d2 | }
  \\
    {s4 fis4. | }
  >>
  \mergeDifferentlyHeadedOff
  \mergeDifferentlyDottedOff
  g2.\)
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2( |
  <d g, d>1)\arpeggio |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]

Fast schon geschafft. Nur noch ein Problem ist übrig: Der Hals nach unten des verschmolzenen sollte nicht da sein, und das C sähe besser auf der rechten Seite des Ds aus. Beides können wir mit den gelernten Optimierungsmethoden erreichen. Den Hals machen wir durchsichtig und das C verschieben wir mit der force-hshift-Eigenschaft. Hier ist das Endergebnis:

rhNoten = \relative c'' {
  r2
  c4.\( g8 |
  \once \override Tie #'staff-position = #3.5
  bes1~ |
  \bar "||"
  \time 6/4
  bes2.^\markup {\bold "Moderato"} r8
  \mergeDifferentlyHeadedOn
  \mergeDifferentlyDottedOn
  <<
    {c,8[ d fis bes a] | }
  \\
    % c2 neu positionieren rechts von der verschmolzenen Note
    {c,8~ \once \override NoteColumn #'force-hshift = #1.0
    % Verschiebe das c2 aus der Hauptnotenkolumne, damit Verschmelzung funktioniert
    \shiftOnn c2}
  \\
    % Hals vom d2 muss nach unten, damit Verschmelzung gelingt
    {s8 \stemDown \once \override Stem #'transparent = ##t d2}
  \\
    {s4 fis4.}
  >>
  \mergeDifferentlyHeadedOff
  \mergeDifferentlyDottedOff
  g2.\)
}

lhNoten = \relative c' {
  r2 <c g ees>2( |
  <d g, d>1)\arpeggio |
  r2. d,,4 r4 r |
  r4
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff = "RH"  <<
      \key g \minor
      \rhNoten
    >>
    \new Staff = "LH" <<
      \key g \minor
      \clef "bass"
      \lhNoten
    >>
  >>
}

[image of music]


4.6 Weitere Optimierungen


4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen

Noten zwischen unterschiedlichen Stimmen überbinden

Das nächste Beispiel zeigt, wie man Noten von verschiedenen Stimmen miteinander verknüpfen kann, indem man Bindebögen für Überbindungen benutzt. Normalerweise können nur zwei Noten der gleichen Stimme übergebunden werden. Wenn man zwei Stimmen benutzt, wobei die überbundenen Noten sich in der selben befinden,

[image of music]

und dann den ersten Hals nach oben unsichtbar macht, sieht es so aus, als ob die Überbindung zwischen den Stimmen stattfindet:

<<
  {
    \once \override Stem #'transparent = ##t
    b8~ b8\noBeam
  }
\\
  { b[ g8] }
>>

[image of music]

Um sicherzugehen, dass der unsichtbare Hals den Bindebogen nicht zu sehr verkleinert, kann er verlängert werden, indem seine Länge (length) auf den Wert 8 gesetzt wird:

<<
  {
    \once \override Stem #'transparent = ##t
    \once \override Stem #'length = #8
    b8~ b8\noBeam
  }
\\
  { b[ g8] }
>>

[image of music]

Eine Fermate in MIDI simulieren

Für Objekte außerhalb des Notensystems ist es normalerweise besser, die stencil-Eigenschaft anstelle der transparent-Eigenschaft zu verändern, wenn man sie vom fertigen Notensatz entfernen will. Indem die stencil-Eigenschaft auf falsch (#f) gesetzt wird, wird das entsprechende Objekt vollständig entfernt. Das bedeutet, dass es die Positionierung der anderen Objekte nicht beeinflusst.

Auf diese Art kann etwa das Tempo geändert werden, damit in der MIDI-Ausgabe eine Fermate zu hören ist, ohne dass im Notensatz etwas von diesen Tempoänderungen zu sehen ist. Die Metronombezeichnung soll auch nicht die Position von Text an der gleichen Stelle oder die Abstände zwischen zwei Systemen beeinflussen. Darum ist es am besten, stencil auf #f zu setzen. Im Beispiel wird der Unterschied zwischen einem unsichtbaren Objekt und einem entfernten Objekt gezeigt:

\score {
  \relative c'' {
    % Sichtbare Tempo-Bezeichnung
    \tempo 4=120
    a4 a a
    \once \override Score.MetronomeMark #'transparent = ##t
    % Unsichtbare Tempo-Bezeichnung um Fermate im MIDI zu verlängern
    \tempo 4=80
    a\fermata
    % Neues Tempo im nächsten Abschnitt
    \tempo 4=100
    a a a a
  }
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]

\score {
  \relative c'' {
    % Sichtbare Tempo-Bezeichnung
    \tempo 4=120
    a4 a a
    \once \override Score.MetronomeMark #'stencil = ##f
    % Unsichtbare Tempo-Bezeichnung um Fermate im MIDI zu verlängern
    \tempo 4=80
    a\fermata
    % Neues Tempo im nächsten Abschnitt
    \tempo 4=100
    a a a a
  }
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]

Mit beiden Methoden wird die Tempobezeichnung entfernt, mit der die Fermate verlängert wird, und beide beeinflussen die MIDI-Ausgabe wie gewünscht. Die unsichtbare Metronombezeichnung schiebt aber die folgende Bezeichnung in die Höhe, während das im zweiten Beispiel, in dem der stencil entfernt wurde, nicht passiert.


4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen

\override-Befehle sind oft lang und mühsam zu tippen, und sie müssen immer absolut richtig sein. Wenn derselbe Befehl mehrere Male benutzt werden muss, lohnt es sich oft schon, eine Variable zu definieren, in der er sich befindet.

Als Beispiel sollen einige Worte im Gesangstext fett und kursiv hervorgehoben werden. Die Befehle \italic und \bold funktionieren im Gesangstext-Kontext nur, wenn sie gleichzeitig mit den Wörtern, auf die sie angewendet werden sollen, zusätzlich in eine \markup-Umgebung eingeschlossen werden. Durch diese Einbettung können einzelne Wörter nicht einfach zu einer Variable umgeformt werden. Als Alternative versuchen wir, einen Befehl mit \override und \revert zu konstruieren.

\override Lyrics . LyricText #'font-shape = #'italic
\override Lyrics . LyricText #'font-series = #'bold

\revert Lyrics . LyricText #'font-shape
\revert Lyrics . LyricText #'font-series

Das wäre natürlich noch viel mühsamer, wenn viele Wörter eine Hervorhebung benötigen. Anstelle dieser Befehlsketten können wir jedoch zwei Variablen definieren. Mit ihnen und dem entsprechenden Wort in geschweiften Klammern erreichen wir den gewünschten Effekt. Ein weiterer Vorteil ist, dass in diesem Fall die Leerzeichn um die Punkte herum nicht benötigt werden, weil sie nicht innerhalb des lyricmode-Kontextes interpretiert werden. Hier ein Beispiel; die Bezeichnungen können natürlich auch kürzer sein, um noch weniger schreiben zu müssen:

emphasize = {
  \override Lyrics.LyricText #'font-shape = #'italic
  \override Lyrics.LyricText #'font-series = #'bold
}
normal = {
  \revert Lyrics.LyricText #'font-shape
  \revert Lyrics.LyricText #'font-series
}

global = { \time 4/4 \partial 4 \key c \major}
SopranNoten   = \relative c' { c4 | e4. e8 g4  g  | a a g }
AltNoten  = \relative c' { c4 | c4. c8 e4  e  | f f e }
TenorNoten = \relative c  { e4 | g4. g8 c4. b8 | a8 b c d e4 }
BassNoten  = \relative c  { c4 | c4. c8 c4  c  | f8 g a b c4 }
StropheEins   = \lyrics { E -- | ter -- nal \emphasize Fa -- ther, \normal | strong to save, }
StropheZwei   = \lyricmode { O | \emphasize Christ, \normal whose voice the | wa -- ters heard, }
StropheDrei = \lyricmode { O | \emphasize Ho -- ly Spi -- rit, \normal | who didst brood }
StropheVier  = \lyricmode { O | \emphasize Tri -- ni -- ty \normal of | love and pow'r }

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff <<
      \clef "treble"
      \new Voice = "Sopran"  { \voiceOne \global \SopranNoten }
      \new Voice = "Alt" { \voiceTwo \AltNoten }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopran" { \StropheEins   }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopran" { \StropheZwei   }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopran" { \StropheDrei }
      \new Lyrics \lyricsto "Sopran" { \StropheVier  }
    >>
    \new Staff <<
      \clef "bass"
      \new Voice = "Tenor" { \voiceOne \TenorNoten }
      \new Voice = "Bass"  { \voiceTwo \BassNoten  }
    >>
  >>
}

[image of music]


4.6.3 Mehr Information

Die Programmreferenz enthält sehr viel Information über LilyPond, aber noch mehr Information findet sich in den internen LilyPond-Dateien. Um sie erforschen zu können, müssen Sie erst das richtige Verzeichnis auf Ihrem System finden. Die Position hängt a) davon ab, ob Ihre LilyPond-Installation mit der vorkompilierten Version von der LilyPond-Internetseite vorgenommen wurde oder Sie die Version durch Ihren Paketmanager installiert haben (also z. B. in einer Linux-Distribution oder unter fink oder cygwin installiert), und b) auf welchem Betriebssystem Sie das Programm benutzen:

Von lilypond.org heruntergeladen

Mit einem Paket-Manager installiert oder selber aus den Quellen kompiliert

Wechseln Sie in das Verzeichnis ‘PREFIX/share/lilypond/X.Y.Z/’, wobei PREFIX bei Ihrem Paket-Manager oder dem configure-Skript gesetzt wird, und X.Y.Z die LilyPond-Versionsnummer.


In diesem Ordner sind die zwei interessanten Unterordner:

Schauen wir uns zuerst einige Dateien in ‘ly/’ an. Öffnen Sie ‘ly/property-init.ly’ in einem Texteditor. Der, den Sie normalerweise für .ly-Dateien benutzen, genügt. Diese Datei enthält die Definitionen aller vordefinierten Befehle für LilyPond, wie etwa \stemUp und \slurDotted. Sie können sehen, dass es sich um nichts mehr handelt als Definitionen von Variablen, die eine oder mehrere \override-Befehle enthalten. Der Befehl /tieDotted etwa wird folgendermaßen definiert:

tieDotted = {
  \override Tie #'dash-period = #0.75
  \override Tie #'dash-fraction = #0.1
}

Wenn Sie diese Voreinstellungen der vordefinierten Befehl nicht mögen, können Sie sie ganz einfach umdefinieren, genauso wie jede andere Variable auch, indem Sie sie an den Anfang Ihrer Quelldatei schreiben.

Hier sind die wichtisgsten Dateien, die sich im Ordner ‘ly/’ befinden:

Dateiname

Inhalt

ly/engraver-init.ly

Definitionen von Engraver-Kontexten

ly/paper-defaults-init.ly

Spezifikationen von Voreinstellungen für Papiermaße

ly/performer-init.ly

Definitionen von Performer-Kontexten

ly/property-init.ly

Definitionen aller vordefinierten Befehle

ly/spanner-init.ly

Definitionen aller vordefinierten Strecker-Befehle

Andere Einstellungen (wie die Definitionen von Beschriftungsbefehlen) sind in .scm-(Scheme)-Dateien gespeichert. Die Scheme-Programmiersprache wird benutzt, um eine programmierbare Schnittstelle zu den internen Operationen von LilyPond zu haben. Eine weitere Erklärung dieser Dateien ist im Moment außerhalb des Rahmens dieses Handbuchs, denn sie erfordern einige Kenntnis der Scheme-Sprache. Die Warnung ist hier angebracht, dass des ein gutes technisches Verständnis oder sehr viel Zeit braucht, um Scheme und diese Dateien zu verstehen (siehe auch Scheme-Übung).

Wenn Sie sich mit Scheme auskennen, sind hier mögliche interessante Dateien:

Dateiname

Inhalt

scm/auto-beam.scm

Sub-Balken-Voreinstellungen

scm/define-grobs.scm

Voreinstellungen für Grob-Eigenschaften

scm/define-markup-commands.scm

Definition aller Markup-Beschriftungsbefehle

scm/midi.scm

Voreinstellung für die MIDI-Ausgabe

scm/output-lib.scm

Einstellungen mit Einfluss auf die Darstellung von Bunddiagrammen, Farben, Versetzungszeichen, Taktlinien usw.

scm/parser-clef.scm

Definitionen der unterstützten Schlüssel

scm/script.scm

Voreinstellungen for Artikulationszeichen


4.6.4 Vermeiden von Optimierungen durch langsamere Übersetzung

LilyPond kann einige zusätzliche Tests durchführen, während die Noten gesetzt werden. Dadurch braucht das Programm länger, um den Notensatz zu produzieren, aber üblicherweise werden weniger nachträgliche Anpassungen nötig sein. Wenn eine Textsilbe oder eine Beschriftung aus dem Rand der Partitur ragt, wird durch diese Tests die Zeile gerade so weit komprimiert, dass sie sich innerhalb der Ränder befindet.

\new Score \with {
 %  Um sicher zu gehen, dass Texte und Liedtext 
 %  innerhalb der Papierränder bleiben
 \override PaperColumn #'keep-inside-line = ##t
 \override NonMusicalPaperColumn #'keep-inside-line = ##t
} {
   ...
}

4.6.5 Fortgeschrittene Optimierungen mit Scheme

Auch wenn viele Sachen mit \override und \tweak möglich sind, gibt es eine sehr viel mächtigere Möglichkeit, die Arbeitsweise von LilyPond mit Hilfe der programmierbaren Schnittstelle zu beeinflussen. Code, der in der Scheme-Programmiersprache geschrieben ist, kann direkt in die interne Satzmaschine von LilyPond eingefügt werden. Natürlich brauchen Sie dazu wenigstens ein grundlegendes Verständnis von Scheme. Eine Einleitung finden Sie in der Scheme-Übung.

Zur Illustration der vielen Möglichkeiten soll gezeigt werden, dass eine Eigenschaft nicht nur auf eine Konstante, sondern auch auf eine Scheme-Prozedur gesetzt werden kann, die dann jedes Mal aufgerufen wird, wenn die Eigenschaft von LilyPond benutzt wird. Die Eigenschaft kann damit dynamisch auf einen Wert gesetzt werden, der durch die Prozedur jedes Mal neu bestimmt wird. In diesem Beispiel wird die Farbe der Notenköpfe entsprechend zu ihrer Position innerhalb der Tonleiter gesetzt.

#(define (color-notehead grob)
  "Color the notehead according to its position on the staff."
  (let ((mod-position (modulo (ly:grob-property grob 'staff-position) 7)))
    (case mod-position
      ;;   Return rainbow colors
      ((1) (x11-color 'red    ))  ; for C
      ((2) (x11-color 'orange ))  ; for D
      ((3) (x11-color 'yellow ))  ; for E
      ((4) (x11-color 'green  ))  ; for F
      ((5) (x11-color 'blue   ))  ; for G
      ((6) (x11-color 'purple ))  ; for A
      ((0) (x11-color 'violet ))  ; for B
    )
  )
)

\relative c' {
  % Anordnungen um Farbe von der color-notehead-Prozedur zu erhalten
  \override NoteHead #'color = #color-notehead
  c2 c' |
  b4 g8 a b4 c |
  c,2 a' |
  g1 |
}
\addlyrics {
  Some -- where o -- ver the Rain -- bow, way up high,
}

[image of music]

Weiter Beispiele, die die Benutzung dieser programmierbaren Schnittstelle zeigen, finden sich in Optimierungen mit Scheme.


5. An LilyPond-Projekten arbeiten

Dieses Kapitel erklärt, wie bestimmte häufige Probleme zu lösen oder ganz zu vermeiden sind. Wenn Sie schon Programmiererfahrung mitbringen, erscheinen diese Hinweise vielleicht überflüssig, aber es wird dennoch empfohlen, dieses Kapitel zu lesen.


5.1 Vorschläge, wie LilyPond-Eingabe-Dateien geschrieben werden sollen

Jetzt sind Sie so weit, größere Stücke mit LilyPond zu schreiben – nicht nur die kleinen Beispiele aus der Übung, sondern ganze Stücke. Aber wie geht man das am besten an?

Solange LilyPond Ihre Dateien versteht und die Noten so setzt, wie Sie das wollen, spielt es eigentlich keine Rolle, wie Ihre Dateien aussehen. Es gibt aber trotzdem ein paar Dinge, die man beim Schreiben von LilyPond-Code berücksichtigen sollte.


5.1.1 Allgemeine Vorschläge

Hier einige Vorschläge, wie Sie Probleme vermeiden oder lösen können:


5.1.2 Das Kopieren von existierender Musik

Wenn Sie Musik aus einer fertigen Partitur kopieren (z. B. die LilyPond-Eingabe einer gedruckten Partitur):


5.1.3 Große Projekte

Besonders wenn Sie an größeren Projekten arbeiten, ist es unumgänglich, dass Sie ihre LilyPond-Dateien klar strukturieren.


5.1.4 Tipparbeit sparen durch Bezeichner und Funktionen

Bis jetzt haben Sie immer etwa solche Noten gesehen:

HornNoten = \relative c'' { c4 b dis c }
\score {
  {
    \HornNoten
  }
}

[image of music]

Das könnte auch nützlich in Minimal-Music sein:

FramentA = \relative c'' { a4 a8. b16 }
FragmentB = \relative c'' { a8. gis16 ees4 }
Geige = \new Staff { \FramentA \FramentA \FragmentB \FramentA }
\score {
  {
    \Geige
  }
}

[image of music]

Sie können diese Bezeichner oder Variablen aber auch für (eigene) Einstellungen verwenden:

dolce = \markup{ \italic \bold dolce }
AbstandText = { \once \override TextScript #'padding = #5.0 }
FdannP=_\markup{ \dynamic f \italic \small { 2nd } \hspace #0.1 \dynamic p }
Geige = \relative c'' {
  \repeat volta 2 {
    c4._\dolce b8 a8 g a b |
    \AbstandText
    c4.^"hi there!" d8 e' f g d |
    c,4.\FdannP b8 c4 c-. |
  }
}
\score {
  {
    \Geige
  }
\layout{ragged-right=##t}
}

[image of music]

Die Variablen haben in diesem Beispiel deutlich die Tipparbeit erleichtert. Aber es lohnt sich, sie zu einzusetzen, auch wenn man sie nur einmal anwendet, denn sie vereinfachen die Struktur. Hier ist das vorangegangene Beispiel ohne Variablen. Es ist sehr viel komplizierter zu lesen, besonders die letzte Zeile.

violin = \relative c'' {
  \repeat volta 2 {
    c4._\markup{ \italic \bold dolce } b8 a8 g a b |
    \once \override TextScript #'padding = #5.0
    c4.^"hi there!" d8 e' f g d |
    c,4.\markup{ \dynamic f \italic \small { 2nd }
      \hspace #0.1 \dynamic p } b8 c4 c-. |
  }
}

Bis jetzt wurde nur statische Substitution vorgestellt – wenn LilyPond den Befehl \padText findet, wird er ersetzt durch durch unsere vorherige Definition (alles, was nach dem padtext = kommt).

LilyPond kennt aber auch nicht-statische Substitutionen (man kann sie sich als Funktionen vorstellen).

AbstandText =
#(define-music-function (parser location padding) (number?)
  #{
    \once \override TextScript #'padding = #$padding
  #})

\relative c''' {
  c4^"piu mosso" b a b
  \AbstandText #1.8
  c4^"piu mosso" d e f
  \AbstandText #2.6
  c4^"piu mosso" fis a g
}

[image of music]

Die Benutzung von Variablen hilft auch, viele Schreibarbeit zu vermeiden, wenn die Eingabesyntax von LilyPond sich verändert (siehe auch Alte Dateien aktualisieren). Wenn nur eine einzige Definition (etwa \dolce) für alle Dateien verwendet wird (vgl. Stil-Dateien), muss nur diese einzige Definition verändert werden, wenn sich die Syntax ändert. Alle Verwendungen des Befehles beziehen sich dann auf die neue Definition.


5.1.5 Stil-Dateien

Die Ausgabe, die LilyPond erstellt, kann sehr stark modifiziert werden, siehe Die Ausgabe verändern für Einzelheiten. Aber wie kann man diese Änderungen auf eine ganze Serie von Dateien anwenden? Oder die Einstellungen von den Noten trennen? Das Verfahren ist ziemlich einfach.

Hier ist ein Beispiel. Es ist nicht schlimm, wenn Sie nicht auf Anhieb die Abschnitte mit den ganzen #() verstehen. Das wird im Kapitel Fortgeschrittene Optimierungen mit Scheme erklärt.

mpdolce = #(make-dynamic-script (markup #:hspace 1 #:translate (cons 5 0)
  #:line(#:dynamic "mp" #:text #:italic "dolce" )))
tempoZeichen = #(define-music-function (parser location markp) (string?)
#{
  \once \override Score . RehearsalMark #'self-alignment-X = #left
  \once \override Score . RehearsalMark #'extra-spacing-width = #'(+inf.0 . -inf.0)
  \mark \markup { \bold $markp }
#})

\relative c'' {
  \tempo 4=50
  a4.\mpdolce d8 cis4--\glissando a | b4 bes a2
  \tempoZeichen "Poco piu mosso"
  cis4.\< d8 e4 fis | g8(\! fis)-. e( d)-. cis2
}

[image of music]

Es treten einige Probleme mit überlappenden Symbolen auf. Sie werden beseitigt mit den Tricks aus dem Kapitel Verschieben von Objekten. Aber auch die mpdolce und tempoMark-Definitionen können verbessert werden. Sie produzieren das Ergebnis, das gewünscht ist, aber es wäre schön, sie auch in anderen Stücken verwenden zu können. Man könnte sie natürlich einfach kopieren und in die anderen Dateien einfügen, aber das ist lästig. Die Definitionen verbleiben auch in der Notendatei und diese #() sehen nicht wirklich schön aus. Sie sollen in einer anderen Datei versteckt werden:

%%% speichern in einer Datei "definitions.ly"
mpdolce = #(make-dynamic-script (markup #:hspace 1 #:translate (cons 5 0)
  #:line(#:dynamic "mp" #:text #:italic "dolce" )))
tempoMark = #(define-music-function (parser location markp) (string?)
#{
  \once \override Score . RehearsalMark #'self-alignment-X = #left
  \once \override Score . RehearsalMark #'extra-spacing-width = #'(+inf.0 . -inf.0)
  \mark \markup { \bold $markp }
#})

Jetzt muss natürlich noch die Notendatei angepasst werden (gespeichert unter dem Namen ‘"music.ly"’).

\include "definitions.ly"

\relative c'' {
  \tempo 4=50
  a4.\mpdolce d8 cis4--\glissando a | b4 bes a2
  \once \override Score.RehearsalMark #'padding = #2.0
  \tempoMark "Poco piu mosso"
  cis4.\< d8 e4 fis | g8(\! fis)-. e( d)-. cis2
}

[image of music]

Das sieht schon besser aus, aber es sind noch einige Verbesserungen möglich. Das Glissando ist schwer zu sehen, also soll es etwas dicker erscheinen und dichter an den Notenköpfen gesetzt werden. Das Metronom-Zeichen soll über dem Schlüssel erscheinen, nicht über der ersten Note. Und schließlich kann unser Kompositionsprofessor „C“-Taktangaben überhaupt nicht leiden, also müssen sie in „4/4“ verändert werden.

Diese Veränderungen sollten Sie aber nicht in der ‘music.ly’-Datei vornehmen. Ersetzen Sie die ‘definitions.ly’-Datei hiermit:

%%%  definitions.ly
mpdolce = #(make-dynamic-script (markup #:hspace 1 #:translate (cons 5 0)
  #:line( #:dynamic "mp" #:text #:italic "dolce" )))
tempoMark = #(define-music-function (parser location markp) (string?)
#{
  \once \override Score . RehearsalMark #'self-alignment-X = #left
  \once \override Score . RehearsalMark #'extra-spacing-width = #'(+inf.0 . -inf.0)
  \mark \markup { \bold $markp }
#})

\layout{
  \context { \Score
    \override MetronomeMark #'extra-offset = #'(-9 . 0)
    \override MetronomeMark #'padding = #'3
  }
  \context { \Staff
    \override TimeSignature #'style = #'numbered
  }
  \context { \Voice
    \override Glissando #'thickness = #3
    \override Glissando #'gap = #0.1
  }
}

[image of music]

Das sieht schon besser aus! Aber angenommen Sie möchten dieses Stück jetzt veröffentlichen. Ihr Kompositionsprofessor mag die „C“-Taktangaben nicht, aber Sie finden sie irgendwie schöner. Also kopieren Sie die Datei ‘definitions.ly’ nach ‘web-publish.ly’ und verändern diese. Weil die Noten in einer PDF-Datei auf dem Bildschirm angezeigt werden sollen, bietet es sich auch an, die gesamte Ausgabe zu vergrößern.

%%%  definitions.ly
mpdolce = #(make-dynamic-script (markup #:hspace 1 #:translate (cons 5 0)
  #:line( #:dynamic "mp" #:text #:italic "dolce" )))
tempoMark = #(define-music-function (parser location markp) (string?)
#{
  \once \override Score . RehearsalMark #'self-alignment-X = #left
  \once \override Score . RehearsalMark #'extra-spacing-width = #'(+inf.0 . -inf.0)
  \mark \markup { \bold $markp }
#})

#(set-global-staff-size 23)
\layout{
  \context { \Score
    \override MetronomeMark #'extra-offset = #'(-9 . 0)
    \override MetronomeMark #'padding = #'3
  }
  \context { \Staff
  }
  \context { \Voice
    \override Glissando #'thickness = #3
    \override Glissando #'gap = #0.1
  }
}

[image of music]

In der Notendatei muss jetzt nur noch \include "definitions.ly" durch \include "web-publish.ly" ausgetauscht werden. Das könnte man natürlich noch weiter vereinfachen. Also eine Datei ‘definitions.ly’, die nur die Definitionen von mpdolce und tempoMark enthält, eine Datei ‘web-publish.ly’, die alle die Änderungen für den \layout-Abschnitt enthält und eine Datei ‘university.ly’ für eine Ausgabe, die den Wünschen des Professors entspricht. Der Anfang der ‘music.ly’-Datei würde dann so aussehen:

\include "definitions.ly"

%%%  Nur eine der beiden Zeilen auskommentieren!
\include "web-publish.ly"
%\include "university.ly"

Durch diese Herangehensweise kann auch bei der Erstellung von nur einer Ausgabeversion Arbeit gespart werden. Ich benutze ein halbes Dutzend verschiedener Stilvorlagen für meine Projekte. Jede Notationsdatei fängt an mit \include "../global.ly", welches folgenden Inhalt hat:

%%%   global.ly
\version "2.12.0"
#(ly:set-option 'point-and-click #f)
\include "../init/init-defs.ly"
\include "../init/init-layout.ly"
\include "../init/init-headers.ly"
\include "../init/init-paper.ly"

5.2 Wenn etwas nicht funktioniert


5.2.1 Alte Dateien aktualisieren

Die Syntax von LilyPond verändert sich ab und zu. Wenn LilyPond besser wird, muss auch die Syntax (Eingabesprache) entsprechend angepasst werden. Teilweise machen diese Veränderungen die Eingabesprache einfacher lesbar, teilweise dienen sie dazu, neue Eigenschaften des Programmes benutzbar zu machen.

LilyPond stellt ein Programm bereit, das Aktualisierungen vereinfacht: convert-ly. Einzelheiten zur Programmbenutzung finden sich in Dateien mit convert-ly aktualisieren.

Leider kann convert-ly nicht alle Veränderungen der Syntax berücksichtigen. Hier werden einfache „Suchen und Ersetzen“-Veränderungen vorgenommen (wie etwa raggedright zu ragged-right), aber einige Veränderungen sind zu kompliziert. Die Syntax-Veränderungen, die das Programm nicht berücksichtigt, sind im Kapitel convert-ly Dateien mit convert-ly aktualisieren aufgelistet.

Zum Beispiel wurden in LilyPond 2.4 und früheren Versionen Akzente und Umlaute mit LaTeX-Befehlen eingegeben, ein „No"el“ etwa ergäbe das französische Wort für Weihnachten. In LilyPond 2.6 und höher müssen diese Sonderzeichen direkt als utf-8-Zeichen eingegeben werden, in diesem Fall also „ë“. convert-ly kann nicht alle dieser LaTeX-Befehle verändern, das muss manuell vorgenommen werden.


5.2.2 Fehlersuche (alles auseinandernehmen)

Früher oder später werden Sie in die Lage kommen, dass LilyPond Ihre Datei nicht kompilieren will. Die Information, die LilyPond während der Übersetzung gibt, können Ihnen helfen, den Fehler zu finden, aber in vielen Fällen müssen Sie nach der Fehlerquelle auf die Suche gehen.

Die besten Hilfsmittel sind in diesem Fall das Zeilen- und Blockkommentar (angezeigt durch % bzw. %{ ... %}). Wenn Sie nicht bestimmen können, wo sich das Problem befindet, beginnen Sie damit, große Teile des Quelltextes auszukommentieren. Nachdem Sie einen Teil auskommentiert haben, versuchen Sie, die Datei erneut zu übersetzen. Wenn es jetzt funktioniert, muss sich das Problem innerhalb der Kommentare befinden. Wenn es nicht funktioniert, müssen Sie weitere Teile auskommentieren bis sie eine Version haben, die funktioniert.

In Extremfällen bleibt nur noch solch ein Beispiel übrig:

\score {
  <<
    % \melody
    % \harmony
    % \bass
  >>
  \layout{}
}

(also eine Datei ohne Noten).

Geben Sie nicht auf, wenn das vorkommen sollte. Nehmen Sie das Kommentarzeichen von einem Teil wieder weg, sagen wir der Bassstimme, und schauen Sie, ob es funktioniert. Wenn nicht, dann kommentieren Sie die gesamte Bassstimme aus, aber nicht den \bass-Befehl in dem \score-Abschnitt:

bass = \relative c' {
%{
  c4 c c c
  d d d d
%}
}

Jetzt beginnen Sie damit, langsam Stück für Stück der Bassstimme wieder hineinzunehmen, bis Sie die problematische Zeile finden.

Eine andere nützliche Technik zur Problemlösung ist es, Minimalbeispiele zu konstruieren.


5.2.3 Minimalbeispiele

Ein Minimalbeispiel ist eine Beispieldatei, die so klein wie möglich ist. Diese Beispiele sind sehr viel einfacher zu verstehen als die langen Originaldateien. Minimalbeispiele werden benutzt, um

Um ein Beispiel zu konstruieren, das so klein wie möglich ist, gibt es eine einfache Regel: Alles nicht Notwendige entfernen. Wenn Sie unnötige Teile einer Datei entfernen, bietet es sich an, sie auszukommentieren und nicht gleich zu löschen. Auf diese Weise können Sie eine Zeile leicht wieder mit aufnehmen, sollten Sie sie doch brauchen, anstatt sie von Anfang an neu zu schreiben.

Es gibt zwei Ausnahmen dieser „So klein wie möglich“-Regel:

Der Sinn der Minimalbeispiele ist, dass sie einfach lesbar sind:


5.3 Partituren und Stimmen

Orchesternoten werden alle zweimal gesetzt. Erstens als Stimmen für die Musiker, und dann als große Partitur für den Dirigenten. Mit Variablen kann hier doppelte Arbeit erspart werden. Die Musik muss nur einmal eingegeben werden und wird in einer Variable abgelegt. Der Inhalt dieser Variable wird dann benutzt, um sowohl die Stimme als auch die Partitur zu erstellen.

Es bietet sich an, die Noten in eigenen Dateien zu speichern. Sagen wir beispielsweise, dass in der Datei ‘Horn-Noten.ly’ die folgenden Noten eines Duetts für Horn und Fagott gespeichert sind:

HornNoten = \relative c {
  \time 2/4
  r4 f8 a cis4 f e d
}

Daraus wird dann eine eigene Stimme gemacht, indem folgende Datei erstellt wird:

\include "Horn-Noten.ly"
\header {
  instrument = "Horn in F"
}

{
 \transpose f c' \HornNoten
}

Die Zeile

\include "Horn-Noten.ly"

setzt den Inhalt der Datei ‘Horn-Noten.ly’ an die Stelle des Befehls in die aktuelle Datei. Damit besteht also eine Definition für HornNoten, so dass die Variable verwendet werden kann. Der Befehl \transpose f c' zeigt an, dass das Argument, also \HornNoten, um eine Quinte nach oben transponiert wird. Klingendes ‚f‘ wird also als c' notiert. Das entspricht der Notation eines Waldhorns in F. Die Transposition zeigt die folgende Ausgabe:

[image of music]

In der Musik für mehrere Instrumente kommt es oft vor, dass eine Stimme für mehrere Takte nicht spielt. Das wird mit einer besonderen Pause angezeigt, dem Pausenzeichen für mehrere Takte (engl. multi-measure rest). Sie wird mit dem großen Buchstaben ‘R’ eingegeben, gefolgt von einer Dauer (1 für eine Ganze, 2  für eine Halbe usw.). Indem man die Dauer multipliziert, können längere Pausen erstellt werden. Z. B. dauert diese Pause drei Takte eines 2/4-Taktes:

R2*3

Wenn die Stimme gedruckt wird, müssen diese Pausen zusammengezogen werden. Das wird durch eine Variable erreicht:

\set Score.skipBars = ##t

Dieser Befehl setzt die Eigenschaft des skipBars („überspringe Takte“) auf wahr (##t). Wenn diese Option und die Pause zu der Musik des Beispiels gesetzt wird, erhält man folgendes Ergebnis:

[image of music]

Die Partitur wird erstellt, indem alle Noten zusammengesetzt werden. Angenommen, die andere Stimme trägt den Namen FagottNoten und ist in der Datei ‘Fagott-Noten.ly’ gespeichert. Die Partitur sieht dann folgendermaßen aus:

\include "Fagott-Noten.ly"
\include "Horn-Noten.ly"

<<
  \new Staff \HornNoten
  \new Staff \FagottNoten
>>

Und mit LilyPond übersetzt:

[image of music]


A. Vorlagen

Dieser Abschnitt des Handbuches enthält Vorlagen, in denen die LilyPond-Partitur schon eingerichtet ist. Sie müssen nur noch Ihre Noten einfügen, die Datei mit LilyPond übersetzen und sich an dem schönen Notenbild erfreuen!


A.1 Ein einzelnes System


A.1.1 Nur Noten

Das erste Beispiel zeigt ein Notensystem mit Noten, passend für ein Soloinstrument oder ein Melodiefragment. Kopieren Sie es und fügen Sie es in Ihre Datei ein, schreiben Sie die Noten hinzu, und Sie haben eine vollständige Notationsdatei.

\version "2.12.2"
Melodie = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d
}

\score {
  \new Staff \Melodie
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]


A.1.2 Noten und Text

Das nächste Beispiel zeigt eine einfache Melodie mit Text. Kopieren Sie es in Ihre Datei, fügen Sie Noten und Text hinzu und übersetzen Sie es mit LilyPond. In dem Beispiel wird die automatische Balkenverbindung ausgeschaltet (mit dem Befehl \autoBeamOff), wie es für Vokalmusik üblich ist. Wenn Sie die Balken wieder einschalten wollen, müssen Sie die entsprechende Zeile entweder ändern oder auskommentieren.

\version "2.12.2"
Melodie = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d
}

Text = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

\score{
  <<
    \new Voice = "eins" {
      \autoBeamOff
      \Melodie
    }
    \new Lyrics \lyricsto "eins" \Text
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]


A.1.3 Noten und Akkordbezeichnungen

Wollen Sie ein Liedblatt mit Melodie und Akkorden schreiben? Hier ist das richtige Beispiel für Sie!

Melodie = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  f4 e8[ c] d4 g
  a2 ~ a
}

Harmonien = \chordmode {
  c4:m f:min7 g:maj c:aug
  d2:dim b:sus
}

\score {
  <<
    \new ChordNames {
      \set chordChanges = ##t
      \Harmonien
    }
    \new Staff \Melodie
  >>  
  \layout{ }
  \midi { }
}

[image of music]


A.1.4 Noten, Text und Akkordbezeichnungen

Mit diesem Beispiel können Sie einen Song mit Melodie, Text und Akkorden schreiben.

Melodie = \relative c' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d
}

Text = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

Harmonien = \chordmode {
  a2 c
}

\score {
  <<
    \new ChordNames {
      \set chordChanges = ##t
      \Harmonien
    }
    \new Voice = "eins" { \autoBeamOff \Melodie }
    \new Lyrics \lyricsto "eins" \Text
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]


A.2 Klaviervorlagen


A.2.1 Piano Solo

Hier ein einfaches Klaviersystem.

oben = \relative c'' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d  
}

unten = \relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a2 c  
}

\score {
  \new PianoStaff <<
    \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano  "
    \new Staff = "oben" \oben
    \new Staff = "unten" \unten
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]


A.2.2 Klavier und Gesangstimme

Das nächste Beispiel ist typisch für ein Lied: Im oberen System die Melodie mit Text, darunter Klavierbegleitung.

Melodie = \relative c'' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a b c d  
}

Text = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

oben = \relative c'' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d  
}

unten = \relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a2 c  
}

\score {
  <<
    \new Voice = "Melodie" { \autoBeamOff \Melodie }
    \new Lyrics \lyricsto Melodie \Text    
    \new PianoStaff <<
      \new Staff = "oben" \oben
      \new Staff = "unten" \unten
    >>
  >>
  \layout {
    \context { \RemoveEmptyStaffContext }
  }
  \midi { }
}

[image of music]


A.2.3 Klavier mit zentriertem Text

Anstatt ein eigenes System für Melodie und Text zu schreiben, können Sie den Text auch zwischen die beiden Klaviersysteme schreiben (und damit das zusätzliche System für die Gesangstimme auslassen).

oben = \relative c'' {
  \clef treble
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a4 b c d  
}

unten = \relative c {
  \clef bass
  \key c \major
  \time 4/4
  
  a2 c  
}

Text = \lyricmode {
  Aaa Bee Cee Dee
}

\score {
  \new GrandStaff <<
    \new Staff = oben { \new Voice = "Sänger" \oben }
    \new Lyrics \lyricsto "Sänger" \Text
    \new Staff = unten { \unten }
  >>
  \layout {
    \context {
      \GrandStaff
      \accepts "Lyrics"
    }
    \context {
      \Lyrics
      \consists "Bar_engraver"
    }
  }
  \midi { }
}

[image of music]


A.2.4 Klavier mit zentrierten Lautstärkebezeichnungen

In der meisten Klaviernotation werden die Dynamikzeichen zwischen den beiden Systemen zentriert. Für LilyPond muss man die Einstellungen etwas anpassen, aber Sie können ja das angepasste Beispiel von hier kopieren.

global = {
  \key c \major
  \time 4/4
}

oben = \relative c'' {
  \clef treble
  a4 b c d
}

unten = \relative c {
  \clef bass
  a2 c
}

Dynamik = {
  s2\fff\> s4 s\!\pp
}

Pedal = {
  s2\sustainOn s\sustainOff
}

\score {
  \new PianoStaff = "PianoStaff_pf" <<
    \new Staff = "Staff_pfUpper" \oben
    \new Dynamics = "Dynamics_pf" \Dynamik
    \new Staff = "Staff_pfLower" << \unten >>
    \new Dynamics = "pedal" \Pedal
  >>

  \layout {
    % Dynamik-Kontext definieren
    \context {
      \type "Engraver_group"
      \name Dynamics
      \alias Voice
      \consists "Output_property_engraver"
      \consists "Piano_pedal_engraver"
      \consists "Script_engraver"
      \consists "New_dynamic_engraver"
      \consists "Dynamic_align_engraver"
      \consists "Text_engraver"
      \consists "Skip_event_swallow_translator"
      \consists "Axis_group_engraver"

      pedalSustainStrings = #'("Ped." "*Ped." "*")
      pedalUnaCordaStrings = #'("una corda" "" "tre corde")
      \override DynamicLineSpanner #'Y-offset = #0
      \override TextScript #'font-size = #2
      \override TextScript #'font-shape = #'italic
      \override VerticalAxisGroup #'minimum-Y-extent = #'(-1 . 1)
    }
    % PianoStaff-Kontext verändern, dass er Dynamics-Kontext akzeptiert
    \context {
      \PianoStaff
      \accepts Dynamics
    }
  }
}

\score {
  \new PianoStaff = "PianoStaff_pf" <<
    \new Staff = "Staff_pfUpper" << \global \oben \Dynamik \Pedal >>
    \new Staff = "Staff_pfLower" << \global \unten \Dynamik \Pedal >>
  >>
  \midi { }
}

[image of music]


A.3 Streichquartett


A.3.1 Streichquartett

Dieses Beispiel demonstriert die Partitur für ein Streichquartett. Hier wird auch eine „global“-Variable für Taktart und Vorzeichen benutzt.

global= {
  \time 4/4
  \key c \major
}

GeigeEins = \new Voice \relative c'' {
  \set Staff.instrumentName = #"Violin 1 "
  
  c2 d
  e1
  
  \bar "|."
}
 
GeigeZwei = \new Voice \relative c'' {
  \set Staff.instrumentName = #"Violin 2 "
  
  g2 f
  e1
  
  \bar "|."
}

Bratsche = \new Voice \relative c' {
  \set Staff.instrumentName = #"Viola "  
  \clef alto
  
  e2 d
  c1
  
  \bar "|."
}

Cello = \new Voice \relative c' {
  \set Staff.instrumentName = #"Cello "
  \clef bass
  
  c2 b
  a1
  
  \bar "|."
}

\score {
  \new StaffGroup <<
    \new Staff << \global \GeigeEins >>
    \new Staff << \global \GeigeZwei >>
    \new Staff << \global \Bratsche >>
    \new Staff << \global \Cello >>
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}

[image of music]


A.3.2 Streichquartettstimmen

Mit diesem Beispiel können Sie ein schönes Streichquartett notieren, aber wie gehen Sie vor, wenn Sie Stimmen brauchen? Das Beispiel oben hat gezeigt, wie Sie mit Variablen einzelne Abschnitte getrennt voneinander notieren können. Im nächsten Beispiel wird nun gezeigt, wie Sie mit diesen Variablen einzelne Stimmen erstellen.

Sie müssen das Beispiel in einzelne Dateien aufteilen; die Dateinamen sind in den Kommentaren am Anfang jeder Datei enthalten. piece.ly enthält die Noten. Die anderen Dateien – score.ly, vn1.ly, vn2.ly, vla.ly und vlc.ly – erstellen daraus die entsprechenden Stimmen bzw. die Partitur (score.ly). Mit ag wird den Stimmen ein Name zugewiesen, auf den zurückgegriffen werden kann.

%%%%% piece.ly
%%%%% (Globale Definitionen)

global= {
  \time 4/4
  \key c \major
}

Geigeeins = \new Voice { \relative c''{
  \set Staff.instrumentName = #"Violin 1 "

  c2 d e1

\bar "|." }}   %**********************************
Geigezwei = \new Voice { \relative c''{
  \set Staff.instrumentName = #"Violin 2 "

  g2 f e1

\bar "|." }}   %**********************************
Bratsche = \new Voice { \relative c' {
  \set Staff.instrumentName = #"Viola "
  \clef alto

  e2 d c1

\bar "|." }}   %**********************************
Cello = \new Voice { \relative c' {
  \set Staff.instrumentName = #"Cello "
  \clef bass

  c2 b a1

\bar "|."}}   %**********************************

Noten = {
  <<
    \tag #'score \tag #'vn1 \new Staff { << \global \Geigeeins >> }
    \tag #'score \tag #'vn2 \new Staff { << \global \Geigezwei>> }
    \tag #'score \tag #'vla \new Staff { << \global \Bratsche>> }
    \tag #'score \tag #'vlc \new Staff { << \global \Cello>> }
  >>
}

%%% Das sind die anderen Dateien, die gespeichert werden müssen

%%%%% score.ly
%%%%% (Das ist die Hauptdatei)


%\include "piece.ly"             %%% uncomment this line when using a separate file
#(set-global-staff-size 14)
\score {
  \new StaffGroup \keepWithTag #'score \Noten
  \layout { }
  \midi { }
}


%{ Diesen Block einkommentieren, wenn extra Dateien benutzt werden

%%%%% vn1.ly
%%%%% (Stimme der ersten Geige)

\include "piece.ly"
\score {
  \keepWithTag #'vn1 \Noten
  \layout { }
}


%%%%% vn2.ly
%%%%% (Stimme der zweiten Geige)

\include "piece.ly"
\score {
  \keepWithTag #'vn2 \Noten
  \layout { }
}


%%%%% vla.ly
%%%%% (Stimme der Bratsche)

\include "piece.ly"
\score {
  \keepWithTag #'vla \Noten
  \layout { }
}


%%%%% vlc.ly
%%%%% (Stimme des Cellos)

\include "piece.ly"
\score {
  \keepWithTag #'vlc \Noten
  \layout { }
}

%}

[image of music]


A.4 Vokalensemble


A.4.1 SATB-Partitur

Dieses Beispiel ist für vierstimmigen Gesang (SATB). Bei größeren Stücken ist es oft sinnvoll, eine allgemeine Variable zu bestimmen, die in allen Stimmen eingefügt wird. Taktart und Vorzeichen etwa sind fast immer gleich in allen Stimmen.

global = {
  \key c \major
  \time 4/4
}

SoprNoten = \relative c'' {
  c4 c c8[( b)] c4
}
SopranText = \lyricmode {
  hi hi hi hi
}

AltNoten = \relative c' {
  e4 f d e
}
AltText = \lyricmode {
  ha ha ha ha
}

TenorNoten = \relative c' {
  g4 a f g
}
TenorText = \lyricmode {
  hu hu hu hu
}

BassNoten = \relative c {
  c4 c g c
}
BassText = \lyricmode {
  ho ho ho ho
}

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Lyrics = Sopran { s1 }
    \new Staff = frauen <<
      \new Voice = "Sopran" {
        \voiceOne
        << \global \SoprNoten >>
      }
      \new Voice = "Alt" {
        \voiceTwo
        << \global \AltNoten >>
      }
    >>
    \new Lyrics = "Alt" { s1 }
    \new Lyrics = "Tenor" { s1 }
    \new Staff = Männer <<
      \clef bass
      \new Voice = "Tenor" {
        \voiceOne
        << \global \TenorNoten >>
      }
      \new Voice = "Bass" {
        \voiceTwo << \global \BassNoten >>
      }
    >>
    \new Lyrics = Bass { s1 }    
    \context Lyrics = Sopran \lyricsto Sopran \SopranText
    \context Lyrics = Alt \lyricsto Alt \AltText
    \context Lyrics = Tenor \lyricsto Tenor \TenorText
    \context Lyrics = Bass \lyricsto Bass \BassText
  >>  
  \layout {
    \context {
      % etwas kleiner, damit der Text
      % näher am System sein kann
      \Staff
      \override VerticalAxisGroup #'minimum-Y-extent = #'(-3 . 3)
    }
  }
}

[image of music]


A.4.2 SATB-Partitur und automatischer Klavierauszug

In diesem Beispiel wird ein automatischer Klavierauszug zu der Chorpartitur hinzugefügt. Das zeigt eine der Stärken von LilyPond – man kann eine Variable mehr als einmal benutzen. Wenn Sie irgendeine Änderung an einer Chorstimme vornehmen, (etwa tenorMusic), verändert sich auch der Klavierauszug entsprechend.

global = {
  \key c \major
  \time 4/4
}

SoprNoten = \relative c'' {
  c4 c c8[( b)] c4
}
SopranText = \lyricmode {
  hi hi hi hi
}

AltNoten = \relative c' {
  e4 f d e
}
AltText =\lyricmode {
  ha ha ha ha
}

TenorNoten = \relative c' {
  g4 a f g
}
TenorText = \lyricmode {
  hu hu hu hu
}

BassNoten = \relative c {
  c4 c g c
}
BassText = \lyricmode {
  ho ho ho ho
}

\score {
  <<
    \new ChoirStaff <<
      \new Lyrics = Sopran { s1 }
      \new Staff = frauen <<
        \new Voice = Sopran { \voiceOne << \global \SoprNoten >> }
        \new Voice = Alt { \voiceTwo << \global \AltNoten >> }
      >>
      \new Lyrics = Alt { s1 }
      \new Lyrics = Tenor { s1 }
      \new Staff = Männer <<
        \clef bass
        \new Voice = Tenor { \voiceOne <<\global \TenorNoten >> }
        \new Voice = Bass { \voiceTwo <<\global \BassNoten >> }
      >>
      \new Lyrics = Bass { s1 }
      \context Lyrics = Sopran \lyricsto Sopran \SopranText
      \context Lyrics = Alt \lyricsto Alt \AltText
      \context Lyrics = Tenor \lyricsto Tenor \TenorText
      \context Lyrics = Bass \lyricsto Bass \BassText
    >>
    \new PianoStaff <<
      \new Staff <<
        \set Staff.printPartCombineTexts = ##f
        \partcombine
        << \global \SoprNoten >>
        << \global \AltNoten >>
      >>
      \new Staff <<
        \clef bass
        \set Staff.printPartCombineTexts = ##f
        \partcombine
        << \global \TenorNoten >>
        << \global \BassNoten >>
      >>
    >>
  >>
  \layout {
    \context {
      % etwas kleiner, damit der Text
      % näher am System sein kann
      \Staff
      \override VerticalAxisGroup #'minimum-Y-extent = #'(-3 . 3)
    }
  }
}

[image of music]


A.4.3 SATB mit zugehörigen Kontexten

In diesem Beispiel werden die Texte mit den Befehlen alignAboveContext und alignBelowContext über und unter dem System angeordnet.

global = {
  \key c \major
  \time 4/4
}

SoprNoten = \relative c'' {
  c4 c c8[( b)] c4
}
SopranText = \lyricmode {
  hi hi hi hi
}

AltNoten = \relative c' {
  e4 f d e
}
AltText = \lyricmode {
  ha ha ha ha
}

TenorNoten = \relative c' {
  g4 a f g
}
TenorText = \lyricmode {
  hu hu hu hu
}

BassNoten = \relative c {
  c4 c g c
}
BassText = \lyricmode {
  ho ho ho ho
}

\score {
  \new ChoirStaff <<
    \new Staff = frauen <<
      \new Voice = "Sopran" { \voiceOne << \global \SoprNoten >> }
      \new Voice = "Alt" { \voiceTwo << \global \AltNoten >> }
    >>
    \new Lyrics \with { alignAboveContext = frauen } \lyricsto Sopran \SopranText
    \new Lyrics \with { alignBelowContext = frauen } \lyricsto Alt \AltText
    % die Zeile oberhalb könnte mir der Zeile unterhalb entfernt werden, weil
    % der Alt-Text sowieso unter der Altstimme sein soll
    % \new·Lyrics·\lyricsto·altos·\AltText
    
    \new Staff = Männer <<
      \clef bass
      \new Voice = "Tenor" { \voiceOne << \global \TenorNoten >> }
      \new Voice = "Bass" { \voiceTwo << \global \BassNoten >> }
    >>
    \new Lyrics \with { alignAboveContext = Männer } \lyricsto Tenor \TenorText
    \new Lyrics \with { alignBelowContext = Männer } \lyricsto Bass \BassText
    % die Zeile oberhalb könnte mit der Zeile unterhalb ersetzt werden
    % \new·Lyrics·\lyricsto·basses·\BassText
  >>
  \layout {
    \context {
      % etwas kleiner, damit der Text
      % näher am System sein kann
      \Staff
      \override VerticalAxisGroup #'minimum-Y-extent = #'(-3 . 3)
    }
  }
}

[image of music]


A.5 Vorlagen für alte Notation


A.5.1 Transkription mensuraler Musik

Bei der Transkription von Mensuralmusik ist es oft erwünscht, ein Incipit an den Anfang des Stückes zu stellen, damit klar ist, wie Tempo und Schlüssel in der Originalnotation gesetzt waren. Während heutzutage Musiker an Taktlinien gewöhnt sind, um Rhythmen schneller zu erkennen, wurden diese in der Mensuralmusik nicht verwendet. Tatsächlich ändern sich die Rhythmen auch oft alle paar Noten. Als ein Kompromiss werden die Notenlinien nicht auf dem System, sondern zwischen den Systemen geschrieben.

global = {
  \set Score.skipBars = ##t

  % Incipit
  \once \override Score.SystemStartBracket #'transparent = ##t
  \override Score.SpacingSpanner #'spacing-increment = #1.0 % dichter Satz
  \key f \major
  \time 2/2
  \once \override Staff.TimeSignature #'style = #'neomensural
  \override Voice.NoteHead #'style = #'neomensural
  \override Voice.Rest #'style = #'neomensural
  \set Staff.printKeyCancellation = ##f
  \cadenzaOn % Taktstriche ausschalten
  \skip 1*10
  \once \override Staff.BarLine #'transparent = ##f
  \bar "||"
  \skip 1*1 % zusätzliches \skip nötig, damit Schlüsselwechsel gedruckt wird
            % nach der Taktlinie
  \bar ""

  % haupt
  \revert Score.SpacingSpanner #'spacing-increment % CHECK: keine Auswirkung?
  \cadenzaOff % Taktlinien wieder anschalten
  \once \override Staff.Clef #'full-size-change = ##t
  \set Staff.forceClef = ##t
  \key g \major
  \time 4/4
  \override Voice.NoteHead #'style = #'default
  \override Voice.Rest #'style = #'default

  % FIXME: printKeyCancellation wieder auf #t setzen darf nicht
  % im ersten Takt nach dem Incipit auftauchen. Genauso für forceClef.
  % Darum ein zusätzlicher \skip
  \skip 1*1
  \set Staff.printKeyCancellation = ##t
  \set Staff.forceClef = ##f

  \skip 1*7 % die eigentlichen Noten

  % Finis Taktlinie durch alle Systeme setzen
  \override Staff.BarLine #'transparent = ##f

  % Finis-Taktstrich
  \bar "|."
}

DiskantusNoten = {
  \transpose c' c'' {
    \set Staff.instrumentName = #"Discantus  "

    % Incipit
    \clef "neomensural-c1"
    c'1. s2   % zwei Takte
    \skip 1*8 % acht Takte
    \skip 1*1 % Ein Takt

    % haupt
    \clef "treble"
    d'2. d'4 |
    b e' d'2 |
    c'4 e'4.( d'8 c' b |
    a4) b a2 |
    b4.( c'8 d'4) c'4 |
    \once \override NoteHead #'transparent = ##t c'1 |
    b\breve |
  }
}

DiskantusText = \lyricmode {
  % Incipit
  IV-

  % haupt
  Ju -- bi -- |
  la -- te De -- |
  o, om --
  nis ter -- |
  ra, __ om- |
  "..." |
  -us. |
}

AltNoten = {
  \transpose c' c'' {
    \set Staff.instrumentName = #"Altus  "

    % Incipit
    \clef "neomensural-c3"
    r1        % Ein Takt
    f1. s2    % zwei Takte
    \skip 1*7 % Sieben Takte
    \skip 1*1 % Ein Takt

    % haupt
    \clef "treble"
    r2 g2. e4 fis g | % zwei Takte
    a2 g4 e |
    fis g4.( fis16 e fis4) |
    g1 |
    \once \override NoteHead #'transparent = ##t g1 |
    g\breve |
  }
}

AltText = \lyricmode {
  % Incipit
  IV-

  % haupt
  Ju -- bi -- la -- te | % zwei Takte
  De -- o, om -- |
  nis ter -- ra, |
  "..." |
  -us. |
}

TenorNoten = {
  \transpose c' c' {
    \set Staff.instrumentName = #"Tenor  "

    % Incipit
    \clef "neomensural-c4"
    r\longa   % vier Takte
    r\breve   % zwei Takte
    r1        % Ein Takt
    c'1. s2   % zwei Takte
    \skip 1*1 % Ein Takt
    \skip 1*1 % Ein Takt

    % haupt
    \clef "treble_8"
    R1 |
    R1 |
    R1 |
    r2 d'2. d'4 b e' | % zwei Takte
    \once \override NoteHead #'transparent = ##t e'1 |
    d'\breve |
  }
}

TenorText = \lyricmode {
  % Incipit
  IV-

  % haupt
  Ju -- bi -- la -- te | % zwei Takte
  "..." |
  -us. |
}

BassNoten = {
  \transpose c' c' {
    \set Staff.instrumentName = #"Bassus  "

    % Incipit
    \clef "bass"
    r\maxima  % acht Takte
    f1. s2    % zwei Takte
    \skip 1*1 % Ein Takt

    % haupt
    \clef "bass"
    R1 |
    R1 |
    R1 |
    R1 |
    g2. e4 |
    \once \override NoteHead #'transparent = ##t e1 |
    g\breve |
  }
}

BassText = \lyricmode {
  % Incipit
  IV-

  % haupt
  Ju -- bi- |
  "..." |
  -us. |
}

\score {
  \new StaffGroup = choirStaff <<
    \new Voice =
      "DiskantusNoten" << \global \DiskantusNoten >>
    \new Lyrics =
      "discantusLyrics" \lyricsto DiskantusNoten { \DiskantusText }
    \new Voice =
      "AltNoten" << \global \AltNoten >>
    \new Lyrics =
      "altusLyrics" \lyricsto AltNoten { \AltText }
    \new Voice =
      "TenorNoten" << \global \TenorNoten >>
    \new Lyrics =
      "tenorLyrics" \lyricsto TenorNoten { \TenorText }
    \new Voice =
      "BassNoten" << \global \BassNoten >>
    \new Lyrics =
      "bassusLyrics" \lyricsto BassNoten { \BassText }
  >>
  \layout {
    \context {
      \Score

      % keine Taktlinien in den Systemen
      \override BarLine #'transparent = ##t

      % Incipit nicht mit einer Systemklammer beginnen
      \remove "System_start_delimiter_engraver"
    }
    \context {
      \Voice

      % keine Legatobögen
      \override Slur #'transparent = ##t

      % Comment in the below "\remove" command to allow line
      % Zeilenumbrauch auch zu erlauben, wenn Noten über Taktlinie reichen
      % Der Befehl ist auskommentiert in
      % diesem kleinen Beispiel, aber für größere Partituren
      % ergeben sich bessere Zeilenumbrüche und
      % auch die Aufteilung der Noten verbessert sich, wenn der folgende Befehl benutzt wird:
      %\remove "Forbid_line_break_engraver"
    }
  }
}



[image of music]


A.5.2 Vorlage zur Transkription von Gregorianik

Dieses Beispiel zeigt eine moderne Transkription des Gregorianischen Chorals. Hier gibt es keine Takte, keine Notenhälse und es werden nur halbe und Viertelnoten verwendet. Zusätzliche Zeichen zeigen die Länge von Pausen an.

\include "gregorian.ly"

Hymnus = \relative c' {
  \set Score.timing = ##f
  f4 a2 \divisioMinima
  g4 b a2 f2 \divisioMaior
  g4( f) f( g) a2 \finalis
}

verba = \lyricmode {
  Lo -- rem ip -- sum do -- lor sit a -- met
}

\score {
  \new Staff <<
    \new Voice = "Melodie" \Hymnus
    \new Lyrics = "one" \lyricsto Melodie \verba
  >>
  \layout {
    \context {
      \Staff
      \remove "Time_signature_engraver"
      \remove "Bar_engraver"
      \override Stem #'transparent = ##t
    }
    \context {
      \Voice
      \override Stem #'length = #0
    }
    \context {
      \Score
      barAlways = ##t
    }
  }
}

[image of music]


A.6 Jazz-Combo

Hier ist ein ziemlich kompliziertes Beispiel für ein Jazz-Ensemble. Achtung: Alle Instrumente sind in \key c \major (C-Dur) notiert. Das bezieht sich auf die klingende Musik: LilyPond transponiert die Tonart automatisch, wenn sich die Noten innerhalb eines ranspose-Abschnitts befinden.

\header {
  title = "Song"
  subtitle = "(tune)"
  composer = "Me"
  meter = "moderato"
  piece = "Swing"
  tagline = \markup {
    \column {
      "LilyPond example file by Amelie Zapf,"
      "Berlin 07/07/2003"
    }
  }
}

%#(set-global-staff-size·16)
\include "english.ly"

%%%%%%%%%%%% Einige Makros %%%%%%%%%%%%%%%%%%%

sl = {
  \override NoteHead #'style = #'slash
  \override Stem #'transparent = ##t
}
nsl = {
  \revert NoteHead #'style
  \revert Stem #'transparent
}
crOn = \override NoteHead #'style = #'cross
crOff = \revert NoteHead #'style

%% Akkordbezeichnungen hierher

jazzAkkorde = { }

%%%%%%%%%%%% Taktart/Tonart %%%%%%%%%%%%%%%%%

global = { \time 4/4 }

Tonart = { \key c \major }

% ############·Hörner·############

% ------·Trompete·------
trpt = \transpose c d \relative c'' {
  \Tonart
  c1 | c | c |
}
trpHarmonie = \transpose c' d {
  \jazzAkkorde
}
trompete = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Trumpet"
  \clef treble
  <<
    \trpt
  >>
}

% ------·Altsaxophon·------
alt = \transpose c a \relative c' {
  \Tonart
  c1 | c | c |
}
altHarmonien = \transpose c' a {
  \jazzAkkorde
}
altSax = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Alto Sax"
  \clef treble
  <<
    \alt
  >>
}

% ------·Baritonsaxophon·------
bari = \transpose c a' \relative c {
  \Tonart
  c1
  c1
  \sl
  d4^"Solo" d d d
  \nsl
}
bariHarmonie = \transpose c' a \chordmode {
  \jazzAkkorde s1 s d2:maj e:m7
}
bariSax = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Bari Sax"
  \clef treble
  <<
    \bari
  >>
}

% ------ Posaune ------
pos = \relative c {
  \Tonart
  c1 | c | c
}
PosHarmonie = \chordmode {
  \jazzAkkorde
}
posaune = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Trombone"
  \clef Bass
  <<
    \pos
  >>
}

% ############·Rhythmus-Abschnitt·#############

% ------ Gitarre ------
gtr = \relative c'' {
  \Tonart
  c1
  \sl
  b4 b b b
  \nsl
  c1
}
gtrHarmonie = \chordmode {
  \jazzAkkorde
  s1 c2:min7+ d2:maj9
}
Gitarre = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Guitar"
  \clef treble
  <<
    \gtr
  >>
}

%% ------ Klavier ------
rhOben = \relative c'' {
  \voiceOne
  \Tonart
  c1 | c | c
}
rhUnten = \relative c' {
  \voiceTwo
  \Tonart
  e1 | e | e
}

lhOben = \relative c' {
  \voiceOne
  \Tonart
  g1 | g | g
}
lhUnten = \relative c {
  \voiceTwo
  \Tonart
  c1 | c | c
}

KlavierRH = {
  \clef treble
  \global
  \set Staff.midiInstrument = #"acoustic grand"
  <<
    \new Voice = "eins" \rhOben
    \new Voice = "zwei" \rhUnten
  >>
}
KlavierLH = {
  \clef Bass
  \global
  \set Staff.midiInstrument = "acoustic grand"
  <<
    \new Voice = "eins" \lhOben
    \new Voice = "zwei" \lhUnten
  >>
}

Klavier = {
  <<
    \set PianoStaff.instrumentName = #"Piano"
    \new Staff = "oben" \KlavierRH
    \new Staff = "unten" \KlavierLH
  >>
}

% ------ Bassgitarre ------
Bass = \relative c {
  \Tonart
  c1 | c | c
}
Bass = {
  \global
  \set Staff.instrumentName = #"Bass"
  \clef Bass
  <<
    \Bass
  >>
}

% ------ Schlagzeugt ------
oben = \drummode {
  \voiceOne
  hh4 <hh sn> hh <hh sn>
  hh4 <hh sn> hh <hh sn>
  hh4 <hh sn> hh <hh sn>
}
unten = \drummode {
  \voiceTwo
  bd4 s bd s
  bd4 s bd s
  bd4 s bd s
}

SchlagInhalt = {
  \global
  <<
    \set DrumStaff.instrumentName = #"Drums"
    \new DrumVoice \oben
    \new DrumVoice \unten
  >>
}

%%%%%%%%% Alles zusammengefügt: %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

\score {
  <<
    \new StaffGroup = "Horn" <<
      \new Staff = "trompete" \trompete
      \new Staff = "altsax" \altSax
      \new ChordNames = "bariakk" \bariHarmonie
      \new Staff = "barsisax" \bariSax
      \new Staff = "posaune" \posaune
    >>
    
    \new StaffGroup = "Rhythmus" <<
      \new ChordNames = "Akkorde" \gtrHarmonie
      \new Staff = "Gitarre" \Gitarre
      \new PianoStaff = "Klavier" \Klavier
      \new Staff = "Bass" \Bass
      \new DrumStaff \SchlagInhalt
    >>
  >>
  
  \layout {
    \context { \RemoveEmptyStaffContext }
    \context {
      \Score
      \override BarNumber #'padding = #3
      \override RehearsalMark #'padding = #2
      skipBars = ##t
    }
  }
  
  \midi { }
}

[image of music]


A.7 Lilypond-book-Vorlagen

Diese Vorlagen können mit lilypond-book benutzt werden. Wenn Sie dieses Programm noch nicht kennen, lesen Sie bitte den Abschnitt LilyPond-book.


A.7.1 LaTeX

LilyPond-Noten können in LaTeX-Dokumente eingefügt werden.

\documentclass[]{article}

\begin{document}

Normaler LaTeX-Ttext.

\begin{lilypond}
\relative c'' {
a4 b c d
}
\end{lilypond}

Weiterer LaTeX-Text.

\begin{lilypond}
\relative c'' {
d4 c b a
}
\end{lilypond}
\end{document}

A.7.2 Texinfo

LilyPond-Noten können auch in Texinfo eingefügt werden – dieses gesamte Handbuch ist in Texinfo geschrieben.

\input texinfo
@node Top

Texinfo-Text

@lilypond[verbatim,fragment,ragged-right]
a4 b c d
@end lilypond

Weiterer Texinfo-Text

@lilypond[verbatim,fragment,ragged-right]
d4 c b a
@end lilypond

@bye

A.7.3 xelatex

\documentclass{article}
\usepackage{ifxetex}
\ifxetex
%xetex specific stuff
\usepackage{xunicode,fontspec,xltxtra}
\setmainfont[Numbers=OldStyle]{Times New Roman}
\setsansfont{Arial}
\else
%This can be empty if you are not going to use pdftex
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{mathptmx}%Times
\usepackage{helvet}%Helvetica
\fi
%Here you can insert all packages that pdftex also understands
\usepackage[ngerman,finnish,english]{babel}
\usepackage{graphicx}

\begin{document}
\title{A short document with LilyPond and xelatex}
\maketitle

Normal \textbf{font} commands inside the \emph{text} work,
because they \textsf{are supported by \LaTeX{} and XeteX.}
If you want to use specific commands like \verb+\XeTeX+, you
should include them again in a \verb+\ifxetex+ environment.
You can use this to print the \ifxetex \XeTeX{} command \else
XeTeX command \fi which is not known to normal \LaTeX .

In normal text you can easily use LilyPond commands, like this:

\begin{lilypond}
{a2 b c'8 c' c' c'}
\end{lilypond}

\noindent
and so on.

The fonts of snippets set with LilyPond will have to be set from
inside 
of the snippet. For this you should read the AU on how to use
lilypond-book.

\selectlanguage{ngerman}
Auch Umlaute funktionieren ohne die \LaTeX -Befehle, wie auch alle
anderen
seltsamen Zeichen: ß,ł,ã,č,я,щ, wenn sie von der Schriftart
unterstützt werden.
\end{document}

B. Scheme-Übung

LilyPond verwendet die Scheme-Programmiersprache sowohl als Teil der Eingabesyntax als auch als internen Mechanismus, um Programmmodule zusammenzufügen. Dieser Abschnitt ist ein sehr kurzer Überblick über die Dateneingabe mit Scheme. Wenn Sie mehr über Scheme wissen wollen, gehen Sie zu http://www.schemers.org.

Das Grundlegendste an einer Sprache sind Daten: Zahlen, Zeichen, Zeichenketten, Listen usw. Hier ist eine Liste der Datentypen, die für LilyPond-Eingabedateien relevant sind.

Boolesche Variablen

Werte einer Booleschen Variable sind Wahr oder Falsch. Die Scheme-Entsprechung für Wahr ist #t und für Falsch #f.

Zahlen

Zahlen werden wie üblich eingegeben, 1 ist die (ganze) Zahl Eins, während -1.5 ist eine Gleitkommazahl (also eine nicht-ganze).

Zeichenketten

Zeichenketten werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt:

"Das ist eine Zeichenkette"

Zeichenketten können über mehrere Zeilen reichen:

"Das
ist
eine Zeichenkette"

Anführungszeichen und neue Zeilen können auch mit sogenannten Fluchtsequenzen eingefügt werden. Die Zeichenkette a sagt "b" wird wie folgt eingegeben:

"a sagt \"b\""

Neue Zeilen und Backslashe werden mit \n bzw. \\ eingegeben.

In einer Notationsdatei werden kleine Scheme-Abschnitte mit der Raute (#) eingeleitet. Die vorigen Beispiele heißen also in LilyPond:

##t ##f
#1 #-1.5
#"Das ist eine Zeichenkette"
#"Das
ist
eine Zeichenkette"

Für den Rest dieses Abschnitts nehmen wir an, dass die Daten immer in einer LilyPond-Datei stehen, darum wird immer die Raute verwendet.

Scheme kann verwendet werden, um Berechnungen durchzuführen. Es verwendet eine Präfix-Syntax. Um 1 und 2 zu addieren, muss man (+ 1 2) schreiben, und nicht 1+2, wie in traditioneller Mathematik.

 
#(+ 1 2)
  ⇒ #3

Der Pfeil ⇒ zeigt an, dass das Ergebnis der Auswertung von (+ 1 2) 3 ist. Berechnungen können geschachtelt werden und das Ergebnis einer Berechnung kann für eine neue Berechnung eingesetzt werden.

 
#(+ 1 (* 3 4))
  ⇒ #(+ 1 12)
  ⇒ #13

Diese Berechnungen sind Beispiele von Auswertungen. Ein Ausdruck wie (* 3 4) wird durch seinen Wert 12 ersetzt. Ähnlich verhält es sich mit Variablen. Nachdem eine Variable definiert ist:

zwoefl = #12

kann man sie in Ausdrücken weiterverwenden:

vierundzwanzig = #(* 2 zwoelf)

Die 24 wird in der Variablen vierundzwanzig gespeichert. Die gleiche Zuweisung kann auch vollständig in Scheme geschrieben werden:

#(define vierundzwanzig (* 2 zwoelf))

Der Name einer Variable ist auch ein Ausdruck, genauso wie eine Zahl oder eine Zeichenkette. Er wird wie folgt eingegeben:

#'vierundzwanzig

Das Apostroph ' verhindert, dass bei der Scheme-Auswertung vierundzwanzig durch 24 ersetzt wird. Anstatt dessen erhalten wir die Bezeichnung vierundzwanzig.

Diese Syntax wird sehr oft verwendet, weil es manche Einstellungsveränderungen erfordern, dass Scheme-Werte einer internen Variable zugewiesen werden, wie etwa

\override Stem #'thickness = #2.6

Diese Anweisung verändert die Erscheinung der Notenhälse. Der Wert 2.6 wird der Variable thickness (Dicke) eines Stem-(Hals)-Objektes gleichgesetzt. thickness wird relativ zu den Notenlinien errechnet, in diesem Fall sind die Hälse also 2,6 mal so dick wie die Notenlinien. Dadurch werden Hälse fast zweimal so dick dargestellt, wie sie normalerweise sind. Um zwischen Variablen zu unterscheiden, die in den Quelldateien direkt definiert werden (wie vierundzwanzig weiter oben), und zwischen denen, die für interne Objekte zuständig sind, werden hier die ersteren „Bezeichner“ genannt, die letzteren dagegen „Eigenschaften“. Das Hals-Objekt hat also eine thickness-Eigenschaft, während vierundzwanzig ein Bezeichner ist.

Sowohl zweidimensionale Abstände (X- und Y-Koordinaten) als auch Größen von Objekten (Intervalle mit linker und rechter Begrenzung) werden als pairs (Paare) eingegeben. Ein Paar2 wird als (erster . zweiter) eingegeben und sie müssen mit dem Apostroph eingeleitet werden, genauso wie Symbole:

\override TextScript #'extra-offset = #'(1 . 2)

Hierdurch wird das Paar (1, 2) mit der Eigenschaft extra-offset des TextScript-Objektes verknüpft. Diese Zahlen werden in Systembreiten gemessen, so dass der Befehl das Objekt eine Systembreite nach rechts verschiebt und zwei Breiten nach oben.

Die zwei Elemente eines Paares können von beliebigem Inhalt sein, etwa

#'(1 . 2)
#'(#t . #f)
#'("blah-blah" . 3.14159265)

Eine Liste wird eingegeben, indem die Elemente der Liste in Klammern geschrieben werden, mit einem Apostroph davor. Beispielsweise:

#'(1 2 3)
#'(1 2 "string" #f)

Die ganze Zeit wurde hier schon Listen benutzt. Eine Berechnung, wie (+ 1 2), ist auch eine Liste (welche das Symbol + und die Nummern 1 und 2 enthält. Normalerweise werden Listen als Berechnungen interpretiert und der Scheme-Interpreter ersetzt die Liste mit dem Ergebnis der Berechnung. Um eine Liste an sich einzugeben, muss die Auswertung angehalten werden. Das geschieht, indem der Liste ein Apostroph vorangestellt wird. Für Berechnungen kann man also den Apostroph nicht verwenden.

Innerhalb einer zitierten Liste (also mit Apostroph) muss man keine Anführungszeichen mehr setzen. Im Folgenden ein Symbolpaar, eine Symbolliste und eine Liste von Listen:

#'(stem . head)
#'(staff clef key-signature)
#'((1) (2))

B.1 Optimierungen mit Scheme

Wir haben gesehen wie LilyPond-Eingabe massiv beeinflusst werden kann, indem Befehle wie etwa \override TextScript #'extra-offset = ( 1 . -1) benutzt werden. Aber es wurde gezeigt, dass Scheme noch mächtiger ist. Eine bessere Erklärung findet sich in derScheme-Übung und in Schnittstellen für Programmierer.

Scheme kann auch in einfachen \override-Befehlen benutzt werden:

TODO Find a simple example

Es kann auch benutzt werden, um Befehle zu erstellen:

tempoZeichen = #(define-music-function (parser location padding marktext)
                                    (number? string?)
#{
  \once \override Score . RehearsalMark #'padding = $padding
  \once \override Score . RehearsalMark #'extra-spacing-width = #'(+inf.0 . -inf.0)
  \mark \markup { \bold $marktext }
#})

\relative c'' {
  c2 e
  \tempoZeichen #3.0 #"Allegro"
  g c
}

[image of music]

Sogar ganze Musikausdrücke können eingefügt werden:

Muster = #(define-music-function (parser location x y) (ly:music? ly:music?)
#{
  $x e8 a b $y b a e
#})

\relative c''{
  \Muster c8 c8\f
  \Muster {d16 dis} { ais16-> b\p }
}

[image of music]


C. GNU Free Documentation License

Version 1.1, March 2000

 
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    Examples of suitable formats for Transparent copies include plain ASCII without markup, Texinfo input format, LaTeX input format, SGML or XML using a publicly available DTD, and standard-conforming simple HTML designed for human modification. Opaque formats include PostScript, PDF, proprietary formats that can be read and edited only by proprietary word processors, SGML or XML for which the DTD and/or processing tools are not generally available, and the machine-generated HTML produced by some word processors for output purposes only.

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  3. VERBATIM COPYING

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    If you publish printed copies of the Document numbering more than 100, and the Document’s license notice requires Cover Texts, you must enclose the copies in covers that carry, clearly and legibly, all these Cover Texts: Front-Cover Texts on the front cover, and Back-Cover Texts on the back cover. Both covers must also clearly and legibly identify you as the publisher of these copies. The front cover must present the full title with all words of the title equally prominent and visible. You may add other material on the covers in addition. Copying with changes limited to the covers, as long as they preserve the title of the Document and satisfy these conditions, can be treated as verbatim copying in other respects.

    If the required texts for either cover are too voluminous to fit legibly, you should put the first ones listed (as many as fit reasonably) on the actual cover, and continue the rest onto adjacent pages.

    If you publish or distribute Opaque copies of the Document numbering more than 100, you must either include a machine-readable Transparent copy along with each Opaque copy, or state in or with each Opaque copy a publicly-accessible computer-network location containing a complete Transparent copy of the Document, free of added material, which the general network-using public has access to download anonymously at no charge using public-standard network protocols. If you use the latter option, you must take reasonably prudent steps, when you begin distribution of Opaque copies in quantity, to ensure that this Transparent copy will remain thus accessible at the stated location until at least one year after the last time you distribute an Opaque copy (directly or through your agents or retailers) of that edition to the public.

    It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an updated version of the Document.

  5. MODIFICATIONS

    You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections 2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with the Modified Version filling the role of the Document, thus licensing distribution and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you must do these things in the Modified Version:

    1. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed in the History section of the Document). You may use the same title as a previous version if the original publisher of that version gives permission.
    2. List on the Title Page, as authors, one or more persons or entities responsible for authorship of the modifications in the Modified Version, together with at least five of the principal authors of the Document (all of its principal authors, if it has less than five).
    3. State on the Title page the name of the publisher of the Modified Version, as the publisher.
    4. Preserve all the copyright notices of the Document.
    5. Add an appropriate copyright notice for your modifications adjacent to the other copyright notices.
    6. Include, immediately after the copyright notices, a license notice giving the public permission to use the Modified Version under the terms of this License, in the form shown in the Addendum below.
    7. Preserve in that license notice the full lists of Invariant Sections and required Cover Texts given in the Document’s license notice.
    8. Include an unaltered copy of this License.
    9. Preserve the section entitled ‚History‘, and its title, and add to it an item stating at least the title, year, new authors, and publisher of the Modified Version as given on the Title Page. If there is no section entitled ‚History‘ in the Document, create one stating the title, year, authors, and publisher of the Document as given on its Title Page, then add an item describing the Modified Version as stated in the previous sentence.
    10. Preserve the network location, if any, given in the Document for public access to a Transparent copy of the Document, and likewise the network locations given in the Document for previous versions it was based on. These may be placed in the ‚History‘ section. You may omit a network location for a work that was published at least four years before the Document itself, or if the original publisher of the version it refers to gives permission.
    11. In any section entitled ‚Acknowledgments‘ or ‚Dedications‘, preserve the section’s title, and preserve in the section all the substance and tone of each of the contributor acknowledgments and/or dedications given therein.
    12. Preserve all the Invariant Sections of the Document, unaltered in their text and in their titles. Section numbers or the equivalent are not considered part of the section titles.
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    14. Do not retitle any existing section as ‚Endorsements‘ or to conflict in title with any Invariant Section.

    If the Modified Version includes new front-matter sections or appendices that qualify as Secondary Sections and contain no material copied from the Document, you may at your option designate some or all of these sections as invariant. To do this, add their titles to the list of Invariant Sections in the Modified Version’s license notice. These titles must be distinct from any other section titles.

    You may add a section entitled ‚Endorsements‘, provided it contains nothing but endorsements of your Modified Version by various parties—for example, statements of peer review or that the text has been approved by an organization as the authoritative definition of a standard.

    You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25 words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only one passage of Front-Cover Text and one of Back-Cover Text may be added by (or through arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are acting on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit permission from the previous publisher that added the old one.

    The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this License give permission to use their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version.

  6. COMBINING DOCUMENTS

    You may combine the Document with other documents released under this License, under the terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the combination all of the Invariant Sections of all of the original documents, unmodified, and list them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice.

    The combined work need only contain one copy of this License, and multiple identical Invariant Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections with the same name but different contents, make the title of each such section unique by adding at the end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that section if known, or else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in the list of Invariant Sections in the license notice of the combined work.

    In the combination, you must combine any sections entitled ‚History‘ in the various original documents, forming one section entitled ‚History‘; likewise combine any sections entitled ‚Acknowledgments‘, and any sections entitled ‚Dedications‘. You must delete all sections entitled ‚Endorsements.‘

  7. COLLECTIONS OF DOCUMENTS

    You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this License, and replace the individual copies of this License in the various documents with a single copy that is included in the collection, provided that you follow the rules of this License for verbatim copying of each of the documents in all other respects.

    You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually under this License, provided you insert a copy of this License into the extracted document, and follow this License in all other respects regarding verbatim copying of that document.

  8. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS

    A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, does not as a whole count as a Modified Version of the Document, provided no compilation copyright is claimed for the compilation. Such a compilation is called an ‚aggregate‘, and this License does not apply to the other self-contained works thus compiled with the Document, on account of their being thus compiled, if they are not themselves derivative works of the Document.

    If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document, then if the Document is less than one quarter of the entire aggregate, the Document’s Cover Texts may be placed on covers that surround only the Document within the aggregate. Otherwise they must appear on covers around the whole aggregate.

  9. TRANSLATION

    Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of the Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations requires special permission from their copyright holders, but you may include translations of some or all Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections. You may include a translation of this License provided that you also include the original English version of this License. In case of a disagreement between the translation and the original English version of this License, the original English version will prevail.

  10. TERMINATION

    You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided for under this License. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the Document is void, and will automatically terminate your rights under this License. However, parties who have received copies, or rights, from you under this License will not have their licenses terminated so long as such parties remain in full compliance.

  11. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE

    The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the present version, but may differ in detail to address new problems or concerns. See http://www.gnu.org/copyleft/.

    Each version of the License is given a distinguishing version number. If the Document specifies that a particular numbered version of this License ‚or any later version‘ applies to it, you have the option of following the terms and conditions either of that specified version or of any later version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If the Document does not specify a version number of this License, you may choose any version ever published (not as a draft) by the Free Software Foundation.

Anhang: Wie kann die Lizenz für eigene Dokumente verwendet werden

To use this License in a document you have written, include a copy of the License in the document and put the following copyright and license notices just after the title page:

 
  Copyright (C)  year  your name.
  Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document
  under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.1
  or any later version published by the Free Software Foundation;
  with the Invariant Sections being list their titles, with the
  Front-Cover Texts being list, and with the Back-Cover Texts being list.
  A copy of the license is included in the section entitled ‚GNU
  Free Documentation License‘.

If you have no Invariant Sections, write ‚with no Invariant Sections‘ instead of saying which ones are invariant. If you have no Front-Cover Texts, write ‚no Front-Cover Texts‘ instead of ‚Front-Cover Texts being list‘; likewise for Back-Cover Texts.

If your document contains nontrivial examples of program code, we recommend releasing these examples in parallel under your choice of free software license, such as the GNU General Public License, to permit their use in free software.


D. LilyPond-Index

Springe zu:   !   #   %   '   (   ,   .   <   >   [   \   ]   ^   _   ~   Ü  
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Indexeintrag Abschnitt

!
!Dynamik

#
#B. Scheme-Übung
##fB. Scheme-Übung
##tB. Scheme-Übung
#’symbolB. Scheme-Übung

%
%2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
%{ ... %}2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien

'
Tonhöhen

(
( ... )2.2.2 Bindebögen und Legatobögen

,
,Tonhöhen

.
...2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien

<
<Dynamik
<2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
< ... >2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
<<Gleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
<<2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
<< ... >>Gleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
<< ... \\ ... >>2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
<< \\ >>3.2.1 Ich höre Stimmen

>
>Dynamik
>2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
>>Gleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
>>2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System

[
[2.2.5 Automatische und manuelle Balken
[ ... ]2.2.5 Automatische und manuelle Balken

\
\!Dynamik
\( ... \)2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
\<Dynamik
\>Dynamik
\acciaccaturaVerzierungen
\addlyrics2.4 Lieder
\addlyrics2.4.1 Einfache Lieder setzen
\addlyrics, Beispiel4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
\addlyrics-Beispiel4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
\appoggiaturaVerzierungen
\autoBeamOff2.2.5 Automatische und manuelle Balken
\autoBeamOff3.2.3 Stimmen und Text
\autoBeamOn2.2.5 Automatische und manuelle Balken
\book3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\book3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\book3.2.3 Stimmen und Text
\clefNotenschlüssel
\consists3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
\contextKontexteigenschaften mit \context setzen
\fDynamik
\ffDynamik
\graceVerzierungen
\header2.5.3 Titel hinzufügen
\header3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\keyTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
\layout3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\layoutAlle Kontexte des gleichen Typs verändern
\lyricmode3.2.3 Stimmen und Text
\lyricsto3.2.3 Stimmen und Text
\majorTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
\markup2.2.4 Text hinzufügen
\mfDynamik
\midi3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\minorTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
\mpDynamik
\new2.3.2 Mehrere Notensysteme
\new3.3.2 Umgebungen erstellen
\new ChoirStaff3.2.3 Stimmen und Text
\new Lyrics3.2.3 Stimmen und Text
\new Staff2.3.2 Mehrere Notensysteme
\new Voice3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\once4.1.4 Optimierungsmethoden
\onceNur einmal mit \override verändern
\oneVoice3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\override4.1.4 Optimierungsmethoden
\overrideProperty4.1.4 Optimierungsmethoden
\pDynamik
\partialAuftakt
\ppDynamik
\relativeTonhöhen
\remove3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
\revert4.1.4 Optimierungsmethoden
\revertRückgängig machen
\score3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
\score3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
\set3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
\set, BenutzungsbeispielFingersatz
\shiftOffNotenkolumnen
\shiftOnNotenkolumnen
\shiftOnnNotenkolumnen
\shiftOnnnNotenkolumnen
\startTextSpan4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
\stopTextSpan4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
\textLengthOff\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
\timeTaktangabe
\timesAndere rhythmische Aufteilungen
\tweak4.1.4 Optimierungsmethoden
\tweak-Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
\tweak-Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
\tweak-Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
\unset3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
\version2.5.2 Versionsnummer
\voiceFour3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\voiceFourStyle3.2.1 Ich höre Stimmen
\voiceNeutralStyle3.2.1 Ich höre Stimmen
\voiceOne3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\voiceOneStyle3.2.1 Ich höre Stimmen
\voiceThree3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\voiceThreeStyle3.2.1 Ich höre Stimmen
\voiceTwo3.2.2 Stimmen explizit beginnen
\voiceTwoStyle3.2.1 Ich höre Stimmen
\withKontexteigenschaften mit \with setzen
\with-Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
\with-Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
\with-Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
\with-Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
\with-Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
\\2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
\\3.2.1 Ich höre Stimmen

]
]2.2.5 Automatische und manuelle Balken

^
^Fingersatz

_
_Fingersatz

~
~2.2.2 Bindebögen und Legatobögen

A
absolute Werte für Tonhöhen2.5.4 Absolute Notenbezeichnungen
absoluter Modus2.5.4 Absolute Notenbezeichnungen
Abstände, normalNotensatz
VorschlagVerzierungen
VorschlagVerzierungen
VersetzungszeichenTonhöhen
VersetzungszeichenVersetzungszeichen
VersetzungszeichenWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
Accidental, Beispiel zur Veränderungleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
AccidentalPlacement, Beispiel zur Veränderungleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
VersetzungszeichenTonhöhen
VersetzungszeichenSiehe auch
addlyrics2.4 Lieder
addlyrics2.4.1 Einfache Lieder setzen
Akkolade2.3.3 Notensysteme gruppieren
Akkorde2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
Akkorde versus Stimmen3.2.1 Ich höre Stimmen
Aktualisieren von Dateien2.5.2 Versionsnummer
AkzenteArtikulationszeichen
AkzidentienVersetzungszeichen
alignAboveContext-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
alignAboveContext-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
alignAboveContext-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
alignAboveContext-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
alignAboveContext-Eigenschaft, Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
AltNotenschlüssel
TonumfangEinen einzelnen Kontext verändern
Ambitus-EngraverEinen einzelnen Kontext verändern
AnhängeÜber die Notationsreferenz (NR)
Ansicht von NotenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
Anwendungsbenutzung1.2 Über die Dokumentation
AnwendungsbenutzungÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
Anzeigen der NotenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
ApostrophTonhöhen
VorhaltVerzierungen
ArtikulationszeichenWarnung: Bindebögen sind nicht Legatobögen
ArtikulationszeichenArtikulationszeichen
Artikulationszeichen und VerzierungenSiehe auch
ArtikulationArtikulationszeichen
Artikulationszeichen und Legatobögen4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
AuftaktAuftakt
Ausdruck, musikalischer2.3.1 Musikalische Ausdrücke erklärt
Ausdrücke2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
Ausdrücke, parallelGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Ausdrücke, Verschachteln von3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Ausrichten von Gesangstext2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Ausrichten von Objekten an der Grundliniestaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
Ausrichtung von Objekten4.5.1 Verschieben von Objekten
autoBeamOff2.2.5 Automatische und manuelle Balken
autoBeamOff3.2.3 Stimmen und Text
autoBeamOn2.2.5 Automatische und manuelle Balken
Automatische VersetzungszeichenWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
Automatische VersetzungszeichenSiehe auch
Automatische BalkenSiehe auch
automatische Balken2.2.5 Automatische und manuelle Balken
automatischer NotensatzAutomatisierter Notensatz

B
BVersetzungszeichen
BalanceNotensatz
Balken und Text3.2.3 Stimmen und Text
Balken, automatisch2.2.5 Automatische und manuelle Balken
Balken, Beispiel zur VeränderungAusrichtungseigenschaft
Balken, manuell2.2.5 Automatische und manuelle Balken
Balken, manuelle KontrolleAusrichtungseigenschaft
Takt- und Taktzahlüberprüfung5.1.1 Allgemeine Vorschläge
BassNotenschlüssel
BalkenTondauern (Rhythmen)
Beispiel, einfachBeispielanwendung
Beispiel, erstes2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
Beispiele, klickbar2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Benennungskonventionen für Eigenschaften4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften
Benennungskonventionen für Objekte4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften
Bennenung von Kontexten3.3.2 Umgebungen erstellen
Benutzung, lilypond-ProgrammÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
Bezeichner2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Bezeichner3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Bezeichner5.1.4 Tipparbeit sparen durch Bezeichner und Funktionen
Bezeichner versus EigenschaftenB. Scheme-Übung
Binde- versus LegatobogenPhrasierungsbögen
Bindebogen, Beispiel zur Veränderung4.5.3 Beispiele aus dem Leben
Bindebögen2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
Bindestrich2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Block-Kommentare2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
book3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
book3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
book3.2.3 Stimmen und Text
book, Benutzung von3.2.3 Stimmen und Text
book-Abschnitte, implizit3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
bound-details-Eigenschaft, Beispiel4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
bound-details-Eigenschaft, Beispiel4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Klammer2.3.3 Notensysteme gruppieren
break-visibility-Eigenschaftbreak-visibility (unsichtbar machen)
break-visibility-Eigenschaft, Beispielbreak-visibility (unsichtbar machen)
Bögen, Legato2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
Bögen, manuelle KontrolleAusrichtungseigenschaft

C
center4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
Die Standardeinstellungen von Umgebungen ändernSiehe auch
Die Standardeinstellungen von Umgebungen ändernSiehe auch
Standardeinstellungen verändernÜber die Notationsreferenz (NR)
BefehlsübersichtÜber die Notationsreferenz (NR)
ChoirStaff2.3.3 Notensysteme gruppieren
ChoirStaff3.2.3 Stimmen und Text
Choral mit mehreren Strophen3.2.3 Stimmen und Text
Choralnotation3.2.3 Stimmen und Text
Akkord2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
ChordNames2.3.2 Mehrere Notensysteme
Chorpartitur2.3.3 Notensysteme gruppieren
Chorpartitur, Aufbau3.2.3 Stimmen und Text
Chorpartitur, Vorlage3.4.2 Vierstimmige SATB-Partitur
NotenschlüsselSiehe auch
NotenschlüsselNotenschlüssel
Clef, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Auflösung von Zusammenstößen4.5.3 Beispiele aus dem Leben
color-Eigenschaftcolor (Farbe)
color-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
color-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
color-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
color-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
color-Eigenschaft, Beispielcolor (Farbe)
color-Eigenschaft, Beispielcolor (Farbe)
color-Eigenschaft, Beispielcolor (Farbe)
consists3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
contextKontexteigenschaften mit \context setzen
context, Voice3.2.1 Ich höre Stimmen
ContextsSiehe auch
Contexts3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
ContextsSiehe auch
Was sind Umgebungen?Siehe auch
convert-ly2.5.2 Versionsnummer
Von anderen Formaten konvertierenÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
Umgebungen erstellenSiehe auch
MIDI-Dateien erstellen3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Titel erstellen2.5.3 Titel hinzufügen
CrescendoDynamik
CrescendoDynamik

D
Darstellung & InhaltTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
Dateien aktualisieren2.5.2 Versionsnummer
Dateien konstruieren, Hinweise2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Dateistruktur3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
DauernTondauern (Rhythmen)
DecrescendoDynamik
DecrescendoDynamik
DichteNotensatz
Dicke4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Dicke-Eigenschaft, Beispiel4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Schwierige Korrekturen4.1.4 Optimierungsmethoden
direction-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
direction-Eigenschaft, BeispielFingersatz
Systeme anzeigen lassenSiehe auch
Doppel-BVersetzungszeichen
DoppelkreuzVersetzungszeichen
punktierte NoteTondauern (Rhythmen)
Doppel-BVersetzungszeichen
DoppelkreuzVersetzungszeichen
unten4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
DurTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
TondauerTondauern (Rhythmen)
Durchsichtig machen (transparent)transparent (durchsichtig)
DynamicLineSpanner, Beispiel zur Veränderungstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
DynamikDynamik
DynamikSiehe auch
DynamicText, Beispiel zur VeränderungVerändern der Größe von grobs
DynamicText, Beispiel zur VeränderungVerändern der Größe von grobs
DynamikDynamik
DynamikText, Beispiel zur Veränderungstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
Dynamikzeichen: Positionierung verändernDynamik

E
Ebenen3.2.1 Ich höre Stimmen
EditorenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
eigene Vorlagen erstellen3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen
Eigenschaften in Kontexten3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Eigenschaften versus BezeichnerB. Scheme-Übung
Eigenschaften von Grobs4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Eigenschaften von Interfaces4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
Eigenschaften von Kontexten3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Eigenschaften von Kontexten, mit \context setzenKontexteigenschaften mit \context setzen
Eigenschaften von Layout-Objekten4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Eigenschaften von Objekten4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Eigenschaften von Schnittstellen4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
Eigenschaften, Benennungskonventionen4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften
Eigenschaftsarten4.2.3 Typen von Eigenschaften
eine Stimme wiederherstellen3.2.2 Stimmen explizit beginnen
einfache Notation2.1.2 Einfache Notation
einfaches BeispielBeispielanwendung
Einfügen von Text2.2.4 Text hinzufügen
Eingabeformat3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
EngraverWelche Symbole?
Engraver3.3.3 Was sind Engraver?
Engraver, Entfernen von3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
Engraver, Hinzufügen von3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
Engravers and PerformersSiehe auch
Entfernen von Engravern3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
Entfernen von Objekten4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Entfernungen4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Erstellen von eigenen Vorlagen3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen
Erstellen von Kontexten3.3.2 Umgebungen erstellen
erstes Beispiel2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
esVersetzungszeichen
esesVersetzungszeichen
Fülllinie2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
extra-offset-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
extra-offset-Eigenschaftextra-offset (Genaues Positionieren)
extra-offset-Eigenschaft, Beispielextra-offset (Genaues Positionieren)
extra-spacing-widthVerändern der Größe von grobs
extra-spacing-width-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
extra-spacing-width-Eigenschaft, BeispielVerändern der Größe von grobs
extra-spacing-width-Eigenschaft, BeispielVerändern der Größe von grobs
extra-spacing-width-Eigenschaft, Beispielstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)

F
Farb-Eigenschaftcolor (Farbe)
Farb-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Farb-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Farb-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Farb-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Farb-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Farb-Eigenschaft, in Scheme-Prozedur gesetzt4.6.5 Fortgeschrittene Optimierungen mit Scheme
Farbeigenschaft, Beispielcolor (Farbe)
Farben, RGBcolor (Farbe)
Farben, X11color (Farbe)
FDL, GNU Free Documentation LicenseC. GNU Free Documentation License
Fermate, Benutzung in MIDIEine Fermate in MIDI simulieren
Die Dateistruktur3.1 Wie eine LilyPond-Eingabe-Datei funktioniert
Die Dateistruktur3.1 Wie eine LilyPond-Eingabe-Datei funktioniert
Die Dateistruktur3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Die DateistrukturSiehe auch
FingersatzFingersatz
FingersatzanweisungenSiehe auch
fingerOrientations-Eigenschaft, BeispielFingersatz
FingersatzFingersatz
Fingersatz, AkkordeFingersatz
Fingersatz, Beispiel zur VeränderungFingersatz
Fingersatz, Beispiel zur Veränderungextra-offset (Genaues Positionieren)
Fingersatz, PositionierungFingersatz
Fingersatz-BeispielFingersatz
Fingersatz-BeispielFingersatz
Fingersatz-BeispielFingersatz
Fingersatz-BeispielFingersatz
BVersetzungszeichen
BWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
font-series-Eigenschaft, Beispiel4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
font-shape-Eigenschaft, Beispiel4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
font-shape-Eigenschaft, Beispiel4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
font-size-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
fontSize (Schriftgröße), StandardeinstellungKontexteigenschaften mit \with setzen
force-hshift-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
force-hshift-Eigenschaftforce-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)
force-hshift-Eigenschaft, Beispielforce-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)
force-hshift-Eigenschaft, Beispiel4.5.3 Beispiele aus dem Leben
Formatierung einer PartiturAutomatisierter Notensatz
FormatierungsregelnAutomatisierter Notensatz
FremdspracheÜber das Glossar (MG)
Fülllinie2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Füllung (padding)4.5.1 Verschieben von Objekten

G
Ganze NotenTondauern (Rhythmen)
Ganztaktpausen, Beispiel zur Veränderungstaff-position (Position innerhalb des Systems)
Allgemeine Eingabe und AusgabeÜber die Notationsreferenz (NR)
Gesangstext auf mehreren Systemen2.4.3 Text zu mehreren Systemen
Gesangstext und Balken3.2.3 Stimmen und Text
Gesangstext, Ausrichten2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Gesangstext, Beispiel zur Veränderung4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
Gesangstext, schreiben2.4 Lieder
Gesangstextmodus, Kontext angebenDen Kontext im Liedtextmodus bestimmen
Gesangtext, Verbindung mit Noten3.2.3 Stimmen und Text
geschweifte Klammern2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
gleichzeitige Noten3.2.1 Ich höre Stimmen
gleichzeitige Noten und relativer ModusGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Glossar1.2 Über die Dokumentation
GlossarÜber das Glossar (MG)
graceVerzierungen
VerzierungenVerzierungen
VerzierungenSiehe auch
GrandStaff2.3.3 Notensysteme gruppieren
graphische Objekte (Grob)4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Gravur, NotensatzNotensatz
Grob, GrößenveränderungVerändern der Größe von grobs
Grobs4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Grobs, Eigenschaften von4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Groß- und Kleinschreibung2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
Groß- und Kleinschreibung2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
Großbuchstaben2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
Großbuchstaben2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
Größe, verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Größen von Objekten verändern4.3.2 Größe von Objekten
Größenveränderung von grobsVerändern der Größe von grobs
GUILEB. Scheme-Übung

H
Halbe NotenTondauern (Rhythmen)
halbe NoteTondauern (Rhythmen)
Hals nach oben3.2.1 Ich höre Stimmen
Hals nach unten3.2.1 Ich höre Stimmen
Hals, Beispiel zur Veränderung4.5.3 Beispiele aus dem Leben
Hals, Beispiel zur VeränderungNoten zwischen unterschiedlichen Stimmen überbinden
Handbuch zum Lernen1.2 Über die Dokumentation
Handbuch zum LernenÜber das Handbuch zum Lernen (LM)
Handbuch, Lesen2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
header2.5.3 Titel hinzufügen
header3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Hinweise zur Konstruktion von Dateien2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Hinzufügen von Engravern3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
Hinzufügen von Text2.2.4 Text hinzufügen
hoch-Eigenschaft4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
Hymnus-Notation3.2.3 Stimmen und Text
Hälse, Länge verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten

I
IdiomÜber das Glossar (MG)
implizite book-Umgebung3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Implizite Kontexte3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Inhalt & DarstellungTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
InstallierenÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
Integration von LilyPond in andere ProgrammeÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
Interface-Eigenschaften4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
Interfaces4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Schnittstellen für ProgrammiererÜber die Notationsreferenz (NR)
Schnittstellen für ProgrammiererB.1 Optimierungen mit Scheme
InternetseiteGNU LilyPond – Handbuch zum Lernen
IntervalleTonhöhen
IR (Referenz der Interna), Benutzung4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
isVersetzungszeichen
isisVersetzungszeichen

J
JargonÜber das Glossar (MG)

K
keyTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
TonartbezeichnungSiehe auch
TonartbezeichnungTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
TonartbezeichnungWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
Keyboard and other multi-staffSiehe auch
Klammer, Triole4.1.4 Optimierungsmethoden
Klammer-Typen3.1.4 Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen
Klammern, geschachtelt3.1.4 Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen
Klammern, geschweift2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
Klaviersystem2.3.3 Notensysteme gruppieren
Kleinbuchstaben2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
Kleinbuchstaben2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
klickbare Beispiele2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Kollision von Objekten im Systemstaff-position (Position innerhalb des Systems)
Kollisionen von NotenNotenkolumnen
KommaTonhöhen
Kommentare2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
Kompilieren2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
Komplizierte Rhythmen, Schachtelung von4.1.4 Optimierungsmethoden
Konstruieren von Dateien, Hinweise2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Kontext2.3.2 Mehrere Notensysteme
Kontext im Gesangstextmodus angebenDen Kontext im Liedtextmodus bestimmen
Kontext, Finden und identifizierenDen Kontext finden
Kontext, Stimme3.2.1 Ich höre Stimmen
Kontext-Eigenschaften, Verändern3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
KontexteWelche Symbole?
Kontexte erklärt3.3.1 Was sind Umgebungen?
Kontexte, Benennung3.3.2 Umgebungen erstellen
Kontexte, Erstellen3.3.2 Umgebungen erstellen
Kontexte, implizit3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Kontexteigenschaft, setzen mit \withKontexteigenschaften mit \with setzen
Kontexteigenschaften, mit \context setzenKontexteigenschaften mit \context setzen
Kontrolle über Triolen, Bögen und Balken manuellAusrichtungseigenschaft
Kopf2.5.3 Titel hinzufügen
Kopfzeile3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Korrigieren von überschneidender Notationpadding (Fülleigenschafte)
KreuzVersetzungszeichen
kursiv, Beispiel4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können

L
LautstärkeDynamik
layout3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Layout3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Layout-Objekt4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Layout-Objekte, Eigenschaften von4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Layout-Umgebung, Platzierung3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
left-padding-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
left-padding-Eigenschaft (Verschiebung nach links)left-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
Legatobogen, Beispiel für Veränderung4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Legatobogen, Beispiel zur VeränderungNur einmal mit \override verändern
Legatobogen, Beispiel zur VeränderungRückgängig machen
Legatobogen, Beispiel zur VeränderungRückgängig machen
Legatobögen2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
Legatobögen und Artikulationszeichen4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Legatobögen und outside-staff-priority4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Legatobögen, manuelle KontrolleAusrichtungseigenschaft
Legatobögen, Phrasierung2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
Lesen des Handbuchs2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Lieder2.4.1 Einfache Lieder setzen
Liedtext2.4.1 Einfache Lieder setzen
Index der LilyPond-BefehleÜber die Notationsreferenz (NR)
LilyPond Snippet RepositoryÜber die Schnipselliste
LilyPond unter MacOS XEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
LilyPond-bookÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
LilyPond-bookA.7 Lilypond-book-Vorlagen
LilyPond-Schnipsel-DepotÜber die Schnipselliste
LISPB. Scheme-Übung
Liste der Farbencolor (Farbe)
Liste der Farbencolor (Farbe)
LiteraturÜber die Notationsreferenz (NR)
LSRÜber die Schnipselliste
lyricmode3.2.3 Stimmen und Text
Lyrics2.3.2 Mehrere Notensysteme
Gesangtext2.4.1 Einfache Lieder setzen
Lyrics3.2.3 Stimmen und Text
Lyrics context, erstellen3.2.3 Stimmen und Text
lyricsto3.2.3 Stimmen und Text
LyricText, Beispiel zur Veränderung4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
LyricText, Beispiel zur Veränderung4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
Länge4.3.3 Länge und Dicke von Objekten

M
MacOS X, LilyPond startenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
magstep4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
magstep-Funktion, Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
DurTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
Makro2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Manuelle BalkenSiehe auch
manuelle Balken2.2.5 Automatische und manuelle Balken
manuelle Kontrolle über Triolen, Bögen, BalkenAusrichtungseigenschaft
markup2.2.4 Text hinzufügen
MatrizeWelche Symbole?
Matrizen-Eigenschaftstencil (Matrize)
mehrere Silben in Gesangstext2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
mehrere Stimmen2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
mehrere Stimmen3.2.1 Ich höre Stimmen
mehrere Strophen3.2.3 Stimmen und Text
mehrere SystemeGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
mehrere Systeme2.3.2 Mehrere Notensysteme
Mehrere Systeme und Gesangstext2.4.3 Text zu mehreren Systemen
MehrstimmigkeitWelche Symbole?
MehrstimmigkeitGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Mehrstimmigkeit2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
Melisma2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Melisma2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Metronom-Bezeichnung, Beispiel zur VeränderungEine Fermate in MIDI simulieren
Metronom-Bezeichnungsposition verändern4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
MetronomMark, Beispiel zur Veränderungpadding (Fülleigenschafte)
eingestrichenes CTonhöhen
midi3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
MIDI: Fermate erstellenEine Fermate in MIDI simulieren
MollTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
Umgebungs-Plugins verändernSiehe auch
Eignschaften verändernpadding (Fülleigenschafte)
MollTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
MultiMeasureRest, Beispiel zur Veränderungstaff-position (Position innerhalb des Systems)
Mehrere Partituren in einem Buch3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Mehrere StimmenSiehe auch
Mehrere StimmenSiehe auch
Musikalische NotationÜber die Notationsreferenz (NR)
Musikalische Notation2.5.5 Nach der Übung
Musikalischer Ausdruck2.3.1 Musikalische Ausdrücke erklärt
Musikausdruck, zusammengesetzter3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
Musikstück3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
MusiksymboleNotensatz

N
N-tolenAndere rhythmische Aufteilungen
N-tolen, geschachtelt4.1.4 Optimierungsmethoden
N-tolenklammer4.1.4 Optimierungsmethoden
AuflösungszeichenWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
Neue Kontexte3.3.2 Umgebungen erstellen
Neue Version2.5.2 Versionsnummer
neutral4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
neutral-Eigenschaft4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
new2.3.2 Mehrere Notensysteme
new3.3.2 Umgebungen erstellen
new Staff2.3.2 Mehrere Notensysteme
normale AbständeNotensatz
normale RhythmenNotensatz
NotationsübersichtÜber die Notationsreferenz (NR)
Notation, einfach2.1.2 Einfache Notation
Notationskontext2.3.2 Mehrere Notensysteme
NotationsreferenzÜber die Notationsreferenz (NR)
Notenbezeichnungen in anderen SprachenTonhöhen
Notenbezeichnungen in anderen SprachenVersetzungszeichen
Notenbezeichnungen in anderen SprachenSiehe auch
NotenwertAndere rhythmische Aufteilungen
NoteHead, Beispiel für override4.1.4 Optimierungsmethoden
NoteHead, Beispiel für override4.1.4 Optimierungsmethoden
NoteHead, Beispiel für override4.1.4 Optimierungsmethoden
NoteHead, Beispiel für override4.1.4 Optimierungsmethoden
NoteHead, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Noten anzeigenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
Noten gleichzeitig3.2.1 Ich höre Stimmen
Noten verstecken3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Noten zwischen Stimmen überbinden4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Noten, durch Text gespreizt\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
Noten, unsichtbar2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
Notenbezeichnungen2.5.4 Absolute Notenbezeichnungen
Notendauer in Akkorden2.3.4 Noten zu Akkorden verbinden
NotendauernTondauern (Rhythmen)
NotengravurNotensatz
Notenhals, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Notenhals, Beispiel zur Veränderung4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
Notenhals, Beispiel zur Veränderung4.5.3 Beispiele aus dem Leben
Notenhals, Beispiel zur VeränderungNoten zwischen unterschiedlichen Stimmen überbinden
Notenhals, Richtung3.2.1 Ich höre Stimmen
Notenhalslänge, verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Notenhalsrichtung3.2.1 Ich höre Stimmen
Notenhalsrichtung in Stimmen3.2.1 Ich höre Stimmen
NotenkollisionNotenkolumnen
NotenkolumneNotenkolumnen
Notenkolumne, Beispiel zur Veränderungforce-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)
Notenkolumne, Beispiel zur Veränderung4.5.3 Beispiele aus dem Leben
Notenkopf, Beispiel für Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Notenkopf, Beispiel für Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Notenkopf, Beispiel für Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Notenkopf, Beispiel für Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Notenkopf, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Notenkopf, Beispiel zur Veränderung4.6.5 Fortgeschrittene Optimierungen mit Scheme
Notenlinien, Länge verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Notenlinienabstände verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
NotensatzNotensatz
NotensatzWelche Symbole?
Notensatz, automatischAutomatisierter Notensatz
Notensatz, MehrstimmigkeitWelche Symbole?
Notensystem für Chor2.3.3 Notensysteme gruppieren
Notensystem für Klavier2.3.3 Notensysteme gruppieren
Notensystem-Position-Eigenschaftstaff-position (Position innerhalb des Systems)
Notensysteme, mehrereGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Notenzeile, Positionierung3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
Notenzeilen, temporäre3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
notieren von PausenPausen

O
Objekt, Layout-4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Objekte4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Objekte an der Grundlinie ausrichtenstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
Objekte außerhalb des Notensystems4.4.1 Automatisches Verhalten
Objekte entfernen4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Objekte innerhalb des Notensystems4.4.1 Automatisches Verhalten
Objekte unsichtbar machen4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Objekte verstecken4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Objekte, Benennungskonventionen4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften
Objekte, Positionierungextra-offset (Genaues Positionieren)
Objekte, verschieben von Zusammestößen4.5.1 Verschieben von Objekten
Objekteigenschaften4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Objektgrößen, verändern4.3.2 Größe von Objekten
OktaveTonhöhen
Oktavenüberprüfung5.1.1 Allgemeine Vorschläge
Oktavierungsklammer4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
once4.1.4 Optimierungsmethoden
onceNur einmal mit \override verändern
once overrideNur einmal mit \override verändern
oneVoice3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Optimierung mit Variablen4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
Optischer AusgleichNotensatz
Ossia3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
Ossia3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
Ossia4.3.2 Größe von Objekten
Ossia-SystemeSiehe auch
Ottava-Klammer4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
outside-staff-Objekte4.4.1 Automatisches Verhalten
outside-staff-priority-Eigenschaft, Beispiel4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
outside-staff-priority-Eigenschaft, Beispiel\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
override4.1.4 Optimierungsmethoden
Override nur einmalNur einmal mit \override verändern
override-Befehl4.1.4 Optimierungsmethoden
Override-Beispiel4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
overrideProperty4.1.4 Optimierungsmethoden
overrideProperty-Befehl4.1.4 Optimierungsmethoden

P
padding (Füllung)4.5.1 Verschieben von Objekten
padding (Verschiebungs-Eigenschaft)padding (Fülleigenschafte)
padding (Verschiebuns-Eigenschaft), Beispielpadding (Fülleigenschafte)
padding (Verschiebuns-Eigenschaft), Beispielpadding (Fülleigenschafte)
Padding-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
Objekte weiß malencolor (Farbe)
parallele AusdrückeGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
partialAuftakt
Partitur2.3.3 Notensysteme gruppieren
Partitur3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
Partitur für Chor2.3.3 Notensysteme gruppieren
Partitur, FormatierungAutomatisierter Notensatz
Partituren, mehrfache3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
PausenPausen
PDF-DateiEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
Phrasierungsbogen, Beispiel zur VeränderungAusrichtungseigenschaft
Phrasierungsbögen2.2.2 Bindebögen und Legatobögen
Phrasierungsbögen, manuelle KontrolleAusrichtungseigenschaft
PhrasierungPhrasierungsbögen
PhrasierungsbögenSiehe auch
PianoStaff2.3.3 Notensysteme gruppieren
TonhöheTonhöhen
TonhöheWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
TonhöhenbezeichnungenSiehe auch
Plattendruck, NotenNotensatz
Platzhalternoten2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
Platzhalternoten3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Platzierung von layout-Umgebung3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
PluginWelche Symbole?
PolyphonieWelche Symbole?
PolyphonieGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Polyphonie3.2.1 Ich höre Stimmen
Polyphonie und relativer Notationsmodus3.2.1 Ich höre Stimmen
PolyphonieGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
Position der Taktzahl, verändern4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Positionierung einer Notenzeile3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
Positionierung von Objektenextra-offset (Genaues Positionieren)
Positionierung, BeispielAusrichtungseigenschaft
Positionierung, BeispielAusrichtungseigenschaft
positions-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
positions-EigenschaftAusrichtungseigenschaft
positions-Eigenschaft, BeispielAusrichtungseigenschaft
positions-Eigenschaft, BeispielAusrichtungseigenschaft
Property (Layout-Objekte, Grobs)4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
punktierte NotenTondauern (Rhythmen)

Q
ViertelnoteTondauern (Rhythmen)
Quelltext, übersetzen2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen

R
Referenz der Interna1.2 Über die Dokumentation
Referenz der InternaÜber die Referenz der Iterna (IR)
Referenz der Interna, Benutzung4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
Referenz zum NotensatzÜber die Notationsreferenz (NR)
Refrain3.2.3 Stimmen und Text
Regeln zur Benennung von Objekten/Eigenschaften4.1.3 Regeln zur Benennung von Objekten und Eigenschaften
Regerenz der Interna4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
rekursive StrukturenDie Darstellung der Musik
relativeTonhöhen
relative Noten und simulatane MusikGleichzeitige musikalische Ausdrücke: mehrere Notensysteme
relativer ModusTonhöhen
relativer Modus und VersetzungszeichenTonhöhen
relativer Notationsmodus und Polyphonie3.2.1 Ich höre Stimmen
remove3.3.5 Engraver hinzufügen und entfernen
RevertRückgängig machen
revert4.1.4 Optimierungsmethoden
revertRückgängig machen
revert-Befehl4.1.4 Optimierungsmethoden
rgb-colorcolor (Farbe)
RGB-Farbencolor (Farbe)
Rhythmen, normalNotensatz
Rhythmische AufteilungenAndere rhythmische Aufteilungen
RhythmusTondauern (Rhythmen)
Richtung des Notenhalses3.2.1 Ich höre Stimmen
Richtungs-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Richtungseigenschaft, Beispiel4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
right-padding-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
right-padding-Eigenschaft (Verschiebung nach rechts)left-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
right-padding-Eigenschaft, Beispielleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
LilyPond startenÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
runter-Eigenschaft4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
Rückgängig machenRückgängig machen

S
SATB-Partitur3.2.3 Stimmen und Text
SATB-Vorlage3.4.2 Vierstimmige SATB-Partitur
TonleiterTonhöhen
Schachtelung von Klammern3.1.4 Über die Nicht-Schachtelung von Klammern und Bindebögen
SchemeB. Scheme-Übung
Scheme, in einer LilyPond-DateiB. Scheme-Übung
Scheme-ProgrammierspracheAutomatisierter Notensatz
SchlüsselNotenschlüssel
Schlüssel, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Schlüssel, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Schlüssel, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Schlüssel, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Schlüssel, Beispiel zur Veränderung4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
SchnipselÜber die Schnipselliste
Schnipselliste1.2 Über die Dokumentation
Schnittstellen4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Schnittstellen, Eigenschaften von4.2.2 Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können
Schreiben von eigenen Vorlagen3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen
schreiben von PausenPausen
SchriftartNotensatz
Schriftart-Eigenschaft, Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Schriftgröße, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Schriftgröße, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Schriftgröße, StandardeinstellungKontexteigenschaften mit \with setzen
Score2.3.2 Mehrere Notensysteme
score3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
score3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
Partiturlayout3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Script, Beispiel zur Veränderungpadding (Fülleigenschafte)
Selbstpositionierung von Objekten4.5.1 Verschieben von Objekten
self-alignment-X-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
self-alignment-X-Eigenschaftself-alignment-X (Selbstausrichtung-X-Eigenschaft)
set3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
SetupÜber die Anwendungsbenutzung (AU)
KreuzVersetzungszeichen
KreuzWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
shift-BefehleNotenkolumnen
shiftOffNotenkolumnen
shiftOnNotenkolumnen
shiftOnnNotenkolumnen
shiftOnnnNotenkolumnen
Gleichzeitig erscheinende NotenSiehe auch
Korrigierte Musik überspringen5.1.2 Das Kopieren von existierender Musik
LegatobogenLegatobögen
LegatobogenPhrasierungsbögen
LegatobogenWarnung: Bindebögen sind nicht Legatobögen
LegatobögenSiehe auch
SopranNotenschlüssel
AbständeÜber die Notationsreferenz (NR)
Strecker4.1.2 Objekte und Schnittstellen
Spezielle NotationÜber die Notationsreferenz (NR)
SprachenÜber das Glossar (MG)
StaccatoArtikulationszeichen
Staff2.3.2 Mehrere Notensysteme
staff-padding-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
staff-padding-Eigenschaftstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
staff-padding-Eigenschaft, Beispielstaff-padding (Systemfüllungseigenschaft)
staff-position-Eigenschaft4.5.1 Verschieben von Objekten
staff-position-Eigenschaftstaff-position (Position innerhalb des Systems)
staff-position-Eigenschaft, Beispielstaff-position (Position innerhalb des Systems)
staff-position-Eigenschaft, Beispiel4.5.3 Beispiele aus dem Leben
staff-space-Eigenschaft verändern4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
StaffSymbol, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Standardeinstellungen, WiederherstellenRückgängig machen
Starten von LilyPondEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
startTextSpan4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Stem, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
StempelWelche Symbole?
Stempel (Engraver)3.3.3 Was sind Engraver?
Stencil-Eigenschaftstencil (Matrize)
stencil-Eigenschaft, Beispielstencil (Matrize)
stencil-Eigenschaft, Beispielstencil (Matrize)
stencil-Eigenschaft, Beispieltransparent (durchsichtig)
stencil-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
stencil-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
stencil-Eigenschaft, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
stencil-Eigenschaft, Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
stencil-Eigenschaft, Beispielleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
stencil-Eigenschaft, BenutzungEine Fermate in MIDI simulieren
Stimmen und Notenhalsrichtung3.2.1 Ich höre Stimmen
Stimmen versus Akkorde3.2.1 Ich höre Stimmen
Stimmen, mehrere3.2.1 Ich höre Stimmen
Stimmen, mehrere in einem System2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
Stimmen, mehrere zu einer zusammenführen3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Stimmen, temporär3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Stimmen, Verschachteln von3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Stimmenkontext3.2.1 Ich höre Stimmen
Stimmenkontexte, erstellen von3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Stimmwechsel zwischen Systemen, manuell2.3.3 Notensysteme gruppieren
stopTextSpan4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Strecker4.1.2 Objekte und Schnittstellen
StringNumber, Beispiel zur Veränderungself-alignment-X (Selbstausrichtung-X-Eigenschaft)
Strophe und Refrain3.2.3 Stimmen und Text
Strophen, mehrere3.2.3 Stimmen und Text
Struktur einer PartiturSiehe auch
Struktur, Datei3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
SyntaxDie Darstellung der Musik
System für Klavier2.3.3 Notensysteme gruppieren
Systeme, mehrere2.3.2 Mehrere Notensysteme
Systemwechsel, manuell2.3.3 Notensysteme gruppieren

T
TaktartTaktangabe
Taktart, Beispiel zur Veränderungtransparent (durchsichtig)
Taktart, Beispiel zur Veränderungtransparent (durchsichtig)
Taktart, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktart, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Taktart, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Taktart, Beispiel zur Veränderung4.3.2 Größe von Objekten
Taktart, Beispiel zur Veränderung4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungstencil (Matrize)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungstencil (Matrize)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungbreak-visibility (unsichtbar machen)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktlinie, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktlinien, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Taktzahlposition verändern4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Template, eigene schreiben3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen
Template, Verändern von3.4.1 Sopran und Cello
Vorlagen2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
temporäre Notenzeilen3.1.3 Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln
temporäre Stimmen3.2.2 Stimmen explizit beginnen
TenorNotenschlüssel
TerminologieÜber das Glossar (MG)
Text2.4.1 Einfache Lieder setzen
Unterstützung von TexteditorenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
Text mit Verbindungslinien4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Text und Balken3.2.3 Stimmen und Text
Text, einfügen2.2.4 Text hinzufügen
Text-Eigenschaft, Beispielleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
text-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Text-Spanner4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Text-Strecker4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Textbeschriftung2.2.4 Text hinzufügen
Textbeschriftung, Beispiel zur Veränderung\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
Textbeschriftung, Vermeidung von Zusammenstößen\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
Textbeschriftungsbeispiel4.4.1 Automatisches Verhalten
TexteditorenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
textLengthOff\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
textLengthOn\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
TextScript, Beispiel zur Veränderung4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
TextSpanner, Beispiel zur Veränderung4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
TextSpanner, Beispiel zur Veränderung4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Der tweak-BefehlSiehe auch
ThesaurusÜber das Glossar (MG)
thickness-Eigenschaft, Beispiel4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
thickness-Eigenschaft, BeispielNur einmal mit \override verändern
thickness-Eigenschaft, BeispielRückgängig machen
thickness-Eigenschaft, BeispielRückgängig machen
BindebogenBindebögen
BindebogenWarnung: Bindebögen sind nicht Legatobögen
BindebogenWarnung: Bindebögen sind nicht Legatobögen
BindebögenSiehe auch
timeTaktangabe
TaktangabeSiehe auch
TaktangabeTaktangabe
TaktangabeNotenschlüssel
timesAndere rhythmische Aufteilungen
TimeSignature, Beispiel zur Veränderungcolor (Farbe)
Titel2.5.3 Titel hinzufügen
Titelei2.5.3 Titel hinzufügen
Tonart, Einstellung vonTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
TonhöhenTonhöhen
Tonhöhen, absolute Werte2.5.4 Absolute Notenbezeichnungen
TopÜber das Glossar (MG)
TopÜber die Referenz der Iterna (IR)
Top4.2.1 Eigenschaften von Layoutobjekten
transparent-Eigenschafttransparent (durchsichtig)
transparent-Eigenschaft, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
transparent-Eigenschaft, Beispieltransparent (durchsichtig)
transparent-Eigenschaft, Beispiel4.5.3 Beispiele aus dem Leben
transparent-Eigenschaft, BeispielNoten zwischen unterschiedlichen Stimmen überbinden
transparent-Eigenschaft, BeispielEine Fermate in MIDI simulieren
transparent-Eigenschaft, Benutzung4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Transparente Objekte4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
TranspositionWarnung: Tonartbezeichnungen und Tonhöhen
TriolenAndere rhythmische Aufteilungen
Triolen, geschachtelt4.1.4 Optimierungsmethoden
Triolen-Nummer-Funktion, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
Triolenklammer4.1.4 Optimierungsmethoden
Triolennummer, Beispiel zur Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Triollen-Klammer, manuelle KontrolleAusrichtungseigenschaft
TrioleAndere rhythmische Aufteilungen
Tunable context properties3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Tunable context propertiesSiehe auch
tuplet-number-Funktion, Beispiel4.1.4 Optimierungsmethoden
TupletBracket4.1.4 Optimierungsmethoden
TupletNumber, Beispiel zur Veränderung4.1.4 Optimierungsmethoden
Andere rhythmische AufteilungenSiehe auch
tweak4.1.4 Optimierungsmethoden
tweak-Befehl4.1.4 Optimierungsmethoden
TypographieNotensatz
TypographieNotensatz
TypographieWelche Symbole?

U
Unix, LilyPond startenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
unset3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Unsichtbar machen (break-visibility)break-visibility (unsichtbar machen)
unsichtbare Noten2.3.5 Mehrstimmigkeit in einem System
unsichtbare Noten3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Unsichtbare Objekte4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Unterstrich2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
oben4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
AuftakteSiehe auch
Update2.5.2 Versionsnummer
Updating files with5.2.1 Alte Dateien aktualisieren
Dateien mit convert-ly aktualisieren2.5.2 Versionsnummer
Dateien mit convert-ly aktualisieren5.2.1 Alte Dateien aktualisieren
URLGNU LilyPond – Handbuch zum Lernen

V
Variable2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Variable5.1.4 Tipparbeit sparen durch Bezeichner und Funktionen
Variable, erlaubte Zeichen2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Variablen3.1.1 Einführung in die Dateistruktur von LilyPond
Variablen benutzen2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Variablen zuweisen2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Variablen, Benutzung zur Optimierung4.6.2 Variablen für Optimierungen einsetzen
Vermeiden von Zusammenstößen4.5.1 Verschieben von Objekten
Verschachteln von gleichzeitigen Ausdrücken3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Verschachteln von musikalischen Ausdrücken3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Verschachteln von Stimmen3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Verschieben (padding)4.5.1 Verschieben von Objekten
Verschieben von NotenNotenkolumnen
Verschieben von Zusammenstößen4.5.1 Verschieben von Objekten
Verschieben von überschneidenden Objekten4.5.1 Verschieben von Objekten
Verschiebung nach rechts (rigth-padding), Beispielleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
Verschiebung nach rechts oder linksleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
Verschiebungs-Eigenschaft, Beispielpadding (Fülleigenschafte)
Verschiebungs-Eigenschaft, Beispielpadding (Fülleigenschafte)
VersetzungszeichenVersetzungszeichen
Versetzungszeichen und relativer ModusTonhöhen
Versetzungszeichen, Beispiel zur Veränderungleft-padding (Verschieben nach rechts) und right-padding (Verschieben nach links)
version2.5.2 Versionsnummer
Versionsnummern2.5.2 Versionsnummer
Verstecken von Objekten4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Vertikale PositionNotenkolumnen
Vertikale Verschiebung erzwingenforce-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)
vertikale Verschiebung, Beispielforce-hshift (vertikale Verschiebunseigenschaft)
VerzierungenVerzierungen
Verändern der Metronom-Bezeichnungsposition4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Verändern der Positionierung von DynamikzeichenDynamik
Verändern der Taktzahlposition4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Verändern der Übungszeichenposition4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems
Verändern von Kontext-Eigenschaften3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Veränderung von Eigenschaften in Kontexten3.3.4 Kontexteigenschaften verändern
Veränderung von Objektgrößen4.3.2 Größe von Objekten
Veränderung von Vorlagen3.4.1 Sopran und Cello
ViertelnotenTondauern (Rhythmen)
Notation von GesangSiehe auch
Notation von GesangSiehe auch
Notation von GesangSiehe auch
Voice2.3.2 Mehrere Notensysteme
Voice context3.2.1 Ich höre Stimmen
Voice context, erstellen von3.2.2 Stimmen explizit beginnen
voiceFour3.2.2 Stimmen explizit beginnen
voiceOne3.2.2 Stimmen explizit beginnen
voiceThree3.2.2 Stimmen explizit beginnen
voiceTwo3.2.2 Stimmen explizit beginnen
Vokalpartitur, Aufbau3.2.3 Stimmen und Text
VorhaltVerzierungen
Vorlage, Chorpartitur3.4.2 Vierstimmige SATB-Partitur
Vorlage, SATB3.4.2 Vierstimmige SATB-Partitur
Vorlage, Verändern von3.4.1 Sopran und Cello
Vorlagen2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Vorlagen, eigene schreiben3.4.3 Eine Partitur von Grund auf erstellen
VorschlagVerzierungen
VorzeichenTonartbezeichnungen (Vorzeichen)
Vorzeichen und VersetzungszeichenTonartbezeichnungen (Vorzeichen)

W
Wechsel zwischen Systemen, manuell2.3.3 Notensysteme gruppieren
ganze NoteTondauern (Rhythmen)
Wie soll das Handbuch gelesen werden2.1.4 Wie soll das Handbuch gelesen werden
Wiederherstellen von StandardeinstellungenRückgängig machen
Windows, LilyPond startenEingabe von Noten und Ansicht des Ergebnisses
withKontexteigenschaften mit \with setzen
within-staff-Objekte4.4.1 Automatisches Verhalten
Worte mit mehreren Silben2.4.2 Text an einer Melodie ausrichten
Tonhöhen setzenSiehe auch
Pausen eingebenSiehe auch
Rhythmen eingebenSiehe auch
Text eingebenSiehe auch

X
x11-colorcolor (Farbe)
X11-Farbencolor (Farbe)
x11-Farben, Beispielcolor (Farbe)
x11-Farben, Beispiel zur Benutzung4.6.5 Fortgeschrittene Optimierungen mit Scheme

Z
Zeichen, in Variablen erlaubt2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren
Zeilenkommentare2.1.3 Arbeiten an Eingabe-Dateien
zentriert-Eigenschaft4.4.2 within-staff (Objekte innerhalb des Notensystems)
Zitieren in SchemeB. Scheme-Übung
zusammengesetzter musikalischer Ausdruck2.3.1 Musikalische Ausdrücke erklärt
zusammengesetzter Musikausdruck3.1.2 Score ist ein (einziger) zusammengesetzter musikalischer Ausdruck
Zusammenstöße vermeiden4.5.1 Verschieben von Objekten
Zusammenstöße vermeiden mit Textbeschriftung\textLengthOn (Textlänge berücksichtigen)
Zusammenstöße von NotenNotenkolumnen
Zusammenstöße von Objekten im Systemstaff-position (Position innerhalb des Systems)
Zusätzlicher Abstand, Positionierungextra-offset (Genaues Positionieren)
Zuweisen von Variablen2.5.1 Stücke durch Bezeichner organisieren

Ü
über dem System anordnen, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
über dem System anordnen, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
über dem System anordnen, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
über dem System anordnen, Beispiel4.3.2 Größe von Objekten
über dem System anordnen, Beispiel4.3.3 Länge und Dicke von Objekten
Überbinden von Noten zwischen Stimmen4.6.1 Andere Benutzung von Optimierungen
Überschneidende Notation korrigierenpadding (Fülleigenschafte)
Übersetzen von Quelltext2.1.1 Eine Quelldatei übersetzen
ÜbersetzungenÜber das Glossar (MG)
Übungszeichenposition verändern4.4.3 Objekte außerhalb des Notensystems

Springe zu:   !   #   %   '   (   ,   .   <   >   [   \   ]   ^   _   ~   Ü  
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Fußnoten

[1] In der Umgangssprache werden die Versetzungszeichen häufig auch Vorzeichen genannt. In diesem Handbuch wird jedoch zwischen Vorzeichen zur generellen Angabe der Tonart und den Versetzungszeichen, die direkt im Notentext erscheinen, unterschieden.

[2] In der Scheme-Terminologie wird ein Paar cons genannt und seine zwei Elemente car und cdr.


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Dieses Dokument wurde erzeugt von Han-Wen Nienhuys am 24. Januar 2009 durch texi2html 1.79.

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